Web 2.0 - ein Begriff, der für moderne, intuitiv zu bedienende, sozial fokussierte Inter- netanwendungen steht, rückt zunehmend ins Blickfeld und den Investitionsfokus von Unternehmen. Entscheider erkennen die Vorzüge von effizienter, dezentraler Kom- munikation und auch im PM identifiziert man Web 2.0-Werkzeuge, die die Steuerung von Projekten vereinfachen. Damit einher geht ein Sinneswandel, fort von zentralisti- schem Strukturdenken hin zu verteiltem Arbeiten innerhalb von Projekten.
Die Wahl des Themas „Web 2.0 und Projektmanagement“ fiel aufgrund der intensiven, sowohl privaten, als auch beruflicher Nutzung des Internets und verschiedener Web 2.0-Dienste durch den Autor. Da sich viele Web 2.0 Anwendungen bereits etablieren konnten – Twitter zum Beispiel – offenbart sich nun in der Praxis das Potenzial dieser neuartigen Dienste.
Aus wissenschaftlicher und betrieblicher Sicht stellen sich dabei einige Fragen, deren abschließende Beantwortung jedoch den Rahmen dieser Arbeit übersteigt, sie seien daher nur grob umrissen:
1. Wie wirkt sich der Einsatz von Web 2.0-Werkzeugen im PM auf die Effizienz und den Erfolg von Projekten aus?
2. Ändern sich Projektabbruchquoten durch Nutzung von Web 2.0-Werkzeugen?
3. Wie ändern sich Organisationen durch den Einsatz von Web 2.0-Werkzeugen?
Diese Seminararbeit beschäftigt sich speziell mit dem Einsatz von Web 2.0 im PM und geht dabei auf Werkzeuge, Methoden und Anwendungsgebiete ein. Ebenso zeigt sie Chancen und Grenzen des PM 2.0 auf. Hierzu erfolgen zunächst eine Begriffsklärung sowie eine Erläuterung des Begriffes PM 2.0. Im Anschluss wird eine willkürliche Aus- wahl von Methoden und Werkzeugen anhand von theoretischen Überlegungen und praktischen Beispielen vorgestellt und bewertet. Das Fazit fasst die besprochenen In- halte noch einmal zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärung
2.1 Web 2.0
2.2 Projektmanagement
2.2.1 Projekt
2.2.2 Management
2.2.3 Projektmanagement
2.3 Abgrenzung
3 Projektmanagement 2.0
4 Methoden und Werkzeuge
4.1 6-3-5 - Methode
4.2 ABC-Analyse
4.3 Blogs
4.4 Brainstorming
4.5 Enterprise MashUps
4.6 Microblogging
4.7 Mindmapping
4.8 Netzplantechnik
4.9 Podcasts
4.10 Soziale Netzwerke
4.11 Wikis
5 PM-Methoden und Web 2.0 im Vergleich
5.1 Tabellarische Übersicht
5.2 Auswertung
6 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Web 2.0-Werkzeugen zur Unterstützung und Optimierung des klassischen Projektmanagements, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie durch moderne Kommunikation und Kollaboration in Projekten ein Wandel zu effizienterem, verteiltem Arbeiten vollzogen werden kann.
- Analyse der Kompatibilität von Web 2.0-Charakteristika mit klassischen PM-Methoden.
- Untersuchung von Web 2.0-Werkzeugen wie Blogs, Wikis und sozialen Netzwerken im PM-Kontext.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe Web 2.0 und Projektmanagement.
- Bewertung verschiedener Methoden hinsichtlich ihres Nutzens für das sogenannte "Projektmanagement 2.0".
Auszug aus dem Buch
4.3 Blogs
Blogs sind eine einfach bereitzustellende und kostengünstige Möglichkeit, die Kommunikation innerhalb eines Projektes flexibler und nachhaltiger zu gestalten. Durch ihre Eigenschaft als eine Art (Projekt-)Tagebuch, dokumentieren sie den Projektfortschritt und verbessern zeitgleich das Wissensmanagement des Projekts oder sogar des Unternehmens. Verschlagwortung (Tagging), Kategorisierung und Suchfunktionen gewährleisten eine gute Wiederauffindbarkeit von Inhalten. Mitarbeiter, die später in die Projektarbeit einsteigen, können auf diese Weise den bisherigen Verlauf nachvollziehen und sich schneller in das Projekt einfinden.
Blogs sind üblicherweise per RSS abonnierbar und verändern damit die Art der Kommunikation im Vergleich zu Emails. Die Information, die jeder einzelne Mitarbeiter erhält, liegt damit mehr und mehr in der Verantwortung jedes einzelnen.
Eine integrierte Kommentarfunktion ermöglicht es Lesern des Blogs, mit dem Autor unmittelbar in Verbindung zu treten und Diskussionen über projektrelevante Themen dezentral und zeitunabhängig zu führen. Im Verlaufe eines Projektes lässt sich aus einer aktiven Leserschaft auch eine Art Community ableiten (5. Kriterium).
Je mehr die Autoren, aber vor allem die Leser, Blogs nutzen, desto höher ist der eigentliche Nutzwert dieses Werkzeugs (2. Kriterium).
Blogs erfüllen also wesentliche Kriterien des Web 2.0 und eignen sich somit als Werkzeug des Projektmanagement 2.0.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Verbindung von Web 2.0 und Projektmanagement ein und umreißt die Forschungsfragen hinsichtlich Effizienz, Projekterfolg und organisatorischen Veränderungen.
2 Begriffsklärung: Hier werden die zentralen Begriffe Web 2.0, Projekt, Management und Projektmanagement definiert und voneinander abgegrenzt.
3 Projektmanagement 2.0: Dieses Kapitel erläutert den Unterschied zwischen klassischem PM und PM 2.0, wobei der Fokus auf verstärkter Kollaboration, Transparenz und der Rolle des Projektleiters liegt.
4 Methoden und Werkzeuge: Eine Auswahl klassischer PM-Methoden wird beschrieben und hinsichtlich ihrer Eignung als Web 2.0-Dienst beziehungsweise für das PM 2.0 untersucht.
5 PM-Methoden und Web 2.0 im Vergleich: In diesem Kapitel werden die besprochenen Methoden anhand definierter Web 2.0-Kriterien tabellarisch gegenübergestellt und ausgewertet.
6 Resümee: Die Arbeit schließt mit einem Fazit zur hohen Kompatibilität zwischen Web 2.0 und Projektmanagement und einem Ausblick auf zukünftige dynamische Arbeitsformen.
Schlüsselwörter
Web 2.0, Projektmanagement, PM 2.0, Kollaboration, Enterprise MashUps, Blogs, Wikis, Soziale Netzwerke, Wissensmanagement, Kommunikation, Microblogging, Mindmapping, Netzplantechnik, Projektsteuerung, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie moderne Web 2.0-Technologien und -Methoden das klassische Projektmanagement ergänzen oder verändern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition von Web 2.0 und Projektmanagement, die Analyse von Werkzeugen wie Wikis und Blogs sowie deren Eignung für kollaborative Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Web 2.0-Werkzeuge genutzt werden können, um die Projektsteuerung und -kommunikation effizienter und transparenter zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse und führt einen konzeptionellen Vergleich von PM-Methoden anhand von sieben Web 2.0-Kriterien durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Methoden und Werkzeuge, von klassischen Ansätzen wie Netzplantechnik bis hin zu modernen Lösungen wie Enterprise MashUps, detailliert beschrieben und bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie PM 2.0, Kollaboration, Web 2.0, Wissensmanagement und Projektkommunikation geprägt.
Warum schneiden Enterprise MashUps in der Bewertung so gut ab?
Sie bringen das Web 2.0-Konzept direkt in die Unternehmensstrukturen ein und ermöglichen es, Anwendungsdienste dynamisch an die Bedürfnisse der Anwender anzupassen.
Welche Schwächen haben klassische PM-Methoden wie die Netzplantechnik laut der Analyse?
Sie sind oft zu statisch und lokal verwaltet, bieten kaum Ansätze für gemeinschaftliches Arbeiten und sind daher konzeptionell wenig kompatibel mit Web 2.0-Prinzipien.
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- Tobias Kalder (Author), 2011, Web 2.0 und Projektmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176222