Newspaper Death Watch - Das große Zeitungssterben


Hausarbeit, 2011
12 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Newspaper Death Watch“ - Das große Zeitungssterben in den USA
2.1 Betroffene nordamerikanische Zeitungen
2.2 Das Internet - Retter in der Not?
2.3 Welches ist das „bessere“ Medium?
2.4 Wie kam es zu der Krise?

3. Zukunftsaussichten

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dem Seminar „Journalismus und Politik“ von Herrn Michael Konken im Wintersemester 2010/11 wurde das Thema „Zeitungssterben“ kurz angesprochen und weckte mein Interesse für das Anfertigen dieser Hausarbeit.

Da ich selbst die FAZ abonniere und ich von zu Hause aus gewohnt bin, dass mehrere Zeitungen abonniert werden wie z.B. Financial Times, Die Zeit, etc. überraschte es mich zu hören, dass das klassische Papiermedium, besonders in den USA, allem Anschein nach in einer schweren Krise steckt.

Fragen die ich in dieser Hausarbeit beantworten will: Welche sind die betroffenen Zeitungen? Wie kam es zu der Krise? etc.

Der Titel dieser Hausarbeit „Newspaper Death Watch“ ergab sich bei meiner Recherche für diese Arbeit. In den USA gibt es bereits einige sogenannte Internetblogs die das „sterben“ der Zeitungen beobachten und oft in sarkastischer Art und Weise darüber berichten. Genaueres zu diesem Thema erläutere ich im Verlauf der Arbeit.

In der nun folgenden Hausarbeit werde ich einen Einblick in das Thema „Zeitungssterben in den USA“ geben und die damit verbundene Problematik der Zeitungsreduktion herausarbeiten.

„Die Zeitungen in aller Welt kämpfen mit einer Dauerkrise, aus der es kaum einen Ausweg zu geben scheint“, schreiben Frank Esser und Bettina Kaltenhäuser in dem Buch „Aktuelle Medientrends in den USA“ (Esser, Frank & Kaltenhäuser 2001, S. 83).

2. „Newspaper Death Watch“ - Das große Zeitungssterben in den USA

Amerika wird oft als ein Indikator und Spiegel für Europa angesehen. Die Entwicklungen in den Vereinigten Staaten sind den europäischen meist ein paar Jahre voraus. Ähnlich ist es auch mit der amerikanischen Presse.

Technische Errungenschaften, neue Innovationen, wie das Internet wurden dort einige Jahre früher angewandt und intensiver genutzt als hier. Eine weitere Entwicklung, die in der Medienlandschaft der USA immer mehr an Bedeutung gewinnt und in ein paar Jahren vielleicht auch in Europa zur Selbstverständlichkeit werden könnte, ist die sogenannte Konvergenz.

Die fünf einflussreichsten Zeitungen in den USA sind die Los Angeles Times, die New York Times, die Washington Post, USA Today und das Wallstreet Journal (Editor & Publisher 2002).Die ersten drei gelten als so genannte Leitmedien im Lande und werden hauptsächlich von der gut gebildeten und reichen Elite gelesen. Vor allem die New York Times gewann häufiger als jede andere Zeitung in Amerika den begehrten Pulitzer Preis. In den letzten Jahren hat sie überregional expandiert. Die USA Today ist neben dem Wallstreetjournal die einzige national verbreitete Tageszeitung. Sie versucht alle Staaten in ihre Berichterstattung mit einzubeziehen und ist außerdem in 90 Ländern weltweit erhältlich. Es ist eine reine Verkaufszeitung. Das Wallstreet Journal war 1991 noch das auflagenstärkste Blatt in den USA. Es hatte zu dem Zeitpunkt 1.9 Millionen Leser. Mittlerweile wurde es in der Auflagenstärke von der USA Today überholt. Die Zeitung befasst sich hauptsächlich mit wirtschaftlichen Themen. Bei den restlichen Zeitungen besteht eine starke Themenkonzentration auf das Lokale. Die Hierarchie beginnt in der Stadt, dann kommen der Staat und erst dann die Nation. An hinterster Stelle steht das Weltgeschehen. Eine Ausnahme dieser Regel tritt nur dann ein, wenn die „Weltmacht“ USA in einen internationalen Konflikt wie den Irakkrieg verwickelt ist. Insgesamt ist das politische System in Amerika sehr dezentralisiert. Dies spiegelt sich daher auch in der Themen- und Nachrichtenauswahl wieder. Der Politikkorrespondent wird daher immer als erstes von den Leistungen der Abgeordneten und Senatoren der Gegend berichten. Jeder Ort hat eine eigene Zeitung mit oft nur einer Auflagenstärke von 8000 bis 10000 (Blanchard, M. 1998. The history of the mass media.Chicago).

Die Sparte mit der meisten Nationalen Berichterstattung ist der Sportteil. Besonders häufig gelesen wird der Wirtschaftsteil. 76 Prozent der Leser befassen sich damit, während es in Deutschland nur 30 Prozent sind. Der Journalist und Medienwissenschaftler Carl Session Stepp hat 1999 aktuelle Zeitungen mit den Nachrichtenblättern von 1964 verglichen und kommt zu folgendem Ergebnis: „Todays Newspapers have bigger newsholes, longer stories, lengtier leads and more jumps than those of a generationn ago“ (Stepp 1999, www.air.org).

2.1 Betroffene amerikanische Zeitungen

Immer mehr Zeitungen geraten in den USA finanziell unter Druck und müssen oft gar die Tore schließen. Mit „News Paper Death Watch“ oder „The Demise of Print“ sind in den USA eine ganze Reihe sarkastischer Blogs entstanden, die das Zeitungssterben publizistisch begleiten. Doch während sie das Ende der Presse verkünden, bahnen sich bereits innovative Geschäftsmodelle den Weg: Stiftungen sind ebenso im Trend wie der Ruf nach einer öffentlich-rechtlichen Presse. Doch mit der Basis steht auch die Unabhängigkeit und Qualität der Publizistik erneut zur Debatte (Weichert & Kramp 2009, www.medienheft.ch).

Was soll und kann die Krise aufhalten? Amerikas Blätter verabschieden sich ins Internet. Sogar bei Bloggern und Onlinejournalisten wächst die Angst vor einem Land ohne gedruckte Presse (Schmitt 2009, www.welt.de).

Amerikas Tageszeitungen sterben. Quer durch das Land schließen stolze Blätter, manche 180 Jahre alt. Sie fliehen in Insolvenzschutz, schrumpfen zu nur noch online lebenden Miniaturen oder stehen gleich zum Verkauf (Schmitt 2009, www.welt.de).

Im Februar stellte eine der ältesten Zeitungen des Westens, die 150 Jahre alte Rocky Mountain News, ihr Erscheinen ein. Von Schließung bedroht sind ebenfalls der San Francisco Chronicle und der Boston Globe. Der Seattle Post Intelligencer stoppte im März die Druckmaschinen und erscheint nur noch im Internet (Klingst 2009, www.zeit.de).

Die zwei großen Tageszeitungen aus der Autostadt Detroit werden nur noch dreimal pro Woche vor die Haustür gelegt. Vier Verlage, die 33 Zeitungen besitzen, haben im allein im ersten Quartal des Jahres 2009 Insolvenz angemeldet. Als bedroht gelten darum unter anderem die Los Angeles Times, die Chicago Tribune , der Philadelphia Inquirer und der Star Tribune aus Minneapolis. Die New York Times ist ebenfalls verschuldet, und zum ersten Mal seit langer Zeit schreibt sogar die Washington Post rote Zahlen (Klingst 2009, www.zeit.de).

Die Auflage der 395 großen US-Tageszeitungen sank im ersten Quartal 2009 um 7,1 Prozent auf werktägliche 34,4 Millionen (Wütherich 2009, www.ntv.de).

Katharine Weymouth, Herausgeberin der Washington Post und Spross der legendären Verlegerfamilie Graham, spricht von einem „Erdbeben, das schon viele unter sich begraben hat und noch begraben wird“ (Weymouth 2009, www.slate.com).

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Details

Titel
Newspaper Death Watch - Das große Zeitungssterben
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Philosophie und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Journalismus und Politik
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V168806
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
newspaper, death, watch, zeitungssterben
Arbeit zitieren
Jennifer Hepke (Autor), 2011, Newspaper Death Watch - Das große Zeitungssterben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168806

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