Ich habe dieses Thema gewählt, da es mich im Zuge meines Berufes als Polizistin in Graz immer mehr beschäftigt, warum Menschen sich in Süchten verlieren und sich selbst oftmals gänzlich aufgeben. Ich wurde im Jahr 2009 für drei Wochen dem Kriminalreferat Graz, Fachbereich 03, Suchtmittelkriminalität, zugeteilt und durfte dort einen Einblick in das Verhalten und den Lebensalltag von Suchtmittelabhängigen gewinnen. Straftaten, welche der Beschaffungskriminalität im Suchtmittelmilieu zuzuordnen sind, werden nahezu täglich von Süchtigen in Graz verübt. Dahingehend war es mein Bestreben, mir Hintergrundwissen in Bezug auf Substanzen und ihre Wirkung auf den menschlichen Körper und die Psyche, aber auch in Bezug auf nicht substanzbezogene Süchte anzueignen und dieses erworbene Wissen in meiner Diplomarbeit zusammenzufassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Denkanstoß zum Thema Sucht
1.2. Abhängigkeit und Sucht
2. Drogen – ein Überblick
2.1. Substanzen
2.1.1. Opiate
2.1.2. Kokain
2.1.3. Cannabis
2.1.4. Halluzinogene
2.1.5. Amphetamine
2.1.6. Alkohol
2.1.7. Nikotin
2.1.8. Tranquilizer
3. Suchtauslösende Essstörungen
3.1. Grundsätzliches zum Thema Essverhalten
3.2. Verschiedene Arten von Essstörungen
3.2.1. Anorexia Nervosa (Magersucht)
3.2.2. Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht)
3.2.3. Binge Eating Disorder (Unkontrollierte Essanfälle)
4. Jugend und Sucht – Suchtprävention mit Hauptaugenmerk auf den Deutschunterricht
4.1. Mögliche Auslöser einer Sucht
4.1.1. Lebenskrisen
4.1.2. Stress
5. Suchtprävention in Schulen
5.1. Psychologische Suchtprävention im Jugendalter
5.2. Ziele der Suchtprävention
5.3. Verschiedene Stufen der Suchtprävention
5.3.1. Berücksichtigung des Milieus
5.3.2. Förderung von Lebenskompetenzen
5.3.3. Genuss und Freude im Klassenverband
5.3.4. Erkenntnis ist wichtiger als Kenntnis
6. Der Einsatz von Kinder- und Jugendliteratur für suchtpräventive Zwecke, gezeigt am Beispiel dreier Jugendbücher
6.1. Dann bin ich eben weg von Christine Fehér
6.1.1. Didaktische Umsetzung im Deutschunterricht
6.2. Alk. Außer Kontrolle von Wolfram Hänel
6.2.1. Didaktische Umsetzung im Deutschunterricht
6.3. Fragt mal Alice (Anonym)
6.3.1. Didaktische Umsetzung im Deutschunterricht
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Hintergründe von Suchtverhalten und Essstörungen bei Jugendlichen und entwickelt daraus praxisorientierte Ansätze für eine präventive Arbeit im Deutschunterricht unter Einsatz spezifischer Kinder- und Jugendliteratur.
- Grundlagen zu Sucht, Abhängigkeit und verschiedenen Rauschmitteln
- Analyse psychologischer Ursachen von Essstörungen (Anorexia, Bulimie, Binge Eating)
- Suchtprävention durch Förderung von Lebenskompetenzen in der Schule
- Didaktische Konzepte zur Einbindung von Jugendbüchern zur Suchtprävention
Auszug aus dem Buch
Familie und Alkohol
Der Wecker im Zimmer der Mama klingelt. Das Kind, etwa drei Jahre alt, schlendert im Nachthemdchen in Richtung Elternschlafzimmer, um sich zu seiner Mama ins Bett zu kuscheln. Der Papa geht früh morgens bereits zur Arbeit, die Mama bleibt immer daheim. Sie sagt jeden Tag, dass sie krank sei. Das Zimmer der Eltern ist verdunkelt und es stinkt fürchterlich. Am Teppich neben dem Bett liegt Erbrochenes, was von gestern stammen dürfte. Die Mama liegt halbnackt auf dem Bett. Das Kind sieht drei Flaschen Rotwein auf dem Nachtkästchen, zwei davon sind leer, die dritte ist umgekippt und der letzte Rest des Rotweines tropft aus der Falsche auf den Boden. Das Kind krabbelt hoch zu seiner Mama, welche dies zuerst nicht registriert. Das Gesicht der Mama ist ein Gemisch aus verwischter Schminke und Erbrochenem. Sie gibt nur unverständliche Laute von sich, als das Kind ihr die rechte Wange streichelt. Auf einmal kommt die ältere Schwester daher gelaufen. Sie muss bald zur Schule. Hastig zieht sie die Vorhänge im Elternschlafzimmer zur Seite, das morgendliche Sonnenlicht durchflutet das Zimmer. Flink erwischt sie die drei Flaschen Rotwein und den versauten Teppich und eilt die Stiege hinunter, offenbar in Richtung Keller.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch ihre berufliche Erfahrung als Polizistin und skizziert die Problematik von Sucht und Abhängigkeit im Jugendalter.
2. Drogen – ein Überblick: Dieses Kapitel bietet eine fundierte Übersicht über verschiedene legale und illegale Substanzen sowie deren körperliche und psychische Gefahren.
3. Suchtauslösende Essstörungen: Es werden die Hintergründe von Essverhalten und Essstörungen wie Magersucht, Bulimie und Binge Eating sowie deren Entstehungsfaktoren und Prognosen behandelt.
4. Jugend und Sucht – Suchtprävention mit Hauptaugenmerk auf den Deutschunterricht: Dieses Kapitel verknüpft die Identifikation von Suchtauslösern wie Lebenskrisen und Stress mit der pädagogischen Verantwortung der Lehrkräfte.
5. Suchtprävention in Schulen: Hier werden psychologische Ansätze und konkrete Strategien wie die Förderung von Lebenskompetenzen und die Gestaltung eines positiven Klassenverbandes für die Präventionsarbeit vorgestellt.
6. Der Einsatz von Kinder- und Jugendliteratur für suchtpräventive Zwecke, gezeigt am Beispiel dreier Jugendbücher: Anhand von drei spezifischen Jugendbüchern werden didaktische Konzepte für den Deutschunterricht zur aktiven Auseinandersetzung mit Sucht- und Essstörungsthemen entwickelt.
7. Schlusswort: Die Autorin reflektiert ihre Arbeit und betont die Notwendigkeit einer vernetzten Zusammenarbeit von Schule, Elternhaus und Polizei, um Jugendliche erfolgreich auf das Leben vorzubereiten.
Schlüsselwörter
Sucht, Drogen, Suchtprävention, Jugendalter, Kinder- und Jugendliteratur, Essstörungen, Deutschunterricht, Magersucht, Bulimie, Lebenskompetenzen, Adoleszenz, Schulische Prävention, Suchtmittel, Abhängigkeit, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Suchtproblematik bei Jugendlichen und der Rolle der Schule sowie der Literatur bei der Prävention.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Substanzmissbrauch, Essstörungen, Suchtprävention im schulischen Kontext und der didaktische Einsatz von Fachliteratur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrkräften konkrete Methoden und Literatur an die Hand zu geben, um Suchtgefährdungen bei Schülern präventiv entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur und der Entwicklung praxisorientierter didaktischer Szenarien für den Deutschunterricht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu Drogen und Essstörungen sowie praktische Unterrichtskonzepte und Präventionsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Suchtprävention, Jugendalter, Essstörungen, Deutschunterricht und Lebenskompetenzen beschreiben.
Warum spielt die Literatur eine so wichtige Rolle in der Arbeit?
Die Literatur dient als Identifikationsfläche und Werkzeug, um den Schülern einen geschützten Zugang zu schwierigen, emotionalen Themen zu ermöglichen.
Welche Bedeutung hat der berufliche Hintergrund der Autorin für die Arbeit?
Der Hintergrund als Polizistin liefert eine authentische Perspektive auf die Realität von Suchtmittelkriminalität und sozialen Problemen in Familien.
- Citar trabajo
- Andrea Rainer (Autor), 2010, Der Einsatz von Kinder-, und Jugendliteratur zum Thema Sucht als präventive Maßnahme in der Sekundarstufe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178025