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Neue Musik für Jugendliche präsentiert. Erprobung und Reflexion konzertpädagogischer Ansätze

Titel: Neue Musik für Jugendliche präsentiert. Erprobung und Reflexion konzertpädagogischer Ansätze

Diplomarbeit , 2011 , 151 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Daniel Eisenhardt (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Diplomarbeit gehe ich der Frage nach, wie ein Konzert beschaffen sein muss, um Interesse für Neue Musik bei Jugendlichen zu wecken. Die Ergebnisse meiner theoretischen Betrachtungen wurden durch die Durchführung eines Schülerkonzertes erprobt, welches von den Teilnehmern evaluiert wurde.

Zunächst gebe ich einen Überblick über das Handlungsfeld der Musikvermittlung. Danach differenziere ich das aus der Forschungsfrage abgeleitete Leitziel meines Vermittlungsprojektes in drei allgemeine Ansätze aus: Distanzverringerung, Aufmerksamkeitssteigerung und Zielgruppenorientierung. Letzterer macht es notwendig, typische Motive der Musikrezeption, die Lebenswelt und das Kulturverhalten der Zielgruppe zu analysieren. Aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen stelle ich anschließend verschiedene Vermittlungsmethoden auf, welche die Ansätze in die Praxis überführen. Die Variation der Darbietungsform, die Aufnahme der Wahrnehmungsgewohnheiten der Zielgruppe sowie die Verwendung einfacher Marketingstrategien sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Auf der Basis meiner Methoden entstand ein abwechslungsreiches Konzertprogramm, in welchem Live-Musik, Medieneinspielungen, Moderation und Partizipationsmöglichkeiten einander abwechselten. Der außermusikalische Teil wurde von Video-Interviews geprägt, in denen die Interpreten sich und ihrer Werke vorstellten. Die Werke selbst wurden teils wiederum mit außermusikalischen Aktionen kombiniert, welche die Rezeption erleichtern oder Aufmerksamkeit wecken sollten. Anwesend waren ca. 120 Gymnasiasten der Klassenstufen 10 und 11, die nach dem Konzert ihre Eindrücke in einem Fragebogen festhielten.
Trotz fehlender Kontrollgruppe legt die Auswertung der Evaluation nahe, dass die aufgestellten Ansätze und Methoden das Interesse von Jugendlichen an Neuer Musik fördern können. Dabei ist vor allem die zielgruppenorientierte Variation der Konzertform ausschlaggebend. Den Besuch eines vergleichbaren Konzertformates mit ähnlicher oder anderer Musik können sich etliche Zuhörer auch in Zukunft vorstellen. Obwohl jedoch die einzelnen Konzeptideen gute Bewertungen von den Teilnehmern erhielten, wurde die Musik selbst im Durchschnitt weniger positiv aufgenommen. Es wurde deutlich, dass die Art der Vermittlung den ästhetischen Eindruck nur begrenzt verbessern kann, besonders im Rahmen einer einzelnen Veranstaltung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Hintergründe zur Konzeption der Arbeit

1.2 Klärung zentraler Begriffe

1.2.1 Neue Musik

1.2.2 Klassik/klassische Musik und Kunstmusik

1.2.3 Popularmusik und Gebrauchsmusik

1.2.4 Musikvermittlung

1.3 Betrachtungen zur Musikvermittlung

1.3.1 Gründe für die Notwendigkeit von Musikvermittlung

1.3.2 Ziele der Musikvermittlung (Audience Development und Ästhetische Bildung)

1.3.3 Gründe für die Förderung und Vermittlung von klassischer Musik

1.3.4 Neue Musik als Objekt der Musikvermittlung

1.3.5 Gründe für die Förderung und Vermittlung von Neuer Musik

2. Entwicklung der konzertpädagogischen Ansätze und Methoden meines Vermittlungsprojektes

2.1 Leitziel des Projektes und Ausdifferenzierung in Ansätze

2.1.1 Erster Ansatz: Distanzabbau

2.1.2 Zweiter Ansatz: Erzeugung und Steigerung von Aufmerksamkeit

2.1.3 Dritter Ansatz: Zielgruppenorientierung

2.2 Zielgruppenanalyse

2.2.1 Entwicklungspsychologische Faktoren

2.2.2 Bedeutung des Bildungsniveaus

2.2.3 Motivation und Motive

2.2.4 Freizeitgestaltung

2.2.5 Markenverhalten

2.2.6 Kulturverhalten

2.3 Methoden

2.3.1 Variation der Form

2.3.2 Informationsvermittlung

2.3.3 Auratisierung

2.3.4 Auswahl der Kompositionen

2.3.5 Gezielter Einsatz visueller Reize

2.3.6 Publikumseinbindung

2.3.7 Verbindung mit anderen Stilistiken

2.3.8 Etablierung einer Marke – Corporate Identity und Corporate Design

2.4 Zusammenfassung

3. Konzeption und Durchführung des Konzertes

3.1 Zustandekommen und Vorstellung des Konzertprogramms

3.1.1 Gewinnung der Interpreten

3.1.2 Kurzbeschreibung der aufgeführten Werke

3.2 Marketing und Markenbildung

3.2.1 Corporate Identity des Projektes

3.2.2 Corporate Design des Projektes

3.3 Komponenten des Konzertes

3.3.1 Raumauswahl und Raumgestaltung

3.3.2 Audio-Collage zur Eröffnung (Opener)

3.3.3 Programminformationen

3.3.4 Video-Interviews

3.3.5 Moderator und Moderation

3.3.6 One

3.3.7 Abfilmen der Interpreten

3.3.8 Texteinblendung zu „Früher oder später“

3.3.9 Erklärung durch den Komponisten

3.3.10 Verabschiedung und Outro

3.4 Begründung der Programmanordnung

4. Evaluation des Konzertes

4.1 Auswahl der Evaluationsmethoden

4.2 Qualität in der Musikvermittlung

4.2.1 Qualitätskriterien und Bedingungen für Qualität

4.2.2 Strukturqualität, Prozessqualität, Produktqualität

4.3 Persönliche Beobachtungen des Musikvermittlers

4.3.1 Projektplanung und Vorbereitung

4.3.2 Erfahrungsbericht vom Konzert

4.4 Erstellung des Fragebogens

4.5 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse

4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse

5. Fazit und Ausblick

6. Quellenverzeichnis

6.1 Literatur

6.2 Internetquellen

6.3 Audioquellen

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht, wie ein konzertpädagogisches Vermittlungsprojekt für Jugendliche gestaltet sein muss, um Interesse für Neue Musik zu wecken, wobei die Annahme verfolgt wird, dass sich die Darbietungsform an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientieren sollte.

  • Konzeption und Erprobung konzertpädagogischer Ansätze für Jugendliche.
  • Analyse der Zielgruppe hinsichtlich ihrer Lebenswelt, Kultur- und Markenverhalten.
  • Methoden der Musikvermittlung (z.B. Video-Interviews, Partizipation, visuelle Reize).
  • Evaluation der Projektdurchführung anhand einer Schülerbefragung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Hintergründe zur Konzeption der Arbeit

Jugendliche bringen klassischer Musik im Vergleich zu anderen Stilistiken nur geringes Interesse entgegen (vgl. Keuchel 2009, 86). Dies gilt besonders für so genannte Neue Musik, weil diese in der Alltagswelt junger Menschen entweder keinen wesentlichen Faktor darstellt oder sogar völlig unbekannt ist. Da die musikalische Sozialisation über die Medien vom popularmusikalischen Mainstream dominiert wird, entstehen immer seltener prägende Begegnungen mit klassischer Musik, welche zu einer Annäherung beitragen könnten. Im Fall der Neuen Musik wird diese Kluft durch ästhetische Diskrepanzen zu den Hörgewohnheiten des Publikums zusätzlich verbreitet: unsere musikalische Kulturlandschaft ist durch tradierte und etablierte Normen wie die Dur-/Moll-Tonalität und eine eher simple Rhythmik geprägt, wogegen die ungewohnten Klänge und Ausdrucksformen in der Neuen Musik vielfach verstoßen.

Hat sich also die Neue Musik von ihren Zuhörern entfremdet? Ist klassische Musik nicht mehr aktuell? Vieles spricht dafür, aber es gibt auch Punkte, die dies widerlegen: Die Inhalte von klassischen Opern, Liedern oder Orchesterwerken kreisen oftmals um universelle menschliche Gefühle oder Bedürfnisse. Gerade die Neue Musik setzt sich umfassend mit den Themen unserer Zeit auseinander. Innerhalb des Mainstream wird in Form von Covern, Remixes oder Samples regelmäßig auf einzelne Werke der Kunstmusik zurückgegriffen. Und schlussendlich gibt es trotz der Omnipräsenz der Popkultur nach wie vor junge Menschen, die klassische Musik präferieren. Dies zeigt meiner Ansicht nach, dass der Grund für das abnehmende Interesse an klassischer Musik teilweise auch in Faktoren abseits der Musik zu suchen ist. Stimmt man dieser Hypothese zu, lässt sich daraus aber auch ableiten, dass dem entgegen gewirkt werden kann.

Eine mögliche Umgangsweise mit dieser Annahme zeigt sich in der wachsenden Zahl musikalischer Vermittlungsprojekte. Über Workshops oder neue Konzertformen versuchen Musikvermittler, „Räume für ästhetische Erfahrungen“ (Wimmer 2010, 55) zu öffnen. Die Konzeption orientiert sich hierbei meist an den Teilnehmern bzw. am Publikum, um barrierefreie Berührungen zwischen Mensch und Musik zu ermöglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Legt das Forschungsfeld dar und begründet die Relevanz der Musikvermittlung, speziell für Jugendliche und Neue Musik.

2. Entwicklung der konzertpädagogischen Ansätze und Methoden meines Vermittlungsprojektes: Definiert die theoretischen Ansätze (Distanzabbau, Aufmerksamkeit, Zielgruppenorientierung) und leitet daraus konkrete Methoden für das Konzertprojekt ab.

3. Konzeption und Durchführung des Konzertes: Dokumentiert die praktische Umsetzung, von der Auswahl der Interpreten bis hin zur Gestaltung der einzelnen Konzertkomponenten und der Dramaturgie.

4. Evaluation des Konzertes: Analysiert den Erfolg des Projektes durch eine schriftliche Befragung der Schüler und reflektiert die Qualität der eingesetzten Vermittlungsmethoden.

5. Fazit und Ausblick: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit der Ansätze, sowie Empfehlungen für zukünftige Projekte.

Schlüsselwörter

Neue Musik, Musikvermittlung, Konzertpädagogik, Jugendliche, Audience Development, Ästhetische Bildung, Konzertdramaturgie, Zielgruppenanalyse, Markenbildung, Corporate Identity, Partizipation, Mediennutzung, Kulturverhalten, Projektkonzeption, Evaluation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Konzeption, Erprobung und Reflexion konzertpädagogischer Ansätze, um bei Jugendlichen das Interesse für Neue Musik zu wecken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Musikvermittlung im Kontext von Neuer Musik, die Analyse der Lebenswelt und der Vorurteile von Jugendlichen gegenüber klassischer Musik sowie die Entwicklung neuer Konzertformate.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, herauszufinden, wie ein konzertpädagogisches Projekt für Jugendliche beschaffen sein muss, um Barrieren abzubauen und die Rezeption von Neuer Musik zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Zusammenstellung und Weiterentwicklung didaktischer Überlegungen, die in einem praktischen Konzertprojekt erprobt und mittels einer schriftlichen Schülerbefragung evaluiert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Ansätze, die Analyse der Zielgruppe (Gymnasiasten), die Ableitung von Methoden (Medieneinsatz, Publikumseinbindung) sowie die praktische Durchführung und anschließende Auswertung des Konzerts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Neuer Musik und Musikvermittlung sind Jugendkultur, Audience Development, Ästhetische Bildung und Konzertpädagogik entscheidende Begriffe.

Warum wurde speziell die Zielgruppe der Gymnasiasten gewählt?

Da Neue Musik in den Lehrplänen der gymnasialen Oberstufe verankert ist, bot dies einen idealen Anknüpfungspunkt für eine schulnahe Kooperation.

Wie wurde das Konzert an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst?

Durch den Einsatz visueller Medien, Video-Interviews zur Humanisierung der Interpreten, eine lockere Moderation und interaktive Elemente wurde versucht, den Distanz-Charakter traditioneller Konzerte aufzubrechen.

Ende der Leseprobe aus 151 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Neue Musik für Jugendliche präsentiert. Erprobung und Reflexion konzertpädagogischer Ansätze
Hochschule
Hochschule für Musik Würzburg
Note
1,00
Autor
Daniel Eisenhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
151
Katalognummer
V179523
ISBN (eBook)
9783656018544
ISBN (Buch)
9783656892595
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzertpädagogik Musikpädagogik Musikvermittlung Neue Musik Zeitgenössische Musik Jugendliche Konzertformat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Eisenhardt (Autor:in), 2011, Neue Musik für Jugendliche präsentiert. Erprobung und Reflexion konzertpädagogischer Ansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179523
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