David Berger lernt früh, dass Geräusche Vorzeichen sind. Das Zuschlagen einer Tür. Schritte im Flur. Ein Glas, das zu hart auf dem Tisch landet. In der Wohnung seiner Kindheit in Kaiserslautern ist Zuhören keine Gabe — es ist Schutz.
Sein Vater Karl kam aus dem Krieg zurück, aber nicht ganz. Seine Mutter Elena hatte einmal gesungen. Nur die Großmutter Maria, eine Busfahrt entfernt, weiß, was Boden bedeutet.
Während David aufwächst, schreibt er. In blaue Hefte, auf die erste Seite des ersten: Bin ich das Ergebnis meiner Herkunft — oder habe ich Einfluss?
Eine Antwort wird er nicht finden. Aber er wird lernen, mit der Frage zu leben.
"Was nach dem Zählen kommt" ist ein Roman über das, was man erbt, was man ablegt — und was man weitergibt.
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- André Saile (Autor), 2026, Was nach dem Zählen kommt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1706620