Die Heldenreise im kommerziellen Kinofilm mit Filmbeispiel „Arielle, die Meerjungfrau“


Essay, 2011

6 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Die Heldenreise im kommerziellen Kinofilm mit Filmbeispiel „Arielle, die Meerjungfrau“

Verlauf der Heldenreise

Der Begriff der Heldenreise beschreibt ein typisches Erzählmuster für (Film-) Handlungen, das im Wesentlichen der Handlungsfolge der griechischen Mythologien entspricht. Dabei sieht sich die Hauptfigur, der Held bzw. die Heldin, mit einer unwillkommenen Situation konfrontiert, die er bzw. sie durch das Bewältigen diverser Aufgaben und Schwierigkeiten meistern muss, damit die Geschichte einen guten Ausgang findet.

Dieses Grundmuster der Heldenreise lässt sich in einem Großteil der kommerziell erfolgreichen Kinofilme erkennen. Daraus wirft sich die Frage auf, warum die Zuschauer diese immer wiederkehrende Struktur gutheißen, warum sie diese teilweise Vorhersehbarkeit des Plots begrüßen, statt sie abzulehnen.

Kino als Flucht aus der Realität

Zum Einen zählt ein Kinobesuch zu den Freizeitaktivitäten und soll Ablenkung vom Alltag bieten. Zum Anderen gefällt den Konsumenten, das (teilweise) Scheitern der Leinwand-Helden zu beobachten. Dadurch werden oft Situationen geschaffen, mit denen die Zuschauer sich identifizieren können, in denen sie Parallelen zu ihrem eigenen Leben entdecken. Doch divergent zum realen Leben enden populäre Kinofilme, auf die das Schema der Heldenreise zutrifft, positiv. Für die Protagonisten wendet sich die Handlung – trotz aller Schwierigkeiten – zum Guten.

Das Kuriose daran ist, dass sich das Publikum im Allgemeinen genau das wünscht. Das Erzählmuster der Heldenreise bietet eine Flucht von der alltäglichen Realität. Das omnipräsente „Happy End“ spendet den Rezipienten Trost bzw. erfüllt sie mit der Hoffnung, dass sich auch ihr eigenes Leben allen Widrigkeiten zum Trotz zum Guten wenden wird bzw. alternativ dass ihr momentan glücklicher Zustand fortdauern wird (denn der Film endet schließlich auch mit dem „Happy End“). Die Suggerierung dieses frohen Gemütszustandes sowie das im Schnitt etwa 90-minütige Ausblenden des Alltags bilden den Gegenwert zum gezahlten Kinoeintritt.

Heldenreise ohne „Happy End“

Selbst bei dem aktuellen Kassenschlager „Black Swan“ vom Regisseur Darren Aronofsky, bei dem die Protagonistin zwar die Hauptrolle in einem Balletstück ergattert, doch am Ende der Aufführung durch Selbstmord stirbt, lässt sich die Heldenreise erkennen. Obwohl die Story kein klassisches „Happy End“ aufweist, befreit sich die Hauptdarstellerin durch ihren Selbstmord von dem großen psychischen Druck unter dem sie leidet und stirbt glücklich in dem Bewusstsein, einen perfekten Auftritt abgeliefert zu haben. Trotz ihres Tods hat sie persönliche Freiheit erreicht, eine mögliche Form des Schatzes in der Heldenreise.

Heldenreise als narratives Erfolgsgeheimnis von Disney-Filmen

Auch der US-amerikanische Medienkonzern The Walt Disney Company wendet das Erfolgsgeheimnis Heldenreise kontinuierlich in seinen „Kinderfilmen“ an und begeistert so Millionen von Kinogängern, darunter auch viele Erwachsene. Die putzigen Figuren stehen stets einem Problem gegenüber, dass Sie aber gemeinsam, vor allem dank der Gewitzheit des Helden/der Heldin in schwierigen Situationen und trotz aller Hindernisse und Bedrohungen, letztendlich überwinden können, so dass „die Guten“ gewinnen und „die Bösen“ verlieren.

Filmbeispiel: Arielle, die Meerjungfrau

Arielle, die Meerjungfrau gerät in die verzwickte Situation in einen menschlichen Prinzen verliebt zu sein, mit dem sie als Meerjungfrau aber nicht zusammen sein kann. Um Beine anstelle ihrer Flosse zu bekommen, lässt sie sich auf einen riskanten Tauschhandel mit der bösen Meerhexe Ursula ein und als die Lage hoffnungslos erscheint, wächst der Prinz über sich hinaus und tötet die Hexe, was alles Unglück Ungeschehen macht. Allerdings wird auch Arielle wieder zu einer Meerjungfrau. Ihr mächtiger Vater, der vormals kein Verständnis für Arielles Liebe zu dem Prinzen hatte, erkennt jedoch das Unglück und verwandelt sie mit Hilfe seines Zauber-Dreizacks wieder in einen Menschen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Die Heldenreise im kommerziellen Kinofilm mit Filmbeispiel „Arielle, die Meerjungfrau“
Hochschule
Universität Bayreuth
Veranstaltung
Medienwissenschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
6
Katalognummer
V175746
ISBN (eBook)
9783640968855
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Begriff der Heldenreise beschreibt ein typisches Erzählmuster für (Film-) Handlungen, das im Wesentlichen der Handlungsfolge der griechischen Mythologien entspricht. Dieses Grundmuster der Heldenreise lässt sich in einem Großteil der kommerziell erfolgreichen Kinofilme erkennen. Daraus wirft sich die Frage auf, warum die Zuschauer diese immer wiederkehrende Struktur gutheißen, warum sie diese teilweise Vorhersehbarkeit des Plots begrüßen, statt sie abzulehnen.
Schlagworte
Heldenreise, Kino, Arielle
Arbeit zitieren
Dipl-Betriebsw. (DH) Verena Ziegler (Autor), 2011, Die Heldenreise im kommerziellen Kinofilm mit Filmbeispiel „Arielle, die Meerjungfrau“ , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175746

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