Die Hausarbeit analysiert das Rollenbild des Reformators Thomas Müntzer in der frühneuzeitlichen Publizistik der Wittenberger Theologen, exemplarisch an Luthers „Eyn Schrecklich geschicht und gericht Gotes über Thomas Müntzer“ und Melanchthons „Histori Thome Muntzers“. Nach einer Einführung in Forschungsdebatte und historischen Kontext des Deutschen Bauernkriegs (1524/26) werden beide Quellen hinsichtlich ihrer Subjektkonstruktion, Deutungsmechanismen und Delegitimierungsstrategien untersucht. Ein vergleichender Abschnitt zeigt Übereinstimmungen (z. B. Dämonisierung Müntzers als teuflischer Verführer und Hauptverantwortlicher für die Bauernniederlage bei Frankenhausen) sowie Differenzen (z. B. Melanchthons systematischerer Aufbau mit Luther als Positivfoil und begrenzterem Einflussbereich Müntzers). Die Arbeit bietet damit einen präzisen Einblick in konfessionelle Polemik und Bildbildung während der Reformation und eignet sich für Studierende der Frühen Neuzeit, Kirchengeschichte und Publizistikforschung.
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- M. Maas (Author), 2025, Eine Analyse des Rollenbildes von Thomas Müntzer in seiner Darstellung bei den Wittenberger Theologen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1705479