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Entwicklung und Förderung des Erst- und Zweitspracherwerbs bei Kindern mit Migrationshintergrund

Handlungsbedarfe und Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit

Title: Entwicklung und Förderung des Erst- und Zweitspracherwerbs bei Kindern mit Migrationshintergrund

Bachelor Thesis , 2011 , 76 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sabrina Müller (Author)

Social Work
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Sprachentwicklung im Kindesalter ist so komplex wie faszinierend. In den letzten Jahrzehnten wurden diesbezüglich viele Untersuchungen durchgeführt und in verschiedenen Ansätzen erklärt. Forscher sind sich jedoch heute darüber einig, dass nicht nur eine Komponente berücksichtigt werden darf. Der Sprachprozess ist ein Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Faktoren. Eine verzögerte oder gestörte Sprache hat bereits in frühen Jahren Einfluss auf die Bildungsmöglichkeiten des Kindes, auf die Persönlichkeit des Kindes, aber auch auf sein soziales Umfeld. Es gibt Hinweise darauf, dass sich Sprachstörungen bei Kindern mit Migrationshintergrund mit höherer Wahrscheinlichkeit ausbilden als bei Kindern mit nur einer Sprache.
Die vorliegende Arbeit hat sich das Ziel gesetzt, die Sprachentwicklung bei Kindern zu beschreiben und darauf basierend Schlüsse auf den Zweitspracherwerb zu ziehen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt doch bei Kindern mit Migrationshintergrund, deren Spracherwerb gestört ist. Die Arbeit soll dazu anregen, sich mit den Themen Sprachentwicklung, Sprachstörung und Sprachförderung ausführlicher zu beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Wie Kinder sprechen lernen

1.2 Der Prozess des Spracherwerbs nach Erkenntnis der Entwicklungspsychologie

1.3 Einfluss der elterlichen Sprache auf den kindlichen Spracherwerb

1.4 Wie man denkt, so spricht man

1.5 Die Bedeutung der Sprache für Kinder

1.6 Spracherwerb und Kindergarten

2 Sprachstörungen bei Kindern

2.1 Ursachen für Sprachstörungen im Kindesalter

2.2 Hilfen bei Sprachstörungen im Kindesalter

3 Sprachstanderhebung vor Schuleintritt

4 Zweisprachigkeit bei Kindern im Vorschulalter

4.1 Statistischer Überblick der Migration in Deutschland

4.2 Zweisprachigkeit aufgrund von Migration

5 Die Bedeutung der Muttersprache für das Kind und den Prozess des Zweitspracherwerbs

5.1 Kognitive Aspekte der Muttersprache

5.2 Emotionale Aspekte der Muttersprache

5.3 Persönliche Aspekte der Muttersprache

6 Beeinträchtigungen und Auswirkungen von Zweisprachigkeit

6.1 Kognitive Auswirkungen

6.2 Sprachliche Auswirkungen

6.2.1 Sprechverweigerung

6.2.2 Sprachmischungen

6.3 Soziale Auswirkungen

6.3.1 Gesellschaft

6.3.2 Familie

7 Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund

7.1 Politische und gesellschaftliche Ansätze zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund

7.2 Pädagogische Verfahren zur Spracherfassung bei Kindern mit Migrationshintergrund (vorwiegend im Kindergarten)

7.2.1 Cito-Sprachtest

7.2.2 SFD

7.2.3 SISMIK

7.3 Projekte zur pädagogischen Unterstützung und Förderung bei Kindern mit Migrationshintergrund

7.3.1 Eckpunkte für die Umsetzung in Kindergärten

7.3.2 Projekt KIKUS

7.3.3 Sprache macht stark!

8 Handlungsmöglichkeiten und Grenzen Sozialer Arbeit

9 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachentwicklung im Kindesalter sowie die Herausforderungen und Fördermöglichkeiten im Bereich der Zweisprachigkeit, mit einem besonderen Fokus auf Kinder mit Migrationshintergrund. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Komplexität des Spracherwerbs zu schärfen und aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte und die Soziale Arbeit durch frühzeitige, ganzheitliche Interventionen Chancengleichheit fördern können.

  • Grundlagen und Theorien der frühkindlichen Sprachentwicklung
  • Ursachen und Auswirkungen von Sprachstörungen bei Kindern
  • Bedeutung der Muttersprache im Prozess des Zweitspracherwerbs
  • Kognitive und soziale Auswirkungen der Zweisprachigkeit
  • Pädagogische Verfahren zur Sprachstanderhebung und Förderung
  • Handlungsmöglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

1.2 Der Prozess des Spracherwerbs nach Erkenntnis der Entwicklungspsychologie

Der Prozess der Sprachentwicklung beginnt nach Grimm (1999), genau wie nach Bruner (1985), bereits im Mutterleib. Der kompetente Säugling wird demnach mit der Fähigkeit, Sprache zu erlernen, geboren. Grimm nennt diese „Vorausläuferfähigkeiten“ (Grimm 1999, S. 20). Darunter versteht sie „(…) sprachrelevante Operationen von viel generelleren Fähigkeiten der Wahrnehmung und der Kognition (…)“ (ebd.), die sich schon beim Fötus entwickeln und als Voraussetzung u. a. für die Sprachentwicklung entscheidend sind. Weiterhin betont sie, dass in den ersten Wochen des Neugeborenen der Prozess in Richtung Sprachentwicklung weitergeführt wird. In diesem frühen Stadium ist der Säugling in der Lage zu interagieren und sich mitzuteilen. Er schreit auf eine andere Weise, wenn er hungrig ist, als wenn er eine volle Windel hat und sich unwohl fühlt. Bei Gesprächen von Erwachsenen reagieren Säuglinge sensibel auf deren Gesichter und Stimmen und bringen sich in Form von Lallen in ein Gespräch mit ein. Sie verfolgen mittels Blickkontakt das Gesprochene der jeweiligen Person. Wer glaubt, dass es keinen Sinn macht, sich mit Neugeborenen zu unterhalten, unterliegt demnach einem Irrtum. Babys sind sogar auf Kommunikation ihrer Umwelt angewiesen und beginnen, anfangs Mimik und später Stimmlaute nachzuahmen (Grimm 1999, S. 20). Wie sonst sollen Babys Stimmlaute und -melodien erlernen, wenn nicht durch Vorbilder? Voraussetzungen für einen normalen Verlauf der Sprachentwicklung bei einem funktional gesunden Kind sind dementsprechend Aufmerksamkeit, Akzeptanz und Zuwendungen der Bezugspersonen, immer in Begleitung von Kommunikation (Wendlandt 2000, S. 10 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Wie Kinder sprechen lernen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Theorien zur Sprachentwicklung, den Einfluss der elterlichen Sprache und die Bedeutung der Kommunikation für Kinder im Vorschulalter.

2 Sprachstörungen bei Kindern: Hier werden Ursachen für Sprachstörungen im Kindesalter sowie die Notwendigkeit frühzeitiger Interventionsmaßnahmen durch Fachkräfte dargestellt.

3 Sprachstanderhebung vor Schuleintritt: Das Kapitel behandelt die Relevanz der frühzeitigen Sprachstandserhebung, um Förderbedarfe vor Schuleintritt zu identifizieren.

4 Zweisprachigkeit bei Kindern im Vorschulalter: Es wird ein Überblick über die Migration in Deutschland gegeben und der simultane sowie sukzessive Zweitspracherwerb bei Vorschulkindern erläutert.

5 Die Bedeutung der Muttersprache für das Kind und den Prozess des Zweitspracherwerbs: Der Fokus liegt auf der kognitiven, emotionalen und persönlichen Relevanz der Erstsprache für den erfolgreichen Zweitspracherwerb.

6 Beeinträchtigungen und Auswirkungen von Zweisprachigkeit: Hier werden sowohl positive kognitive Aspekte als auch potenzielle Herausforderungen und sprachliche Beeinträchtigungen zweisprachiger Erziehung diskutiert.

7 Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund: Das Kapitel stellt politische Ansätze, diagnostische Verfahren wie Cito oder SISMIK und konkrete Förderprojekte wie KIKUS vor.

8 Handlungsmöglichkeiten und Grenzen Sozialer Arbeit: Der Stellenwert der Sozialen Arbeit im interdisziplinären Kontext der Sprachförderung wird analysiert, wobei auch auf die professionellen Grenzen eingegangen wird.

9 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die unterstreicht, dass frühzeitige Sprachförderung und die Wertschätzung der Muttersprache essenziell für die Integration sind.

Schlüsselwörter

Sprachentwicklung, Sprachförderung, Sprachstörung, Kinder mit Migrationshintergrund, Zweisprachigkeit, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Sprachstandserhebung, Soziale Arbeit, Frühförderung, Migration, Kommunikation, Interdisziplinarität, Sprachbewusstsein, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Sprachentwicklung bei Kindern unter besonderer Berücksichtigung der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund und der Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Kontext.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die frühkindliche Sprachentwicklung, die Entstehung von Sprachstörungen, die Bedeutung der Muttersprache, die Herausforderungen der Zweisprachigkeit sowie pädagogische Interventionsmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Wichtigkeit einer frühzeitigen und ganzheitlichen Sprachförderung zu verdeutlichen, um Chancengleichheit für Kinder mit Migrationshintergrund im Bildungssystem zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse entwicklungspsychologischer und pädagogischer Ansätze sowie auf der Darstellung und kritischen Reflexion bestehender Sprachförderkonzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Spracherwerbs, Ursachen von Sprachstörungen, die Dynamiken der Zweisprachigkeit, verschiedene Sprachstandserhebungsverfahren sowie spezifische Förderprojekte wie KIKUS und "Sprache macht stark!" diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachentwicklung, Sprachförderung, Zweisprachigkeit, Kinder mit Migrationshintergrund, Sprachstörungen und Soziale Arbeit.

Welche Rolle spielt die Muttersprache laut dieser Arbeit?

Die Muttersprache ist nicht nur Grundlage für die emotionale und kognitive Entwicklung, sondern ein essenzielles Fundament, das den Erwerb einer Zweitsprache begünstigt und gefördert werden muss.

Wie bewertet die Autorin die Sprachförderung in Kindergärten?

Die Autorin betont, dass Sprachförderung zwar meist im Kindergarten erfolgt, jedoch die Qualität und Nachhaltigkeit der Verfahren oft unzureichend und länderabhängig schwankend sind.

Warum ist die Soziale Arbeit für die Sprachförderung wichtig?

Die Soziale Arbeit agiert als Bindeglied zwischen Kind, Familie und Institutionen und kann insbesondere dort ansetzen, wo bildungsferne Familien Unterstützung beim Spracherwerb ihrer Kinder benötigen.

Was ist das "SISMIK"-Verfahren?

SISMIK steht für "Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen" und ist ein in Bayern entwickeltes Beobachtungsverfahren zur gezielten Erfassung des Spracherwerbsverlaufs.

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Details

Title
Entwicklung und Förderung des Erst- und Zweitspracherwerbs bei Kindern mit Migrationshintergrund
Subtitle
Handlungsbedarfe und Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
College
University of Applied Sciences at Cottbus
Grade
1,3
Author
Sabrina Müller (Author)
Publication Year
2011
Pages
76
Catalog Number
V175304
ISBN (eBook)
9783640962235
ISBN (Book)
9783640991334
Language
German
Tags
entwicklung förderung erst- zweitspracherwerbs kindern migrationshintergrund handlungsbedarfe interventionsmöglichkeiten sozialen arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Müller (Author), 2011, Entwicklung und Förderung des Erst- und Zweitspracherwerbs bei Kindern mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175304
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