Jugend von heute. Herausforderungen und Wertewandel in der Jugendkultur


Studienarbeit, 2003

10 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Jugendkultur?

2.Überblick über die Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg

3.Aktuelle Trends und die Zukunft der Jugend

4.Fazit

5.Literaturverzeichnis

Einleitung

Vergangene Semesterferien lernte ich eine Stadt kennen, die vermutlich sehr gut aktuelle Strömungen reflektiert: Bologna. Es war der Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen Leuten, die hofften, die Situation der Iraker sei mit Hilfe einer militärischen Intervention zu verbessern und denen, die eine militärische Auseinandersetzung kategorisch ablehnten. An jedem Haus hingen mindestens 3 bis 4 ,manchmal sogar zwanzig oder mehr regenbogenfarbene Flaggen, mit „Pace“ (Frieden) in weithin sichtbaren Schriftzeichen aufgedruckt. Sowohl auf der Straße im leidenschaftlichen Disput zweier älterer Herren als auch in der Jugendherberge zwischen Jugendlichen war das Thema ein ständiger Begleiter. Nun kann man argumentieren, dass Bologna nicht unbedingt repräsentativ für alle jungen Menschen in Europa ist; dennoch stellt sich die Frage, ob der Irak-Krieg einen dauerhaften Einfluss auf die jungen Menschen hat, oder nur ein temporäres Phänomen darstellt. Lässt sich die heutige Jugend für höhere, mehr Menschen betreffende Ziele einspannen, oder hat sie mit sich selber schon genug zu tun?

1.Jugendkultur ?

Um der Thematik ein bisschen näher zu kommen, ist es zunächst einmal nützlich, Begriffsbestimmungen vorzunehmen. „Mit dem Begriff ´Jugend´ werden in aller Regel die Heranwachsenden (adolescentes) gekennzeichnet, die nicht mehr Kind und nicht vollends mündig- selbständige Erwachsene sind. “ (Ferchhoff 1989 S.118). Doch wie alt ist die Jugend? In der Shell-Jugendstudie (www.Shell-Jugendstudie.de) wurden Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.

Kultur ist sehr allgemeiner Begriff. Das Fremdwörterbuch versteht unter Kultur, in der Bedeutung die für uns relevant ist, „die geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft, eines Volkes.“ (Der kleine Duden „Fremdwörterbuch“ 1983). Dementsprechend könnten wir Jugendkultur als die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen der 12 bis 25-Jährigen auffassen.

Wie wir sehen konnten, ist dies ein sehr weiter Begriff. Ich werde mich darauf konzentrieren, wie jede Jugend bisher und wie auch die heutige auf die jeweilige Umwelt reagiert. Frei nach einem Zitat nach Martin Walser: „Eine Zugehörigkeit muss man erleben, nicht definieren. Auch die Zugehörigkeit zu einem Geschichtlichen hat man nicht zuerst als Erkenntnis parat, sondern als Empfindung, als Gefühl.“ (Walser zitiert nach: Christoph Amend: Süddeutsche Zeitung 5./6.April 2003 Der Essay Seite 3). Dabei geht es mir nicht primär darum, Gründe für die Entwicklung zu finden, sondern ihre Ausprägungen zu erklären und dieses Gefühl zu beschreiben.

2.Überblick über die Jugend nach dem 2.Weltkrieg

In den Fünfzigerjahren sind die Eltern noch die wichtigsten Vorbilder. Die Jugend ist weitgehend unpolitisch und möchte nicht auffallen. Die Werte ähneln teilweise, wie wir später sehen können, den heutigen. „Die erste Shell Jugendstudie, 1952 in Auftrag gegeben, kommt zu dem Ergebnis, dass die jungen Deutschen strebsam sein wollen und ehrlich.“ (www.Shell-Jugendstudie.de). Amerika war das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Jazz, bis vor kurzem noch als Neger-Musik diffamiert, machte sich den Weg in die Haushalte frei. „Die Faszination des Neuen ließ sich nicht lange aufhalten; die 50er Jahre stellten in gewisser Weise den Höhepunkt der Amerikabewunderung dar.“ (Baacke 1993 S.46)

Die Sechziger werden das Jahrzehnt des Widerstandes der Jugend. Rolling Stones, die ersten Wohngemeinschaften und die Forderung nach sexuellen Freiheiten werden heute noch mit dieser Zeit in Verbindung gebracht. Doch war es mehr. Die Sechziger waren links und auch damit idealistisch, optimistisch, engeagiert und gegen die Eltern. Es war vielleicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass die Jugend zumindest symbolisch das Ruder übernimmt. Trotzdem war diese Zeit auch dadurch gekennzeichnet, dass alte Forderungen durchgesetzt werden: „Die Forderung nach Vollendung der Moderne“ (Helsper 1991 S.13).

Die Siebziger sind „durch den Ausbruch aus den Zwängen der Moderne“ (Helsper 1991 S.14) geprägt. Man will raus, weg, entweder zurück in die Natur oder man taucht ab, in der Disco. „Dem Idealismus des vergangenen Jahrzehnts folgen in den 70ern Frustration, Resignation, Abkehr und der Versuch einiger Hartnäckiger, über den "langen Weg durch die Institutionen" doch noch gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen. „Das Jahrzehnt ist eine Ära der nüchternen Reformen. .“ (www.Shell-Jugendstudie.de).

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Jugend von heute. Herausforderungen und Wertewandel in der Jugendkultur
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Soziologie)
Veranstaltung
Soziologie der Familie und des Lebenslaufs
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
10
Katalognummer
V16907
ISBN (eBook)
9783638216135
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugend, Soziologie, Familie, Lebenslaufs
Arbeit zitieren
Marian Berginz (Autor), 2003, Jugend von heute. Herausforderungen und Wertewandel in der Jugendkultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16907

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