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Konversion als Martyrium

Eine Analyse der Epistula 6 von Avitus von Vienne

Titel: Konversion als Martyrium

Seminararbeit , 2019 , 23 Seiten , Note: 5.5 (Schweiz)

Autor:in: Natascha Frey (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Die Burgunder waren ein germanisches Volk, welches im 5. Jh. von den Römern in der Sapaudia angesiedelt wurde. Politisch waren die Burgunder in einer schwierigen Position, da sie von expansionswilligen, teilweise stärkeren Völkern umgeben waren. In den diplomatischen Beziehungen zu den angrenzenden Völkern spielte auch die Religion eine wichtige Rolle. Das Burgunderreich war christlich, doch es gab sowohl die katholische als auch die arianische Konfession - in der Bevölkerung und auch in der Königsfamilie. Der römisch-katholische Bischof Avitus von Vienne hatte eine enge Beziehung zum Königshaus und versuchte die beiden Könige Gundobad und dessen Sohn Sigismund zum Katholizismus zu bekehren. Als Zeugnis davon sind Teile eines längeren Briefwechsels mit theologischen Diskussionen überliefert.

In dieser Arbeit soll die Epistula 6 von Avitus untersucht werden, in welcher er dem Empfänger die Konversion zum Katholizismus näherbringen will. Die Leitfrage lautet: Wie versucht Avitus von Vienne in Epistula 6 den Empfänger von einer Konversion zum Katholizismus zu überzeugen? Dabei soll insbesondere die Argumentationsstruktur untersucht werden. Die Briefsammlung des Avitus von Vienne ist eine sehr wichtige Quelle zur Geschichte der Burgunder, da es sonst abgesehen von der Lex Burgundionum keine schriftlichen Quellen zu den Burgundern gibt. Trotzdem wurden die Avitus-Briefe eher selten untersucht.

Zu Beginn der Arbeit soll die politische Situation Burgunds im 5./6. Jh. n. Chr. dargestellt werden, da diese eng mit der religiösen Situation verbunden ist. Im zweiten Kapitel wird zuerst Avitus von Vienne als wichtiger religiöser Akteur und als Verfasser der Epistula 6 vorgestellt, dann folgt ein Überblick über die religiöse Situation Burgunds zur betreffenden Zeit. Dabei sollen die Unterschiede zwischen der katholischen und der arianischen Konfession aufgezeigt und die Konfession im Königshaus sowie die kirchenpolitische Organisation im Reich dargestellt werden. In Kapitel 3 erfolgt die Analyse der Epistula 6, zuerst quellenkritisch und dann inhaltlich, wobei auf den Aufbau und Stil, die Hauptmotive und Beispiele sowie Allusionen im Text eingegangen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die politische Situation Burgunds im 5./6. Jh.

2. Die Arianer und Katholiken im Reich der Burgunder im 5./6. Jh.

2.1 Exkurs: Avitus von Vienne

2.2 Religion in Burgund im 5./6. Jahrhundert

2.2.1 Der Arianismus

2.2.2 Kirchliche Strukturen

2.2.3 Konfessionen im Königshaus

3. Epistula 6

3.1 Quellenkritik

3.2 Zusammenfassung der Epistula 6

3.3 Argumentation

3.3.1 Aufbau und Stil

3.3.2 Hauptmotive

3.3.3 Beispiele

3.3.4 Allusionen

Fazit

Zielsetzung und Forschungsgegenstand

Die vorliegende Arbeit untersucht die Epistula 6 des Bischofs Avitus von Vienne, um zu analysieren, wie er den Empfänger des Briefes argumentativ von einer Konversion zum Katholizismus zu überzeugen versucht. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der strukturellen und inhaltlichen Argumentationsweise des Bischofs innerhalb des religiösen und politischen Kontextes des burgundischen Königshauses.

  • Politische und religiöse Rahmenbedingungen im Reich der Burgunder
  • Die Rolle des Arianismus und des Katholizismus im 5./6. Jahrhundert
  • Quellenkritische Einordnung der Briefe des Avitus von Vienne
  • Analyse der rhetorischen Strategien und Argumentationsmuster in Epistula 6
  • Verwendung biblischer Vorbilder und Allusionen als Überzeugungsstrategie

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Hauptmotive

Die Hauptmotive in Avitus' Brief sind die Almosen, das Martyrium und die Konversion. Das Motiv der Almosen war insofern vorgegeben, als dass der Adressat des Briefes dazu scheinbar eine Frage gestellt hatte. Es ist allerdings sehr interessant, wie geschickt Avitus scheinbar unzusammenhängende Motive miteinander verknüpft, um schlussendlich zu seinem wichtigsten Anliegen zu kommen.

Der Brief beginnt mit den Almosen: Avitus sagt über sie, sie seien gut und auch der Erlösung zuträglich, es komme aber nicht auf die absolute Grösse der Gabe an, sondern auf die Grösse der Gabe proportional zum eigenen Besitz. Eine besondere Bedeutung scheint für ihn dabei auch die Zahl hundert gehabt zu haben. Sie erscheint, zuerst im Zusammenhang mit den Almosen, da es heisst, der Almosengeber werde diese hundertfach (centuplus) zurückbekommen, wird aber auch später im Brief noch mehrmals erwähnt. Auch in Bezug auf das Martyrium und die Konversion soll nämlich der Lohn für die Mühen hundertfach sein; ausserdem wird die Zahl auch in Bezug auf Abrahams Alter genannt, dort wird sie sogar als heilige Zahl bezeichnet. Dem Geben von Almosen stellt Avitus schliesslich das Aufgeben gegenüber und sagt, das Aufgeben sei noch viel verdienstvoller und so leitet er zum Martyrium über.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung der Burgunder und die Rolle des Bischofs Avitus von Vienne als religiöser Akteur.

1. Die politische Situation Burgunds im 5./6. Jh.: Überblick über die schwierige politische Lage des Reiches und die wechselvolle Bündnispolitik unter den verschiedenen Königen.

2. Die Arianer und Katholiken im Reich der Burgunder im 5./6. Jh.: Darstellung des konfessionellen Nebeneinanders, der Unterschiede zwischen Arianismus und Katholizismus sowie der Rolle des Königshauses.

3. Epistula 6: Detaillierte quellenkritische und inhaltliche Untersuchung des Briefes, insbesondere der Argumentation des Autors.

Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich der Überzeugungsstrategien von Avitus von Vienne im religiösen Diskurs.

Schlüsselwörter

Avitus von Vienne, Burgunderreich, Arianismus, Katholizismus, Konversion, Epistula 6, Gundobad, Sigismund, Martyrium, Almosen, theologische Argumentation, Spätantike, Religionsgeschichte, Briefliteratur, Biblische Exegese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert ein spezifisches Schreiben des Bischofs Avitus von Vienne an einen burgundischen Herrscher, um die religiöse Argumentation des Autors zu verstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die politische und religiöse Situation im spätantiken Burgund, die trinitarische Kontroverse zwischen Arianern und Katholiken sowie die rhetorischen Mittel der Überzeugung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Argumentationsstruktur in Epistula 6 freizulegen und zu erklären, wie Avitus versucht, den Empfänger zum Übertritt zum Katholizismus zu bewegen.

Welche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, die den Brief in seinen historischen Kontext einbettet und stilistische sowie inhaltliche Motive untersucht.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung, eine Darstellung der religiösen Verhältnisse, eine quellenkritische Bestimmung der Epistula 6 sowie eine detaillierte inhaltliche Argumentationsanalyse.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Konversion, Arianismus, Martyrium, Almosen sowie die historische Figur des Avitus von Vienne.

Warum spielt das Martyrium eine so wichtige Rolle für Avitus?

Avitus stilisiert die Konversion zu einer Art "modernem Martyrium", um den Verzicht auf frühere Lebensweisen religiös als Heldentat aufzuwerten und so den Übergang zum neuen Glauben attraktiver zu machen.

Welche Bedeutung hat das Beispiel Abrahams im Text?

Das Beispiel des alten Abraham dient Avitus dazu, dem Empfänger zu vermitteln, dass es für eine religiöse Umkehr niemals zu spät ist, wobei der Fokus stark auf dem hohen Alter des biblischen Patriarchen liegt.

Inwieweit spielt die Bibel bei der Argumentation eine Rolle?

Avitus verwendet biblische Zitate und Beispiele, um seine theologischen Forderungen zu untermauern, wobei eine gewisse Bibelfestigkeit des Empfängers vorausgesetzt wird, um die Tiefe der Argumente zu erfassen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Konversion als Martyrium
Untertitel
Eine Analyse der Epistula 6 von Avitus von Vienne
Hochschule
Universität Zürich  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Geschichte der Burgunder und des zweiten Burgunderreichs
Note
5.5 (Schweiz)
Autor
Natascha Frey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V1744860
ISBN (PDF)
9783389199848
ISBN (Buch)
9783389199855
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Burgunder Burgunderreich Antike Konversion Arianismus Katholizismus Religion Germanen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natascha Frey (Autor:in), 2019, Konversion als Martyrium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1744860
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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