Diese Arbeit beginnt mit der diagnostischen Grenzziehung, d. h. ab wann wird von einer psychischen Störung gesprochen, und darauf folgend geht’s um die empirische Evidenz hinsichtlich der Begriffbestimmung, sowie die Entstehungsgeschichte der Paraphilie und deren Unterscheidung zu einer paraphilen Störung. Am Ende gibt es einen Einblick in die aktuelle psychologische Praxis und neben dem Fazit einen Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsaspekte.
Ein Blick auf aktuelle Studien zeigt, dass parahile Interessen in der Allgemeinbevölkerung ohne einen pathologischen Hintergrund häufig vorkommen (Brown et al. 2023). In einer tschechischen Studie aus dem Jahr 2020 mit 10.044 Teilnehmern gaben 31,3 % der männlichen und 13,6 % der weiblichen Probanden an, mindestens eine paraphile Neigung zu haben (Bártová et al. 2020). Eine nicht klinische Stichprobe von 4.280 Teilnehmern konnte unter anderem nachweisen, dass es kaum einen Zusammenhang zwischen paraphilen Neigungen und Psychopathologie gibt (Brown et al. 2023). Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das gesellschaftliche Interesse am Ausleben solch einer Neigung durchaus besteht und demnach eine differenzierte Betrachtungsweise hinsichtlich der Kategorisierung von Paraphilien als psychische Störung wichtig ist. Wo hört der Spaß auf und wo beginnt das Leiden?
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- Christin Mahr (Autor), 2025, Paraphilie als psychische Störung. Inwiefern ist die Kategorisierung von Paraphilien als psychische Störung problematisch?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1724013