Das Verhältnis der Quinctilii Varii zu Caesar Augustus


Seminararbeit, 1996
17 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Sex Quinctilius Varus (Nr. 4)
1. Politische Lage
2. Persönlicher Werdegang
3. Verhältnis zu Augustus

III. Sex. Quinctilius Varus (Nr. 17)
1. Politische Lage
2. Persönlicher Werdegang
3. Verhältnis zu Augustus

IV. P. Quinctilius Varus (Nr. 20)
1. Politische Lage
2. Persönlicher Werdegang
3. Varus’ Schwestern
4. Verhältnis zu Augustus

V. Schlußbetrachtung

VI. Literatur- und Quellenverzeichnis

VII. Anhang

1. Stammbaum von P. Quinctilius

Varus

2. Stammbaum: Die Verwandten des

Varus

3. Stammbaum von Caesar Augustus

I. Einleitung

Das Thema dieser Arbeit ist das Verhältnis der Quinctilii Varii um P. Quinctilius Varus zu Caesar Augustus. Es soll dabei betrachtet werden, welchem Wandel dieses Verhältnis unterzogen war und ob Varus in seinem zumindest zeitweise engen Verhältnis zu Augustus einen Sonderfall innerhalb der Quinctilii darstellt. Dabei wird unter anderem der Zusammenhang dieses Verhältnisses mit der dynastischen Politik von Augustus eine Rolle spielen.

Die Literaturlage zu diesem Thema ist schwierig, da die Quinctilii erst durch Varus die Aufmerksamkeit auf sich lenkten, was mit großer Sicherheit mit der ‘Clades Variana’ zusammenhängen dürfte. Aus diesem Grund ist wenig Material zu den Vorfahren von Varus vorhanden.

Als Quelle ist zum einen J. Caesars ‘Bellum Civile’ dienlich, um Informationen zu den politischen Geschehnissen der Zeit zu erhalten, in der der Großvater und der Vater von Varus agierten. Hier sind allerdings keine biographischen Daten zu diesen beiden Vertretern der Quinctilii zu erwarten.

Zum anderen bietet sich die ‘Historia Romana’ von Velleius Paterculus an, in welcher man mehr persönliche Informationen über die Quinctilii erhält als bei Caesar, jedoch eingeschränkt durch ihre Relevanz für den Verlauf der römischen Geschichte. Allerdings ist bei Velleius darauf zu achten, daß seine Berichte nicht wertungsfrei sind und er Varus die alleinige Verantwortung für die Niederlage im Teutoburger Wald unterstellt.

Zum Verständnis der politischen Vorgänge in Rom in den Jahren 60 v. Chr. bis 40 n. Chr. ist Ronald Symes ‘The Roman Revolution’ sehr nützlich. Hier wird vor allem auf die Motivationen der Politiker dieser Zeit und ihre Stellung im Machtgefüge Roms eingegangen.

Die beste Möglichkeit, sich einen weitgehend vollständigen Überblick über alle zu den Lebensläufen der Quinctilii verfügbaren Details zu verschaffen, stellen die Artikel über die Quinctilii von den Verfassern Hans Gundel und Walter John in ‘Paulys Realenzyklopädie der Klassischen Altertumswissenschaft’ dar.

‘The Augustan Aristocracy’ von Ronald Syme gehört wohl zu der aktuellsten Literatur zum Thema. Hier findet sich eine ausführliche Abhandlung über P. Quinctilius Varus und seine verwandtschaftlichen Beziehungen. Da Syme sich nur mit den Zeitgenossen von Augustus beschäftigt, schließt dies den Großvater und Vater von Varus aus.

Die Vorgehensweise in dieser Arbeit folgt chronologisch den Generationen, um so auch eine eventuelle Entwicklung aufzeigen zu können. Die Gliederung für jedes dargestellte Familienmitglied ist die, daß zuerst eine kurze Darstellung der politischen Lage zu dessen Lebzeiten am Anfang des Kapitels steht, welcher dann eine ausführliche Beschreibung des persönlichen Werdegangs folgt. Am Ende steht eine Deutung des Verhältnisses zu Augustus aufgrund der vorliegenden Informationen.

In einer Schlußbetrachtung werden die vorgestellten Mitglieder der Qunctilii in ihrem jeweiligen Verhältnis zu Augustus in einen Zusammenhang gestellt.

Der Anhang enthält eine Liste der verwendeten Literatur und Quellen sowie die Stammbäume der Quinctilii und der Familie des Augustus. Die Numerierung der Quinctilii folgt der Numerierung in ‘Paulys Realenzyklopädie der Klassischen Altertumswissenschaft’.

II. Sex Quinctilius Varus (Nr.4)

1. Politische Lage

Im Jahre 60 v. Chr. wird das erste Triumvirat zwischen J. Caesar, Pompeius und Crassus gebildet.

In den darauf folgenden Jahren 59 - 50 v. Chr. erobert Caesar Gallien.

Cicero wird für die Jahre 58 - 57 v. Chr. verbannt. Dies geschieht auf Grund eines neuen Gesetzes, nach dem jeder geächtet werden sollte, der einen römischen Bürger ohne Gerichtsurteil hatte töten lassen. Vermutlich wurde das Gesetz eigens erlassen, um Cicero zu stürzen.[1]

Crassus stirbt 53 v. Chr.

Dadurch wird Pompeius 52 v. Chr. alleiniger Konsul. Im Jahre 49 v. Chr. beginnt der Bürgerkrieg, in dem Caesar 48 v. Chr. gegen Pompeius siegt. Pompeius wird im selben Jahr in Ägypten, wohin er geflohen ist, ermordet. Caesar ist nun Alleinherrscher und wird 47 v. Chr. zum Diktator für ein Jahr ernannt. Im Jahr 46 v. Chr. ernennt man ihn zum Diktator für zehn Jahre und 45 v. Chr. wird Caesar Diktator auf Lebenszeit.

Im Frühjahr des Jahres 44 v. Chr. wird Caesar im Rahmen einer Senatsverschwörung unter C. Cassius und M. Junius Brutus ermordet.

2. Persönlicher Werdegang

Sex Quinctilius Varus (Nr. 4) war der Großvater von P. Quinctilius Varus (Nr. 20). Im Jahre 57 v. Chr. war er Praetor. In den Jahren 56 - 53 v. Chr. ging Sex Quinctilius Varus (Nr. 4) als Proconsul nach Hispania Ulterior. Diese Datierung kann nur aus dem Jahr der Prätur erschlossen werden. Von Sex Quinctilius Varus (Nr. 4) ist darüber hinaus nur bekannt, daß er zusammen mit C. Septimius und anderen - eventuell als iudex quaestionis - für die Zurückberufung Ciceros eintrat, als dieser in der Verbannung war.[2]

3. Verhältnis zu Augustus

Da Cicero sich im Bürgerkrieg der Partei des Pompeius angeschlossen hatte, kann man davon ausgehen, daß Sex Quinctilius Varus (Nr. 4), der für Cicero eingetreten war, auf derselben Seite stand und damit weder J. Caesar noch später Augustus, welcher Caesar sehr verehrte[3], ihm gegenüber unvoreingenommen gewesen sein dürften.

III. Sex. Quinctilius Varus (Nr. 17)

1. Politische Lage

Im Jahre 43 v. Chr. bildet[4] sich das zweite Triumvirat aus Antonius, Lepidus und Octavian.

Cicero ist Führer des Senats gegen Antonius und wird auf dessen Befehl bei den Proskriptionen der Triumvirn am 7. Dezember des Jahres 43 v. Chr. ermordet.

Im Jahre 42 v. Chr. findet als Höhepunkt des Bürgerkrieges die Schlacht von Philippi statt. Sie wird als Symbol des Untergangs der libertas und der Republik sowie der Niederlage der herrschenden Klasse angesehen.[5]

2. Persönlicher Werdegang

Sex. Quinctilius (Nr. 17) war der Vater von P. Quinctilius Varus (Nr.20).

Im Jahre 49 v. Chr., zu Beginn des Bürgerkrieges, war er Quaestor unter dem Proconsul L. Domitius Ahenobarbus, welcher ein erbitterter Feind von Caesar war. Mit diesem zusammen wurde er bei Corfinium, wo beide auf der Seite von Pompeius kämpften, am 21. Februar von Caesar gefangengenommen und sofort wieder freigelassen: „Caesar brachte nun den Domitius in seine Gewalt, dazu die Legionen, die unter ihm in Corfinium standen, entließ aber unverzüglich den Feldherrn und die anderen, die zu Pompeius gehen wollten.“[6] Im ersten Buch des ‘Bellum Civile’ von Caesar klingt dieser Vorgang allerdings weniger nach einer Gefangennahme, denn nach einem Überlaufen.[7]

Sex. Quinctilius Varus (Nr. 17) schlug sich jedoch nach dieser clementia Caesars schnell wieder auf die Seite des Pompeius.

Im gleichen Jahr befand er sich in Nordafrika im Heer des P. Attius Varus. Dort versuchte er vergeblich, die Soldaten von Curios (dem Führer der Caesarianer) in Utica zum Abfall zu bewegen.[8]

Im Jahre 42 v. Chr. fand die Schlacht bei Philippi statt, bei der Caesar Octavianus (der erst später den Ehrennamen Augustus verliehen bekam) und Antonius gegen Brutus und Cassius kämpften. Sowohl Brutus als auch Cassius begingen Selbstmord, als für sie die Schlacht verloren schien. Sex. Quinctilius Varus (Nr. 17), welcher auf deren Seite kämpfte, ließ sich im Schmuck seiner Rang- und Ehrenzeichen durch seinen Freigelassenen den Tod geben.[9]

[...]


[1] Vell. II. 45.1+2

[2] RE XXIV. 899

[3] Vell. II. 60.2

[4] Bezüglich der Jahre 50 - 43 v. Chr. siehe Kapitel II.1.

[5] Syme in ‘Die römische Revolution’, S. 11

[6] Vell. II 50, 1

[7] Caes. bell. civ. I 22 und 23

[8] Caes. bell. civ. II 28

[9] Vell. II 71, 3

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Details

Titel
Das Verhältnis der Quinctilii Varii zu Caesar Augustus
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Althistorisches Proseminar: Quellen zu Varus und Arminius
Note
2
Autor
Jahr
1996
Seiten
17
Katalognummer
V17016
ISBN (eBook)
9783638217019
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verhältnis, Quinctilii, Varii, Caesar, Augustus, Althistorisches, Proseminar, Quellen, Varus, Arminius
Arbeit zitieren
Ulrike Kemper (Autor), 1996, Das Verhältnis der Quinctilii Varii zu Caesar Augustus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17016

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