Interpretation Andreas Gryphius "Abend"


Essay, 2009

5 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Interpretation des Gedichtes Abend

von Andreas Gryphius

Dass der Tod die Menschen von ihrem quälenden und trostlosen Leben befreit, in dem es nur Arbeit, Einsamkeit und Warten auf die Erlösung gibt ist die Arbeitshypothese der Interpretation des Sonetts „Abend“ von Andreas Gryphius, welches im Jahre 1650 veröffentlicht wurde. Das Gedicht wurde zur Zeit des Barocks geschrieben und ist in zwei Quartette und zwei Terzette eingeteilt.

In der ersten Strophe ist das trostlose Leben der Bevölkerung beschrieben (vgl. V.2 ff.) und die momentan herrschende Einsamkeit (vgl. 2 ff.). Das zweite Quartett handelt davon, dass sowohl das lyrische Ich als auch das lyrische Du (vgl. V.7) bald sterben müssen. Der Inhalt des ersten Terzetts ist, dass Gott und beschützen wird (vgl. V.7). Die vierte Strophe handelt von der Seele, welche auch wacht, wenn der Körper einschläft (vgl. V.12), und dem erlösenden Tod (vgl. V.14). Die Quartette sind in einem umfassenden Reim verfasst. Das Reimschema „abba“ durchzieht sich in beiden Strophen, da die Versenden und Alternanz der stumpfen und klingenden Kadenzen gleich sind (vgl. V.1-V.8). Durch dieses Reimschema bekommt der Leser das Gefühl, dass diese beiden Strophen eng miteinander verbunden sind. Das Metrum der Quartette ist ein sechshebiger Jambus, ein so genannter Alexandriner, ein typisches Merkmal des Barocks, durch ihn wirkt das Sonett eher wie ein Lied statt ein Gedicht. Dies wird durch die Gedichtform des Sonetts verstärkt. Ein weiterer Grund für diesen Eindruck ist, dass jeder zweite und dritte Vers der Quartette immer einen hyperkatalektischen Versschluss hat. Man spricht von einer klingenden Kadenz, die auch als weibliche bezeichnet wird. Bei dem ersten und vierten Vers handelt es sich hingegen um eine stumpfe Kadenz (männlich), da ihre Versenden akatalektisch sind.

Die Kadenzen wirken nicht nur auf den Klang des Gedichtes, sondern betonen auch die letzten Wörter des Verses. So wirken besonders die Substantive, wie „Fahn“ (V.1), „Kahn“ (V.5) und „Jahren“ (V.6) hervorgehoben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Interpretation Andreas Gryphius "Abend"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Veranstaltung
Einführung in die Lyrik
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
5
Katalognummer
V173718
ISBN (eBook)
9783640939978
ISBN (Buch)
9783656679387
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interpretation, andreas, gryphius, abend
Arbeit zitieren
Genevieve Mulack (Autor), 2009, Interpretation Andreas Gryphius "Abend", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173718

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