Ziel der Umfrage war es, Einstellungen der Befragten ehemaligen DDR Bürger zu Gewohnheiten im Zusammenhang mit Musik zu gewinnen.
Interessant waren für uns vor allem die Fragen:
1) Wie wurde in der DDR Musik gehört, vor allem von Kindern und Jugendlichen?
2) Welche Rolle spielen dabei Popsongs, Kinderlieder und Pionierlieder aus der DDR?
3) Wurde musiziert?
4) Wie sieht die heutige Einstellung zu dieser Musik aus?
5) In welchem Maß wurde Musik aus dem Westen gehört?
Zusätzlich sollte versucht werden, die Ergebnisse unter Einbeziehung von Literatur auf folgende Fragen hin weiter zu interpretieren:
- Hat die Einstellung zu Musik sich im Lauf der DDR Geschichte geändert?
- Spiegelt sich die DDR Kulturpolitik mit ihrer Entwicklung in den Antworten?
- Inwieweit war die musikalische Sozialisation ideologisch geprägt?
Inhalt:
1. Die Untersuchung.....S.1
2. Wie wurde von Kindern und Jugendlichen in der DDR Musik gehört?.....S.2
3. Ergebnis zu Kinder-, FDJ- und Pionierliedern.....S.8
4. Ergebnis zu Pop Musik.....S.10
5. Ergebnis zum Musizieren.....S.16
Inhaltsverzeichnis
1. Die Untersuchung
2. Wie wurde von Kindern und Jugendlichen in der DDR Musik gehört?
3. Ergebnis zu Kinder-, FDJ und Pionierliedern
4. Ergebnis zu Pop Musik
5. Ergebnis zum Musizieren
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht mittels einer quantitativen Umfrage unter 44 ehemaligen DDR-Bürgern die Rolle und Bedeutung von Musik in ihrem Leben sowie die Entwicklung ihrer Einstellungen zu verschiedenen Musikgenres während der DDR-Zeit. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Kinder und Jugendliche Musik konsumierten, wie ideologische Vorgaben die musikalische Sozialisation beeinflussten und inwieweit sich die Wahrnehmung von DDR-Musik und Westmusik über verschiedene Geburtsjahrgänge hinweg veränderte.
- Musikkonsum und Hörgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen in der DDR
- Einfluss der staatlichen Kulturpolitik auf die Musiklandschaft und Zensur
- Die Rolle von Popmusik, Kinder- und Pionierliedern in der musikalischen Sozialisation
- Wahrnehmung und Verfügbarkeit von Westmusik
- Vergleich der musikalischen Erinnerungen über verschiedene Geburtskohorten hinweg
Auszug aus dem Buch
4. Ergebnis zu Pop Musik
Aussagekräftiger sind die Antworten, die Pop Musik betreffen. Hier scheint zuerst ein Überblick über das Verhältnis der DDR zu Pop sinnvoll, um zu sehen, ob sich kulturpolitische Entwicklungen im Verhältnis zu Pop Musik in unserer Umfrage wiederspiegeln. Jazz war in der DDR seit jeher relativ akzeptiert, solange nicht auffällig viele US Titel von den Bands gespielt wurden, wohl wegen der oppositionellen Funktion des Jazz im Dritten Reich. Doch Jazz wurde auch von offizieller Seite angefeindet. Erich Honecker nannte ihn "die Affenkultur des westlichen Imperialismus." Siegfried Wagner, Chef der ZK Kulturabteilung, warnte vor "totaler Überfremdung durch amerikanisches Musikgut."
1958 erließen SED Parteigremien einen Erlass mit dem Wortlaut "Bei allen Veranstaltungen von Unterhaltungs- und Tanzmusik ist das Programm derart zu gestalten, dass mindestens 60% aller aufgeführten Werke von Komponisten geschaffen sind, die ihren Wohnsitz in der DDR, Sowjetunion oder den Volksdemokratien haben." Neben kulturpolitischen Entscheidungen spielten hierbei auch Erwägungen über Urheberrechtszahlungen eine Rolle. Das Hören von Musik aus dem Westen war also eingeschränkt, aber faktisch möglich und üblich. Die Bands mussten ihr Live Programm in so genannten AWA Listen, vergleichbar den westdeutschen GEMA Listen, angeben. Auf die Einhaltung der Quote wurde bis in die späten 80er genau geachtet. Das Dresden Sextett bekam 1971 Auftrittsverbot im Landkreis Leipzig, weil ihr Programm "im Gegensatz zu den staatlichen Bestimmungen ein Verhältnis von 48% zu 52% aufwies."
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Untersuchung: Einführung in die Zielsetzung der Umfrage, die methodische Vorgehensweise und die Beschreibung der Stichprobe von 44 ehemaligen DDR-Bürgern.
2. Wie wurde von Kindern und Jugendlichen in der DDR Musik gehört?: Detaillierte Darstellung der persönlichen Erinnerungen und Musikerlebnisse, unterteilt in verschiedene Geburtsjahrgänge von 1944 bis 1984.
3. Ergebnis zu Kinder-, FDJ und Pionierliedern: Analyse der Bedeutung und ideologischen Prägung von Pionierliedern sowie der Erinnerungen an Kinderlieder unter den Befragten.
4. Ergebnis zu Pop Musik: Untersuchung des kulturpolitischen Umgangs mit Popmusik in der DDR sowie der Wahrnehmung von einheimischen Bands und westlicher Musik durch die Befragten.
5. Ergebnis zum Musizieren: Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse zum aktiven Erlernen und Spielen von Musikinstrumenten innerhalb der Befragungsgruppe.
Schlüsselwörter
DDR, Musikgeschichte, Popmusik, Pionierlieder, Musikalische Sozialisation, Zeitzeugen, DDR-Kulturpolitik, Westmusik, Identität, Jugendkultur, Erinnerungskultur, Musikunterricht, Zensur, Liedermacher, Jugendradio
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den musikalischen Gewohnheiten, Erinnerungen und Einstellungen ehemaliger DDR-Bürger zu Musik, die sie während ihrer Jugend und Kindheit in der DDR konsumiert oder erlebt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Musikkonsum, die Wahrnehmung staatlich verordneter Musik versus populärer Musik, der Einfluss der Kulturpolitik auf das Musikleben sowie der Umgang mit westlicher Musik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Einstellungen zu musikalischen Gewohnheiten zu gewinnen und zu interpretieren, wie sich diese im Laufe der DDR-Geschichte veränderten und wie ideologisch die musikalische Sozialisation war.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Umfrage, die durch qualitative Anteile ergänzt wird. Die Auswertung basiert auf einer anfallenden Stichprobe von 44 ehemaligen DDR-Bürgern unterschiedlicher Jahrgänge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hörgewohnheiten nach Alterskohorten, die Auswertung zu Kinder- und Pionierliedern, die Analyse zur Rolle von Popmusik sowie Ergebnisse zum Erlernen von Musikinstrumenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind DDR, Musikgeschichte, Popmusik, Pionierlieder, musikalische Sozialisation, Zeitzeugen, Kulturpolitik, Westmusik, Jugendkultur und Zensur.
Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von DDR-Musik zwischen den Generationen?
Während ältere Befragte oft weniger emotionale Bindungen äußerten, zeigten jüngere Kohorten, insbesondere die in den 70er Jahren Geborenen, eine stärkere emotionale Identifikation oder eine bewusste Auseinandersetzung mit der DDR-Musik als Teil ihrer Identität.
Welche Rolle spielte Westmusik in den Erinnerungen der Befragten?
Die Erfahrungen waren sehr widersprüchlich; sie reichten von Berichten über strikte Verbote bis hin zu Erinnerungen an einen tolerierten oder gar selbstverständlichen, wenn auch oft heimlichen Konsum von Westmusik.
- Arbeit zitieren
- Dirk Kranz (Autor:in), 2010, Einstellungen zu Musik bei Personen, die ihre Jugend in der DDR verlebt haben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172169