Die Bedeutung des Sieges bei den antiken Olympischen Spielen

Der heilige Ölbaumkranz als Lebensziel


Bachelorarbeit, 2010

37 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen

3. Die Teilnahme an den antiken Olympischen Spielen
3.1 Die „agonalen Griechen“
3.2 Wer kann Olympiasieger werden?
3.3 Die Siegerlisten als authentisches Erbe für die Nachwelt?

4. Die Bedeutung des Olympischen Sieges für den Athleten
4.1 Die Ehrungen an der heiligen Festspielstätte in Olympia
4.2 Die Ehrungen bei der Rückkehr in die Heimatpolis
4.3 Die Siegerstatuen im heiligen Tempel des Gottes Zeus

5.Wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Implikationen des Olympischen Sieges
5.1 Wirtschaftliche Vermarktung des Olympischen Sieges?
5.2 Politische Nutzung des Olympischen Sieges
5.3 Der Olympiasieg als begehrenswertes Ziel für die Heimatpolis

6. Kritische Stimmen der Antike - Was nützt der Menschheit ein Sieg in Olympia?

7. Fazit

Literaturverzeichnis 35

1. Einleitung

„Immer der Erste sein und den anderen überlegen“ (Ilias 6,208 und 11,7841] ]).

Dieses Zitat aus Homers Ilias spiegelt auf sehr treffende Art und Weise einen elementaren Grundsatz der Griechen in der Antike wider. Die daraus abzuleitende Frage ist, inwiefern sich Homers Worte auf den sportlichen Wettkampf beziehen lassen und ob das berühmte Motto „Dabei sein ist alles“ das Hauptmotiv für die Teilnahme bei den antiken Olympischen Spielen darstellte. Die Tragweite des Zitats soll mit Hilfe dieser Arbeit näher analysiert werden, indem untersucht wird, welche Bedeutung der Sieg bei den antiken Olympischen Spielen besaß.

Es ist unbestritten, dass es in der heutigen Zeit für einen Athleten kaum etwas sportlich Bedeutenderes gibt, als den Gewinn einer Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Ein Sieg bei Olympia überstrahlt alles und ist aufgrund des vierjährigen Rhythmus´ (eine Olympiade) wesentlich seltener zu erreichen, als ein Sieg bei vergleichbaren Europa- oder Weltmeisterschaften. Aber gab es diesen einzigartigen Stellenwert eines Sieges auch schon in der antiken Sportwelt? Heutzutage können sich Olympiasieger ihre Leistungen in Form von lukrativen Werbeverträgen 'vergolden' lassen. War dies im übertragenen Sinne in den Anfängen der Olympischen Spiele auch schon möglich?

Das Ziel dieser Arbeit ist zu untersuchen, welche unmittelbaren und langfristigen Folgen ein Olympiasieg für den Athleten in der Antike mit sich brachte. Was bedeutete es konkret für einen Athleten, einen heiligen Ölbaumkranz in Olympia zu gewinnen, und welche unmittelbaren Ehrungen wurden ihm zuteil? Dieser erste Kernaspekt der Arbeit wird in der Literatur sehr detailliert aufgegriffen. Sowohl die eigentlichen Ehrungen am Festspielort als auch der feierliche Umzug und die Siegesfeier sind Aspekte, die näher analysiert werden. Darüber hinaus gehen verschiedene Autoren auch auf die Ehrungen in der Heimatstadt ein, die weitaus imposanter und folgenreicher waren als die Ehrungen, die einem Sieger in Olympia zuteilwurden. Um dieses Kapitel von dem Folgenden abgrenzen zu können, wird bei der Bedeutung des Sieges für den Athleten primär deskriptiv gearbeitet.

Dementsprechend soll ebenfalls untersucht werden, welche wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Implikationen ein Sieg in Olympia hatte. Dieser zweite Kernaspekt der Arbeit steht in sehr enger Verbindung zu den Vorteilen für die Polis (Stadt) des erfolgreichen Athleten. „Politik ist das, was die polis, die Stadt oder den Staat als Organisationsform aller Politen, „Bürger“, angeht. Die Polis ist die politische Einheit, auf die bezogen der Polit denkt und handelt“ (Weeber, 2004, S. 42). Durch diese Aussage wird deutlich, dass der Olympiasieg eines Athleten immer auch eine politische Angelegenheit und damit von großer Bedeutung für die jeweilige Stadt ist. Sowohl die langfristigen Folgen für den Athleten als auch die politische Vermarktung eines Olympiasieges sollen in diesem Kapitel bearbeitet werden und zeigen deutlich, welch große wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Bedeutung ein Olympiasieg in der Antike besaß.

Um diese zwei zentralen Fragestellungen - die somit den Untersuchungsgegenstand der Arbeit darstellen - wissenschaftlich bearbeiten zu können, sollen zunächst Definitionen von 'Sieg' die Begrifflichkeit abgrenzen. Zur weiteren Annäherung an die Kernthematik der Arbeit soll zuvor erläutert werden, wer das Recht besaß, an den Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen. Da es bei weitem nicht jedem erlaubt war, soll deutlich gemacht werden, welche Kriterien erfüllt sein mussten, um überhaupt die Möglichkeit zu bekommen, einen Olympischen Sieg zu erringen.

Das vorletzte Kapitel dieser Arbeit bezieht sich auf eine kritische Auseinandersetzung mit dem Sieg in Olympia. Ulrich Sinn (1996) beschäftigt sich unter anderem mit kritischen Stimmen aus der damaligen Zeit. Aber auch Xenophanes von Kolophon äußerte sich zu dem sogenannten Hype um die Athleten von gestern, welcher der Vollständigkeit halber in meiner Arbeit bearbeitet wird.

Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein vergleichendes Fazit. Hier sollen nicht nur die wichtigsten Kernaspekte reflektiert, sondern auch Parallelen zur Moderne gezogen werden, um mögliche Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede aufzuzeigen.

Diese Arbeit wird dabei nicht auf eine allgemeine Beschreibung bzw. auf eine generelle Darstellung über den Ablauf der antiken Olympischen Spiele eingehen. Auch andere eng verknüpfte Aspekte, wie die zunehmende Professionalisierung der Trainingsmethoden der Athleten oder die Rolle der Zuschauer als „Fans“, die an dieser Stelle interessant wären, werden nicht erörtert. Aufgrund des limitierten Umfangs der Arbeit liegt der Fokus ausschließlich auf der Bedeutung des Sieges bei den antiken Olympischen Spielen und den zuvor genannten und in dieser Arbeit ebenfalls zu untersuchenden Teilbereichen.

2. Begriffserklärungen

Zum besseren Verständnis im Verlauf der Arbeit soll zunächst näher auf den Begriff Sieg eingegangen werden. Um diesen einordnen und soziologisch differenziert erklären zu können, bedarf es in diesem Kapitel einer genaueren Betrachtungsweise dieser Begrifflichkeit.

In der Literatur finden sich verschiedene Ansätze.

Sieg im Sport nebst einer ausbleibenden endgültigen Entscheidung (Unentschieden) oder vertagten Entscheidung (Wiederholung) ist das Ergebnis einer mehr oder weniger formalisierten Konkurrenz mehrerer Personen bzw. Mannschaften. (Röthig et al., 2003, S. 473)

Dieses Zitat aus dem sportwissenschaftlichen Lexikon (2003) gibt nur im Ansatz die Bedeutung des Begriffes wieder. Es wird zwar deutlich, dass es sich um das Ergebnis einer formalisierten Konkurrenz handelt, welches man in diesem Zu- sammenhang auf den Wettkampf bei den Olympischen Spielen beziehen kann, jedoch bleibt diese Definition eine genauere und differenzierte Erklärung schuldig. Günther Lüschen (1975) hingegen schreibt in Bezug auf den Wettkampf, dass dieser im Sport stattfindet, wenn mindestens zwei Parteien nach festgelegten Regeln um die Vormachtstellung in einer testähnlichen Situation konkurrieren. Des Weiteren führt er an, dass vor einer solchen Wettkampfsituation die Konkurrenten als gleich und am Ende als ungleich definiert werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist der sportliche Wettkampf ein sogenanntes Nullsummenspiel, welches die eine Seite gewinnt und die andere Seite verliert (vgl. Lüschen, 1975, S. 225).

Nach Müller (2004) geht K.-H. Bette in seinen sportsoziologischen Ausführungen einen Schritt weiter. Er entwarf ein System der „binären Codes“, welches das Wesen des Sports in ein adäquates Modell fasst (vgl. Müller, 2004, S. 145). In dieser differenzierungstheoretischen Ansicht besitzt auch der Sport - neben anderen Teilsystemen der Gesellschaft - einen binären Code: dem von Sieg und Niederlage. Nur durch diese zwei möglichen Ausgänge und damit dem Ausschluss weiterer Optionen, werden die Vorgänge im Sport nach positiven bzw. negativen Unterscheidungen schematisiert (vgl. Bette, 1995, S.27). Jede Stellung in dieser binären Logik erhält ihre Bedeutung nicht durch sich selbst, sondern ausschließlich durch die Negierung des jeweils anderen Codes. Einen Sieg zu erringen ohne die Kalkulation einer möglichen Niederlage, ergibt keinen Sinn (vgl. Bette, 1995, S.27). Diese sportliche Einstellung von Sieg und Niederlage stimuliert und untermauert daher die Handlungsmotive und generalisiert und legitimiert sie (vgl. Bette, 1995, S.28).

Einen soziologischen Ansatz der Begriffserklärung verfolgt Elk Franke (2005). Sein Ansatz ähnelt dem von Lüschen (1975) und wird das „Sieg-Niederlage- Prinzip“ genannt. Es stellt im sportlichen Wettkampf das zentrale Kennzeichen dar, denn es besitzt eine ordnende Funktion, garantiert eine klare Geometrie des Geschehens für die Aktiven und sorgt folglich für eine klare und eindeutige Wertbestimmung des Ausgangs (vgl. Franke, 2005, S. 47). Ferner macht Franke in seinen Ausführungen deutlich, dass „ [...] der Sieg in einem Wettkampf der Lohn für eine sogenannte authentische Leistung“ ist (Franke, 2005, S. 48). Im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsbereichen, in denen oft schwer zwischen eigens erbrachter Leistung und populärem Erfolg unterschieden werden kann, gibt es im sportlichen Wettkampf kein „Stellvertreterhandeln“. Sportler müssen im Wettkampf immer selbst den Sieg erkämpfen und bekommen entsprechend eine Siegprämie. Diese kann zwar durch kluges Verhandeln zuvor erhöht, aber niemals er-handelt werden (vgl. Franke, 2005, S. 48).

Das antike Griechenland stand für eine äußerst leistungsorientierte Gesellschaft mit einem nahezu zwanghaften Drang zum Austragen von Wettbewerben. Müller (2004) erwähnt in seinem Text Agonen der Schulkinder im Wettkampf-Trinken, im Lange-Wach-Bleiben oder sogar Agonen im Ertragen körperlicher Schmerzen. Die Welt der Griechen in der Antike ist geprägt vom Kampf um Sozialprestige, das nur durch das ständige Auseinandersetzen mit anderen zu gewinnen ist (vgl. Müller, 2004, S. 146). Vilela (1999) bringt es in ihrem Artikel auf den Punkt, indem sie sagt, dass ein griechischer Mann immer der Beste sein und gewinnen wollte. Ferner schreibt sie, dass zur damaligen Zeit der Sieg bei den Olympischen Spielen das Einzige war, was zählte. Die Griechen wären in ihren Augen brüskiert gewesen, würde man ihnen unterstellen, aufgrund des heute bekannten Motivs „Dabei sein ist alles“ an den Wettkämpfen teilgenommen zu haben (vgl. Vilela, 1999, S. 9). Allerdings spiegeln die hymnischen Lobpreise des Siegers nur die eine Seite der Medaille wider. Deren Kehrseite bildet die Verachtung gegenüber dem Verlierer. Wer die Chance ungenutzt ließ, einen Sieg zu erringen, es - aus welchem Grund auch immer - nicht schaffte, wurde als Versager und Schwächling in der Heimat dargestellt. Nur Siegertypen genossen gesellschaftliches Ansehen (vgl. Müller, 2004, S. 146). Durch dieses streng dualistische System erklärt sich auch, dass in den später erläuterten Siegerlisten keine Erwähnung von Zweit- oder Drittplatzierten zu finden ist. Nur der jeweilige Sieger wurde überliefert.

Festzuhalten bleibt somit, dass der Sieg mehr ist als das reine Ergebnis einer Entscheidung. Das Erreichen des Sieges unter Berücksichtigung einer einzutretenden und kalkulierten Niederlage untermauert das Handlungsmotiv der sportlichen Einstellung im Wettkampf. Der Sieg stellt somit den anzustrebenden Pol des binären Codes im gesellschaftlichen Teilsystem Sport dar und verkörpert den Lohn einer authentischen Leistung im sportlichen Wettkampf. Das damit mögliche Erreichen von Sozialprestige, einem erhöhten politisch- gesellschaftlichen Ansehen oder der Gewinn materieller Preise durch den Sieg bei den antiken Olympischen Spielen stellen den Kern der Untersuchung in den folgenden Kapiteln dar.

3. Die Teilnahme an den antiken Olympischen Spielen

Dieses Kapitel befasst sich zu Beginn mit der ideologischen Einstellung der Griechen zum Sport. Im Anschluss daran soll aufgezeigt werden, welche strikten Zulassungskriterien bei den antiken Olympischen Spielen herrschten, um als Athlet teilnehmen zu dürfen und dadurch überhaupt erst die reelle Möglichkeit zu bekommen, Olympiasieger zu werden. Den Abschluss bildet die Auseinandersetzung mit den berühmten Siegeslisten, die historisch einen sehr hohen Stellenwert besitzen.

3.1 Die „agonalen Griechen“

Es gehörte zur bürgerlichen Einstellung eines Griechen der Oberschicht, sich für bestimmte Dinge einzusetzen, auch wenn es keinen gewinnbringenden Vorteil mit sich brachte. Überträgt man es auf den Sport, bedeutet das, dass der Agon für die Griechen zweckimmanent und somit auf kein weitergehendes Ziel gerichtet ist (vgl. Müller, 1995, S. 39). Dem Sportler geht es demnach ausschließlich um das Streben nach Ruhm, nicht um den materiellen Gewinn, der mit dem Sieg verbunden ist. Dieser Ruhm soll zeigen, welche jahrelangen Strapazen der Athlet auf sich genommen hat, ohne dabei das Ziel zu verfolgen, materielle Preise zu gewinnen. Gerade diese Charakteristik ist in der Ansicht griechischer Autoren ein Merkmal, welches nur den Griechen zuzuschreiben ist und durch das sie sich von unzivilisierten Völkern unterscheiden (vgl. Müller, 1995, S. 38). Das Schlüsselwort in diesem Zusammenhang heißt philotimia, die so genannte Ruhmbegierde. Der Wettkämpfer will nicht nur sich, sondern vor allem der Welt beweisen, wie gut er ist und scheut dabei keine Mühen. Es kommt einer Art Sucht gleich, sich gegenüber den anderen zu profilieren und Bester zu sein. Gestillt wird diese Sucht am ehesten bei bedeutenden Wettkampfveranstaltungen, die eine große Bühne darstellen und zu denen enorme Zuschauermengen strömen (vgl. Weeber, 2000, S. 99). Dass das Sich- Messen und Siegen-Wollen reiner Selbstzweck der Athleten gewesen sei, entspricht jedoch nicht der Realität. Schon zu Zeiten von Homer und auch in der gesamten Antike war es üblich, dass wertvolle Preise für den Sieger winkten. Dementsprechend verfolgte der Athlet keinesfalls nur edle, immaterielle Interessen, wenn er an einem sportlichen Wettkampf teilnahm, sondern es motivierten immer auch die materiellen Preise für den Sieger (vgl. Müller, 1995, S. 39). Auf die konkreten Gewinne bzw. Verdienstmöglichkeiten und die daraus resultierenden Folgen für den erfolgreichen Athleten wird später näher eingegangen.

3.2 Wer kann Olympiasieger werden?

Das reine Sich-Messen bzw. Siegen-Wollen oder ein neurotischer Drang zum Austragen von Wettbewerben, reichte jedoch nicht aus, um bei den antiken Olympischen Spielen als Athlet teilnehmen zu dürfen. Die Olympischen Spiele wiesen klare und verbindliche Teilnahmebedingungen bzw. Zulassungskriterien auf, die in der Literatur differenziert dargestellt werden. Teilnehmen konnten demnach nur männliche Athleten, die von griechischer Abstammung und freier Geburt waren. Darüber hinaus durften sie mit keiner ungesühnten Blutschuld beladen sein (vgl. Bengston, 1983, S. 30). Ferner durften sich die Teilnehmer keiner Religionsverletzung und keiner sonstigen Verbrechenstat schuldig gemacht haben. Auch wer den Olympischen Frieden verletzte oder zuvor verhängte Geldstrafen nicht bezahlte, wurde ausgeschlossen (vgl. Diem, 1960, S. 241). Sorgfältig geprüft wurden die Kriterien von den Hellanodiken, den sogenannten Kampfrichtern, die in den Anfängen ebenfalls noch teilnahmen, allerdings in der klassischen Zeit der Spiele nicht mehr als Wettkämpfer antraten (vgl. Bengston, 1983, S. 30). Das Exklusivrecht für freie Griechen männlichen Geschlechts schloss damit die Teilnahme von Sklaven, Nicht-Griechen und Frauen aus. Allerdings war dies nicht als diskriminierende Ausgrenzung, sondern allenfalls als Spiegel der gesellschaftlichen Realitäten zu verstehen (vgl. Kannicht, 1997, S. 47).

Der Ausschluss von Nicht-Griechen ist darauf zurückzuführen, dass es im alten Griechenland kein Bewusstsein eines modernen Internationalitäts- verständnisses gab. Griechenland war zwar umgeben von anderen Kulturvölkern, denen es viele neue Anregungen verdankte, allerdings nahmen Griechen ihr Land als einen Raum wahr, in dem man „ […] unter der Sonne Homers griechisch sprach, dachte, fühlte, lebte“ (Kannicht, 1997, S. 47). Das Antreten bei den Olympischen Spielen implizierte die Überzeugung, die Vertrautheit und das Ausleben des griechischen Götterkultes bzw. ihrer Heroen wie beispielsweise Pelops, Hera oder Zeus. Die Spiele fanden zudem an den Kultorten der Götter statt, und um diese heiligen Orte als Athlet betreten zu dürfen, musste man in den Augen der Griechen auch ein Grieche sein (vgl. Kannicht, 1997, S. 47). Der Ausschluss der Sklaven begründet sich rein in der Konsequenz des gesellschaftlichen Status. Der Vollständigkeit halber muss jedoch erwähnt werden, dass nicht belegt ist, ob Sklaven auch vom Zuschauen ausgeschlossen waren (vgl. Kannicht, 1997, S. 47). Durch die äußerst männlich dominierte Welt im Hinblick auf das Militär, die Politik, die Wirtschaft aber auch die Kultur, wurden Frauen weitestgehend aus allen Bereichen der Polis ausgeschlossen. Bei den Olympischen Spielen durften verheiratete Frauen nicht mal als Zuschauerinnen teilnehmen. In der Literatur wird als Strafe bei Zuwiderhandlung eine steile Felsklippe beschrieben, von der ertappte Frauen hinunter in den Tod gestürzt werden sollten. Allerdings wurde bei dem einzig überlieferten Fall aufgrund der Mitgliedschaft einer prominenten Olympionikenfamilie eine Begnadigung für die Täterin ausgesprochen (vgl. Kannicht, 1997, S. 48).

[...]


1 In: Müller, 1995, S.39

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung des Sieges bei den antiken Olympischen Spielen
Untertitel
Der heilige Ölbaumkranz als Lebensziel
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Sportwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
37
Katalognummer
V170791
ISBN (eBook)
9783640898190
ISBN (Buch)
9783640898220
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, sieges, olympischen, spielen, lebensziel
Arbeit zitieren
Christian Sierakowski (Autor), 2010, Die Bedeutung des Sieges bei den antiken Olympischen Spielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170791

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