Wozu also noch Religion? Wir leben in einem säkularisierten Staat - hat der heilige Stuhl
noch Einfluss auf die deutsche Politik und wenn ja, ist diese Einflussnahme überhaupt
notwendig? Sei es Abtreibung, Umweltschutz, Gentechnik, Erziehung oder Ethik: Überall
scheint sich die Kirche in das politische Leben einzumischen. In Zeiten der offenbar
religiös motivierten Konflikte und rückgängigen Mitgliederzahlen der katholischen und
evangelischen Kirche in Deutschland wirft sich die Frage nach der vollständigen
Säkularisierung von Politik und Religion auf. Ob politische Herrschaft noch auf religiöse
Überlieferungen angewiesen ist und ein pluralistisches Gemeinwesen über einen bloßen
modus vivendi hinaus zu stabilisieren ist, ist die Frage, die sich vielen Menschen
heutzutage stellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Begriffe, Kriterien und Instrumente
3.1. Säkularisierung
3.2. Religion und Politik
3.3. Der Religionsmonitor
4. Methodische Vorgehensweise
5. Der Katholische Katechismus
5.1. Geschichte des Katechismus
5.2. Der Katholische Katechismus von 1992 und 2005
6. Bürgerliche Interessengruppen und christliche Werte
6.1. Bürgerliche Interessengruppen und ihre Inhalte
6.1.1. BUND. Freunde der Erde
6.1.2. Amnesty International Deutschland
6.1.3. Verein für Sozialarbeit München
6.2. Korrelation zwischen Katholischem Katechismus und Bürgerlichen Interessengruppen
7. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die These, dass bürgerliche Interessengruppen in westlichen Gesellschaften in ihren Inhalten und ihrer Beteiligung maßgeblich vom christlichen Wertesystem beeinflusst sind und Politik somit ohne religiöse Bezüge nicht praktizierbar sei. Hierzu wird eine vergleichende Analyse zwischen den Leitbildern ausgewählter zivilgesellschaftlicher Gruppen und dem Katholischen Katechismus vorgenommen.
- Analyse der Rolle von Religion im Kontext des säkularisierten Staates
- Untersuchung der Struktur und der politischen Dimension des Katholischen Katechismus
- Vergleich der Programmatiken von BUND, Amnesty International und dem Verein für Sozialarbeit mit christlichen Wertevorgaben
- Evaluierung empirischer Daten des Religionsmonitors zur öffentlichen Bedeutung von Religion
Auszug aus dem Buch
5.2. Der Katholische Katechismus von 1992 und 2005
Der letzte offizielle Katechismus der Katholischen Kirche ist das Kompendium von 2005. Es ist eine Zusammenfassung des Katholischen Katechismus von 1992 unter Papst Johannes Paul II. und wurde 2003 in Auftrag gegeben. Grundsätzlich sind die Inhalte identisch, jedoch ist das Kompendium in einer kompakteren Form herausgegeben worden und ist in einem dialogischen Prinzip geordnet. Dabei werden Fragen zum katholischen Glauben beantwortet und Verhaltensregeln, sog. Formeln der katholischen Lehre aufgeführt und beschrieben. Letztendlich stellt es eine kompakte Darlegung des katholischen Glaubens und der apostolischen Überlieferung , sowie eine Anleitung zur Ausübung des Glaubens im 21. Jhd dar. Gegliedert ist der Katholische Katechismus in vier Hauptteile:
1. Das Glaubensbekenntnis
2. Feier des christlichen Mysteriums
3. Das Leben in Christus
4. Das christliche Gebet
Im ersten Teil des Katholischen Katechismus, dem Glaubensbekenntnis, wird dem Leser die Beziehung zwischen Gott und Mensch sowie die Lesart der Heiligen Schrift offenbart. Es werden Fragen wie die Beziehung zwischen Wissenschaft und Religion, warum und wie die göttliche Offenbarung weitergegeben werden muss, das Verlangen des Menschen nach Gott und Glaubensmerkmale beschrieben und erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Zivilgesellschaft ein und stellt die leitende These auf, dass politisches Engagement ohne den Einfluss christlicher Werte in modernen Gesellschaften kaum denkbar ist.
2. Forschungsstand: Das Kapitel beleuchtet das spannungsreiche Verhältnis zwischen Religion und Moderne aus sozialwissenschaftlicher Perspektive und thematisiert neue Forschungsansätze zum sozialintegrativen Potenzial von Religion.
3. Begriffe, Kriterien und Instrumente: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten wie Säkularisierung und das Verhältnis von Religion und Politik definiert, sowie das Instrument des Religionsmonitors erläutert.
4. Methodische Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert das Vorgehen, die Programmatik bürgerlicher Interessengruppen mit den Inhalten des Katholischen Katechismus systematisch zu vergleichen.
5. Der Katholische Katechismus: Es wird die Geschichte und Bedeutung des Katechismus als moralischer Leitfaden und politisches Dokument der katholischen Kirche analysiert.
6. Bürgerliche Interessengruppen und christliche Werte: Anhand von drei Fallbeispielen wird untersucht, inwieweit sich christliche Wertvorstellungen in den Zielen säkularer bürgerlicher Gruppen widerspiegeln.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und kommt zu dem Schluss, dass zwar eine starke Korrelation der moralischen Leitmotive besteht, ein trennscharfer Nachweis jedoch komplex bleibt.
Schlüsselwörter
Zivilgesellschaft, Politik, Religion, Säkularisierung, Katholischer Katechismus, bürgerliche Interessengruppen, Religionsmonitor, christliche Werte, Soziallehre, Gemeinwohl, Menschenwürde, Partizipation, Engagement, Werterahmen, Glaubensbekenntnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob bürgerliche Interessengruppen in ihrer politischen Ausrichtung und ihren moralischen Leitbildern von einem christlich geprägten Wertesystem abhängig sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen das Verhältnis von Säkularisierung und Politik, die Struktur des christlichen Wertebildes anhand des Katechismus sowie die Programmatiken von NGOs.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die These zu prüfen, ob Politik in modernen westlichen Gesellschaften ohne religiöse Grundlagen tatsächlich praktizierbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine sprachanalytische Methode, um Gemeinsamkeiten zwischen den Satzungen bürgerlicher Gruppen und den moralischen Lehren des Katholischen Katechismus herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Katechismus als Quelle christlicher Moral sowie die Zielsetzungen des BUND, von Amnesty International und des Vereins für Sozialarbeit detailliert miteinander verglichen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Säkularisierung, das christliche Wertebild, bürgerliche Partizipation, soziale Gerechtigkeit und das Gemeinwohl.
Wie unterscheidet sich das Kompendium von 2005 vom Katechismus von 1992?
Das Kompendium stellt eine kompaktere Zusammenfassung der Inhalte dar und nutzt ein dialogisches Prinzip, um die Lehre für den Gläubigen im 21. Jahrhundert greifbarer zu machen.
Warum distanzieren sich einige Gruppen explizit von der Kirche?
Die Analyse vermutet, dass Gruppen eine explizite Nennung vermeiden, um eine größere Bandbreite an potenziellen Mitgliedern anzusprechen und nicht als rein konfessionelle Vereinigung wahrgenommen zu werden.
- Arbeit zitieren
- Christoph Blepp (Autor:in), 2010, Politik der christlichen Werte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173265