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Die Erica-America-Analogie in Mohsin Hamids 'The Reluctant Fundamentalist'

Title: Die Erica-America-Analogie in Mohsin Hamids 'The Reluctant Fundamentalist'

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 28 Pages , Grade: 1

Autor:in: Martin Wellmann (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Die katastrophalen Anschläge vom 11. September 2001 haben Menschen auf der ganzen Welt schockiert. Noch bevor sich die Staubwolke gelegt hatte und das Aus-maß des bislang heftigsten terroristischen Angriffs sichtbar wurde, war jedem ein-zelnen, ob New Yorker oder nicht, bewusst, dass dieses Ereignis weitreichende Folgen haben würde.
Kurz nach den Terroranschlägen konnte bereits beobachtet werden, wie sich diese schreckliche Tat, gerade im Zeitalter der Globalisierung, auf viele Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens auswirkt. Bis heute, nur wenige Jahre nach den Anschlägen, sind zahlreiche Bücher, Dokumentationen und auch Kinofilme erschienen, die diese weltweite historische Zäsur thematisieren.
Der Verarbeitungsprozess ist längst nicht abgeschlossen und somit lassen sich vor allem in den jüngsten Werken der Weltliteratur interessante Beobachtungen zur amerikanischen Post-9/11-Gesellschaft machen. Mohsin Hamids Novelle The Reluctant Fundamentalist zeigt auf besonders interessante Art und Weise wie sich die Anschläge vom 11. September auf die amerikanische Gesellschaft auswirken. Bemerkenswert ist nicht nur, dass The Reluctant Fundamentalist die durch 9/11 hervorgerufenen Veränderungen aus der Gegenperspektive betrachtet, sondern auch die besondere Bildlichkeit mit der dies geschieht und die dieser Novelle eine außerordentliche Wirkungskraft verleiht.
Hamids Novelle bietet neben einem treffenden Querschnitt der amerika-nischen Gesellschaft auch eine Liebesgeschichte zwischen Changez, einem jungen pakistanischen Universitätsabsolventen, und einem amerikanischen Mädchen na-mens Erica. Im Laufe dieser Arbeit soll gezeigt werden, dass es sich bei Erica, wie bereits der Name vermuten lässt, um eine komplexe allegorische Darstellung eines noch näher zu bestimmenden Amerikabildes handelt.
Um dies zu beweisen sollen im ersten Teil der Arbeit (Am)erica – also Amerika und Erica – vor den Anschlägen vom 11. September auf Gemeinsamkeiten untersucht werden. Danach soll im zweiten Teil gezeigt werden, dass sich die Terroranschläge auf Amerika und auch auf Erica ähnlich katastrophal auswirken. Die durch diese ausführliche Gegenüberstellung gewonnenen Erkenntnisse sollen abschließend auf ihre Deckungsgleichheit überprüft werden, um somit feststellen zu können, welches Amerikabild in The Reluctant Fundamentalist gezeigt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. The Reluctant Fundamentalist – Eine Post-9/11-Novelle

2. Die (Am)Erica-Analogie

2.1 (Am)Erica vor 9/11

2.1.1 (Am)Ericas Ausstrahlung

2.1.2 (Am)Ericas Anziehungskraft

2.1.3 (Am)Ericas Toleranz

2.2 (Am)Erica nach 9/11

2.2.1 (Am)Ericas Krankheit

2.2.2 (Am)Ericas Isolation

2.2.3 (Am)Ericas Nostalgie

2.3 Die (Am)Erica-Divergenz

2.3.1 Konvergenz vor 9/11

2.3.2 Divergenz nach 9/11

2.3.3 (Am)Ericas Liebhaber

3. The Reluctant Fundamentalist – Ein Spiegelkabinett der Analogien

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die allegorische Darstellung Amerikas in Mohsin Hamids Novelle „The Reluctant Fundamentalist“ anhand der Figur Erica. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hamid die Transformation der amerikanischen Gesellschaft nach den Anschlägen vom 11. September durch eine (Am)Erica-Analogie und das Stilmittel der Nostalgie literarisch verarbeitet.

  • Die (Am)Erica-Analogie als zentrales Interpretationsmodell
  • Die Auswirkungen der Post-9/11-Ereignisse auf das Amerikabild
  • Einsatz von Metaphorik und Allegorie zur Darstellung gesellschaftlicher Prozesse
  • Die Rolle der Nostalgie als Ausdruck eines nationalen Traumas
  • Die Liebesgeschichte als Spiegel der komplexen Integrationsproblematik

Auszug aus dem Buch

2.2.1 (Am)Ericas Krankheit

Wie in Kapitel 2.1 gezeigt wurde, steht Erica in der ersten Hälfte der Novelle noch mit beiden Beinen mitten im Leben. Nach den schrecklichen Ereignissen vom 11. September scheint Changez plötzlich von einer anderen Person zu erzählen; von einer ängstlichen und kranken Erica, deren körperlicher Verfall in der zweiten Hälfte der Novelle stets gegenwärtig ist.

Betrachtet man die Art und Weise, wie Changez versucht dem amerikanischen Namenlosen Ericas Gedankenwelt zu beschreiben, fällt auf, dass er ihre Emotionen überwiegend mit Hilfe einer Metapher verbildlicht, die sich, einem roten Faden gleich, durch die Novelle zieht. Im Folgenden soll in aller Kürze die Theorie der konzeptuellen Metapher in der Kognitiven Linguistik erklärt werden um diese danach auf die Verbildlichung von Ericas Emotionen anzuwenden.

In der kognitiven Linguistik gelten Metaphern vor allem durch die Arbeit von George Lakoff, Professor der Linguistik an der Universität von Berkeley, als wesentliche Strukturierungen des menschlichen Denkens. Sie werden als konzeptuelle Metaphern verstanden, die eine ‚source domain‘ mit einer ‚target domain‘ durch so genanntes ‚mapping‘ verbinden (vgl. Lakoff 1992, 205). Andrew Goatly greift Lakoffs Theorie der konzeptuellen Metapher auf und definiert diese in The Language of Metaphors als ‚root analogy‘.

Goatley beschreibt unter anderem folgende ‚root analogy’: „EMOTION = LIQUID – Feeling is represented metaphorically as the movement of water“ (Goatley 1997, 64). In der Tat werden Ericas Emotionen durch dieses grundlegende Denkmodell vom Beginn ihrer Beziehung mit Changez auf den griechischen Inseln bis zu ihrem Verschwinden in den eisigen Fluten des Hudson Rivers mit Hilfe von Wassermetaphern verbildlicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. The Reluctant Fundamentalist – Eine Post-9/11-Novelle: Einleitung zur Bedeutung der Novelle im Kontext der amerikanischen Post-9/11-Gesellschaft und Definition der Forschungsfrage.

2. Die (Am)Erica-Analogie: Theoretische Herleitung des Analogiebegriffs und Vorstellung der Figur Erica als Allegorie für Amerika.

2.1 (Am)Erica vor 9/11: Analyse der positiven Korrespondenz zwischen Erica und Amerika vor den Anschlägen hinsichtlich Ausstrahlung, Anziehungskraft und Toleranz.

2.2 (Am)Erica nach 9/11: Untersuchung des traumatischen Wandels beider Entitäten nach dem 11. September, fokussiert auf Krankheit, Isolation und Nostalgie.

2.3 Die (Am)Erica-Divergenz: Erörterung der zunehmenden Diskrepanz zwischen Erica und Amerika und die Rolle der Liebesgeschichte als Spiegel der Integrationsproblematik.

3. The Reluctant Fundamentalist – Ein Spiegelkabinett der Analogien: Zusammenfassende Betrachtung der literarischen Struktur und des Spiels mit Analogien und Stereotypen in der Novelle.

4. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

The Reluctant Fundamentalist, Mohsin Hamid, Amerika-Allegorie, 9/11, Post-9/11, Nostalgie, Identitätskrise, Integration, Kognitive Linguistik, Wassermetapher, Fremdheit, Gesellschaftskritik, Literaturanalyse, Globalisierung, Amerika-Bild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die allegorische Beziehung zwischen der Figur Erica und der Nation Amerika in Mohsin Hamids Novelle „The Reluctant Fundamentalist“ vor und nach den Anschlägen vom 11. September.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von 9/11 auf die amerikanische Gesellschaft, die Konstruktion von nationalen Identitäten sowie die psychologische Verknüpfung persönlicher Traumata mit politischen Ereignissen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Figur Erica ein bestimmtes, sich wandelndes Bild Amerikas allegorisch dargestellt wird und wie die Liebesgeschichte als Vehikel für diese gesellschaftliche Kritik dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf Theorien der Analogie, Allegorie sowie der kognitiven Linguistik, insbesondere der Theorie der konzeptuellen Metaphern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Untersuchung der (Am)Erica-Analogie, unterteilt in die Phasen vor und nach 9/11, sowie eine Analyse der entstehenden Divergenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die (Am)Erica-Analogie, Post-9/11-Gesellschaft, Nostalgie, Allegorie und Integrationsproblematik.

Warum wird gerade die Wassermetaphorik zur Analyse herangezogen?

Die Wassermetaphorik dient als roter Faden der Novelle, um Ericas psychischen Zustand vom „klaren Wasser“ vor 9/11 bis zu den „trüben Fluten“ und ihrem Verschwinden nach der Katastrophe zu veranschaulichen.

Welche Bedeutung hat die Figur des Chris für die Interpretation?

Chris repräsentiert eine idealisierte Vergangenheit, die Erica (und Amerika) nach 9/11 als Fluchtpunkt vor der bedrohlichen Realität sucht, was zur „krankhaften“ Nostalgie führt.

Was deutet auf die Divergenz zwischen Erica und Amerika hin?

Die Divergenz wird dadurch deutlich, dass Erica trotz ihres persönlichen Rückzugs ihre liebevolle Zuneigung zu Changez bewahrt, während die amerikanische Gesellschaft zunehmend durch Diskriminierung und Aggression gegenüber dem „Anderen“ geprägt ist.

Wie endet die Arbeit?

Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Novelle als „Spiegelkabinett der Analogien“, das durch seinen Aufbau und die komplexe Erzählstruktur den Leser zur kritischen Auseinandersetzung mit Stereotypen anregt.

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Details

Title
Die Erica-America-Analogie in Mohsin Hamids 'The Reluctant Fundamentalist'
College
LMU Munich  (Institut für Englische Philologie)
Course
Reactions to Terrorism – Criticism and Literature after 9/11
Grade
1
Author
Martin Wellmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V178346
ISBN (eBook)
9783656002802
ISBN (Book)
9783656044048
Language
German
Tags
The Reluctant Fundamentalist Hamid Mohsin Literature after 9/11 Elfter September 9/11 Terrorism Terrorismus Analogie 11. September USA Amerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Wellmann (Author), 2008, Die Erica-America-Analogie in Mohsin Hamids 'The Reluctant Fundamentalist', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178346
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