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Sozialarbeit mit depressiven Kindern und Jugendlichen

Eine empirische und theoretische Studie

Title: Sozialarbeit mit depressiven Kindern und Jugendlichen

Bachelor Thesis , 2011 , 42 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Andrea Thobe (Author)

Social Work
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In der heutigen Gesellschaft verlieren immer mehr Menschen ihre Identität und den Bezug zur Lebensorganisation, sei es nun durch den Verlust ihres Jobs oder durch emotionale Krisen, die nicht überwunden werden können. Depressionen gelten als Volkskrankheit. 2003 waren Depressionen der häufigste Grund für Erwerbsunfähigkeit. „Nach Schätzungen der WHO werden Depressionen 2020 in den so genannten entwickelten Staaten die häufigste Volkskrankheit sein.

Mit dieser Zukunftsprognose am Beispiel von Depressionen ist es wichtig, in dem Bereich der psychischen Gesundheit präventiv zu arbeiten und so den Menschen bei ihren Problemen zu helfen und sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Aber nicht nur Erwachsene sind von diesem Problem betroffen. Immer mehr Kinder und Jugendliche entwickeln Symptome einer Depression, sei es nun durch die hohe Scheidungsrate der Ehen, dadurch, dass die Eltern nicht mehr genügend Zeit für ihre Kinder aufbringen können, oder durch den eigenen Stress, den Kinder und Jugendliche zum Beispiel in der Schule mittlerweile durch die Ergebnisse der PISA-Studie oder auch durch die Schulzeitverkürzung haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines zum klinischen Störungsbild der Depression

2.1 ICD-10

2.2 DSM-IV

2.3 Klassifizierungen nach ICD-10 und DSM IV

2.3.1 Major Depression (DSM-IV) und Depressive Episode (ICD-10)

2.3.2 Dysthyme Störung (DSM-IV) und Dysthymia (ICD-10)

3. Ursachen der Kinder- und Jugenddepression

3.1 Historischer Wandel

3.2 Depressive Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit

3.3 Ursachen

3.3.1 Anzeichen und Auswirkungen

4. Forschungsmethode

4.1 Definition qualitative Sozialforschung

4.2 Leitfadengestütztes Experteninterview

5. Erläuterung der Vorgehensweise

5.1 Vorbereitung auf das Interview

5.2 Vorstellung der Experten

6. Auswertung

6.1 Begleitprotokoll (Postskript)

6.2 Zusammenfassung

7. Erläuterung und Belegung der Themen / Ergebnisse

7.1 Freizeitgestaltung

7.2 Zusammenarbeit mit den Eltern

7.3 Maßnahmen und Grenzen

7.4 Umgang mit Grenzsituationen

8. Interpretation

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die professionelle Tätigkeit der Sozialarbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie bei der Behandlung von Depressionen. Ziel ist es, durch qualitative Experteninterviews aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter in einem multiprofessionellen Team agieren, welche Methoden und Maßnahmen angewandt werden und wie mit den Herausforderungen und Grenzen dieses Arbeitsfeldes, wie beispielsweise Krisensituationen, umgegangen wird.

  • Theoretische Grundlagen und Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV) depressiver Störungen.
  • Historischer Wandel und Ursachen von Depressionen im Kindes- und Jugendalter.
  • Methodik der qualitativen Sozialforschung mittels leitfadengestützter Experteninterviews.
  • Strukturen multiprofessioneller Teamarbeit in psychiatrischen Einrichtungen.
  • Praktische Aspekte wie Freizeitgestaltung, Elternarbeit und Krisenintervention.

Auszug aus dem Buch

3.1 Historischer Wandel

Laut Parry Jones (2001) wurden bereits im ausgehenden Mittelalter und im 19. Jahrhundert depressive Zustandsbilder bei Kindern und Jugendlichen beschrieben. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts klassifizierte man bereits emotionale Störungen, wie z.B. Manie, Depression bzw. Melancholie. Schon damals wurden für diese emotionalen Probleme bereits frühe Verlusterfahrungen, belastende Lebensereignisee, sowie Strafen und überbehütete oder inkonsistente Erziehung als Gründe angebracht (vgl. Parry-Jones, 2001, S. 8).

Im letzten Quartal des 19. Jahrhunderts wurden mehrere Fälle von Bipolaren Störungen bei Kindern aufgezeichnet. „Ireland (1875), for example, reported a 13-year-old German boy, who ‘had been so often punished at school…that he became deeply melancholy and tried to kill himself. The melancholy alternated with mania, in which he whistled and sang day and night, tore his clothes and was filthy in his habits’.” (Hurd (1895), zitiert von Perry-Jones, 2001, S. 8).

In den 20er und 30er Jahren begannen die Untersuchungen im Bereich psychiatrischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalters umfassender und systematischer zu werden. Hauptsächlich beschäftige man sich mit den psychischen Folgen von Verlusterfahrungen bei Kindern. René A. Spitz zeichnete 1946 in seinem Konzept „anaklitischen Depressionen“ die Reaktion von Kindern zwischen sechs und zwölf Monaten auf, nachdem man sie von der Mutter trennte. Diese Reaktionen waren vergleichbar mit Symptomen einer Depression bei Erwachsenen. Sie bestanden aus Traurigkeit, Zurückgezogenheit und einem verminderten Kommunikationbedürfnis (vgl. Friese/Trott, 1988, S. 23).

Trotz der damaligen Forschungen herrschte allgemeine Skepsis und die Meinung, präpubertäre Kinder und Jugendliche könnten keine klinisch relevante Depression ausbilden. „Aus psychoanalytischer Sicht wurde die Auffassung vertreten, daß die Depression, als ein Konflikt mit dem Über-Ich, in dieser Altersgruppe nicht auftreten könne. Aufgrund der kognitiven und emotionalen Unreife von Kindern, dem noch nicht vollständig entwickelten Über-Ich sowie der mangelnden Fähigkeit, differenzierte Gefühle von Hoffnungslosigkeit oder Trennung zu erleben, könne sich das vollständige, typische Störungsbild einer Depression bei Kindern nicht manifestieren.“ (Groen/Petermann, 2002, S12).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Zunahme von Depressionen als gesellschaftliches Problem und führt in die Fragestellung zur Sozialarbeit mit betroffenen Kindern und Jugendlichen ein.

2. Allgemeines zum klinischen Störungsbild der Depression: Das Kapitel definiert den Begriff Depression und erläutert die gängigen Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV.

3. Ursachen der Kinder- und Jugenddepression: Hier werden der historische Umgang mit kindlichen Depressionen sowie verschiedene theoretische Erklärungsmodelle für deren Entstehung beleuchtet.

4. Forschungsmethode: Dieser Abschnitt definiert die qualitative Sozialforschung und begründet die Wahl des leitfadengestützten Experteninterviews als methodisches Vorgehen.

5. Erläuterung der Vorgehensweise: Das Kapitel beschreibt die Vorbereitung auf die Interviews sowie die Vorstellung der anonymisierten Experten und ihrer jeweiligen Stationen.

6. Auswertung: Die Auswertung umfasst das begleitende Postskript der Interviews sowie eine inhaltliche Zusammenfassung der gewonnenen Daten.

7. Erläuterung und Belegung der Themen / Ergebnisse: In diesem zentralen Teil werden die vier Hauptthemen Freizeitgestaltung, Elternarbeit, Maßnahmen/Grenzen und Umgang mit Grenzsituationen detailliert analysiert und belegt.

8. Interpretation: Das Kapitel reflektiert die Bedeutung von Teamarbeit und multiprofessionellem Handeln als essenzielle Stütze für die Sozialarbeit in der Psychiatrie.

9. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Forschungsergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der systemischen Arbeit und des teaminternen Zusammenhalts.

Schlüsselwörter

Sozialarbeit, Kinderpsychiatrie, Jugenddepression, Depression, Experteninterview, multiprofessionelles Team, Krisenintervention, Elternarbeit, Freizeitgestaltung, qualitative Sozialforschung, Fallbesprechung, psychische Gesundheit, stationäre Unterbringung, Diagnose, Behandlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Aufgaben, Methoden und Herausforderungen der Sozialarbeit in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit depressiven Störungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Felder sind die Freizeitgestaltung, die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern, die praktischen Maßnahmen und beruflichen Grenzen der Sozialarbeiter sowie der Umgang mit Krisensituationen im Klinikalltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu erforschen, wie Sozialarbeit unter den spezifischen Bedingungen einer psychiatrischen Klinik gestaltet wird und wie das multiprofessionelle Team dabei zusammenwirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz und führt leitfadengestützte Experteninterviews mit zwei in der Psychiatrie tätigen Fachkräften durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Depressionsdiagnosen (ICD-10/DSM-IV) und Ursachenforschung die Ergebnisse der Experteninterviews ausgewertet, interpretiert und anhand von Praxisbeispielen belegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sozialarbeit, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Depression, Experteninterview, multiprofessionelles Team, Krisenintervention und Elternarbeit sind die prägenden Begriffe.

Wie wichtig ist das multiprofessionelle Team laut den befragten Experten?

Das Team ist von zentraler Bedeutung, da es sowohl die emotionale Entlastung der einzelnen Mitarbeiter ermöglicht als auch die Entscheidungsgrundlage bei komplexen Fällen und Krisen bildet.

Wie wird mit Krisensituationen in der Klinik umgegangen?

Die Mitarbeiter nutzen standardisierte Schulungen (PART - Professional Assault Response Training), um präventiv zu handeln oder in Extremfällen (wie Fixierung) sicher und gesetzeskonform zu intervenieren.

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Details

Title
Sozialarbeit mit depressiven Kindern und Jugendlichen
Subtitle
Eine empirische und theoretische Studie
College
University of Duisburg-Essen
Grade
2.0
Author
Andrea Thobe (Author)
Publication Year
2011
Pages
42
Catalog Number
V179881
ISBN (eBook)
9783668331181
ISBN (Book)
9783668331198
Language
German
Tags
Sozialarbeit depressive Kinder und Jugendliche Bachelor Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Thobe (Author), 2011, Sozialarbeit mit depressiven Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179881
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