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Darstellung der Eigentumstheorie von John Locke im Naturzustand

Title: Darstellung der Eigentumstheorie von John Locke im Naturzustand

Seminar Paper , 2001 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Christian Freiburg (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

„Eigentum ist eine Frucht von Arbeit. Eigentum ist wünschenswert, ein positives Gut in
der Welt. Daß einige reich sind, zeigt, daß andere reich werden können, und das ist
wiederum eine Ermutigung für Fleiß und Unternehmensgeist.“
(Abraham Lincoln) Wieviel Eigentum darf ein einzelner Mensch besitzen? Gibt es so etwas wie einen
Maßstab oder eine Regel? Wenn ja, wie ist der Maßstab selbst begründet und mißt
er auch das, was er messen soll? Dies ist nur ein Fragenkomplex, der exemplarisch
aufzeigen soll, wie relevant Lockes Arbeit bis heute geblieben ist. Locke war unter
anderem auf der Suche nach Antworten bezüglich der Legitimation von
Eigentumsrechten. Seine Erklärung, daß Eigentumsrechte durch menschlichen
Arbeitseinsatz geltend gemacht werden können löste einen Paradigmenwechsel in
der Geistesgeschichte aus. Seine 1689 erschienene Eigentumstheorie bildet bis
heute mit die Rechtsgrundlage für das Eigentum in vielen Staaten. Arbeit und
Eigentum sind zwei zentrale Begriffe, zwei Leitgedanken der modernen Gesellschaft.
Auch in John Lockes politischer Theorie stehen die beiden Begriffe im Mittelpunkt.
Lockes Thesen werden seitdem kontrovers diskutiert und interpretiert. In mehr als
300 Jahren sind zahllose Textanalysen und Interpretationen entstanden, von denen
in dieser Hausarbeit nur eine Auswahl behandelt werden kann. Die Arbeiten von
Macpherson und Brocker stehen dabei im Vordergrund, während auf Olivecrona,
Tully, Kramer, Meyer und Waldron abschnittsweise eingegangen wird. Einigkeit
herrscht bei den meisten Interpreten darin, daß John Locke an der
„kopernikanischen“ Wende von der Okkupationstheorie1 zur Arbeitstheorie des
Eigentums maßgeblich beteiligt war. Diese Hausarbeit beantwortet in erster Linie
die Frage, wie Locke im vielzitierten fünften Kapitel des Second Treatise of
Government begründet, daß ein Einzelner ein Eigentumsrecht an einem Teil von
dem geltend machen kann, was allen gemeinsam gehört – und zwar ohne Vertrag.
Dann soll betrachtet werden, wie Locke mit der Einführung der Geldwirtschaft seine
selbst formulierten Aneignungsschranken hinfällig macht.
Als erstes werden die Merkmale des Naturzustandes bei Locke mit Blick auf die
Eigentumsverhältnisse der Menschen beschrieben und erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Arbeit und Eigentum

2. Darstellung der Eigentumstheorie von John Locke im Naturzustand

2.1. Die Merkmale des Naturzustandes

2.2. Das natürliche Recht auf Eigentum

2.2.1. Lockes Prämissen

2.2.2. Arbeit und Eigentum

2.3. Die Wertschöpfung des Menschen

2.4. Die natürlichen Grenzen der Aneignung

2.5. Die Rolle der Einführung des Geldes

3. Eigentum im Naturzustand bei Hobbes

4. Klassenkampf im Naturzustand

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht John Lockes Eigentumstheorie im "Second Treatise of Government" und analysiert, wie ein Individuum ohne vorherigen Vertrag Eigentumsrechte an gemeinsamem Besitz geltend machen kann. Dabei wird insbesondere hinterfragt, welche Rolle die Arbeit als wertschöpfendes Element spielt und wie die Einführung der Geldwirtschaft ursprüngliche Aneignungsschranken hinfällig macht, um schließlich die resultierenden sozialen Spannungen zu reflektieren.

  • Herleitung des Eigentumsrechts aus dem Naturzustand und göttlicher Arbeitsweisung.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Arbeit, Eigentum und individueller Freiheit.
  • Kontrastierung von Lockes Eigentumstheorie mit der Position von Thomas Hobbes.
  • Analyse der Rolle der Geldwirtschaft als Katalysator für unbegrenzte Aneignung.
  • Kritische Diskussion der sozialen Folgen und der sogenannten "sufficiency-provisio".

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Arbeit und Eigentum

„Property I have nowhere found more clearly explained than in a book entitled, Two Treatises of Government.“ -John Locke

Ausgehend von seinen Prämissen beginnt er die erste Argumentationskette mit dem Ureigentum eines jeden Menschen an sich selbst. „Die Arbeit seines Körpers und das Werk seiner Hände, so können wir sagen, sind im eigentlichen Sinne sein. Was immer also jenem Zustand entrückt, den die Natur vorgesehen und in dem sie es belassen hat, hat er mit seiner Arbeit gemischt und hat ihm etwas hinzugefügt, was sein eigen ist – es folglich zu seinem Eigentum gemacht.“

Diese Theorie stellt das Kernstück von Lockes Eigentumskonzept vor der Einführung der Geldwirtschaft dar. Zentraler Punkt ist hierbei die Aussage, daß mein „eigen‘ Tun“ mein „Eigentum“ ist. Dieses Konzept mag zwar recht einfach erscheinen, für die damalige Zeit war es revolutionär neu, nachdem über lange Zeit die Okkupationstheorie vorgeherrscht hat. Das Eigentum eines jeden an sich selbst bedeutet für Brocker, daß es ein individuelles und privates Eigentumsrecht schon vor dem Naturzustand gegeben haben muß.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Arbeit und Eigentum: Einleitung in die Relevanz von Lockes Thesen zur Legitimation von Eigentumsrechten und die Fragestellung, wie Eigentum ohne Vertrag entstehen kann.

2. Darstellung der Eigentumstheorie von John Locke im Naturzustand: Detaillierte Analyse des Naturzustands, der göttlichen Arbeitsweisung und der durch Arbeit legitimierten privaten Aneignung.

3. Eigentum im Naturzustand bei Hobbes: Vergleich mit Hobbes' Theorie, bei der Eigentum erst durch eine Zwangsgewalt entsteht und nicht naturrechtlich verankert ist.

4. Klassenkampf im Naturzustand: Reflexion über die sozialen Auswirkungen der ungleichen Besitzverteilung und die Entstehung von Interessenskonflikten, die zur Gründung bürgerlicher Gesellschaften führen.

Schlüsselwörter

John Locke, Naturzustand, Eigentumstheorie, Arbeitstheorie, Privateigentum, Selbsterhaltung, Okkupationstheorie, Wertschöpfung, Geldwirtschaft, sufficiency-provisio, Thomas Hobbes, politischer Liberalismus, soziale Ungleichheit, Vertragsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert John Lockes Begründung des Privateigentums im Naturzustand und zeigt auf, wie er die Arbeit als zentrales Element zur Legitimation von Eigentumsansprüchen verwendet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen das Konzept des Naturzustands, die Arbeitswerttheorie, die Bedeutung der Einführung des Geldes und der Vergleich mit der Vertragstheorie von Thomas Hobbes.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Hauptziel ist es zu erklären, wie Locke im fünften Kapitel des "Second Treatise of Government" begründet, dass ein Individuum sich einen Teil des gemeinsamen Gutes ohne Vertrag aneignen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Arbeit, die primär die Schriften von John Locke interpretiert und dabei verschiedene politikwissenschaftliche Sekundärquellen einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Lockes Naturzustand, die Entwicklung der Eigentumstheorie durch Arbeit, die Rolle der Geldwirtschaft sowie die Abgrenzung zur Hobbes'schen Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eigentum, Arbeitstheorie, Naturzustand, Selbstbesitz, Geldwirtschaft und die "sufficiency-provisio".

Warum spielt die Einführung des Geldes eine so entscheidende Rolle bei Locke?

Das Geld ermöglicht eine unbegrenzte Anhäufung von Reichtum, ohne dass verderbliche Güter ungenutzt bleiben müssen, wodurch die natürlichen Schranken der Aneignung aufgehoben werden.

Was ist das Problem der sogenannten "sufficiency-provisio"?

Sie besagt, dass sich nur so viel angeeignet werden darf, wie für andere an Gütern übrig bleibt; sie wirft jedoch Fragen auf, wie dies in einer Welt mit begrenzten Ressourcen in der Realität funktionieren kann.

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Details

Title
Darstellung der Eigentumstheorie von John Locke im Naturzustand
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Politische Theorie)
Course
PS Schrankenloser Egoismus? - Staat und Individualinteresse im klassischen und modernen Liberalismus
Grade
2
Author
Christian Freiburg (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V17267
ISBN (eBook)
9783638218801
ISBN (Book)
9783656503682
Language
German
Tags
Darstellung Eigentumstheorie John Locke Naturzustand Schrankenloser Egoismus Staat Individualinteresse Liberalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Freiburg (Author), 2001, Darstellung der Eigentumstheorie von John Locke im Naturzustand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17267
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