Es handelt sich um eine kleine Grundschule, in einem Dorf bei einer Kleinstadt, in der es für jede Klassenstufe eine mittelstarke Klasse gibt.
Die 4. Klasse setzt sich zusammen aus 10 Jungs und 13 Mädchen, die alle in diesem Dorf leben. 2 Jungs sind türkischer Herkunft, welche aber in der Klasse gut angenommen sind und keine Probleme mit den Klassenkameraden haben.
Mädchen und Jungs verstehen sich recht gut, sie arbeiten miteinander und haben keine Scheu miteinander zu kommunizieren. Da alle in dem selben Dorf wohnen kennen sie sich bestens und verbringen teilweise auch die Freizeit zusammen.
Im Laufe der letzten Schuljahre haben sich zwei kleine Gruppen gebildet, die sich hin und wieder versuchen abzugrenzen.
Die 4 Mädchen beschäftigen sich häufig lieber mit Briefchen schreiben, tuscheln und lachen, wohingegen den 5 Jungs immer wieder neue Dinge einfallen, um den Unterricht zu stören. Manchmal kommt es zu kleinen Sticheleien der „anderen“ Kinder, die nicht in diesen beiden Gruppen sind, welche aber in der Regel harmlos sind und meist schnell geklärt werden können.
Dennoch muss man während der Stunde aufpassen, dass sich diese beiden Gruppen beschäftigt wissen.
Das Klassenzimmer der Vierer hat Parkett und außer der Tafel mit Lehrerpult Schultische, die kreisförmig im Zimmer aufgestellt sind. Es gibt eine Ecke, in der Regale mit unterschiedlichen Materialien aufgestellt sind, welche die Kinder in der Pause oder je nach Anleitung des Lehrers auch während der Stunde benutzen dürfen. Im Schrank an der Wand hat jedes Kind sein eigenes Fach, in dem es Hefte oder noch nicht fertige Arbeitsblätter ebenso wie Bastelsachen und Noten aufbewahrt.
Die Schulvormittage sind durch den normalen Stundenplan gegliedert, der am heutigen Montag mit zwei Stunden Deutsch beginnt und nach einer Stunde Mathe und zwei weiteren Stunden BK endet.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage des Unterrichts
1.1. Institutionelle Bedingungen
1.2. Anthropologische Bedingungen
1.3. Perspektive der Lehrenden
1.4. Situative Bedingung
2. Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand
2.1. Klärung der Sache
2.2. Das Thema im Bildungsplan
2.3. Aufbau der Unterrichtseinheit
2.4. Didaktische Überlegungen
3. Intentionen der Stunde
3.1. Schwerpunkte der Stunde
3.2. Lernziele
4. Überlegungen zum Lehr-Lernprozess
4.1. Vorüberlegung zur Gestaltung der Stunde
4.2. Begründung der getroffenen methodischen Entscheidungen
4.3. Umgang mit möglichen Schwierigkeiten
4.4. Diskussion von möglichen Alternativen
5. Verlaufsplanung
6. Mögliche Weiterarbeit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülern der 4. Klasse das Genre Märchen näherzubringen und sie durch einen Perspektivwechsel zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Inhalt sowie dem Thema Freundschaft anzuregen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Integration von kreativen Schreibprozessen und Reflexion in den Deutschunterricht.
- Einführung in die Gattung Märchen anhand der Gebrüder Grimm
- Förderung der Lesekompetenz und des textnahen Verständnisses
- Kreative Gestaltung durch Perspektivwechsel beim Schreiben
- Reflexion über soziale Kompetenzen und das Thema Freundschaft
- Integration von Entspannungselementen zur Lernförderung
Auszug aus dem Buch
Klärung der Sache
Das Märchen, uralt und immer wieder neu entstandene Erzählform, nimmt in der Familien-, Vorschul- und Primarerziehung einen bedeutsamen Platz ein. Nach einer Zeit kontrovers geführter Debatten über Wert und Unwert des Märchens für die kindliche Sozialisation wird er nun betont¹. Wie die Märchensammlung der Brüder Grimm entstand fand ich auf einer Internetseite für Kinder: „Schon als kleine Kinder bekamen die grimmsche Kinder "Märchenkost". Ältere Verwandte und Freunde der Familie erzählten ihnen bei Besuchen Märchen und Legenden. Auf diese Weise lernten die Gebrüder Grimm die Volksmärchen kennen. Die Gebrüder und manchmal auch die Schwester Lotte reisten weit, um Märchenerzähler anzutreffen. Auf diese Weise sammelten sie viele Märchen.
Jacob und Wilhelm war es wichtig, dass ursprünglich und wortwörtlich erzählt wurde, damit sie das Erzählte exakt niederschreiben konnten. Sicher haben die Geschichten an sich die Gebrüder Grimm fasziniert, aber sie wurden von einem staken Willen getrieben, die Märchen als deutsches Kulturgut zu dokumentieren.“
Zur Gattung „Märchen“ an sich möchte ich nun noch eine kurze Übersicht geben²: Über die Herkunft und Entstehung von Märchen gibt es verschiedene Theorien. Als erste versuchten die Gebrüder dieser Frage nachzugehen. Sie nahmen an, dass Märchen Reste alter Götter- und Heldensagen seien.
Die Form der meisten Märchen ist eine „magische Zweiweltenerzählung“ mit glücklichem Ausgang. In einer magischen Gesetzmäßigkeit, in der zwar Naturgesetze überspielt werden, aber doch nicht alles geschehen kann vollzieht sich der Handlungsablauf vieler Märchen und die Handlungsträger sind Typen: „Vollkommene Schönheit oder Hässlichkeit, Güte oder Bosheit, Armut oder Reichtum, ...“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangslage des Unterrichts: Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen, der Klassensituation und der Rolle der Lehrkraft.
2. Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand: Theoretische Einordnung des Märchens, curriculare Anbindung und didaktische Begründung der Stoffauswahl.
3. Intentionen der Stunde: Definition der pädagogischen Schwerpunkte und Festlegung konkreter Lernziele in verschiedenen Kompetenzbereichen.
4. Überlegungen zum Lehr-Lernprozess: Methodische Planung des Unterrichtsverlaufs, Begründung der eingesetzten Techniken und proaktiver Umgang mit Herausforderungen.
5. Verlaufsplanung: Tabellarische Übersicht des zeitlichen Ablaufs, der Unterrichtsschritte und der eingesetzten Medien.
6. Mögliche Weiterarbeit: Reflexion über Anschlussmöglichkeiten der Unterrichtseinheit im weiteren Verlauf des Deutschunterrichts.
Schlüsselwörter
Märchen, Gebrüder Grimm, Grundschule, Deutschunterricht, Leseverstehen, Kreatives Schreiben, Perspektivwechsel, Unterrichtsentwurf, Freundschaft, Sozialverhalten, Primarstufe, Didaktik, Erzählform, Unterrichtsplanung, Grundschulunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für den Deutschunterricht in der 4. Klasse dar, der das Märchen „Sechse kommen durch die ganze Welt“ in den Mittelpunkt stellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Gattung der Märchen, das kreative Schreiben, die Förderung der sozialen Kompetenz sowie die methodische Planung einer Grundschulstunde.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, die Schüler durch eine aktive Auseinandersetzung mit dem Märchen – insbesondere durch einen Perspektivwechsel beim Schreiben – zu motivieren und zum Nachdenken über menschliche Werte anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die didaktische Unterrichtsanalyse, bei der Rahmenbedingungen, Lernziele und methodische Entscheidungen systematisch reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangslage, die fachdidaktische Begründung, die Planung der Unterrichtsphasen und die methodische Herleitung der geplanten Schreibaufgabe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Märchenpädagogik, kreatives Schreiben, Grundschuldidaktik und Gebrüder Grimm charakterisiert.
Wie wird das Thema „Freundschaft“ in die Stunde integriert?
Das Thema Freundschaft wird über ein Klassengespräch nach dem Vorlesen des Märchens thematisiert, wobei die Schüler ihre eigenen Bezüge zum Thema reflektieren sollen.
Warum wurde ein Perspektivwechsel als Schreibaufgabe gewählt?
Der Perspektivwechsel dient dazu, die Kinder stärker in das Geschehen eintauchen zu lassen, die Empathie für die Figuren zu fördern und den kreativen Ausdruck zu steigern.
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- Madeleine Wagner (Author), 2003, Unterrichtseinheit: Lesetext - Sechse kommen durch die ganze Welt (4. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17116