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Data Storytelling. Grönland

Titel: Data Storytelling. Grönland

Hausarbeit , 2026 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Leon Gogovic (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Unsere Schülerinnen und Schüler sind im Alltag einer wahren Flut aus Data Stories, Social Media und Fake News ausgesetzt, oft ohne das nötige Werkzeug, um diese Eindrücke wirklich einzuordnen. In dieser Arbeit möchte ich daher beleuchten, was genau hinter dem Begriff Data Storytelling steckt und wo die Gefahren lauern. Die zentrale Problemstellung, der sich diese Arbeit widmet, ist die mangelnde Widerstandsfähigkeit von Schülern gegenüber manipulativen Data Stories. Vor allem aber widme ich mich der Frage, wie wir es schaffen, die Magie der Medienmacher zu entzaubern: Damit Jugendliche nicht mehr auf emotionale Schnitttechniken, verzerrte Diagramme oder einseitige Narrative hereinfallen, sondern lernen hinter die Kulissen zu schauen. Um zu verstehen, warum Data Stories eine so immense Wirkung auf unser Denken entfalten, müssen wir einen Blick unter die Oberfläche werfen. In diesem Kapitel kläre ich zunächst, was modernes Data Storytelling im Kern ausmacht und wo die aktuelle Forschung an ihre Grenzen stößt. Darauf aufbauend verbinde ich ökonomische Narrative mit kognitionspsychologischen Modellen, um das Zusammenspiel von emotionaler Manipulation und menschlicher Informationsverarbeitung theoretisch zu fassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung/ Theoretische Fundierung:

1.1 Begriffsbestimmung

1.2 Forschungsstand und Forschungslücke

1.3 Narrative Ökonomie und die Macht der Erzählung

1.4 Kognitionspsychologische Grundlagen: Dual-Process-Theory und Cognitive Load

2. Didaktische Zielsetzung

2.1 Die Methode der Aktiven Impfung

3. Praxisanwendung und Reflexion: Die Data Story Kampf um Grönland

3.1Der Einsatz für die 10. Klasse

3.2 Herausforderungen in der Durchführung

3.3 Visualisierung des Storyboards

4. Fazit: Der Blick hinter den Vorhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial sowie die manipulativen Risiken von Data Storytelling in der sozioökonomischen Bildung und widmet sich der leitenden Forschungsfrage, wie die Widerstandsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern gegenüber interessengeleiteten Datenvisualisierungen und medialen Narrativen gestärkt werden kann. Im Zentrum steht dabei die Erprobung eines innovativen didaktischen Ansatzes, bei dem Lernende durch die Methode der aktiven Impfung selbst manipulative Mechanismen anwenden und dekonstruieren, um eine reflektierte Daten- und Medienkompetenz zu entwickeln.

  • Theoretische Fundierung von Data Storytelling zwischen Narrativer Ökonomie und Kognitionspsychologie (Dual-Process-Theory und Cognitive Load)
  • Analyse von Manipulationsmechanismen in Social Media, Videoplattformen und geopolitischen Diskursen
  • Didaktische Konzeption der aktiven Impfung zur Förderung kritischer Data Literacy
  • Praxisorientierte Unterrichtsgestaltung für eine 10. Klasse anhand des geopolitischen Fallbeispiels „Kampf um Grönland“
  • Ethische Reflexion und Dekonstruktion von Daten-Narrativen zur Stärkung der Urteilsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

1.1 Begriffsbestimmung

Obwohl es in der Fachliteratur keine feste Definition gibt, ist Data Storytelling im Kern die Brücke zwischen Zahlen und einer guten Geschichte. Es geht darum, Datenanalysen so aufzubereiten und zu vermitteln, dass sie nicht nur informieren, sondern echte Entscheidungen unterstützen (Neifer 2020: 1035). Man übersetzt Analyseergebnisse durch eine klare Sprache und gezielte Bilder in eine Geschichte, die die Zielgruppe auch wirklich versteht (Neifer 2020: 1035; Heilmann 2024: 78). Data Storytelling lässt sich als strukturierter Ansatz zur Kommunikation von Datenerkenntnissen verstehen, der zwei Schlüsselelemente untrennbar miteinander verknüpft: Datenvisualisierungen und Narrative (Burghardt & Ring, 2023). Während Daten allein oft abstrakt, kalt und für Lernende schwer greifbar bleiben, ermöglicht erst die visuelle Aufbereitung und die Vermischung von Daten in einer Geschichte, dass Jugendliche komplizierte Daten angeblich leicht verstehen können. Dabei geht es vor allem um die emotionale Anschlussfähigkeit komplexer Inhalte (Heilmann, 2024, S. 79). Data Storytelling ist demnach die bewusste Vermischung von Datenpunkten, die zu einem bestimmten Narrativ führen. Die Daten fungieren dabei sowohl als objektiver Inhalt als auch als Träger einer spezifischen Botschaft. Der Prozess des Storytellings übersetzt komplizierte Zahlen in eine bildhafte, leicht verständliche Sprache. Ein Beispiel dafür ist meine Ausarbeitung einer Data Story Video: Wenn ich nur sage, dass Russland und die USA über den Nordpol eigentlich Nachbarn sind, ist das erst mal nur eine trockene Info. Aber in dem Moment, wo ich die Karte drehe und der schützende Ozean optisch verschwindet, rücken die Länder plötzlich bedrohlich nah zusammen. So wird aus einer harmlosen Kilometerzahl ein direktes Gefühl von Gefahr. Letztlich soll dieser Prozess Erkenntnisse so präsentieren, dass sie zum Handeln motivieren (Neifer 2020: 1035). Erst durch diese Einbettung in eine Story bekommen Daten eine echte Bedeutung und werden für die Schüler handlungsrelevant (Neifer 2020: 1035f.). Ziel ist es, Sachverhalte nicht nur trocken zu erklären, sondern echte Aha-Momente zu erzeugen (Neifer 2020: 1036).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung/ Theoretische Fundierung: Das Kapitel definiert den Begriff des Data Storytellings, benennt die bestehende Forschungslücke im Schulbereich und fundiert die emotionale Wirkung von Narrativen anhand der Narrativen Ökonomie sowie kognitionspsychologischer Modelle wie der Dual-Process-Theory und Cognitive Load Theory.

2. Didaktische Zielsetzung: Dieses Kapitel erläutert die Verankerung der Data Literacy in der sozioökonomischen Bildung und stellt das Konzept der aktiven Impfung vor, bei dem Lernende durch eigene Erprobung von Manipulationsstrategien immun gegen mediale Verzerrungen werden sollen.

3. Praxisanwendung und Reflexion: Die Data Story Kampf um Grönland: Anhand einer konkreten Unterrichtsreihe für eine 10. Klasse wird ein multimediales Fallbeispiel vorgestellt, didaktisch operationalisiert, in einem Storyboard visualisiert sowie hinsichtlich technischer und ethischer Herausforderungen kritisch beleuchtet.

4. Fazit: Der Blick hinter den Vorhang: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit, im Politikunterricht über das reine Ablesen von Diagrammen hinauszugehen, und betont den didaktischen Wert der Selbstwirksamkeit, wenn Lernende Narrative hinterfragen und eigene alternative Datengeschichten konstruieren.

Schlüsselwörter

Data Storytelling, Data Literacy, Aktive Impfung, Sozioökonomische Bildung, Geopolitik, Manipulation, Kognitionspsychologie, Dual-Process-Theory, Storyboard, Medienkompetenzrahmen NRW, Grönland, Informationsgesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und den Wirkungsweisen von Data Storytelling im sozioökonomischen Unterricht und analysiert, wie visuelle und narrative Aufbereitungen von Daten Wahrnehmungen formen und manipulieren können.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den thematischen Schwerpunkten gehören kognitionspsychologische Grundlagen der Informationsverarbeitung, ökonomische Narrative, das didaktische Konzept der aktiven Impfung sowie die praxisorientierte Dekonstruktion digitaler Medienformate.

Was ist das primäre Ziel beziehungsweise die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler befähigt werden können, die Konstruiertheit und suggestive Lenkung von Datenvisualisierungen zu erkennen und dadurch eine kritische Medien- und Datenkompetenz zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methodik und theoretische Basis wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Synthese aus Fachdidaktik, Narrativer Ökonomie (nach Robert Shiller) und kognitionspsychologischen Modellen wie der Dual-Process-Theory von Daniel Kahneman sowie auf die didaktische Konzeption einer Fallstudie für den Unterricht.

Was wird im Hauptteil der Publikation behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Planung und Reflexion einer Unterrichtseinheit für die 10. Klasse zum Fallbeispiel „Kampf um Grönland“, inklusive Phasenmodell, didaktischer Reduktion, Storyboard-Entwicklung und ethischer Reflexion von Manipulationstechniken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Prägende Fachbegriffe sind unter anderem Data Storytelling, Data Literacy, aktive Impfung, Dual-Process-Theory, Framing, Heuristiken, Medienanalyse und geopolitische Bildung.

Wie funktioniert die didaktische Methode der „Aktiven Impfung“?

Anstatt Datenmanipulation nur theoretisch zu behandeln, schlüpfen die Lernenden selbst in die Rolle des Manipulators, indem sie Diagrammachsen verzerren, suggestive Kartenausschnitte wählen oder narrative Zuspitzungen konstruieren; diese eigene Handlungserfahrung macht sie nachweislich resistenter gegen externe Täuschungen.

Welche konkrete Rolle spielt das Fallbeispiel Grönland in der Arbeit?

Am Beispiel Grönlands wird demonstriert, wie durch den Wechsel von einer Mercator-Projektion zu einer polaren Karte sowie durch dramatische Musik und selektive Fakten (Rohstoffvorkommen, Militärpräsenz) das scheinbar unausweichliche Narrativ konstruiert wird, die USA müssten Grönland kaufen.

Wie wird das Risiko vermieden, dass Schüler durch solche Simulationen das Vertrauen in Fakten verlieren?

Der Autor betont, dass der Unterricht keinesfalls bei der Konstruktion manipulativer Geschichten stehenbleiben darf, sondern eine gezielte ethische Reflexion folgen muss, in der Lernende dieselben Daten nutzen, um eine alternative Geschichte friedlicher Kooperation zu erzählen und Begründungsqualitäten kritisch zu prüfen.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Data Storytelling. Grönland
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Didaktik für den Sozialwissenschaftlichen Unterricht
Note
1,0
Autor
Leon Gogovic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2026
Seiten
13
Katalognummer
V1764055
ISBN (PDF)
9783389205242
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DATA Storytelling FAKENEWS* Fakenews
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leon Gogovic (Autor:in), 2026, Data Storytelling. Grönland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1764055
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Leseprobe aus  13  Seiten
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