Die vorliegende Hausarbeit analysiert die Rolle der „Figur des Dritten“ in Friedrich Hebbels Drama Maria Magdalene und untersucht deren Einfluss auf die Handlung sowie auf das tragische Schicksal der Protagonistin Klara. Im Zentrum steht die triadische Beziehungsdynamik zwischen Klara, Leonhard und dem Sekretär, die anhand kulturwissenschaftlicher und literaturtheoretischer Ansätze – insbesondere der Theorie des triangulären Begehrens – beleuchtet wird. Die Analyse zeigt, dass der Dritte nicht nur als Störfaktor fungiert, sondern entscheidend zur Eskalation der Konflikte beiträgt. Durch Eifersucht, gesellschaftliche Normen und äußere Zwänge entsteht eine ausweglose Situation, die Klara letztlich in den Selbstmord treibt. Die Arbeit verdeutlicht, wie komplexe Beziehungsstrukturen und soziale Erwartungen im bürgerlichen Trauerspiel miteinander verwoben sind und tragische Konsequenzen nach sich ziehen.
- Arbeit zitieren
- Melina Boll (Autor:in), 2023, Die Figur des Dritten in Friedrich Hebbels Drama "Maria Magdalene", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1719678