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Elsaß - Lothringens Wiedereingliederung in den französischen Staat nach dem 1. Weltkrieg

Titel: Elsaß - Lothringens Wiedereingliederung in den französischen Staat nach dem 1. Weltkrieg

Seminararbeit , 2010 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julia Rudloff (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Elsaß- Lothringen, zwischen Frankreich und Deutschland gelegen, war in der Geschichte der beiden Großmächte ein immer währendes Streitpotential und wurde selbst immer wieder erneut Opfer dieses erbitterten Streites um diese beiden Regionen. Ein ständiger Wechsel der Regierungen und den dazugehö-rigen regierungsbestimmten Mustern stellte Elsaß- Lothringen immer wieder erneut auf eine Bewährungsprobe.
In der vorliegenden Hausarbeit richtet sich das Hauptaugenmerk besonders auf den Übergang Elsaß- Lothringens am 11. November 1918 nach über 47 Jahren der Annexion durch das Deutsche Reich. Die ständige Veränderung der natio-nalen Zugehörigkeit wirft eine Reihe von Fragen auf. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten die Elsäßer und die Lothringer eine Verbundenheit zum deut-schen Staat, ebenso zur deutschen Wirtschaft und Kultur und entfernten sich somit immer mehr von den Franzosen.
Wie gestaltete sich die Zusammensetzung der Bevölkerung zur Reichslandzeit? Gab es extreme kulturelle und soziale Unterschiede, welche Einfluss auf die Rückführung zu Frankreich nehmen konnten? Wie wurde mit der Integration der „getrennten Brüder“ umgegangen und wie verhielt sich die französische Regierung? Wie reagierte die elsaß- lothringische Bevölkerung auf diesen ext-remen Umschwung in ihrer Landesgeschichte?
Die deutsche Geschichtsschreibung hat diese Probleme, die Elsaß- Lothringen betreffen, bis heute weitestgehend ausgeklammert. In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg bis 1945 sind einige Werke entstanden, welche aber vor allem auf die völkische Zugehörigkeit Elsaß- Lothringens zum Reich argumentieren und somit einen eher nationalsozialistischen Hintergrund besitzen. Auch nach der Zeit des zweiten Weltkrieges tendierte die Geschichtsforschung weitestge-hend zu Untersuchungen der Jahre zwischen den Kriegen um Elsaß- Lothrin-gen, in Verbindung mit dem Versailler Vertrag, als Kriegsursache untersuchen zu können. Die fast ein halbes Jahrhundert andauernde Reichslandzeit wurde links liegen gelassen. Dieses Phänomen ist bis heute zu beobachten. Eine weit-reichendere Bearbeitung des Themas steht in der deutschen Geschichtswissen-schaft noch aus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Elsaß- Lothringen als politische Streitfrage

2.1.) Elsaß- Lothringen vor der Annexion durch das Deutsche Reich

2.2.) Das Reichsland von 1871 bis 1918

2.2.1.) Nationalität

2.2.2.) Sprache

3.) Der Übergang der staatlichen Souveränität an Frankreich im November 1918

3.1.) Der Untergang der kaiserlichen Regierung

3.2.) Wiedereingliederung in den französischen Staat

4.) Reaktionen der Bevölkerung

5.) Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Übergang Elsaß-Lothringens an Frankreich im November 1918 nach 47 Jahren deutscher Annexion. Zentral ist dabei die Frage, wie sich die Bevölkerung, die sich kulturell und wirtschaftlich an Deutschland angenähert hatte, auf den Umschwung einstellte und wie die französische Integration unter Berücksichtigung von Identitäts- und Sprachproblemen verlief.

  • Reichslandzeit 1871–1918 und deutsche Integrationspolitik
  • Prozess der Reannexion durch Frankreich ab 1918
  • Kulturelle und soziale Identität der Bevölkerung
  • Auswirkungen der französischen Verwaltungs- und Sprachpolitik
  • Reaktionen auf den Autonomieverlust und politische Konsequenzen

Auszug aus dem Buch

3.1.) Der Untergang der kaiserlichen Regierung

„Erinnerungen und Symbole nehmen im kollektiven Bewusstsein der Völker einen größeren Platz ein, als gemeinhin angenommen. Die Gründung des Deutschen Reiches in Versailles am 18. Januar 1871, während der deutschen Belagerung von Paris, sowie der Verlust Elsaß- Lothringens hinterließen offene Wunden. Frankreich fühlte sich dauerhaft gedemütigt und war von einer ständigen Furcht vor Deutschland erfüllt.“

Somit ist es wenig erstaunlich, dass ein Sieg 1918 als Chance aufgefasst wurde, die mit der Deutschen Reichsgründung geschaffene Symbolik nieder zu reißen und Elsaß- Lothringen für die französische Regierung zum Kriegsziel wurde. In den 14 Punkten, die von Wilson formuliert wurden, wurde dieser Forderung ebenso Rechnung getragen.

Auch nahm die Haltung der elsaß- lothringischen Bevölkerung gegenüber Deutschland zunehmend ab. In den Kriegsjahren sorgte die deutsche Militärverwaltung des Reichslandes dafür, dass die vorangegangene Integrationspolitik zunichte gemacht wurde.

„Wenn das nach langen Jahren wieder aufkeimende Verwandtschaftsgefühl mit Deutschland hätte zerschlagen werden sollen, man hätte nicht anders vorgehen können als die deutschen Militärbefehlshaber, die während des Krieges die Verwaltung Elsaß- Lothringens in den Händen hatten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung stellt Elsaß-Lothringen als historisches Streitobjekt zwischen Deutschland und Frankreich vor und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Reannexion von 1918.

2.) Elsaß- Lothringen als politische Streitfrage: Dieses Kapitel behandelt die historische Genese der Region und analysiert die Entwicklung unter deutscher Herrschaft von 1871 bis 1918, inklusive der demografischen und sprachlichen Verhältnisse.

3.) Der Übergang der staatlichen Souveränität an Frankreich im November 1918: Das Kapitel beschreibt den Zusammenbruch der kaiserlichen Verwaltung, die Bestrebungen zur Autonomie und die anschließende Übernahme durch französische Behörden.

4.) Reaktionen der Bevölkerung: Hier werden die sozialen Auswirkungen der Reannexion, die Schwierigkeiten bei der Integration französischer Beamter sowie das Aufkommen autonomistischer Tendenzen untersucht.

5.) Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten der Assimilation zusammen und reflektiert, wie die traumatischen Erfahrungen und die spätere Annexion von 1940 die Bindung an Frankreich nachhaltig prägten.

Schlüsselwörter

Elsaß-Lothringen, Annexion, Reannexion, Reichsland, Frankreich, Deutschland, Versailler Vertrag, Autonomie, Integration, Identität, Bevölkerung, Sprachpolitik, Verwaltung, Erster Weltkrieg, Souveränität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den historischen Übergang Elsaß-Lothringens von der deutschen Herrschaft zurück an Frankreich im Jahr 1918 und die daraus resultierenden sozialen und politischen Folgen für die Region.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Schwerpunkte sind die Reichslandzeit (1871-1918), die Auswirkungen der deutschen Integrationspolitik, der Prozess der französischen Reannexion sowie die soziokulturellen Reaktionen der Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der plötzliche Wechsel der staatlichen Zugehörigkeit auf eine Bevölkerung auswirkte, die sich kulturell und wirtschaftlich in den vorangegangenen Jahrzehnten stark an Deutschland gewöhnt hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse von Fachliteratur, zeitgenössischen Quellen und Dokumenten des Versailler Vertrages.

Was bildet den Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Lebensbedingungen und Entwicklungen im Reichsland sowie die Analyse des administrativen und gesellschaftlichen Umbruchs nach dem Ende des Ersten Weltkrieges.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Reannexion, Identität, Autonomie, Verwaltungsstruktur und das deutsch-französische Spannungsfeld.

Wie reagierte die französische Verwaltung auf die "getrennten Brüder"?

Frankreich strebte eine schnelle administrative Integration an, was jedoch aufgrund sprachlicher Barrieren und des Misstrauens gegenüber den in Deutschland sozialisierten Bewohnern zu erheblichen Konflikten führte.

Welche Rolle spielten die Autonomiebewegungen nach 1918?

Da die Bevölkerung sich weder als rein französisch noch als rein deutsch identifizierte, wuchs der Wunsch nach Selbstbestimmung, was zu einer Zunahme autonomistischer Bestrebungen und sozialer Unruhen führte.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Elsaß - Lothringens Wiedereingliederung in den französischen Staat nach dem 1. Weltkrieg
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,3
Autor
Julia Rudloff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V179663
ISBN (eBook)
9783656021391
ISBN (Buch)
9783656021759
Sprache
Deutsch
Schlagworte
1. Weltkrieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Rudloff (Autor:in), 2010, Elsaß - Lothringens Wiedereingliederung in den französischen Staat nach dem 1. Weltkrieg , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179663
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Leseprobe aus  19  Seiten
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