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Humanismus an deutschen Universitäten der Frühen Neuzeit

Title: Humanismus an deutschen Universitäten der Frühen Neuzeit

Term Paper , 2011 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marcel Fidelak (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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„Als die alle Bereiche des Geisteslebens der Renaissance durchdringende Bildungsbewegung bejaht der Humanismus im Gegensatz zum Mittelalter unter Anknüpfung an die Antike den Eigenwert einer innerweltlichen Bildung; an die Stelle der <<reductio artium ad theologiam>> tritt die <<reductio artium ad humanitatem>>.“
Der Humanismus gilt als die Bildungsbewegung der Renaissance, jener Zeitepoche des 14. bis 16. Jahrhunderts, die sich an das „finstere“ Mittelalter anschließt. Die Zeitgenossen waren sich über den Beginn eines neuen Zeitalters bewusst, die Wiederbelebung der antiken Literatur, Kunst und Philosophie stand im Mittelpunkt dieser neuen Bewegung, die in Italien ihren Anfang nahm. Die Rezeption antiker Texte sollte der Beherrschung der antiken Sprachen dienen und den Menschen zu einem moralisch handelnden Wesen erziehen.
Als Bildungsbewegung hielt der Humanismus auch Einzug in die mittelalterlichen Universitäten, wo er zunächst auf die Artistenfakultät beschränkt blieb. Jedoch fanden hier die stärksten Veränderungen statt, wie die Umstellung des Fächerkanons und die Einführung neuer Lehrbücher. Gleichzeitig hatte es der Humanismus schwer, sich seinen Platz an den deutschen Universitäten zu sichern, war doch die alte mittelalterliche Scholastik tief an den Universitäten verwurzelt. Es kam zu einer Art „Sonderweg“ des Humanismus in Deutschland und bald wurde er durch die Reformation Martin Luthers überlagert.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, den Einzug des Humanismus an die Universitäten des „Alten Reiches“ zu untersuchen. Im Mittelpunkt sollen dabei die Auseinandersetzungen mit der Scholastik und die dadurch eintretenden Veränderungen an den Universitäten stehen. Zu allererst ist es notwendig, etwas zum Humanismus selbst zu sagen, seine Entstehung in Italien und seine allgemeinen Charakteristika stehen im Zentrum des ersten Kapitels. Anschließend wird der Humanismus an den deutschen Universitäten näher betrachtet. Insbesondere die Artistenfakultät steht hier im Mittelpunkt und die einhergehenden Veränderungen in der Lehre und die Auseinandersetzung des Humanismus mit der Scholastik. Schließlich werden wir uns näher mit der Reformation und der katholischen Reform an den Universitäten befassen. Hervorzuheben sind hier insbesondere die Bildungskrise der Zwanziger Jahre des 16. Jahrhunderts, sowie die Neugründungen von Universitäten im Zeichen von Reformation und katholischer Gegenreformation.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Humanismus

3. Humanismus und Reformation an den Universitäten

3.1. Humanismus gegen Scholastik

3.2. Die Reformation und ihre Auswirkungen auf die Universitäten

4. Protestantische Universitäten und Katholische Reform

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einzug des Humanismus an die Universitäten des "Alten Reiches" während der Frühen Neuzeit, wobei die zentrale Forschungsfrage die Art der Auseinandersetzung mit der scholastischen Lehrmethode und die daraus resultierenden strukturellen Veränderungen an den akademischen Institutionen adressiert.

  • Entstehung und allgemeine Charakteristika des Humanismus in Italien
  • Die Konfrontation von Humanismus und mittelalterlicher Scholastik an deutschen Universitäten
  • Der Einfluss der Reformation Martin Luthers auf das Universitätswesen
  • Die Rolle der Jesuiten und die katholische Bildungsreform
  • Strukturelle Transformationen und Bildungskrisen der 1520er Jahre

Auszug aus dem Buch

3.1. Humanismus gegen Scholastik

Die Organisation der mittelalterlichen Universitäten war geprägt von den pädagogischen Vorstellungen und den Klassifikationen der Wissenschaft, die sie von den Schulen des 12. Jahrhunderts übernommen hatten. Dazu gehörten erstens eine festgelegte Liste von Fächern, die sich zweitens einer bestimmten Rangordnung unterordneten und drittens die Organisation des Unterrichts in Form der scholastischen Methode. Die Fächer, die den Fakultäten ihre Namen gaben, waren Theologie, Recht, Medizin und die artes liberales. Die Rangordnung dieser vier Fächer orientierte sich nach ihrem religiösen Charakter, sowie ihrem gesellschaftlichen Nutzen und geistigem Ansehen. Demzufolge stand die theologische Fakultät an erster Stelle, gefolgt von der juristischen und dann der medizinischen. Den Schluss bildete die Artistenfakultät, deren Fächer als propädeutische, allein den Nutzen hatten, den Zugang zu den höheren Fakultäten zu ebnen.

Die Lehre der mittelalterlichen Universitäten war von der Scholastik bzw. der scholastischen Methode geprägt. Ihre Grundlage war die Wissenschaftslehre des Aristoteles, Vorlesung (lectio) und Disputation (disputatio) waren die beiden Formen des Unterrichts. Die Vorlesung diente der Vermittlung des wissenschaftlichen Stoffes, indem der behandelte Text nach Inhalt und Form vom Lehrer erläutert wurde. Erläutern hieß, eine Zusammenfassung des Textes zu geben und auf strittige Fragen, sogenannte questiones, einzugehen. In der Disputation, einem mündlichen Streitgespräch, sollte das in der Vorlesung erworbene Wissen in der Anwendung geübt werden. Nach den Regeln der aristotelischen Logik wurden strittige Fragen mit Argumenten, aus dem aus der Vorlesung erworbenen Wissen, in einem rationalen Gedankengang aufgelöst. „Jeder wissenschaftliche Streit wurde dadurch entschieden, dass man eine der aufgestellten Behauptungen in syllogistischer Form als gesetzt oder als ausgeschlossen durch Sätze des ‚Meisters‘ nachwies.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung definiert den Humanismus als prägende Bildungsbewegung der Renaissance und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, den Einzug dieser Bewegung an deutsche Universitäten zu untersuchen.

2. Humanismus: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung des Humanismus im Italien des 14. Jahrhunderts als Krisenbewältigungsstrategie und beschreibt das Konzept der "studia humanitatis" sowie das neu erwachte Interesse an antiken Autoren.

3. Humanismus und Reformation an den Universitäten: Dieser Teil analysiert den Konflikt zwischen scholastischer Lehre und humanistischen Idealen sowie die massiven Erschütterungen durch die Reformation, die zu einer Frequenzkrise an den Hochschulen führten.

4. Protestantische Universitäten und Katholische Reform: Hier werden die Neugründungen und Reformen im protestantischen Raum sowie die systematischen Bemühungen der Jesuiten zur katholischen Bildungsreform und ihre Auswirkungen auf die Universitätslandschaft dargestellt.

5. Schlusswort: Das Fazit zieht eine Bilanz der tiefgreifenden Transformation der deutschen Universitäten vom mittelalterlichen System hin zu einer frühmodernen Struktur im Spannungsfeld von Humanismus, Reformation und konfessioneller Reform.

Schlüsselwörter

Humanismus, Renaissance, Scholastik, Reformation, Universität, Artistenfakultät, Martin Luther, Philipp Melanchthon, Jesuiten, studia humanitatis, Bildungsreform, Fächerkanon, Aristotelismus, Epistolae obscurorum virorum, Alte Reich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Etablierung des Humanismus an deutschen Universitäten während der Frühen Neuzeit und analysiert dessen Wechselwirkung mit der Scholastik sowie der Reformation.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Felder sind die Bildungsreformen, der Wandel des Fächerkanons, das Verhältnis von Theologie und aristotelischer Philosophie sowie die konfessionellen Gegensätze in der Bildungslandschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Einfluss des Humanismus auf die Lehre an den Artistenfakultäten zu untersuchen und aufzuzeigen, wie sich Universitäten durch den Druck der Reformation und die Gegenreformation neu strukturierten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um eine kultur- und wissenschaftshistorische Arbeit, die auf der Analyse zeitgenössischer Quellen, Bildungsdokumente und einschlägiger historischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Konfrontation von Humanismus und Scholastik, dem spezifischen "Sonderweg" in Deutschland, der Bildungskrise der 1520er Jahre sowie den Reformbestrebungen in protestantischen und katholischen Institutionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Humanismus, Scholastik, Reformation, Wittenberger-Modell, Jesuitenkollegien und der Wandel der Artistenfakultät.

Welche Rolle spielten die "Dunkelmännerbriefe" in diesem Kontext?

Sie dienen als historisches Zeugnis für die hitzige Auseinandersetzung zwischen den Vertretern des Humanismus und der Scholastik und verdeutlichen die radikalisierte Stimmung innerhalb der gelehrten Welt.

Warum kam es in den 1520er Jahren zu einer Bildungskrise?

Der Ausbruch der Reformation, verbundene soziale Unruhen wie der Bauernkrieg und die offene Kritik der Reformatoren am bestehenden Universitätssystem führten zu einem drastischen Rückgang der Immatrikulationen.

Wie unterscheidet sich die jesuitische Bildungsreform von der protestantischen?

Während protestantische Universitäten stärker unter staatliche Aufsicht gerieten, setzten Jesuiten auf ein zentralisiertes, dreistufiges Schulsystem mit Kollegien, das stark durch eine neue scholastisch-humanistische Synthese geprägt war.

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Details

Title
Humanismus an deutschen Universitäten der Frühen Neuzeit
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Course
Die Universitäten in Europa - Europäische Kulturgeschichte
Grade
1,3
Author
Marcel Fidelak (Author)
Publication Year
2011
Pages
30
Catalog Number
V173935
ISBN (eBook)
9783640943241
ISBN (Book)
9783640943531
Language
German
Tags
humanismus universitäten frühen neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Fidelak (Author), 2011, Humanismus an deutschen Universitäten der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173935
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