Die Berliner Luftbrücke - Ein Schlachtfeld?

Denkmäler und historische Einblicke


Hausarbeit, 2006

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Berliner Luftbrücke 1948-1949

3. Verschiedene Denkmäler der Luftbrücke

4. Das Luftbrückendenkmal

5. Die Luftbrücke als Schlacht um Berlin?

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

9. Bild-Anhang

1. Einführung

Diese Arbeit beschäftigt sich im Rahmen der Seminarveranstaltung „Der historische Ort - Das Schlachtfeld“ mit der Berlin-Blockade von 1948/1949 und der daraus resultierenden Luftbrücke.

Es soll vor allem ein Einblick in die Geschichte und das Leben der Berliner Bürger zur Zeit der Luftbrücke entstehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in dieser Arbeit sind die Denkmäler der Luftbrücke, und hier besonders das Denkmal zum Gedenken an die Opfer der Luftbrücke In einer geschichtlichen Einführung zu den Geschehnissen der Berliner Blockadezeit wird zuerst dargestellt, wie es zu der Luftbrücke kommen konnte. Daraufhin fällt das Augenmerk auf die verschiedenen Denkmäler, welche noch heute an die Jahre 1948 und 1949 in Berlin erinnern.

Im Anschluss soll ein Denkmal beschrieben und analysiert werden, welches als „Luftbrückendenkmal“ bekannt ist.

Schließlich stelle ich mich in dieser Hausarbeit der Frage, ob man die Luftbrücke als eine Art Schlacht um Berlin sehen kann.

Abschließend werde ich in einem kurzen Schlusswort ein Resümee ziehen und wünschenswerte Forschungsgebiete anmerken.

2. Die Berliner Luftbrücke 1948-1949

Nach dem zweiten Weltkrieg1 kam es in Deutschland zur Aufteilung des Landes unter den vier Alliierten - Vereinige Staaten von Amerika, Frankreich, Großbritannien und Sowjetunion. Die Hauptstadt Berlin wurde ebenfalls unter den vier Besatzungsmächten aufgeteilt.

Am 20. März 1948 verließen jedoch die Mitglieder der Sowjetischen Delegation den Alliierten Kontrollrat.2

Die Sowjetische Besatzungsmacht war bestrebt, Berlin nach außen und innen hin komplett abzuriegeln. Am 3. April werden sogar die Eisenbahnverbindungen von München und Hamburg nach Berlin gesperrt.3 Die Sowjetische Delegation verlässt schließlich am 16. Juni 1948 die Alliierte Kommandantur der Stadt Berlin.4

Am 20. Juni kommt es in den Westzonen Deutschlands zur Währungsreform. Die Deutsche Mark der Bank Deutscher Länder (DM) wird eingeführt.5 Als Reaktion auf die Währungsreform kommt es am 24. Juni 1948 zur Blockade Berlins. Die Sowjets unterbrechen den Personen- und Güterverkehr von und nach Berlin wegen so genannter technischer Störungen. Es kommt ebenfalls zur Einstellung der Stromlieferung nach West-Berlin.6 Zum 25. Juni führten die drei Westalliierten USA, Großbritannien und Frankreich in Ihren Sektoren Berlins die Deutsche Mark neben der Ost-Mark als gesetzliches Zahlungsmittel ein.

Die Britische und die Amerikanische Militärregierung ordneten die Einstellung des Güterverkehrs aus Ihren Zonen in die sowjetisch besetzte Zone an. Dies war der Beginn der Gegenblockade. An diesem Tag flogen auch die ersten amerikanischen Militärflugzeuge (Abb. 1) Güter in die belagerte Stadt.7 Am 30. Juni kam es von britischer Seite zum formellen Teilnahmebeschluss an der Luftbrücke zur Versorgung West-Berlins aus der Luft.8

Am 1. Juli 1948 übergaben die westlichen Militärgouverneure Robertson9, Clay10 und Noiret11 die „Frankfurter Dokumente“12 an die elf westdeutschen Ministerpräsidenten.13

Der 8. Juli 1948 gilt als offizieller Beginn der Luftbrücke.14 (Abb. 2) Am 20. Juli bietet die Sowjetische Besatzungsmacht an, die West-berliner zu versorgen. Doch nicht mehr als sechs Prozent der Bevölkerung West-Berlins nehmen dieses Angebot wahr.15

Wegen der für die Luftbrücke zu geringen Kapazität der Berliner Flughäfen Tempelhof und Gatow beginnen am 4. August 1948 die Bauarbeiten für den Flughafen Tegel. Diese sollten durch Unterstützung der Französischen Besatzungsmacht und unter Einbeziehung der Berliner Bevölkerung lediglich 85 Tage dauern.16

Die Stromknappheit in West-Berlin führt am 13. August zur Verfügung des Magistrats über die drastische Einschränkung der Stromzuteilung.17 Für die Bevölkerung war dies mit enormen Einschränkungen verbunden. Der Winter rückte näher und Elektrizität und Kohlen wurden immer knapper. Am 1. September 1948 kam der Parlamentarische Rat in Bonn zusammen. Dieser setzte sich aus 65 Abgeordneten und fünf Vertretern Berlins, jedoch ohne Stimmrecht, zusammen.18

Am 7. September brechen die vier Militärgouverneure Robertson, Clay, Noiret und Sokolowsky19 ihre Verhandlungen in Berlin ab.20 Ein Ende der Luftbrücke ist zu diesem Zeitpunkt nicht in Sicht.

Der 9. September 1948 ging in die Geschichte ein. An diesem Tag demonstrierten über 300 000 Berlinerinnen und Berliner vor der Ruine des Reistags.21 Dort hielt Ernst Reuter22 seine bekante Rede an die Völker der Welt23 (Abb. 3). Diese Rede war ein Appell an die Welt, Berlin nicht aufzugeben und die Versorgung und Unterstützung durch die Luftbrücke bei zu behalten.

Die Versorgung der Berliner wurde nach genau erstellten Plänen durchgeführt. So bekamen die West-Berliner täglich 400 Gramm Brot, 50 Gramm Nährmittel, 40 Gramm Fleisch, 30 Gramm Fett, 40 Gramm Zucker, 400 Gramm Kartoffeln und 5 Gramm Käse.24 Im Osten der Stadt waren die Versorgungspläne ähnlich.

Am 5. Dezember 1948 wurden in den Westsektoren Berlins freie Wahlen durchgeführt. Die SED nahm nicht teil und boykottiere die Wahlen. Die Wahlbeteiligung von 86,3 % war Ausdruck des Widerstands gegen die Blockade. Zwei Tage später stand fest, dass Ernst Reuter als Oberbürgermeister wiedergewählt war.25

Am 21. Dezember nimmt die Alliierte Kommandantur Ihre Tätigkeit wieder auf, jedoch ohne sowjetische Beteiligung.26

Kurz nach Beginn des neuen Jahres, am 5. Januar nimmt RIAS27 die Kabarett-Sendung „Die Insulaner“ in sein Programm auf.28

Am 20. März 1949 erklären die westlichen Stadtkommandanten die D-Mark zum einzigen gültigen Zahlungsmittel in den Westsektoren Berlins.29 Am Rekordtag der Luftbrücke, dem 11. April 1949, wurden fast 13 000 Tonnen Fracht innerhalb von 24 Stunden nach West-Berlin eingeflogen.30 Ein entscheidender Schritt zur Aufhebung der Luftbrücke, war das Viermächte-Abkommen, welches am 4. Mai 1949 in New York unterzeichnet wurde.

[...]


1 1939-1945

2 Vgl. Udo Wetzlaugk, Berliner Blockade und Luftbrücke 1948/49, Berlin 1998, S. 109.

3 Vgl. Ebd.

4 Vgl. Ebd., S. 110.

5 Vgl. Ebd.

6 Vgl. Ebd.

7 Vgl. Ebd. S 111.

8 Vgl. Ebd.

9 Robertson, Oberbefehlshaber der britischen Besatzungstruppen in Deutschland

10 Lucius Dubignon Clay, amerikanischer General, geboren am 23.04.1897 in Marietta (Ga.), gestoreben am

16.04.1978 in Cape Cod (Mass.). Oberbefehlshaber der amerikanischen Besatzungstruppen in Deutschland (1947/48), Seit 1962 Ehrenbürger von Berlin.

11 Noiret, Oberbefehlshaber der französischen Besatzungstruppen in Deutschland.

12 Die „Frankfurter Dokumente“ waren die Ermächtigung zur Bildung einer verfassungsgebenden Versammlung bis zum 01.09.1048.

13 Vgl. Wetzlaugk 1998, S. 111.

14 Vgl. Ebd.

15 Vgl. Ebd., S. 112.

16 Vgl. Ebd., S. 72 f.

17 Vgl. Ebd., S. 112.

18 Vgl. Ebd.

19 Wassilij Danilowitsch Sokolowsky, sowjetischer Marschall. Geboren am 21.07.1897 in Kozliki, gestorben am

10.05.1968 in Moskau. 1946-1949 Oberbefehlshaber der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland. 1952- 1960 Chef des Generalstabes der Roten Armee.

20 Vgl. Wetzlaugk 1998, S. 113.

21 Vgl. Ebd.

22 Ernst Reuter, deutscher Politiker (Sozialdemokrat, 1918-21 Kommunist), geboren am 29.07.1889 in Apenrade, gestorben am 29.09.1953 in Berlin. 1931-33 Oberbürgermeister von Magdeburg, 1939-45 Professor in Ankara, ab 1948 Oberbürgermeister von West-Berlin.

23 Auszug aus der Rede Ernst Reuters am 09.09.1948: „Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass Ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!“

24 Vgl. Wetzlaugk 1998, S. 113].

25 Vgl. Ebd., S. 114.

26 Vgl. Ebd.

27 RIAS - Radio im Amerikanischen Sektor

28 Vgl. Wetzlaugk 1998, S. 114.

29 Vgl. Ebd.

30 Vgl. Ebd.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Berliner Luftbrücke - Ein Schlachtfeld?
Untertitel
Denkmäler und historische Einblicke
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Der historische Ort - Das Schlachtfeld
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V174877
ISBN (eBook)
9783640955725
ISBN (Buch)
9783640955756
Dateigröße
1056 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luftbrücke, Berlin, Rosinenbomber, Dankmal, Luftbrückendenkmal, Eduard Ludwig
Arbeit zitieren
David Kiefer (Autor), 2006, Die Berliner Luftbrücke - Ein Schlachtfeld?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174877

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