Blickt man auf den Verlauf der Geschichte, gab es immer wieder Wirtschaftskrisen mit massiven Auswirkungen auf die Volkswirtschaften vieler Länder. Erwähnt werden muss hier vor allem die Weltwirtschaftkrise von 1929, sicherlich eine der größten Krisen der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Es folgten die Ölkrisen 1973 und 1979 / 1980. Die zunehmende Vernetzung der Märkte und der Einzug der Informationstechnologie im Verlauf des späten 20. Jahrhunderts eröffnete neue Möglichkeiten und ließ die Volkswirtschaften näher zusammenrücken.
Diese Entwicklung begünstigte auch das Entstehen der aktuellen Krise. Ihren Anfang nahm sie im Jahr 2000 als die Dot – Com Blase, eine Spekulationsblase des IT – Bereiches, platzte. Die Maßnahmen, welche daraufhin zur Stabilisierung der Konjunktur getroffen wurden, sorgten in der Folgezeit für eine globale Hochkonjunkturphase. In Deutschland zum Beispiel lag die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2006 auf dem niedrigsten Stand seit den frühen neunziger Jahren. Im Juli 2007 erreichte der deutsche Aktienindex ‘DAX’, mit 8151,57 Punkten seinen bis dato höchsten Stand.
Dieser Zeitpunkt markiert jedoch auch den Wendepunkt dieser Entwicklung, das Wirtschaftswachstum begann zu stocken. Als die Krise auf den internationalen Finanzmärkten in der zweiten Hälfte des Jahres 2007 einsetzte, verkehrte sich dieser wirtschaftliche Aufschwung langsam in eine Abwärtsspirale, die sich selbst durch den Einsatz der Zentralbanken zur Sicherung der Liquidität auf den Märkten nicht mehr aufhalten ließ. Zunächst wurde vor allem durch Medien und Politik versucht, das Ausmaß zu relativieren. Peer Steinbrück sagte noch im August 2007 ‘Es gibt keinen Grund zur Nervosität über die Realwirtschaft’. Das wahre Ausmaß der Krise wurde durch verstärkt auftretende Hiobsbotschaften, zunächst von Unternehmen des Finanzsektors, immer offensichtlicher und wirkte sich schließlich global auf unterschiedliche realwirtschaftliche Branchen und infolge dessen direkt oder indirekt auf unser individuelles Leben aus. Die Weltwirtschaft verzeichnete einen Einbruch in einem seit der Weltwirtschaftskrise 1929 nicht da gewesenen Ausmaß.
Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach wichtig, sowohl die Ursachen, als auch die Auswirkungen dieser Krise zu analysieren und sich bewusst zu machen, dass ihre Folgen uns alle betreffen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
2 DIE ENTSTEHUNG UND VERLAUF DER FINANZKRISE
2.1 Die US - Immobilienkrise
2.1.1 Die Entstehung der Immobilienblase und der übermäßigen Verschuldung in den USA
2.1.1.1 Die Dot.com – Blase als Ausgangspunkt
2.1.1.2 Die Entstehung der Immobilienblase und die Erweiterung der Kreditvergaben durch „Subprime Kredite“
2.1.1.3 Der Anstieg des fremdfinanzierten Konsums durch Zusatzkredite
2.1.2 Verbriefung
2.1.3 Die Immobilienblase platzt
2.2 DIE FINANZKRISE
2.2.1 Definition Finanzwirtschaft
2.2.2 Der Beginn der Krise
2.2.3 Die „Finanzkrisen - Welle“ schwappt nach Europa
2.2.4 Die Finanzkrise in Deutschland
2.2.4.1 Erste deutsche Banken geben Verluste bekannt
2.2.4.2 Das Bankenmisstrauen
2.2.4.3 Reaktionen der Zentralbanken
2.2.4.4 Die Finanzkrise spitzt sich zu
2.2.5 Die Krise der Finanzwirtschaft wird zur Krise der Realwirtschaft
3 DIE WIRTSCHAFTSKRISE
3.1 Die Gesamtwirtschaft
3.1.1 Die Realwirtschaft, Definition
3.1.2 Die Struktur der deutschen Wirtschaft, die einzelnen Sektoren
3.1.2.1 Bedeutung der Landwirtschaft in der deutschen Volkswirtschaft
3.1.2.2 Bedeutung der Industrie in der deutschen Volkswirtschaft
3.1.2.3 Bedeutung der Dienstleistung in der deutschen Volkswirtschaft
3.2 Die Wirtschaftskrise
3.2.1 Auswirkung der Krise auf die einzelnen Sektoren der deutschen Realwirtschaft
3.2.1.1 Auswirkung auf die Landwirtschaft
3.2.1.2 Auswirkung auf die Industrie
3.2.1.3 Auswirkung auf die Dienstleistung
3.2.2 Auswirkung der Krise auf unterschiedliche Industriebereiche innerhalb Deutschlands
3.2.2.1 Krise im Automobilbereich
3.2.2.2 Krise im Maschinen- und Anlagenbau
3.3 Maßnahmen der deutschen Regierung um der Krise entgegenzusteuern
3.3.1 Das Rettungspaket
3.3.2 Das Konjunkturpaket I
3.3.3 Das Konjunkturpaket II
4 DER DEUTSCHE MITTELSTAND IN DER KRISE
4.1 Definition Mittelstand
4.1.1 Qualitative Abgrenzung
4.1.1.1 Qualitative Abgrenzung nach Definition des Institut für Mittelstandforschung Bonn
4.1.1.2 Qualitative Abgrenzung nach Definition der Europäischen Kommission
4.1.2 Quantitative Abgrenzungen
4.1.2.1 Quantitative Abgrenzung nach Definition des Institut für Mittelstandforschung Bonn
4.1.2.2 Quantitative Abgrenzung nach Definition der Europäischen Kommission
4.2 Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Volkswirtschaft
4.3 Grundlegende Schwierigkeiten der Unternehmensfinanzierung im deutschen Mittelstand unabhängig von der Krise
4.4 Auswirkungen der Krise auf den Mittelstand
4.4.1 Entwicklung der Konjunktur
4.4.1.1 Frühjahr 2008
4.4.1.1a Die Geschäftslage im Mittelstand
4.4.1.1b Umsatzentwicklung im Mittelstand
4.4.1.1c Personalentwicklung im Mittelstand
4.4.1.2 Herbst 2008
4.4.1.2a Die Geschäftslage im Mittelstand
4.4.1.2b Umsatzentwicklung im Mittelstand
4.4.1.2c Personalentwicklung im Mittelstand
4.4.1.3 Frühjahr 2009
4.4.1.3a Die Geschäftslage im Mittelstand
4.4.1.3b Umsatzentwicklung im Mittelstand
4.4.1.3c Personalentwicklung im Mittelstand
4.4.2 Die Exporte sinken
4.4.3 Die Kreditklemme
4.4.4 Wechselkursverluste
4.5 Beispiele mittelständischer Unternehmen in der Krise
4.5.1 Firma Märklin
4.5.2 Firma Rosenthal
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Ursachen und den Verlauf der globalen Finanzkrise ab 2007/2008 und deren tiefgreifende Auswirkungen auf die deutsche Realwirtschaft, mit besonderem Fokus auf den deutschen Mittelstand. Ziel ist es, das Zustandekommen der Krise, die staatlichen Gegenmaßnahmen und die spezifischen Herausforderungen für mittelständische Unternehmen – insbesondere in Bezug auf Finanzierung, Export und Beschäftigung – zu untersuchen und aufzuzeigen, warum diese Unternehmen durch ihre Struktur besonders anfällig für solche Krisen sind.
- Entstehung und weltweite Ausbreitung der Finanzkrise (US-Immobilienkrise)
- Struktur der deutschen Wirtschaft und Bedeutung des Mittelstands
- Auswirkungen der Finanzkrise auf verschiedene Wirtschaftssektoren
- Staatliche Maßnahmen zur Krisenbewältigung (Rettungs- und Konjunkturpakete)
- Besondere Herausforderungen für den Mittelstand (Kreditklemme, Export, Eigenkapital)
Auszug aus dem Buch
2.1.1.1 Die Dot.com – Blase als Ausgangspunkt
Es gestaltet sich schwierig den Ausgangspunkt, beziehungsweise die Auslöser der aktuellen Finanzkrise von 2007/2008 zu finden. Zum einen entsteht eine solche Krise nicht plötzlich, sondern entwickelt sich teilweise über Jahre hinweg, zum anderen erschwert die globale Vernetzung der Marktteilnehmer und das daraus entstehende komplexe System auf dem weltweiten Finanzmarkt die Suche nach den ausschlaggebenden Ursachen für die Entstehung der Krise.
Um den Zeitrahmen einzuschränken beziehe ich mich lediglich auf Entwicklungen und Geschehnisse des vergangenen Jahrzehntes und beginne mit dem Platzen der so genannten „Dot.com“ - Blase im Jahr 2000. Hierbei handelte es sich um eine weltweit aufgebauschte Spekulationsblase. Laut Definition ist eine Spekulationsblase die „Bezeichnung für einen völlig überkauften Markt, der sich von der realen Wirtschaftsentwicklung völlig gelöst hat. Immer mehr Anleger kaufen auf Grund von Erfolg versprechenden Berichten schon zu überhöhten Preisen und hoffen noch immer auf eine rasche Wertsteigerung ihrer Investition. Anfangs scheinen die Preise weiter zu steigen, bis sich der reale Wert des Spekulationsobjektes durchsetzt und Käufer zu gewinnbringenden Preisen ausbleiben. Es kommt zum Krach und die Werte fallen rapide. Die Spekulanten erleiden ab diesem Zeitpunkt einen Verlust ihrer Investitionen. Spekulationsblasen treten in der Regel im Börsen-, Rohstoff- oder Immobilienbereich auf.“
Diese erreichte im Jahr 2000 in ihrer Abkopplung von der realen Wirtschaftsentwicklung ihren Höhepunkt und platzte zwangsläufig. Betroffen waren vor allem Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche, kurz IT – Branche. Der weltweit größte Markt für IT - Unternehmen war die gleichzeitig größte elektronische amerikanische Börse mit dem Namen „NASDAQ“, ausgeschrieben „National Association of Securities Dealers Automated Quotations“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik der globalen Finanzkrise, Darlegung der Problemstellung und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2 DIE ENTSTEHUNG UND VERLAUF DER FINANZKRISE: Chronologische Analyse der Ursachen, angefangen bei der US-Immobilienblase über die globale Ausbreitung bis hin zum Übergreifen auf die Realwirtschaft.
3 DIE WIRTSCHAFTSKRISE: Beschreibung der Struktur der deutschen Wirtschaft, der Auswirkungen der Krise auf verschiedene Sektoren sowie Darstellung der staatlichen Rettungs- und Konjunkturmaßnahmen.
4 DER DEUTSCHE MITTELSTAND IN DER KRISE: Detaillierte Untersuchung der Auswirkungen auf den Mittelstand unter Berücksichtigung von Finanzierungsbedingungen, Exporten und Fallbeispielen wie Märklin und Rosenthal.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und kritischer Ausblick auf die Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen im globalen Wirtschaftsgefüge.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Immobilienblase, Subprime-Kredite, Realwirtschaft, Mittelstand, KMU, Konjunkturpaket, Kreditklemme, Bankenmisstrauen, Export, Basel II, Eigenkapital, Insolvenz, Rezession, Wirtschaftswachstum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen der globalen Finanzkrise ab 2007/2008 und beleuchtet detailliert deren massive Auswirkungen auf die deutsche Volkswirtschaft, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem deutschen Mittelstand liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung der Immobilienblase in den USA, die Übertragung der Krise auf das globale Finanzsystem, die daraus resultierende Wirtschaftskrise in Deutschland sowie die verschiedenen staatlichen Gegenmaßnahmen und die spezifische Betroffenheit mittelständischer Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser das Zustandekommen der Finanzkrise verständlich zu machen und die spezifischen direkten sowie indirekten Folgen für den Mittelstand aufzuzeigen, um dessen schwierige Lage während dieser Zeit zu deuten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Vorgehensweise, bei der aktuelle Statistiken, Studien (z. B. der Creditreform Konjunkturforschung), Wirtschaftsdaten und Medienberichte herangezogen wurden, um die Auswirkungen der Krise fundiert zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Analyse der Krise, die Darstellung der deutschen Wirtschaftsstruktur inklusive der Maßnahmen der Bundesregierung sowie die intensive Untersuchung der Auswirkungen auf den Mittelstand, illustriert durch Unternehmensbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Finanzkrise, Mittelstand, Kreditklemme, Konjunkturpaket, Subprime-Kredite und Realwirtschaft charakterisieren.
Warum ist der Mittelstand in Deutschland von der Kreditklemme besonders betroffen?
Der deutsche Mittelstand ist traditionell stark von einer Finanzierung über klassische Bankkredite abhängig und weist im Durchschnitt eine vergleichsweise niedrige Eigenkapitalquote auf, was ihn in Krisenzeiten besonders anfällig für eine restriktive Kreditvergabe der Banken macht.
Welche Rolle spielen Unternehmen wie Märklin und Rosenthal in der Arbeit?
Sie dienen als anschauliche Fallbeispiele für traditionelle mittelständische Unternehmen, deren Insolvenz zeigt, wie die durch die Krise verschärfte Kreditklemme und sinkende Umsätze existenzbedrohend für den Mittelstand wirken können.
- Arbeit zitieren
- Nina Rösch (Autor:in), 2009, Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177629