Die Problematik, warum ein allmächtiger, gerechter und vollkommen gütiger Gott das Leid in seiner eigenen Schöpfung zulässt, wurde im Zeitalter der Aufklärung intensiv durch den Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) thematisiert. In seiner Abhandlung „Essais de Théodicée“ (1710) prägte Leibniz den Begriff „Theodizee“ (abgeleitet von den altgriechischen Wörtern Θεός = Gott und δίκη = Gerechtigkeit) und initiierte damit eine umfassende Diskussion in Philosophie und Theologie. Unter Theodizee versteht man den Versuch, Gottes Allmacht und Güte, seine Gerechtigkeit und Liebe auf der einen Seite, und die Existenz von Übel und Leiden auf der anderen Seite so miteinander in Einklang zu bringen, dass ein Widerspruch aufgelöst wird und Gottes Gerechtigkeit nicht mehr durch das Vorhandensein des Bösen angefochten oder infrage gestellt werden kann. Die Relevanz der Theodizeefrage wurde deutlich, als versucht wurde die Rechtfertigung Gottes gegenüber dem Übel in der Welt sowie den Glauben an einen solchen Gott auf rationale Weise zu erklären und zu begründen.
Die Unterrichtseinheit wird für die Sekundarstufe II, konkret für eine zwölfte Klasse konzipiert. In diesem Jahrgang scheint die Auseinandersetzung mit der Theodizeeproblematik besonders gewinnbringend für die SuS zu sein.
Hauptintention: Indem die SuS die Problematik der Theodizee-Frage aufzeigen und die Unterscheidung zwischen moralischem und natürlichem Übel nach Norbert Hoerster erkennen sowie benennen/erläutern, erweitern sie ihre Fähigkeit, theologische Texte sachgemäß zu erschließen und werden vorrangig in ihrer Deutungsfähigkeit gefördert.
Die Arbeit umfasst eine Sachanalyse, eine didaktische Überlegung, eine methodische Analyse, ein Literaturverzeichnis und ein Anhang mit einer tabellarischen Einheitsübersicht, einem Stundenraster (Lernziel, Hauptkompetenz, Hauptintention und Positionierung in der Unterrichtseinheit), sowie Arbeitsbögen und allem nötigen für die Doppelstunde.
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- Anonym (Author), 2024, Ist Gott gerecht? Die Theodizee-Frage (Unterricht Religion, Klasse 12), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1711941