Die Arbeit untersucht, wie männliche Jugendliche in Deutschland in sozialen Medien in hegemoniale Männlichkeitsordnungen verwickelt werden und wie diese ihre Subjektivierungsprozesse prägen. Aus einer postdigitalen Perspektive werden soziale Medien als zentrale Sozialisationsräume verstanden, in denen Geschlecht durch algorithmisch strukturierte Praktiken hervorgebracht wird. Theoretisch stützt sich die Analyse auf Connells Konzept hegemonialer Männlichkeit, den Ansatz der Bildung durch produktive Verwicklung (Allert & Asmussen) sowie postdigitale Theorien (Jandrić et al.). Auf Basis aktueller Studien zu Social-Media-Nutzung, digitalen Männlichkeitsdarstellungen und der Manosphere wird gezeigt, dass Jugendliche auch ohne aktive Beteiligung an extremen Online-Communities in hegemoniale Männlichkeitsnarrative eingebunden werden. Plattformlogiken und alltägliche Praktiken wie Liken, Teilen oder Beobachten stabilisieren Leitbilder von Dominanz, Leistungsorientierung, emotionaler Kontrolle und Misogynie. Abschließend werden Konsequenzen für eine kritisch-reflexive, postdigitale Medienbildung diskutiert, die auf die Bearbeitung dieser Verwicklungen und die Eröffnung alternativer Handlungsspielräume zielt.
- Arbeit zitieren
- Daniela Haindl (Autor:in), 2026, Teenager und "Manosphere" in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1733283