Die Arbeit befasst sich mit der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 und analysiert deren Wahrnehmung und Deutung aus osmanischer und deutscher Perspektive. Im Fokus steht ein vergleichender Zugang, der zeigt, wie unterschiedlich ein historisches Ereignis in verschiedenen kulturellen und politischen Zusammenhängen interpretiert werden kann. Dabei werden insbesondere frühneuzeitliche Deutungsmuster, Feindbilder und deutsch-osmanische Beziehungen untersucht.
In der Historiographie haben nur wenige Ereignisse einen derart starken Widerhall in schriftlichen und bildlichen Dokumenten gefunden wie die Wiener Türkenbelagerungen von 1529 und 1683. Während die zeitgenössischen Berichte über die erste Belagerung vor allem aus dem süddeutschen Raum vorliegen, hat die zweite Belagerung und der darauffolgende Entsatz Wiens eine Publikationswelle im ganzen europäischen Kulturraum ausgelöst. Das außerordentlich große Publikationsinteresse an der Zweiten Türkenbelagerung Wiens lässt sich zum Teil damit erklären, dass der Sieg in Wien für die Zeitgenossen bereits das endgültige Ende der Türkengefahr für Mitteleuropa bedeutete.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2024, Die Zweite Wiener Türkenbelagerung 1683. Wahrnehmung und Deutung aus osmanischer und deutscher Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1718212