Moderne Beschaffungskonzepte. C-Teile-Management und eProcurement


Studienarbeit, 2010
24 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Problemstellung und Vorgehensweise

2. C-Teile-Management
2.1 Grundlage: ABC-Analyse
2.2 Eigenschaften C-Teile, Beschaffungsprobleme und Definition C-Teile-Management
2.3 Bisheriges Vorgehen im C-Teile-Management
2.4 Optimierungsansätze im C-Teile-Management

3. eProcurement
3.1 Definition eProcurement
3.2 Anwendungsbeispiele
3.2.1 Elektronische Marktplätze
3.2.2 Elektronische Kataloge
3.2.3 Vor- und Nachteile der Anwendungsbeispiele
3.3 Vorteile und Erfolgspotenziale von eProcurement

4. Übergreifender Anwendungsfall 1: Desktop Purchasing System

5. Übergreifender Anwendungsfall 2: C-Teile-Beschaffung via Dienstleister

6. Optimierter Bestellprozess nach Kämpf und Boivin

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: ABC-Analyse

Abbildung 2: Klassische Wert-Mengen-Relation

Abbildung 3: Bezugsgrößen im Vergleich

Abbildung 4: Warenwert sowie Anzahl der Bestellvorgänge und Lieferanten

Abbildung 5: Konventioneller Beschaffungsprozess

Abbildung 6: Prozesskostenanteil bei Bestellungen von A- und C-Teilen

Abbildung 7: Kategorisierung von Marktplätzen

Abbildung 8: Katalog-Szenarien

Abbildung 9: Einflussfaktoren auf die Wahl des Katalog-Systems

Abbildung 10: Vor- und Nachteile der Anwendungsbeispiele für das eProcurement

Abbildung 11: Vorteile und Erfolgspotenziale von eProcurement

Abbildung 12: Optimierter Beschaffungsprozess

1. Problemstellung und Vorgehensweise

Mit der vorliegenden Arbeit sollen zwei moderne Konzepte der Beschaffungslogistik, namentlich das C-Teile-Management und die elektronische Beschaffung (eProcurement) vorgestellt werden. Die Wichtigkeit beide Konzepte hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Dabei werden zum Verständnis dieser Arbeit gewisse Kenntnisse auf dem Gebiet der Beschaffungslogistik vorausgesetzt.

Im Kapitel „C-Teile-Management“ wird zunächst auf die ABC-Analyse, welche als Grundlage des Konzepts anzusehen ist, eingegangen. Anschließend werden die Eigenschaften von C-Teilen beschrieben. Weiterhin wird das bisherige Vorgehen im C-Teile-Management anhand einer grafischen Darstellung näher beleuchtet. Das Kapitel wird durch die Auflistung von Optimierungsansätzen abgeschlossen.

Da viele dieser Ansätze durch elektronische Beschaffung erzielt werden können, wird auch ein eigener Abschnitt „eProcurement“ eingefügt. Dieser klärt zunächst, was unter diesem Begriff zu verstehen ist. Anschließend werden zwei Anwendungsfälle, nämlich der elektronische Marktplatz sowie der elektronische Katalog, näher beschrieben. Zum Schluss werden noch die Erfolgspotenziale der elektronischen Beschaffung genannt.

Das vierte Kapitel zeigt ein sog. „Desktop Purchasing System“ als übergreifendes Praxisbeispiel. Hier wird das C-Teile-Management anhand eines eProcurement-Tools durchgeführt.

Ein weiterer Anwendungsfall ist das Outsourcing des C-Teile-Management, d.h. die Beschaffung der entsprechenden Güter über Dienstleister. Dieser wird im fünften Abschnitt beschrieben. Da dieses Beispiel vor allem für KMU relevant ist, wurde es in die vorliegende Arbeit aufgenommen, um den Praxisbezug dieser Arbeit im Zusammenhang mit dem Studiengang „Innovation im Mittelstand“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt zu erhöhen.

Das sechste und letzte Kapitel befasst sich mit einem optimierten Bestellprozess für C-Teile nach Kämpf und Boivin. Dieser verbindet Informationen aus den vorherigen Abschnitten, namentlich zu den Themen Desktop Purchasing und Outsourcing des C-Teile-Managements in einem Ansatz.

2. C-Teile-Management

2.1 Grundlage: ABC-Analyse

Welche Materialien als A-, B- oder C-Teile gelten, wird in der sog. ABC-Analyse festgelegt. Allgemein ist diese ein „Verfahren zur Schwerpunktbildung durch Dreiteilung: A: wichtig, dringend; B: weniger wichtig; C: unwichtig, nebensächlich“.[1]

Die Anwendungsgebiete der ABC-Analyse sind vielfältig. Sie wird bspw. in der Organisationsanalyse und im Zeitmanagement sowie bei Make or Buy-Entscheidungen eingesetzt.[2] Weiterhin dient sie der Klassifizierung von Kunden bzw. Produkten nach Umsätzen sowie von Lagerartikeln nach Wert.[3]

Für diese Arbeit relevant ist jedoch die Anwendung in der Materialwirtschaft. Hier ist der Ausgangspunkt der ABC-Analyse die Erkenntnis, dass die verschiedenen Beschaffungsobjekte/Materialien und Lieferanten nicht alle gleich zu behandeln sind. Die Analyse klassifiziert diese Beschaffungsobjekte bzw. Lieferanten.[4] Im Fall von Material wird hier dessen Menge-Wert-Verhältnis ermittelt.[5] Melzer-Ridinger beschreibt dies wie folgt: „Die klassische ABC-Analyse klassifiziert das Beschaffungsprogramm nach dem Kriterium ,Anteil des Beschaffungsobjekts am gesamten Einkaufswert einer Periode‘“.[6]

Hier geht man folgendermaßen vor:

1. Ermittlung des wertmäßigen Periodenverbrauchs sowie des prozentualen Wertanteils,
2. Sortierung der Positionen nach fallendem Wert und Kumulierung der prozentualen Wertanteile,
3. Auswertung durch Festlegung von Klassengrenzen und grafische Darstellung.[7] Diese erfolgt durch eine Konzentrationskurve, die sog. Lorenz-Kurve.[8]

Das Mengen-Wert-Verhältnis spiegelt also die relative Bedeutung des analysierten Materials wider,[9] und die Einteilung der Materialien kann wie folgt wiedergegeben werden: „A-Teile: geringer mengenmäßiger Anteil, hoher Wertanteil; B-Teile: mittlerer mengenmäßiger Anteil, mittlerer Wertanteil; C-Teile: hoher mengenmäßiger Anteil, geringer Wertanteil“.[10] Die oben beschriebene Vorgehensweise (in abweichender Gliederung der Schritte) sowie die grafische Darstellung der ABC-Analyse mittels einer Lorenzkurve bietet folgende Abbildung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: ABC-Analyse

Quelle: Schulte (2005), S. 308.

Die klassische, wert- und mengenmäßige Verteilung zeigt auch folgende Darstellung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Klassische Wert-Mengen-Relation

Quelle: Sackstetter, Schottmüller (2001), S. 75.

Beispiele für A-, B- und C-Teile bietet bspw. Werner. Bei einem Hersteller für Bremsgeräte sind Sensoren und Tellergehäuse A-Teile, während Rollmembrane zu den B-Teilen und Schrauben, Dichtringe sowie Mutter zu den C-Teilen gehören.[11]

Die in der ABC-Analyse ermittelten C-Teile sind nun für diese Arbeit von weiterer Bedeutung.

2.2 Eigenschaften C-Teile, Beschaffungsprobleme und Definition C-Teile-Management

In diesem Abschnitt soll aufgelistet werden, was C-Teile ausmacht:

Im vorherigen Kapitel wurde bereits ausführlich darauf eingegangen, dass C-Teile einen geringen Wertanteil bei gleichzeitig hohem Mengenanteil besitzen.[12] Dies macht sie auch für den strategischen Einkauf eines Unternehmens uninteressant.[13]

Weiterhin besteht meist ein großes Spektrum an Anbietern und Lieferanten,[14] welche kaum bzw. gar nicht in die Prozesse integriert sind.[15]

Unternehmensintern werden häufig nur Kleinbestellungen ausgelöst.[16] Stand 2004 betrug der Produktwert bei 33% aller Einkäufe in deutschen Industrieunternehmen lediglich EUR 50,00.[17] Außerdem werden diese durch eine Vielzahl von Personen durchgeführt.[18]

Dies führt regelmäßig zu einem außergewöhnlichen Aufwand hinsichtlich des Beschaffungsprozesses, bspw. durch hohen Zeitaufwand bzw. lange Durchlaufzeiten bei der Bedarfserfassung und der Bestellabwicklung oder durch Medienbrüche.[19]

Schließlich werden C-Teile in der Kosten- und Leistungsrechnung oft über die Material-Gemeinkosten verrechnet.[20]

Die folgende Abbildung verdeutlicht noch einmal einige der hier genannten Punkte/Bezugsgrößen mit einem Vergleich von A-, B- und C-Teilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Bezugsgrößen im Vergleich

Quelle: eigene Darstellung, nach Sackstetter, Schottmüller (2001), S. 78.

Aus all diesen Punkten kann geschlossen werden, dass das Einspar- und Optimierungspotenzial bei C-Teilen weniger beim Preis, sondern regelmäßig in den Prozessen und deren Kosten gegeben ist.[21] Dies wird auch deutlich, wenn man das Verhältnis von Warenwert, Anzahl der Bestellvorgänge und Anzahl der Lieferanten von A-, B- und C-Teilen betrachtet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Warenwert sowie Anzahl der Bestellvorgänge und Lieferanten

Quelle: Stöckler (2005), S. 3.

In diesem Zusammenhang wird C-Teile-Management als „Optimierung der Beschaffungsprozesse von C-Gütern im Rahmen des eProcurement“[22] definiert.

2.3 Bisheriges Vorgehen im C-Teile-Management

In der Vergangenheit wurde das C-Teile-Management sehr konventionell gehandhabt. Die Beschaffung der Teile erfolgte abteilungsübergreifend und wurde von verschiedenen funktionalen Organisationseinheiten abgewickelt.

Ein exemplarischer Bestellablauf wird von Kämpf und Boivin anhand der folgenden Abbildung beschrieben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Konventioneller Beschaffungsprozess

Quelle: Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe.

[...]


[1] o. V. (2000a), in: Gabler (2000), S. 3.

[2] Vgl. o. V. (2000a), in: Gabler (2000), S. 3.

[3] Vgl. Fiedler (1998), S. 281.

[4] Vgl. Melzer-Ridinger (1999), in: Pepels (2000), S. 80 sowie Werner (2008), S. 189.

[5] Vgl. o. V. (2000a), in: Gabler (2000), S. 3 sowie Schulte (2005), S. 308.

[6] Melzer-Ridinger (1999), in: Pepels (2000), S. 80.

[7] Vgl. Fiedler (1998), S. 283.

[8] Vgl. Schulte (2005), S. 309 sowie Fiedler (1998), S. 282.

[9] Vgl. Schulte (2005), S. 308.

[10] o. V. (2000a), in: Gabler (2000), S. 3.

[11] Vgl. Werner (2008), S. 189.

[12] Vgl. Kapitel 2.1 der vorliegenden Arbeit sowie bspw. Sackstetter, Schottmüller (2001), S. 75, Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe und Stöckler (2005), S. 2.

[13] Vgl. Reindl, Oberniedermaier (2002), S. 215, Stöckler (2005), S. 2 sowie Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe.

[14] Vgl. Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe sowie Stöckler (2005), S. 2.

[15] Vgl. Stöckler (2005), S. 2 sowie Reindl, Oberniedermaier (2002), S. 215.

[16] Vgl. Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe sowie Stöckler (2005), S. 2.

[17] Vgl. Straube (2004), S. 229.

[18] Vgl. Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe sowie Stöckler (2005), S. 2.

[19] Vgl. Werner (2008), S. 189, Reindl, Oberniedermaier (2002), S. 214-215, Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe, Straube (2004), S. 229 sowie Stöckler (2005), S. 2.

[20] Vgl. Reindl, Oberniedermaier (2002), S. 215, Stöckler (2005), S. 2 sowie Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe.

[21] Vgl. Werner (2008), S. 189, Stöckler (2005), S. 2 sowie Kämpf, Boivin (2008a), ohne Seitenangabe.

[22] Stöckler (2005), S. 1.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Moderne Beschaffungskonzepte. C-Teile-Management und eProcurement
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Veranstaltung
Innovative Logstiksysteme im Mittelstand
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V176626
ISBN (eBook)
9783640979394
ISBN (Buch)
9783640979615
Dateigröße
1795 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beschaffungskonzepte, C-Teile-Management, eProcurement, Logistik, Logistikkonzepte, Studienarbeit
Arbeit zitieren
Michael Streit (Autor), 2010, Moderne Beschaffungskonzepte. C-Teile-Management und eProcurement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176626

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