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Der Beitritt der beiden deutschen Staaten zu den Vereinten Nationen am 18. September 1973 vor dem Hintergrund der 'Neuen Ostpolitik'.

Title: Der Beitritt der beiden deutschen Staaten zu den Vereinten Nationen am 18. September 1973 vor dem Hintergrund der 'Neuen Ostpolitik'.

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 37 Pages , Grade: gut

Autor:in: Dominik Bach (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Summary Excerpt Details

[...]
Aufschlussreich für die Stimmung am Tag der Aufnahme der BRD ist ein Blick in
überregionale deutsche Tageszeitungen vom 18.Sep.1973. So schrieb Dieter Schröder
in der SZ ganz ähnlich, dies sei „weder ein Trauer- noch ein Feiertag. Nichts geht unter, was
nicht schon unter gegangen ist; was geschieht(…)war unvermeidlich“1. Aus heutiger Sicht
rufen derlei Kommentare zumeist Unverständnis hervor. Welche Umstände ermöglichten und
begleiteten die Aufnahme der BRD in die VN? Wieso überwog nicht die Freude? Schließlich,
so ließe sich gut argumentieren, war die BRD durch ihre Mitgliedschaft in die VN nun auch
Subjekt der internationalen Politik auf VN-Ebene.2 Und was war bereits untergegangen?
Nur kurz angeschnitten werden sollen dabei die rechtlichen Voraussetzungen für einen
Beitritt zu den Vereinten Nationen. Sie waren weniger problematisch. Anders die politischen
Bedingungen. Ihre Komplexität gebietet es, scharf zwischen den Beziehungen zwischen „den
beiden Staaten in Deutschland“3 und denen zwischen den deutschen Staaten und den Veto-
Mächten im Sicherheitsrat der VN, sowie zwischen den Veto-Mächten untereinander zu
unterscheiden. [...]
1 Dieter Schröder: Kein Trauer und kein Feiertag“, in: SZ vom 18. September 1973, S. 4. Die FAZ vom selben
Tag schloss sich diesem Tenor ebenfalls an.
2 Zu Deutschland als „Objekt im Rahmen der Vereinten Nationen“ vgl. Volker Rittberger: Die beiden deutschen
Staaten in den Vereinten Nationen. Rückblick und Bilanz (Grundsatzreferat), in: Deutsche Gesellschaft für die
Vereinten Nationen (Hrsg.): Die beiden deutschen Staaten in den Vereinten Nationen: Rückblick und Bilanz,
Bonn 1990, S. 5-20 (6-10).
3 Die Anerkennung der Existenz zweier „Staaten“ in Deutschland war eine der Grundvoraussetzungen für das
Gelingen der Entspannungspolitik. Sie implizierte das Abrücken vom Alleinvertretungsanspruch der BRD für
„Gesamtdeutschland“. Zum Alleinvertretungsanspruch und zum Anerkennungskonflikt vgl. Wilhelm Bruns:
Deutsch-deutsche Beziehungen: Prämissen, Probleme, Perspektiven, 3. erw. und aktualisierte Auflage, Opladen
1982, S. 25 f. Die DDR bevorzugte die Formel von „den beiden deutschen Staaten“, vgl. Heinrich Potthoff:
Bonn und Ost-Berlin 1969-1982. Dialog auf höchster Ebene und vertrauliche Kanäle. Darstellung und
Dokumente, Bonn 1997, S. 21.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Rechtliche Beitrittsvoraussetzungen gemäß Art. 4 Abs. 1 UN-Charta.

1. Die Staatsqualität der BRD.

2. Die „Friedensliebe“ der BRD.

3. Die Bereitschaft, Verpflichtungen aus der Charta zu übernehmen.

4. Innerstaatliches Recht.

5. Fazit.

II. Politische Beitrittsvoraussetzungen.

1. Die „innerdeutschen“ Beziehungen.

2. Die Beziehungen zu den Veto-Mächten.

a) Die Beziehungen zu den USA.

b) Die Beziehung zu anderen Westmächten.

(1) Frankreich.

(2) Großbritannien.

c) Die Beziehungen zur UdSSR.

d) Die Beziehungen zur Volksrepublik China.

e) Fazit.

3. USA, UdSSR und VR China: Das strategische Dreieck.

III. Erste offizielle Reaktionen und Reden nach dem Beitritt der beiden deutschen Staaten zu den VN (Schlussbetrachtung).

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Umstände und politischen Herausforderungen, die dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zu den Vereinten Nationen am 18. September 1973 vorausgingen, und untersucht das komplexe internationale Beziehungsgeflecht der Ära.

  • Rechtliche und politische Voraussetzungen für den VN-Beitritt
  • Einfluss der „Neuen Ostpolitik“ auf die internationale Anerkennung
  • Beziehungen der deutschen Staaten zu den Veto-Mächten (USA, UdSSR, Frankreich, Großbritannien, China)
  • Rolle des strategischen Dreiecks der Supermächte
  • Analyse offizieller Reaktionen nach dem Beitritt

Auszug aus dem Buch

Die „Friedensliebe“ der BRD.

Die Friedensliebe eines Staates wird in der Regel gemessen an seinem aktuellen zwischenstaatlichen Wohlverhalten. Dabei ist zu bedenken, dass die Vereinten Nationen gerade wegen und gegen Deutschland gegründet worden waren. Eindrucksvoller Beleg hierfür sind die Feindstaatenklauseln in der Satzung. Somit war es nicht unbedingt selbstverständlich, die BRD, als Nachfolgerin des Dritten Reiches, als „friedensliebend“ einzustufen.

Dieses Bild Deutschlands als „Feindstaat“ zu ändern, war bis 1973 eine der herausragenden Aufgaben der deutschen Politik, sowohl nach außen, wie auch nach innen gewesen. Bewältigt wurde sie nicht zuletzt durch die Mitarbeit in zahlreichen Sonderorganisationen der VN, durch großzügige Hilfeleistungen an Entwicklungsländer, durch die Vorantreibung der europäischen Integration und, seit dem Antritt der sozialliberalen Koalition, durch eine immense entspannungs- und friedenspolitische Offensive nach Osten. All dies hatte zu Folge, dass 1973 kaum noch ein Staat an der „Friedensliebe“ der BRD zweifelte. Selbst Israel stimmte letzten Endes einer Aufnahme der BRD in die VN durch Akklamation in der Generalversammlung zu und verzichtete damit auf eine geheime Abstimmung. Bedenken existierten in dieser Hinsicht eher gegen die Aufnahme der DDR, gegen die sich Israel wegen der Unterstützung der PLO durch die DDR und deren Weigerung Verantwortung für die „Judenverfolgung“ im Dritten Reich zu übernehmen sträubte. Als großer Erfolg ist daher bereits die Tatsache zu werten, dass 75 Mitgliedstaaten den entsprechenden Entschließungsentwurf für den Beitritt der beiden Staaten in die Generalversammlung einbrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Bedeutung des Jubiläums der VN-Aufnahme 1973 und skizziert die rechtliche sowie politische Komplexität der damaligen Ausgangslage.

I. Rechtliche Beitrittsvoraussetzungen gemäß Art. 4 Abs. 1 UN-Charta.: Hier werden die juristischen Kriterien für den Beitritt, wie Staatsqualität und Friedensliebe, anhand der Drei-Elemente-Lehre und der historischen Entwicklung seit 1945 geprüft.

II. Politische Beitrittsvoraussetzungen.: Dieses Kapitel beleuchtet den massiven Wandel in den innerdeutschen Beziehungen und die diplomatischen Manöver gegenüber den Veto-Mächten, die den Beitritt erst ermöglichten.

III. Erste offizielle Reaktionen und Reden nach dem Beitritt der beiden deutschen Staaten zu den VN (Schlussbetrachtung).: Die Schlussbetrachtung analysiert die wegweisenden Reden von Walter Scheel und Willy Brandt anlässlich des Beitritts und setzt diese in den historischen Kontext der deutschen Teilung.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, VN-Beitritt, BRD, DDR, Neue Ostpolitik, Entspannungspolitik, Kalter Krieg, Veto-Mächte, Grundlagenvertrag, Außenpolitik, Diplomatie, Friedensliebe, Deutschlands Teilung, Souveränität, Sicherheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die rechtlichen und insbesondere die politischen Bedingungen, die zur Aufnahme der beiden deutschen Staaten in die Vereinten Nationen im September 1973 geführt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die „Neue Ostpolitik“ der sozialliberalen Koalition, die Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten und das komplexe diplomatisches Verhältnis zu den Veto-Mächten im Sicherheitsrat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Beziehungsgeflecht der 1970er Jahre zu entwirren, um zu verstehen, welche Umstände die Transformation der BRD und DDR zu Subjekten der internationalen Politik auf VN-Ebene ermöglichten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, basierend auf Quellenstudien (Verträge, Reden, offizielle Dokumente) und relevanter Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Voraussetzungen (Art. 4 UN-Charta), politische Bedingungen (innerdeutsche Beziehungen, Strategien gegenüber den Veto-Mächten) und die Analyse der globalen geopolitischen Interessen der Supermächte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind VN-Beitritt, Neue Ostpolitik, Entspannungspolitik, Kalter Krieg und deutsche Teilung.

Warum war der VN-Beitritt für die DDR so bedeutend?

Für die DDR war die Mitgliedschaft in der Weltorganisation die wichtigste Voraussetzung für ihre völkerrechtliche Anerkennung als souveräner Staat, auf die die Regierung seit Jahren hingearbeitet hatte.

Welche Rolle spielte die Volksrepublik China für den Beitritt?

China trat als Befürworter der DDR auf und wurde für die BRD erst nach der Resolution 2758 und dem Sitzwechsel im Sicherheitsrat strategisch bedeutsam, wobei das chinesische Gleichgewichtsdenken eine entscheidende Rolle spielte.

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Details

Title
Der Beitritt der beiden deutschen Staaten zu den Vereinten Nationen am 18. September 1973 vor dem Hintergrund der 'Neuen Ostpolitik'.
College
University of Bonn  (Seminar für Politikwissenschaft)
Course
Hauptseminar 'Zwischen Aufbruch und Stagnation? Die 1970er Jahre in Deutschland'
Grade
gut
Author
Dominik Bach (Author)
Publication Year
2004
Pages
37
Catalog Number
V17904
ISBN (eBook)
9783638223546
Language
German
Tags
Beitritt Staaten Vereinten Nationen September Hintergrund Neuen Ostpolitik Hauptseminar Aufbruch Stagnation Jahre Deutschland“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Bach (Author), 2004, Der Beitritt der beiden deutschen Staaten zu den Vereinten Nationen am 18. September 1973 vor dem Hintergrund der 'Neuen Ostpolitik'., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17904
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