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Ein literarischer Kanon – notwendig und gleichzeitig unmöglich?

Auseinandersetzung mit dem literarischen Kanon

Title: Ein literarischer Kanon – notwendig und gleichzeitig unmöglich?

Term Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Boris Stoev (Author)

Literature - General
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In dieser Arbeit soll der in diesem Zitat deutlich werdende Widerspruch diskutiert werden, dass ein literarischer Kanon sowohl als notwendig als auch als unmöglich bezeichnet werden kann.

Die Arbeit ist entsprechend aufgebaut: Zunächst soll der Begriff Kanon definiert und erläutert werden. Im darauf folgenden Kapitel soll ansatzweise beschrieben werden, wie es zur Kanonbildung und zur Kanonisierung von Literatur kommt. Dabei wird insbesondere auf den Begriff der literarischen Wertung eingegangen. In Kapitel 4 geht es um die Frage, warum und in welchen Kontexten ein literarischer Kanon als notwendig betrachtet werden kann und wird. Es wird herausgestellt, dass ein verbindlicher Kanon in bestimmten Bereichen unentbehrlich erscheint.

Anschließend wird in Kapitel 5 darauf eingegangen, welche Faktoren die Festlegung eines allgmein gültigen Kanons dennoch unmöglich bzw. ungültig erscheinen lassen. Abschließend sollen im Fazit Überlegungen darüber angestellt werden, welche Lösungsansätze der Notwendigkeit eines literarischen Kanons unter der Berücksichtigung der Unmöglichkeit gerecht werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Kanon

3. Kriterien für die Kanonbildung

4. Warum ist ein Kanon notwendig?

5. Warum erscheint ein (universaler und verbindlicher) Kanon unmöglich?

6. Fazit: Mögliche Lösungsansätze

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den inhärenten Widerspruch literarischer Kanones, indem sie analysiert, warum ein Kanon einerseits als notwendige Orientierungshilfe und Kommunikationsgrundlage betrachtet wird, andererseits jedoch aufgrund von Selektionsprozessen und mangelnder zeitloser Gültigkeit als problematisch oder unmöglich erscheint.

  • Grundlagen der Begriffsbestimmung und historische Entwicklung des Kanon-Begriffs
  • Prozesse der Kanonbildung und der Rolle der literarischen Wertung
  • Notwendigkeit von Kanones in Bildungsinstanzen und für die gesellschaftliche Orientierung
  • Kritik an der Exklusivität und der Machtfunktion kanonischer Texte
  • Perspektiven für einen toleranteren, prozessualen Umgang mit literarischen Empfehlungslisten

Auszug aus dem Buch

3. Kriterien für die Kanonbildung

Die Überschrift dieses Kapitels lässt hoffen, dass es konkrete Kriterien gib, die ein literarisches Werk erfüllen muss, um in einen Kanon aufgenommen werden zu können. In Wahrheit handelt es sich jedoch um einen sehr komplexen, noch immer unzureichend erforschten Prozess (vgl. hierzu Grübler: 618, Winko: 596).

Im letzten Kapitel wurde bereits angedeutet, dass die Frage nach Ausschluss oder Aufnahme von Literatur in einen Kanon in Verbindung mit der Wertung dieser vor dem Hintergrund eines bestimmten Kontextes steht. Im Folgenden soll versucht werden, einen groben Überblick über den Prozess der Kanonisierung literarischer Werke und die Kanonbildung allgemein zu schaffen.

Einen wesentlichen Beitrag zu dem hohen Komplexitätgrad der Kanonbildung leistet die Tatsache, dass theoretisch viele Personen und Personenkreise an diesem Prozess beteiligt sind. Darüber hinaus kann in modernen Kulturen nicht von dem einen Kanon gesprochen werden, vielmehr verfügen sie über „konkurrierende Autoren- und Werkkataloge, die sich nur zum Teil überschneiden“ (Grübler: 619). Jedoch bestehen diese Kanones laut Grübel im wesentlichen aus einem festen Kern, einer „verhältnismäßig beständigen Zwischenschicht“ und einer „beweglichen Peripherie“ ( 619). Zur Verdeutlichung gehören laut Grübler unter anderem die Bibel und Werke von Homer, Shakespeare, Rousseau, Goethe und Schiller zum festen Kern des Kanons, während er Balzac, Dostoevskij, Brecht, Fontane oder Döblin der relativ stabilen Zwischenschicht zuordnet. Im variierenden Teil siedelt Grübler Autoren wie Hölderlin, Kleist, Wedekind oder Benn an. An dieser Aufzählung wird deutlich, dass offensichtlich nicht nur der Text selbst sondern auch der Autor eines Werkes „Grund“ dafür sein kann, in einen Kanon aufgenommen zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den zentralen Widerspruch der Arbeit ein, dass der literarische Kanon sowohl als unentbehrlich als auch als problematisch eingestuft wird.

2. Definition Kanon: Das Kapitel definiert den Begriff Kanon, erläutert seine historische Entwicklung von religiösen Kontexten hin zum säkularen Literatursystem und benennt dessen Grundfunktionen.

3. Kriterien für die Kanonbildung: Hier wird der komplexe Prozess der Kanonisierung beleuchtet, wobei insbesondere die Rolle der literarischen Wertung und die Struktur von Kanones in Kern und Peripherie hervorgehoben werden.

4. Warum ist ein Kanon notwendig?: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit von Kanones anhand praktischer Beispiele wie Bestsellerlisten, schulischen Lehrplänen und dem akademischen Germanistikstudium.

5. Warum erscheint ein (universaler und verbindlicher) Kanon unmöglich?: Hier werden Gegenpositionen diskutiert, die Kanones als Machtinstrumente kritisieren und auf die Problematik zeitbedingter Wertmaßstäbe verweisen.

6. Fazit: Mögliche Lösungsansätze: Das Fazit schlägt einen Mittelweg vor, bei dem der Kanon nicht als normative Instanz, sondern als flexible Orientierungshilfe verstanden werden sollte.

Schlüsselwörter

Literaturkanon, Kanonbildung, Literarische Wertung, Kanonisierung, Literaturwissenschaft, Selektionsprozess, Wertekriterien, Bildungsinstanz, Germanistik, Kulturgeschichte, Machtinstrument, Literaturdidaktik, Wertewandel, Empfehlungsliste, Intertextualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den literarischen Kanon als ein Spannungsfeld zwischen notwendiger Orientierung und der Problematik exklusiver Selektionsprozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsdefinition des Kanons, die Mechanismen der Kanonbildung, die Begründung seiner Notwendigkeit sowie die Kritik an seiner universellen Verbindlichkeit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie es möglich ist, einen literarischen Kanon sowohl als notwendig als auch als im Wesentlichen unmöglich zu charakterisieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturbasierten Analyse, bei der theoretische Konzepte der Literaturwissenschaft (insbesondere von Autoren wie Winko und Grübel) zusammengeführt und kritisch diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition, die Analyse von Kriterien der Kanonbildung, die Rechtfertigung der Notwendigkeit (Schule/Universität) und die kritische Auseinandersetzung mit der Unmöglichkeit eines verbindlichen Kanons.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Literaturkanon, Kanonbildung, literarische Wertung, Selektionsprozesse und der Begriff der Kanonisierung.

Welche Rolle spielen Bestsellerlisten in der Argumentation der Arbeit?

Bestsellerlisten werden als ein praktisches Beispiel für „Kanones im Kleinen“ angeführt, die den gesellschaftlichen Bedarf nach einer Vorauswahl von Literatur verdeutlichen.

Wie unterscheidet sich der Kanon im universitären Bereich von einer allgemeinen Liste?

Im Gegensatz zu informellen Listen bleibt der Kanon im universitären Rahmen eine notwendige, feste Größe zur Gewährleistung eines gemeinsamen Konsenses und wissenschaftlicher Vergleichbarkeit.

Was bedeutet es, den Kanon als „Prozess“ statt als „Produkt“ zu verstehen?

Es bedeutet, dass der Kanon nicht statisch und unveränderlich sein sollte, sondern sich durch einen fortlaufenden Austausch von Werten und Interessen ständig weiterentwickelt und anpasst.

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Details

Title
Ein literarischer Kanon – notwendig und gleichzeitig unmöglich?
Subtitle
Auseinandersetzung mit dem literarischen Kanon
College
Bielefeld University  (Literatur und Literaturwissenschaft)
Course
Einführung in die Literaturwissenschaft
Grade
2.0
Author
Boris Stoev (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V179742
ISBN (eBook)
9783656022084
ISBN (Book)
9783656022213
Language
German
Tags
Kanon literarischer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Boris Stoev (Author), 2011, Ein literarischer Kanon – notwendig und gleichzeitig unmöglich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179742
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