Gesellschaftliche Auswirkungen kontinuierlicher Bedrohungslagen am Beispiel Japan


Studienarbeit, 2010
23 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhalt

1 Vorwort

2 Einführung in die Thematik

3 Japan verstehen

4 Geschichtlicher Überblick

5 Bedrohtes Japan

6 Exemplarische Beispiele einer anderen Kultur

7 Wahrnehmung versus Realität

8 Staat - Organisation - Gruppen - Individuen

9 Sozialstaat Japan

10 Fazit

11 Quellenangaben

12 Versicherung

1 Vorwort

Wenn man sich, wie es im Folgenden versucht werden soll, mit der Fragestellung auseinandersetzt welche Auswirkungen eine dauerhafte Abfolge von Bedrohungen auf die Entwicklung einer ganzen Gesellschaft haben kann und wie sich in einer solchen, soziale Faktoren äußern, etablieren und festigen können, sieht man sich als Leser ebenso wie als Autor schnell mit der Komplexität einer solchen Thematik konfrontiert.

Ob man ein solches Spektrum allumfassend und endgültig behandeln kann sowie Thesen unanfechtbar und dauerhaft durch eine angebrachte Beweisführung untermauern kann, ist bereits an dieser Stelle klar zu verneinen. Sicherlich bietet die Disziplinenvielfalt der heutigen Wissenschaften ausreichende Möglichkeiten sich Teilaspekten oder Einzelphänomenen zu nähern und diese ausgiebig zu erforschen, jedoch werde ich versuchen, mich im Zuge dieser Studienarbeit zumindest teilweise vom Humboldtschen-Ideal zu lösen und Sie als Leser unter Zuhilfenahme interdisziplinärer Ansätze durch eine wissenschaftliche Kollage von exemplarischen Facetten einer uns, zumindest anfänglich, befremdlich erscheinenden Kultur, durch deren Entwicklung und Eigenheiten zur eigentlichen Fragestellung zurückzuführen.

Die Intension der Struktur dieser Studienarbeit wird es sein, Ihnen die Schwierigkeiten in der Anwendung europäischer Maßstäbe darzulegen und Ihnen als Leser die Möglichkeit zu bieten sich beginnend mit der geschichtlichen Entwicklung Japans einer anderen aber nicht unverstehbaren Kultur anzunähern, sie an exemplarischen Beispielen kennen zu lernen, ihre „Ordnung“ zu verstehen und schlussendlich mehr über das Wechselspiel System-Individuum und wie es um das Soziale in einer solchen Gesellschaft bestellt ist zu erfahren.

Wie definiert man nun das „Andere“ in der Kultur?

“Kultur ist ein universelles,für eine Nation, Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Es beeinflusst Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller Mitglieder und legt demzufolge deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft, Organisation oder Gruppe fest. Das Orientierungssystem ermöglicht den Mitgliedern ihre eigene Umweltbewältigung.

Das so strukturierte Handlungsfeld reicht von geschaffenen Objekten bis hin zu Institutionen, Ideen und Werten“ (Thomas 1994)

Maßgeblich muss hier die Fragestellung nach der Anwendbarkeit eines Kulturbegriffes vorgezogen werden. Sicherlich ist eine „Japanische Kultur“ ebenso wie jede andere die Summe der Kulturellen Elemente in ihr (Krainz, Lackner 2008). Es sind jedoch nicht einzelne Individuen oder Gruppen welche einen geregelten Umgang mit sozialen Fragen gesellschaftlich oder politisch konstituieren sondern (zumindest in einer Demokratie) die Masse beziehungsweise die repräsentative Schnittmenge der Bürger einer Nation. So groß das Unbehagen hierbei auch sein wird, werden wir gezwungen sein den (als Durchschnittsmensch vermutlich nur in der Statistik existenten) Japaner und dessen Kulturverständnis zu betrachten und zu verstehen.

2 Einführung in die Thematik

Wenn wir in unserer heutigen Zeit Nachrichten der verschiedensten uns angebotenen Medien konsumieren begreifen wir sehr schnell, dass wir in gefährlichen Zeiten leben. Weltwirtschaftskrise, Naturkatastrophen, Pandemien, globale Erderwärmung und Weltweit operierende Terrornetzwerke sind Themen welche sich aus der täglichen Berichterstattung nur schwer wegdenken lassen.

Kritiker jedoch haben allen Anlass darauf zu verweisen, dass wir, auf Grund der durch die technische Entwicklung erlangten Kommunikationsmöglichkeiten, einfach in einer wesentlich „kleineren“ Welt leben als die Generationen vor uns die unter dem Einfluss eines lokaleren und überschaubareren Weltbildes zeitgleich als Eltern und Großeltern unsere Erziehung gestalteten und somit auf unseren Blick in die Welt Einfluss nahmen.

Eine Hinterfragung, wann sich zuletzt eines der genannten Ereignisse in unserem Umfeld oder überhaupt in unserem Land ereignete, stellt manchmal die Verhältnismäßigkeit zur Berichterstattung und den ergriffenen staatlichen und gesellschaftlichen Reaktionen in Frage (Schirmer 2008).

Manches hiervon hat eben so viele Auswirkungen auf uns, wie wenn in China der sprichwörtliche Sack Reis umkippt, worüber sich die Medien mit verschiedenen satirischen Beiträgen wie in folgendem Beispiel gerne auch selbst amüsieren.

Mit dieser Studienarbeit möchte ich nun im klaren Kontrast zu unserer Situation mein Augenmerk auf ein Land richten, welches von Fläche, Einwohnerzahl, industrieller und wirtschaftlicher Entwicklung eine gewisse Vergleichbarkeit mit uns zulässt und trotz gänzlich unterschiedlicher kultureller Hintergründe auch wiederkehrenden tatsächlichen Bedrohungen ausgesetzt war und vermutlich auch weiterhin sein wird.

Das Spektrum an Forschungsergebnissen zu vorübergehenden Bedrohungen (vorübergehende Beeinflussung einer Gesellschaft durch Kriege/Katastrophen und deren Nachwirkungen), sowie deren Auswirkungen auf unbeteiligte Gesellschaften und die Ökonomisierung und Politisierung derartiger Phänomene ist weit und äußerst kontrovers.

Die Kernthese dieser Arbeit lautet: „Eine Gesellschaft welche anhaltenden und wiederkehrenden Gefahren ausgesetzt ist, wird sich selbst nicht nur in einen darwinistischen Kontext bringen, sondern rasant weiterentwickeln“

Wenn ich nun anmerke, dass dieses Phänomen menschheitsgeschichtlich nicht neu ist, spiele ich definitiv nicht auf dessen Missbrauch in der deutschen Geschichte an. Viel mehr gab es immer wieder „Quantensprünge“ in der menschheitsgeschichtlichen Entwicklung welche „aus der Not heraus“ entstanden und unser heutiges „Sein“ wie selbstverständlich prägten. Exemplarisch bieten sich hier neuere Forschungsergebnisse zur Neolithischen Revolution an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch die veränderten Lebensumstände auf Grund der entstehenden und sich immer schneller ausbreitender Wüsten wie z.B. der Sahara waren nomadisierende Stämme zum eigenen Fortbestand gezwungen sesshaft zu werden und zu interagieren (Brooks, Heyd 2009).

Ob auch die japanische Gesellschaft im Begriff ist, einen derartigen Sprung zu vollbringen, wird sich im Folgenden zeigen.

Ebenso wäre die Implementierung oder Aufrechterhaltung einer abendländischen Gesellschaft in Japan nur schwer vorstellbar. Was uns vielleicht sogar faschistoid und herablassend erscheinen mag, ist eventuell gar eine japanische Form des Existenzialismus, wenn auch eine überaus seltsame, und als gesellschaftliches Grundverständnis ebenso für den Selbsterhalt von Nöten, wie all die kleinen oft befremdlich wirkenden „Andersartigkeiten“ des japanischen Alltags (van Wolferen, Wolferen 1992).

Es wird kaum möglich sein hier einen auch nur annähernd umfassenden Überblick über die Thematik zu vermitteln oder diese gar professionell wissenschaftlich zu untersuchen. Diese Studienarbeit soll daher, wie bereits erwähnt, nur eine exemplarische Sammlung recherchierter Fakten darstellen, welche ein vielleicht interessantes, wenngleich polemisches, Bild ergeben und der Konzeptionierung eines Forschungsprojektes zur Veranschaulichung desselben voraus gehen könnte.

Bitte beachten Sie, dass Eigennamen hier in der jeweils gängigen Form, für japanische Namen: Nachname Vorname, verwendet werden.

3 Japan verstehen

Eines der Hauptprobleme für die wissenschaftliche Aufarbeitung einschlägiger Fachliteratur ist wohl der allgemeine Mangel an selbiger im außerjapanischen Sprachraum (Simonis 1974b). Obwohl Japan sich seit dem Ende der Edo-Ära und beginnend mit der Iwakura-Mission schrittweise dem Westen und den westlichen Wissenschaften öffnete (Nish 1998), muss zugegeben werden, dass die Interessen mehr über Amerika und Europa zu lernen deutlich größer waren, als sich ebenso intensiv kund zu tun. Zwar gibt man sich als weltoffene Industrienation und umwirbt sich mit Kampagnen, wie zurzeit „Yokoso Japan“ (Japan National Tourism Organization 2010), gibt sich jedoch nicht allzu viel Mühe damit Informationen ins Ausland zu vermitteln, welche nicht dem eigenen Nutzen dienen (Simonis 1974a).

Erst in den vergangenen Jahrzehnten und parallel zur Verbreitung des Internets werden auch japanische Ressourcen der restlichen Welt zur Verfügung gestellt (Cebrián u. a. 1999). Weiterhin bilden die vier parallel verwendeten japanischen S]chriften Kanji (U+4E00-U+9FBF dem chinesischen entliehene Wortstamm­Schrift), Hiragana (U+3040-U+309F grammatikalische Formen), Katakana (U+30A0-U+30FF Silbenschrift für übernommene Fremdwörter) und Römaji (U+0000-U+024F lateinisches Alphabet) eine nur schwer zu überwindende Hürde an der, auch nach meiner persönlichen Erfahrung, selbst professionelle Übersetzungsprogramme gerne und regelmäßig scheitern. Die Bereitstellung einschlägiger Fakten und Fachliteratur ist hier hauptsächlich der Zweisprachigkeit (japanisch/englisch) einiger Webseiten, den noch recht jungen Trend Fachliteratur zur Diskussion in einem globalen Kontext mehrsprachig zu veröffentlichen, sowie und im Besonderen von und durch einzelne japanische Vorreiter zu verdanken. Aber auch hier scheint die Regel zu gelten „Warum mehr preisgeben als nötig“, was sich wiederum im Verhältnis der betreffenden Themenfelder wiederspiegelt (van Wolferen, Wolferen 1992). So ist der Hauptteil der zur Verfügung stehenden Fachliteratur in einem ökonomischen, einschließlich touristischen, Kontext einzuordnen, mit Abstand gefolgt von philosophisch/religiösen Werken und durch diejapanische Brille betrachtete Weltgeschichte (Hammitzsch, Brüll 1990).

Ob als Geschäftsreisender oder als Tourist, für uns westlich geprägte Menschen scheint es bei anfänglicher Recherche in einschlägiger Reiseliteratur einfacher, Japan verstehen zu können, als Erfahrungsberichte von Auswanderern dies schildern. Japan scheint mehr Gesichter zu besitzen, als dies für uns zu erwarten ist. Zu sehr neigt man dazu sich ein Bild von „dem Japaner“ zu machen und dabei zu vergessen, dass ein großer Teil der Erfahrungen aus dem Kontakt mit einer Minderheit der japanischen Bevölkerung wurzeln. Diese Minderheit ist die Gruppe speziell für den Umgang mit „Gaijin“ (Ausländer) geschulten Fachleute oder der interessierten Touristen. Die breite Masse (über 90%) der Japaner beherrscht nur eingeschränkt Fremdsprachen und ist mit westlichen Kulturen, wenn überhaupt, durch Hollywood vertraut (Dambmann 1989).

4 Geschichtlicher Überblick

Die Erforschung der Besiedlung der Japanischen Inseln birgt einige kulturelle Probleme in sich. So wurde entgegen der abendländischen Tradition und aus Respekt vor den Ahnen erst relativ spät eine Phase der geschichtlichen Forschung möglich. Erste dokumentierte Quellen aus China stammen aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung.

Vermutlich fand die Besiedlung Japans, in mehreren Wellen während des Paläolithikum (100.000 bis 30.000 v. Chr.), über damals noch existierende Landverbindungen zu Sibirien und Korea statt. Im Folgenden wird nun eine kleine Auswahl geschichtlicher Epochen vorgestellt, welche hier inhaltlich relevant erscheinen. (Geschichte Japans 22.03.2010; Helmer 22.03.2010).

Yayoi Periode (300 v.Chr. - 250 n. Chr.): Nach aktueller Lehrmeinung wurzelt hier die Entstehung der japanischen Adelsgeschlechter koreanisch stämmiger Siedler welche Einwanderer früherer Epochen nach und nach Richtung Norden verdrängten. Aus dem Jahre 239 stammende chinesische Quellen berichten von der Aufnahme erster Beziehungen zwischen Japan und China durch eine Delegation unter der Japanischen Königin Himiko.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Gesellschaftliche Auswirkungen kontinuierlicher Bedrohungslagen am Beispiel Japan
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Interkulturelle Kommunikation: Von A wie Anders bis Z wie Zusammenarbeit
Note
3,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
23
Katalognummer
V177958
ISBN (eBook)
9783640998654
ISBN (Buch)
9783640998937
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Japan, Naturgewalten, Erdbeeben, Geschichte, Kultur
Arbeit zitieren
Thomas Lindwurm (Autor), 2010, Gesellschaftliche Auswirkungen kontinuierlicher Bedrohungslagen am Beispiel Japan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177958

Kommentare

  • Gast am 12.5.2012

    Der Inhalt der Arbeit wird nur schwerlich dem Titel gerecht. Bereits der Vorschau ist zu entnehmen, dass der Autor weder wissenschaftlichen Ansprüchen genügen kann / möchte, noch laut der Gliederung die Auswirkungen kontinuierlicher Bedrohungslagen konkret herausarbeitet.
    Diese Arbeit kann also bestenfalls für einen Einblick in die Problematik der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Japan von Laien dienen - vor allem ist sie Ausdruck persönlicher Befindlichkeiten mit dem Thema, die für einen unbeteiligten Leser schwer nachvollziehbar wirken.

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