Staatsverschuldung - Ist der Staatsbankrott noch aufzuhalten?


Seminararbeit, 2011

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung und Bedeutung der Staatsverschuldung

3 Ursachen der Staatsverschuldung
3.1 Aufgaben des Staates
3.2 Deutsche Einheit
3.3 Politische Gründe

4 Rechtliche Grenzen der Staatsverschuldung

5 Folgen der Staatsverschuldung

6 Staatsverschuldung im Unterricht
6.1 Didaktische Begründung des Themas
6.2 Mögliche methodische Vorgehensweise des Themas
6.3 Leitziele für den Unterricht

7 Fazit

8 Literatur- und Quellenverzeichnis

10 Anhang

1 Einleitung

Wie lange und in welchem Ausmaß darf sich Deutschland noch verschulden? Diese Frage stellen sich gegenwärtig viele Bürger, Politiker und Gläubiger von Staatsanleihen. Deutschland hat klare Probleme und Jahr für Jahr verschuldet sich Deutschland immer weiter. Allmählich kommt auch die Frage auf, wer und womit die Schulden der öffentlichen Hand bedient werden?

Daher behandelt die Seminararbeit mit dem Titel „Ist der Staatsbankrott noch aufzuhalten?“ thematisch die Staatsverschuldung, da es ein sehr aktuelles Thema ist.

Mit der Staatsverschuldung ist die Verschuldung öffentlicher Haushalte gemeint. Dazu geht der Verfasser zuerst auf die Bedeutung und die Begriffsbestimmung der Staatsverschuldung im zweiten Kapitel ein. Überdies wird im zweiten Kapitel das Ausmaß der Verschuldung beschrieben.

Das dritte Kapitel umfasst die Ursachen der Staatsverschuldung, daher wird in Punkt 3.1 auf die Aufgaben des Staates, in Punkt 3.2 auf die deutsche Einheit und in Punkt 3.3 auf die politischen Gründe näher eingegangen.

In Kapitel 4 geht der Verfasser auf die rechtlichen Grenzen der Staatsverschuldung ein, da seitens der Politik internationale und nationale Regelungen zur Beschränkung der Neuverschuldung aufgestellt wurden.

In Kapitel 5 werden die Folgen näher beleuchtet, welche Gefahren bei einer immer zunehmenden Verschuldung der Haushalte entstehen können.

Da das Thema sich in der Schule vor allem in der Sekundarstufe 2 gut behandeln lässt, folgt das Kapitel 6, wobei im Punkt 6.1 der didaktische Zugang zum Thema, im Punkt 6.2 eine mögliche methodische Vorgehensweise und im Punkt 6.3 Lernziele für den Unterricht erläutert werden.

Letztlich folgt im Kapitel 7 das abschließende Fazit, wobei rückwirkend ein Resümee über das Thema gezogen wird.

Die Intention und das Bestreben diese Arbeit zu verfassen beruht dabei vor allem darauf, dass nach dem subjektiven Empfinden des Verfassers die Staatsverschuldung sich in den letzten Jahren exorbitant verschärft hat und zu einer Gefahr für die Gesellschaft entwickelt hat.

Das Ziel dieser Seminararbeit ist besteht darin dem Leser diesen komplexen Sachverhalt darzustellen und dabei der Frage nachzugehen, wie das Thema in der Schule vermittelt werden und didaktisch aufbereitet werden kann. Dazu stützt sich der Verfasser primär auf die Informationen aus dem Steuerzahlerbund und dem Bundesfinanzministerium. Diese beiden Quellen eignen sich aufgrund der genauen Daten über die Staatsverschuldung zur Darstellung des Themas. Weiterhin bietet die Bundeszentrale für politische Bildung Ideen für die Vermittlung des Themas, welche vom Verfasser überarbeitet, dargelegt werden.

Überdies nutzt der Verfasser aktuelle Artikel aus diversen Zeitungen, welche aufgrund der Aktualität vor allem online abgerufen werden.

2 Begriffsklärung und Bedeutung der Staatsverschuldung

Unter dem Begriff der Staatsverschuldung „versteht man alle von der öffentlichen Hand aufgenommenen Kredite“.[1] Verschuldet sind dabei in Deutschland aufgrund des föderalen Systems der Bund, die Länder und die Kommunen. Die höchste Schuldenlast trägt der Bund mit 60 Prozent, gefolgt von den Ländern mit 32 Prozent und die Gemeinden mit 6 Prozent.[2]

Werden die Schulden im Laufe der Zeit betrachtet, so sind die Einnahmen und die Ausgaben hohen Schwankungen unterworfen (siehe Abbildung 1). Allerdings wird aus der Abbildung 1 erkennbar, dass die Ausgaben die Einnahmen seit 1955 übersteigen.

Auffällig ist dabei, dass zwar die Einnahmen gestiegen sind, diese aber wiederum immer geringer als die Ausgaben sind. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben wird als Haushaltsdefizit bezeichnet. Dieses Haushaltsdefizit muss mithilfe von Krediten gedeckt werden.[3] In der Literatur wird oftmals von der Bruttokreditaufnahme gesprochen.

Unter der Bruttokreditaufnahme „wird die öffentliche Schuldenaufnahme am Kreditmarkt (ohne Abzug der Schuldentilgung)“[4] verstanden. Da in jedem Jahr aber alte Kredite getilgt werden, ist nicht die Bruttokreditaufnahme, sondern die Nettokreditaufnahme von Bedeutung.

Unter der Nettokreditaufnahme wird „die Schuldenaufnahme am Kreditmarkt bezeichnet bezüglich der Schuldentilgung.“[5] Die Nettokreditaufnahme ist damit mit der Neuverschuldung gleichzusetzen. Getilgt werden die Schulden, wie in Abbildung 1 zu sehen ist, dabei kaum, da die Ausgabenseite immer höher ist, als die Einnahmenseite.

Der Schuldenstand erhöht sich um Jahr für Jahr und beträgt nach der Quelle des Steuerzahlerbundes Ende 2011 1988 Milliarden €.[6] Die Staatsverschuldung wird dabei im Jahr 2012 die 2 Billionengrenzen (nach der Quelle des Steuerzahlerbundes) überschreiten. Demzufolge erhöht sich auch die Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland und beträgt im Jahr 2011 nach der Quelle des Steuerzahlerbundes 24894 €.[7]

Die Frage welche sich daher stellt, welcher Gläubiger dem Staat Deutschland trotz der steigenden Verschuldung noch Geld zur Verfügung stellt. Nach Angaben des Steuerzahlerbundes ist der Staat mit 470 Milliarden € bei Kreditinstituten, mit 894 Milliarden € im Ausland und mit ca. 320 Milliarden € bei Privatleuten, Sozialversicherungen, Bausparkassen und Versicherungen verschuldet.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Entwicklung der öffentlichen Finanzen.
Quelle: Entwicklung der öffentlichen Finanzen seit 1955. Online unter URL: http://www.bpb.de/files/P5KVN5.pdf (Zugriff am 8.5.2011).

Überdies muss angemerkt werden, dass die absoluten Zahlen der Staatsverschuldung wenig aussagekräftig sind, da diese immer im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt werden. Es ist hinzuzufügen, dass während der steigenden Verschuldung die Wirtschaftsleistung ebenfalls gestiegen ist.

Wird die Gesamtverschuldung der öffentlichen Haushalte betrachtet, so ist zu sagen, dass Deutschland im Jahr 2010 mit 73 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) verschuldet war.

Berechnet wird dieser Wert wie folgt: Gesamtverschuldung im Jahr 2010 1762 Milliarden € geteilt durch 2407 Milliarden € (Bruttoinlandprodukt).[9]

3 Ursachen der Staatsverschuldung

Die Ursachen der Staatsverschuldung lassen in die Bereiche Aufgaben des Staates, der Zinseszinseffekt, die deutsche Einheit und politische Gründe einteilen.

3.1 Aufgaben des Staates

Der Staat erfüllt viele Aufgaben, die das Leben in einer Gesellschaft ermöglichen. Dazu gehört beispielsweise, dass öffentliche Güter bereitgestellt werden, welche für jeden Bürger frei zur Verfügung stehen. Dazu gehört die Bereitstellung der „inneren und äußeren Sicherheit, Infrastrukturen, Krankenhäuser, Verwaltung und Gerichtsbarkeit, Schulen und Hochschulen“.[10]

Wird die Abbildung 2 betrachtet, so belaufen sich die Gesamtausgaben im Jahr 2011 auf insgesamt 307,4 Milliarden. Der größte Ausgabenbereich ist dabei der Bereich „Arbeit und Soziales“ mit 42,9 Prozent, gefolgt mit der Bundesschuld mit 12,4 Prozent. Mit der Bundesschuld sind vor allem Zinszahlungen gemeint, die sich aufgrund des hohen Schuldenstandes angehäuft haben. Ein weiterer großer Ausgabeposten ist das Ressort der Verteidigung mit 10,3 Prozent. Lediglich 3,8 Prozent der Ausgaben sind für die Bildung und Forschung bestimmt.

[...]


[1] Zandonella, Bruno (2010): Staatsverschuldung – unvermeidbar und gefährlich? In: Themenblätter im Unterricht Nr.82. Online unter URL: http://www.bpb.de/files/V9PCF3.pdf (Zugriff am 8.5.2011).

[2] Ebenda.

[3] Vgl. Ebenda.

[4] Wirtschaftslexikon, Stichwort: Bruttokreditaufnahme Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Online unter URL:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/4236/bruttokreditaufnahme-v6.html (Zugriff am 8.5.2011).

[5] Wirtschaftslexikon, Stichwort: Bruttokreditaufnahme Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Online unter URL:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/3945/nettokreditaufnahme-v7.html (Zugriff am 8.5.2011).

[6] Bund der Steuerzahler (2011): Aktueller Stand der Staatsverschuldung in Deutschland. Online unter URL: http://www.steuerzahler.de/files/19765/Verschuldung_per_21.02.2011.pdf (Zugriff am 8.5.2011).

[7] Vgl. Bund der Steuerzahler (2011): Aktueller Stand der Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland. Online unter URL: http://www.steuerzahler.de/files/19765/Prokopfverschuldung_per__21.02.2011.pdf (Zugriff am 8.5.2011).

[8] [8] Vgl. Bund der Steuerzahler (2011): Informationen zur Verschuldung. Online unter URL: http://www.steuerzahler.de/Verschuldung/7688c8973i1p477/index.html (Zugriff am 8.5.2011).

[9] Bundesministerium der Finanzen (2010): Monatsbericht des BMF – April 2010. Online unter URL: http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_95928/DE/BMF__Startseite/Aktuelles/Monatsbericht__des__BMF/2010/04/inhalt/Monatsbericht-April-2010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf (Zugriff am 8.5.2011).

[10] Wilke, Gerhard (2004): Staatsverschuldung. Ausmaß und Folgen. In: Themenblätter im Unterricht Nr.35. Online unter URL: http://www.bpb.de/files/YZ2SQ0.pdf (Zugriff am 8.5.2011).

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Staatsverschuldung - Ist der Staatsbankrott noch aufzuhalten?
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V172890
ISBN (eBook)
9783640929375
ISBN (Buch)
9783640929535
Dateigröße
883 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Bankrott, Staatsbankrott, Inflation, Hyperinflation, Staatsschulden, Staatsverschuldung
Arbeit zitieren
BA Christoph Staufenbiel (Autor:in), 2011, Staatsverschuldung - Ist der Staatsbankrott noch aufzuhalten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172890

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