Mit dem Beginn der Alleinherrschaft von Octavian bzw. Augustus endete auch endgültig die über 450 Jahre währende Epoche der unter aristokratischer Regierung stehenden Römischen Republik. Octavian konnte sich nach langen Jahren einer periodisch durch Instabilität und Unruhen geprägten Bürgerkriegszeit an die alleinige Spitze des Staates stellen. Er begründete ein neues Staatsdenken, welches zu dieser Zeit von der innenpolitisch so gebeutelten römischen Gesellschaft vor allem wegen des Friedens willen ersehnt wurde. An diesem Ausgang anschließend soll diese Arbeit untersuchen, welche innenpolitischen Problemfelder und Konf-liktlinien der Spätrepublik (133-27 v. Chr.) den Untergang der Römischen Republik bedingten und inwieweit diese für die historische Notwendigkeit der Schaffung eines neuen Systems verantwortlich waren. Anhand dieser Analyse soll dargestellt werden, von welchen Ereignissen, Erkenntnissen und Erfahrungen Octavian lernen und profitieren konnte und welche politischen Veränderungen die Herausbildung und Etablierung seiner Herrschaft begünstigten. Es soll damit aufgezeigt werden, dass Octavian beim Aufbau seiner Machtstellung auf ein Erbe aus der krisengeschüttelten spätrepublikanischen Zeit zurückgreifen konnte und nicht alles neu erfinden musste.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemfelder und „Reformstau“
- Die Überdehnung des Systems
- Konkurrenz um die Macht im Staat
- Der Bundesgenossenkrieg
- Erste „Reformer“
- Die Gracchen
- Marius und die Heeresreform
- Sulla und die Proskriptionen
- Kulmination der Entwicklung unter Caesar
- Ein neues System als Erlösung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die innenpolitischen Problemfelder und Konfliktlinien der Spätrepublik (133-27 v. Chr.), die zum Untergang der Römischen Republik führten und inwiefern diese für die Notwendigkeit der Schaffung eines neuen Systems verantwortlich waren. Anhand dieser Analyse soll aufgezeigt werden, von welchen Ereignissen, Erkenntnissen und Erfahrungen Octavian lernen und profitieren konnte und welche politischen Veränderungen die Herausbildung und Etablierung seiner Herrschaft begünstigten.
- Die Überdehnung des römischen Systems durch die Expansion des Imperiums.
- Die zunehmende Konkurrenz um die Macht im Staat zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.
- Die Herausforderungen der Heeresreform und der wachsenden Bedeutung des Militärs.
- Die Auswirkungen der Reformbemühungen der „ersten Reformer“ und deren Folgen für die politische Entwicklung.
- Die Rolle von Caesar und Octavian im Prozess des Übergangs von der Republik zum Prinzipat.
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung erläutert die historische Situation und die Fragestellung der Arbeit. Sie stellt den Untergang der römischen Republik und den Aufstieg Octavians zum ersten Kaiser dar. Des Weiteren werden verschiedene Ansätze der modernen althistorischen Geschichtswissenschaft beleuchtet.
- Problemfelder und „Reformstau“: Dieses Kapitel behandelt die wichtigsten Problemfelder der Spätrepublik, die die Existenz der „res publica“ bedrohten. Die Überdehnung des römischen Systems durch die Expansion des Imperiums, die Konkurrenz um die Macht zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und die Herausforderungen der Heeresreform werden als zentrale Probleme analysiert.
- Erste „Reformer“: In diesem Kapitel werden die Reformbemühungen der Gracchen, Marius und Sulla im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die politische Entwicklung der Spätrepublik betrachtet. Es wird gezeigt, wie diese „Reformer“ versuchten, den Krisen Roms entgegenzuwirken, letztlich jedoch zu deren Verschärfung beitrugen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit dem Untergang der Römischen Republik, den Ursachen des „Reformstaus“, den Herausforderungen der Spätrepublik, den politischen und militärischen Machtkämpfen, den Reformversuchen der „ersten Reformer“, der Rolle von Caesar und Octavian und der Etablierung der Herrschaft des Augustus. Die Analyse konzentriert sich auf innenpolitische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Entstehung des römischen Prinzipats.
Häufig gestellte Fragen
Welche Krise führte zum Ende der Römischen Republik?
Der Untergang wurde durch innenpolitische Instabilität, Bürgerkriege, soziale Spannungen und die Überdehnung des Systems durch die enorme territoriale Expansion bedingt.
Von welchen Erfahrungen konnte Octavian (Augustus) profitieren?
Er lernte aus den Fehlern seiner Vorgänger (z.B. Caesars offene Diktatur) und nutzte die Friedenssehnsucht der Bevölkerung nach den Bürgerkriegen zur Etablierung seiner Alleinherrschaft.
Wer waren die "ersten Reformer" der Spätrepublik?
Dazu zählen die Gracchen mit ihren Agrarreformen, Marius mit der Heeresreform und Sulla mit seinen Proskriptionen und Verfassungsänderungen.
Was war das Problem am römischen Militärwesen?
Durch die Heeresreform von Marius wurden Soldaten stärker an ihre Feldherren als an den Staat gebunden, was den Aufstieg mächtiger Einzelpersonen (Warlords) begünstigte.
Was versteht man unter dem Prinzipat?
Das Prinzipat ist das von Augustus begründete Herrschaftssystem, das formal die republikanischen Institutionen beibehielt, faktisch aber eine Alleinherrschaft des Kaisers darstellte.
Warum scheiterten die Reformen der Gracchen?
Sie stießen auf den erbitterten Widerstand der konservativen Aristokratie (Optimaten), was zur gewaltsamen Eskalation und zum Bruch politischer Sitten führte.
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- Bachelor of Arts Christopher Reichow (Author), 2009, Von welchen Ereignissen und Erfahrungen der Spätrepublik konnte Octavian bei der Etablierung seiner Herrschaft profitieren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179629