Ziel dieser Masterthesis ist es aufzuzeigen, wie ein Vertrags- und Risikomanagement im
Einkauf im Rahmen der Digitalisierung ausgestaltet werden kann. Dazu erfolgt zunächst
eine Grundlagenbetrachtung der Digitalisierung und der Auswirkungen für den Einkauf.
Daher wird deutlich, dass im Einkauf zwei Bereiche tendenziell mit wenig IT-Unterstützung arbeiten. Zum einen das Vertragsmanagement und zum anderen das Risikomanagement. Beide Systeme leisten jedoch einen Beitrag zur Minimierung von Beschaffungsrisiken und zur Schaffung von Transparenz in der Supply Chain. Zudem fördern
beide Systeme die Reduktion von Durchlaufzeiten und ermöglichen so die weitere Erzielung von monetärer Einkaufsleistung. Somit ist es absolut sinnvoll IT-Systeme für Verträge und Risken in den Beschaffungsprozess zu integrieren, um als strategisches Steuerungswerkzeug nicht nur die Beschaffung, sondern die gesamte Unternehmenswertschöpfung positiv zu unterstützen. Daher wird im Verlauf der Thesis erläutert wie Vertragsmanagement- und Risikomanagement-Systeme konzipiert werden müssen um den
Anforderungen eines digitalen Einkaufs gerecht zu werden. Zudem wird ein Vergleich
der größten und wichtigsten Anbieter vollzogen um einen aktuellen Marktüberblick zu
geben, welcher der Weg für eine Implementierung der Praxis ebnet
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Relevanz des Vertrags- und Risikomanagements
1.2.1 Theoretische Relevanz
1.2.2 Betriebliche Relevanz
1.3 Zielsetzung und Methodik
2 Digitale Agenda des Einkaufs 4.0
2.1 Grundlagen der Digitalisierung und Industrie 4.0
2.1.1 Volkswirtschaftliche Einordnung
2.1.2 Begriffsexplikation Digitalisierung
2.1.3 Digitale Transformation
2.1.4 Definition Industrie 4.0
2.1.5 Auswirkungen für den Einkauf
2.2 Einkauf 4.0
2.2.1 Definition Einkauf 4.0
2.2.2 Technologien der Industrie 4.0
2.2.3 Strategische Anforderungen
2.2.4 Rollenbild
2.2.5 Wertbeitrag
2.3 Digitale Agenda
2.3.1 Purchase-to-Pay
2.3.2 Source-to-Contract
2.3.3 Strategy-to-Plan
2.4 Summary
3 Grundlagen des Vertrags- und Risikomanagements
3.1 Grundlagen des Vertragsmanagements
3.1.1 Theoretische Fundierung
3.1.2 Contract-Lifecycle-Management in der Praxis
3.2 Grundlagen des Risikomanagements
3.2.1 Theoretische Fundierung
3.2.2 Supply-Chain-Risk-Management in der Praxis
3.3 Summary
4 Konzeption eines digitalen Vertrags- und Risikomanagement im Einkauf
4.1 Grundsatzfragen bei der Softwareauswahl
4.1.1 Funktionsumfang
4.1.2 Produktbereitstellungsmodelle
4.1.3 Finanzierungsmodelle
4.1.4 ERP-Integration
4.2 Contract-Lifecycle-Management
4.2.1 Funktionalitäten des digitalen CLM
4.2.2 Marktüberblick CLM-Systeme
4.3 Supply-Chain-Risk-Management
4.3.1 Funktionalitäten des digitalen SCRM
4.3.2 Module des digitalen SCRM
4.3.3 Marktüberblick SCRM-Systeme
5 Konzeptimplementierung im Einkauf der Villeroy & Boch AG
5.1 Vorstellung Villeroy & Boch AG
5.1.1 Gründungshistorie
5.1.2 Aktuelle Geschäftsentwicklung
5.1.3 Einkauf
5.2 Digital Agenda Procurement 4.0
5.2.1 Villeroy & Boch Digital Agenda Procurement 4.0
5.2.2 Purchse-to-Pay
5.2.3 Source-to-Contract
5.2.4 Strategy-to-Plan
5.2.5 Supplier Lifecycle Management
5.2.6 Reporting & Analytics
5.2.7 Villeroy & Boch Roadmap zur Digital Agenda Procurement 4.0
5.3 Status quo des Vertrags- und Risikomanagement
5.4 Systemlandschaft des Einkaufs
5.4.1 SAP
5.4.2 POOL4TOOL
5.5 Projektcontrolling und Vorarbeiten
5.6 Auswahlprozess für Softwarelösungen
5.7 Implementierungsphase
5.8 Change-Management
6 Konklusion
6.1 Fazit
6.2 Zukunftsausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines Grobkonzepts für ein digitales Vertrags- und Risikomanagement, welches exemplarisch bei der Villeroy & Boch AG implementiert wird, um Prozesse im Einkauf durch moderne IT-Systeme effizienter und transparenter zu gestalten.
- Grundlagen der Digitalisierung und Industrie 4.0 im Einkauf
- Methoden und IT-Lösungen für das Vertrags- und Risikomanagement
- Anforderungen an Software zur Vertrags- und Risikosteuerung
- Praxisbeispiel: Digitale Roadmap der Villeroy & Boch AG
- Implementierungsprozesse und Change-Management
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
Der Einkauf befindet sich seit rund 20 Jahren im Übergang von einem eher taktisch geprägten, manuellen Prozess hin zu einer strategisch denkenden, digitalen Funktion. Das Tempo des Wandels zieht vor dem Hintergrund der Digitalisierung entsprechend an. Aus dieser Erkenntnis heraus investieren die Unternehmen vermehrt in Softwarelösungen um die eigene Marktstellung auf den Beschaffungsmärkten zu behaupten. Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Treiber für die schnelle und tiefgreifende Veränderung des Einkaufs. Digitalisierung ist jedoch oftmals keine technologische Herausforderung, sondern eine organisatorische. Nur wenn die Einkäufer einen Mehrwert im Einsatz digitaler Tools erkennen und in die Lage versetzt werden, diese schnell, intuitiv und sinnvoll einzusetzen, wird der Wandel hin zum digitalen Einkauf 4.0 möglich. Denn der Einsatz von modernen Technologien und digitalen Tools ermöglicht es den Unternehmen, ihre Strukturen und Prozesse grundlegend zu verändern. Dazu gehört es Abläufe nicht nur zu automatisieren, sondern diese ebenso konsequent zu innovieren. Prozesse müssen daher im Sinne eines Einkaufs 4.0 neu ausgerichtet und optimiert werden, um zusätzliche Mehrwerte wie bspw. Transparenz, Effizienz und Effektivität bei gleichzeitiger intuitiver Funktionalität und elegantem Design zu erreichen.
Bis zu 90% des Unternehmenswertes liegt in der Supply Chain. In dieser spielt sich alles ab, von dem was eingekauft und verkauft wird sowie alle Menschen und deren Interaktionen. Hierbei entstehen riesige Datenmengen, welche die Beschaffung für sich erschließen kann. Dazu ist der Einsatz neuer Technologie notwendig, durch welche der Einkauf sämtliche internen Beschaffungsdaten mit unstrukturierten Informationen der Supply Chain kombinieren, um interne wie auch externe Kunden- und Marktanforderungen besser vorherzusagen und frühzeitig darauf zu reagieren können. Als Maßnahmen der Digitalisierung im Einkauf stehen das Vertragsmanagement sowie das Risikomanagement im Fokus eines digitalen Lieferantenmanagements.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Wandels von manuellen zu digitalen Einkaufsprozessen ein und erläutert die Relevanz sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Digitale Agenda des Einkaufs 4.0: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Digitalisierung, Industrie 4.0 und deren spezifische Auswirkungen auf den Einkauf 4.0 beleuchtet.
3 Grundlagen des Vertrags- und Risikomanagements: Dieses Kapitel widmet sich den theoretischen Fundamenten des Vertrags- und Risikomanagements sowie der praxisrelevanten Supply-Chain-Risikoanalyse.
4 Konzeption eines digitalen Vertrags- und Risikomanagement im Einkauf: Es wird ein Grobkonzept für die Softwareauswahl und die funktionalen Anforderungen an CLM- und SCRM-Systeme entwickelt.
5 Konzeptimplementierung im Einkauf der Villeroy & Boch AG: Das entwickelte Konzept wird anhand der Villeroy & Boch AG auf die praktische Anwendung, die Roadmap-Erstellung und den Auswahlprozess übertragen.
6 Konklusion: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Notwendigkeit digitaler Systeme.
Schlüsselwörter
Einkauf 4.0, Digitalisierung, Industrie 4.0, Vertragsmanagement, Risikomanagement, Supply Chain, Softwareauswahl, CLM, SCRM, Villeroy & Boch AG, Prozessoptimierung, Roadmap, Procurement, Automatisierung, Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Implementierung digitaler Lösungen für das Vertrags- und Risikomanagement im Einkauf, dargestellt am Beispiel der Villeroy & Boch AG.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die digitale Transformation des Einkaufs, die methodischen Grundlagen von Contract- und Supply-Chain-Risk-Management sowie deren praktische Umsetzung mittels moderner IT-Tools.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines Grobkonzepts, um Anforderungen an moderne Vertrags- und Risikomanagementsysteme zu definieren und einen Leitfaden für die Implementierung in der Praxis zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Die Masterthesis ist als qualitative Literaturarbeit konzipiert, die durch eine hermeneutische Vorgehensweise und eine konkrete Fallstudie untermauert wird.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Industrie 4.0, Vertrags- und Risikomanagement), die Anforderungsanalyse für Softwarelösungen und die konkrete Konzeptimplementierung bei Villeroy & Boch.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Einkauf 4.0, Digitalisierung, Vertragsmanagement, Risikomanagement, CLM, SCRM und Supply Chain Management geprägt.
Welche Herausforderung identifiziert der Autor bei Villeroy & Boch?
Der Autor stellt fest, dass Verträge und Risiken aktuell noch weitestgehend manuell und unstrukturiert erfasst werden, was effiziente Auswertungen erschwert.
Wie wurde die Softwareauswahl bei Villeroy & Boch begründet?
Die Auswahl erfolgte basierend auf einer detaillierten Nutzwertanalyse, bei der verschiedene Anbieter hinsichtlich technischer und prozessualer Anforderungen evaluiert wurden, mit der Empfehlung für spezifische Systeme.
- Quote paper
- Pascal Limburg (Author), 2019, Konzeption eines digitalen Vertrags- und Risikomanagements am Beispiel des Einkaufs der Villeroy & Boch AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1690514