Ein Fallbeispiel zu Bulimia Nervosa mit Verdacht auf Borderline Persönlichkeitsstörung wird anhand aktueller und Grundlagenliteratur kommentiert. Die Kriterien der beiden Störungsbilder und ihre Parallelen werden erörtert und am Ende der Versuch einer vorläufigen Diagnose unternommen.
Inhaltsverzeichnis
Fallbeispiel
Symptomatik
Lebensgeschichte
Kommentar
Bulimie
Komorbiditäten
Zwangsstörung
Selbstschädigendes Verhalten
Depression
Schlussfolgerung: Diagnose Borderline
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert den Fall einer 22-jährigen Patientin mit Bulimia Nervosa, um die zugrunde liegenden psychodynamischen Mechanismen zu verstehen und eine mögliche komorbide Borderline-Persönlichkeitsstörung zu evaluieren.
- Analyse der Symptomatik und Lebensgeschichte der Patientin
- Psychodynamische Interpretation der Bulimia Nervosa
- Untersuchung komorbider Störungsbilder wie Zwangsstörungen und Depression
- Erarbeitung der klinischen Kriterien für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung
Auszug aus dem Buch
Symptomatik
Am 9. Dezember 2010 stellte sich in der VU Klinische Psychosomatik eine 22 jährige Patientin vor, die seit 14. Oktober 2010 in der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin stationär aufgenommen war. Die junge Frau war nach mehrmaligen Selbstmordversuchen zuerst in die geschlossene Psychiatrie der Universitätsklinik Innsbruck eingewiesen worden und danach auf die Psychosomatik verlegt worden. Die Selbstmordversuche hatte sie aufgrund von Gefühlen der Leere und Mutlosigkeit unternommen. Sie hatte beim letzten Versuch eine Packung Benzodiazepine (Temesta) eingenommen. Das Gefühl der Leere, das sie schon seit Längerem verspüre, beschrieb sie folgendermaßen: „ man spürt sich nicht, kann Gefühle nicht differenzieren.“ In die Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin war sie wegen Bulimie vom „Purching-“ und „Binge-Eating- Typus“ überwiesen worden. In den Abendstunden verspürt sie immer noch ein Gefühl von Leere, dem sie mit Fressattacken begegnet. Während dieser Anfälle nimmt sie über 1500 Kilokalorien in Form von Schokolade, Gummibärchen und Chips zu sich. Bei einer Größe von 1,68 m hat sie ein Gewicht von 62 kg, welches allerdings stark schwankt (+- 5kg). Das Gefühl der Leere nimmt während der Fressanfälle ab, danach stellt sich jedoch ein Schamgefühl ein.
Zusammenfassung der Kapitel
Fallbeispiel: Darstellung der aktuellen klinischen Symptomatik der Patientin sowie Einblicke in ihre biografische Entwicklung und familiären Hintergründe.
Kommentar: Psychodynamische Einordnung der Symptome unter Berücksichtigung der Bulimie, begleitender Komorbiditäten wie Zwang und Depression sowie eine fundierte Einschätzung hinsichtlich der Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Schlüsselwörter
Bulimia Nervosa, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Psychosomatik, Fressattacken, Selbstschädigendes Verhalten, Leeregefühl, Komorbidität, Zwangsstörung, Depression, Psychodynamik, Identitätskonflikt, Impulsivität, Affektregulation, Kindheitstrauma, Impulskontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die klinische Fallbeschreibung einer jungen Patientin, die an Bulimia Nervosa leidet und zusätzlich Symptome zeigt, die auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung hinweisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Psychodynamik von Essstörungen, die Verbindung zwischen Selbstwertproblematiken und Fressanfällen sowie die diagnostische Abgrenzung und Verknüpfung von Bulimie und Borderline-Symptomatiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Verhaltensmuster und psychischen Zustände der Patientin anhand klinischer Kriterien zu analysieren und eine fundierte diagnostische Einordnung vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine klinische Einzelfallstudie, die durch den Rückgriff auf psychoanalytische Theorien und etablierte diagnostische Klassifikationen (DSM-IV) gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Anamnese (Symptomatik und Lebensgeschichte) sowie einen ausführlichen Kommentar, der bulimische Verhaltensweisen und komorbide Störungen interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bulimia Nervosa, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Psychodynamik, Impulsivität und Komorbidität definiert.
Welche Rolle spielt das Gefühl der Leere in diesem Fall?
Das Gefühl der Leere ist das zentrale Leitsymptom der Patientin; sie versucht, diese Leere durch Fressanfälle, Substanzmissbrauch oder selbstschädigendes Verhalten zu kompensieren oder zu übertönen.
Wie begründet der Autor die Diagnose Borderline?
Der Autor führt die Borderline-Diagnose auf die Erfüllung von Kriterien wie chronische Leere, Impulsivität, suizidales Verhalten und massive Instabilität im Selbstbild und in zwischenmenschlichen Beziehungen zurück.
- Arbeit zitieren
- Jean-Manuel Mönnich (Autor:in), 2011, Fallbeispiel: Bulimia Nervosa mit Verdacht auf Borderline-Persönlichkeitsstörung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178111