Der auch in liberal-progressiven Kreisen als „aufklärerisch“ wahrgenommene, historisch und geschlechtersoziologisch aber ideologisch selektiv vorgehende Text von Elliott & Merrill „ Der romantische Fehlschluss“ reiht sich bei genauerer Betrachtung gut in aktuelle rechtspopulistische Diskurse ein, die die Rückkehr zur Kleinfamilie einfordern, eine hierarchische Heteronormativität naturalistisch rechtfertigen wollen, als Ideal ein weißes, männliches und autonomes Subjekt propagieren und Frauen nur als notwendiges Übel sehen. Diesem Narrativ tendenziell folgend, rufen Elliott & Merrill die „Zerrüttung der Familie“ durch den romantischen Fehlschluss v.a. von Frauen aus. Inwieweit die daraus folgende Idealisierung der traditionellen ehelichen Liebe problematisch ist und der von ihnen festgestellte „Liebesgegensatz“ zwischen romantischer und ehelicher Liebe faktisch ein Scheingefecht darstellt, soll in diesem Essay aus feministisch- marxistischer Perspektive geklärt werden.
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- Christiane Tell (Author), 2026, "Husch, husch ins Körbchen!". Eine feministisch-marxistische Kritik der Position von Elliott & Merrill in "Der romantische Fehlschluss", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1708797