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Ist Gott gerecht? Die Theodizee-Frage (Unterricht Religion, Klasse 12)

Leibnitz‘ Lösungsversuch der Theodizee-Frage

Title: Ist Gott gerecht? Die Theodizee-Frage (Unterricht Religion, Klasse 12)

Lesson Plan , 2024 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Die Problematik, warum ein allmächtiger, gerechter und vollkommen gütiger Gott das Leid in seiner eigenen Schöpfung zulässt, wurde im Zeitalter der Aufklärung intensiv durch den Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) thematisiert. In seiner Abhandlung „Essais de Théodicée“ (1710) prägte Leibniz den Begriff „Theodizee“ (abgeleitet von den altgriechischen Wörtern Θεός = Gott und δίκη = Gerechtigkeit) und initiierte damit eine umfassende Diskussion in Philosophie und Theologie. Unter Theodizee versteht man den Versuch, Gottes Allmacht und Güte, seine Gerechtigkeit und Liebe auf der einen Seite, und die Existenz von Übel und Leiden auf der anderen Seite so miteinander in Einklang zu bringen, dass ein Widerspruch aufgelöst wird und Gottes Gerechtigkeit nicht mehr durch das Vorhandensein des Bösen angefochten oder infrage gestellt werden kann. Die Relevanz der Theodizeefrage wurde deutlich, als versucht wurde die Rechtfertigung Gottes gegenüber dem Übel in der Welt sowie den Glauben an einen solchen Gott auf rationale Weise zu erklären und zu begründen.

Die Unterrichtseinheit wird für die Sekundarstufe II, konkret für eine zwölfte Klasse konzipiert. In diesem Jahrgang scheint die Auseinandersetzung mit der Theodizeeproblematik besonders gewinnbringend für die SuS zu sein.

Hauptintention: Indem die SuS die Problematik der Theodizee-Frage aufzeigen und die Unterscheidung zwischen moralischem und natürlichem Übel nach Norbert Hoerster erkennen sowie benennen/erläutern, erweitern sie ihre Fähigkeit, theologische Texte sachgemäß zu erschließen und werden vorrangig in ihrer Deutungsfähigkeit gefördert.

Die Arbeit umfasst eine Sachanalyse, eine didaktische Überlegung, eine methodische Analyse, ein Literaturverzeichnis und ein Anhang mit einer tabellarischen Einheitsübersicht, einem Stundenraster (Lernziel, Hauptkompetenz, Hauptintention und Positionierung in der Unterrichtseinheit), sowie Arbeitsbögen und allem nötigen für die Doppelstunde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Sachanalyse

2 Didaktische Überlegungen

3 Methodische Analyse

4 Literaturverzeichnis

5 Anhang

5.1 Tabellarische Einheitsübersicht

5.2 Stundenraster

5.2 Zitat Epikur

5.3 Leser*innen-Brief

5.4 Arbeitsbogen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die theologische Theodizee-Problematik – die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts des Leids in der Welt – im Kontext einer Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe II zu erschließen und didaktisch aufzubereiten.

  • Theologische und philosophische Grundlegung der Theodizee nach Leibniz
  • Differenzierung zwischen moralischem und natürlichem Übel
  • Religionspädagogische Reflexion über die Relevanz der Leidfrage für Jugendliche
  • Konzeption einer Unterrichtseinheit mit Fokus auf Deutungsfähigkeit und Subjektorientierung

Auszug aus dem Buch

NATÜRLICHES UND MORALISCHES ÜBEL

Es hat sich im Laufe der Behandlung, die das Theodizee-Problem in der Geschichte der abendländischen Philosophie und Theologie erfahren hat, als zweckmäßig erwiesen, die Gesamtheit des Übels, das in der Welt vorhanden ist, in zwei große Klassen einzuteilen: Die Klasse des „natürlichen“ Übels und die Klasse des „moralischen“ Übels. Diese Unterscheidung hat sich deshalb als zweckmäßig erwiesen, weil die beiden Arten von Übel im Rahmen des Theodizee-Problems, wie wir noch sehen werden, zu unterschiedlichen Fragestellungen führen.

Der Unterschied zwischen den beiden Arten besteht in Folgendem: Das moralische Übel ist definiert als Übel, das in unmoralisch-schuldhaftem Handeln menschlicher (oder menschenähnlicher) Wesen oder in den Folgen eines solchen Handelns besteht. Das moralische Übel umfasst also Phänomene wie Hass, Grausamkeit, Neid, Habgier sowie deren unheilvolle Auswirkungen. Das natürliche Übel ist demgegenüber definiert als Übel, das in keinem Zusammenhang mit unmoralischem menschlichen Handeln besteht. Es umfasst solche Phänomene wie unabwendbare Krankheiten, Seuchen, Naturkatastrophen.

Ich möchte den Unterschied zwischen moralischem und natürlichem Übel noch verdeutlichen anhand eines Beispiels aus der Belletristik und mit diesem Beispiel gleichzeitig in die Erörterung der Problematik selbst überleiten. Das Beispiel stammt aus dem 1933 erschienenen Roman „Miss Lonelyhearts“ des Amerikanern Nathaniel West. Im Mittelpunkt des Romans steht ein junger Journalist, der als Briefkastenonkel - unter dem Pseudonym „Miss Lonelyhearts“ - Leserbriefe für eine New Yorker Tageszeitung zu beantworten hat und der an der Fülle von Leid zerbricht, das in diesen oft hilflos formulierten Briefen zum Ausdruck kommt. Einer dieser Briefe lautet:

Zusammenfassung der Kapitel

1 Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Theodizee und stellt den Lösungsversuch von Gottfried Wilhelm Leibniz dar, der die Welt als die beste aller möglichen Welten begreift.

2 Didaktische Überlegungen: Hier wird die Relevanz der Theodizee-Problematik für Jugendliche der Sekundarstufe II unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Modelle und fachdidaktischer Anforderungen reflektiert.

3 Methodische Analyse: Dieses Kapitel beschreibt den systematischen Unterrichtsaufbau, der durch gezielte Impulse, Textarbeit und methodische Vielfalt die analytischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler fördert.

4 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten wissenschaftlichen Quellen, Hilfsmittel und Sekundärliteratur zur Arbeit.

5 Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie die tabellarische Einheitsübersicht, das Stundenraster, das Zitat von Epikur, den Leser*innen-Brief sowie den Arbeitsbogen für die Unterrichtseinheit.

Schlüsselwörter

Theodizee, Gottes Gerechtigkeit, Leibniz, Leidfrage, moralisches Übel, natürliches Übel, Religionspädagogik, Sekundarstufe II, Epikur, Gott, Schöpfung, Subjektorientierung, Elementarisierung, Unterrichtskonzeption, Deutungsfähigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die klassische Theodizee-Frage – die Vereinbarkeit eines allmächtigen und gütigen Gottes mit dem Übel und Leid in der Welt – unter besonderer Berücksichtigung des philosophischen Ansatzes von Gottfried Wilhelm Leibniz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die theologische Sachanalyse des Problems, die didaktische Begründung einer Unterrichtsreihe für die Oberstufe sowie die methodische Vermittlung der Unterscheidung von natürlichem und moralischem Übel.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die didaktische Aufbereitung der komplexen Theodizee-Problematik für eine zwölfte Klasse, um die religiöse Mündigkeit und die Deutungsfähigkeit der Lernenden zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Systematische Theologie als theoretischen Rahmen, um komplexe theologische Fragestellungen analytisch zu erschließen und für den Unterrichtsgebrauch zu strukturieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Sachanalyse, eine religionspädagogische Begründung der Unterrichtseinheit sowie eine detaillierte methodische Planung der exemplarischen Unterrichtsstunden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Theodizee, Gottes Gerechtigkeit, Leibniz, natürliches sowie moralisches Übel und die Förderung der Deutungsfähigkeit im Religionsunterricht.

Warum wird im Unterricht mit dem Zitat von Epikur begonnen?

Das Zitat von Epikur dient als provokativer, „stummer Impuls“, um die Lernenden unmittelbar mit der logischen Spannung zwischen göttlicher Allmacht und dem realen Leid zu konfrontieren.

Welchen Zweck erfüllt der Leser*innen-Brief aus dem „New Yorker“?

Der Brief dient als authentischer und lebensweltnaher Ausgangspunkt, an dem die Schülerinnen und Schüler das theoretisch erworbene Wissen über moralisches und natürliches Übel praktisch anwenden können.

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Details

Title
Ist Gott gerecht? Die Theodizee-Frage (Unterricht Religion, Klasse 12)
Subtitle
Leibnitz‘ Lösungsversuch der Theodizee-Frage
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Theologische Fakultät)
Course
Kolloquium Theologische Urteilsbildung
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2024
Pages
19
Catalog Number
V1711941
ISBN (PDF)
9783389186282
ISBN (Book)
9783389186299
Language
German
Tags
Neues Testament Evangelische Religion Religion Theologie Kolloquium Theologische Urteilsbildung Unterricht Fachdidaktik Sachanalyse Didaktische Überlegungen Methodische Analyse Einheit Unterrichtseinheit Einheitsübersicht Stundenraster Arbeitsbogen Gott Theodizee Theodizee-Frage Leibnitz 12. Klasse Lernziel Hauptkompetenz Hauptintention
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Anonym (Author), 2024, Ist Gott gerecht? Die Theodizee-Frage (Unterricht Religion, Klasse 12), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1711941
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