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Die Damaskusaffäre. Judeophobie in einer anonymen Damszener Chronik

Titel: Die Damaskusaffäre. Judeophobie in einer anonymen Damszener Chronik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Ernst Gabriel (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Mudhakkirāt Tārīkhiyya stellen die Hauptquelle dieser Arbeit dar. Es handelt sich hierbei um eine „anonyme“ Chronik, deren Autor „[im Jahr] 1840 als Schreiber (kātib) in der Provinzverwaltung angestellt“ sowie „ein Mitglied der griechisch-orthodoxen Gemeinde“ gewesen sei. Anhand des Auszuges aus den Memoiren sollen die Bestandteile des judeophoben Weltbildes des Autors am Beispiel seiner Beobachtungen der "Damaskusaffäre" analysiert werden. Hierbei soll versucht werden, verschiedene Machttheorien von Michel Foucault anzuwenden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mudhakkirāt Tārīkhiyya

2.1 Zusammenfassung

2.2 Betrachtung des Auszuges

3. Analyse des Auszugs

3.1 Folter – Gewalt als Prämisse des Machtwissens

3.2 Die jüdische Gemeinde und ihre Rabbiner – Gegenstände des Diskurses

3.3 Der Zyklus der Untersagung – Konversion oder Tod?

3.4 Ritualmord und Talmud

3.5 Matti-Renton und das französische Verlangen nach dem Blut

4. Konklusion

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Damaskusaffäre von 1840 anhand der Mudhakkirāt Tārīkhiyya, um zu untersuchen, wie durch judophobe Diskurse religiöse Weltbilder konstruiert und Machtstrukturen legitimiert wurden. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie körperliche Gewalt und ideologische Zuschreibungen gegenüber der jüdischen Gemeinde Damaskus eingesetzt wurden.

  • Analyse der Mudhakkirāt Tārīkhiyya als zentrale Quelle
  • Untersuchung judophober Mechanismen und Konstruktion des jüdischen Kollektivs
  • Bedeutung von Gewalt und Folter im Kontext der Machtausübung
  • Die Rolle der Konversion als „Ausweg“ aus dem Diskurs
  • Einfluss diplomatischer Akteure wie Ratti-Menton auf die Dynamik der Affäre

Auszug aus dem Buch

Folter – Gewalt als Prämisse des Machtwissens

Schlagen [daraba] ist in dem Auszug ein elementarer Bestandteil der Verhöre und wird von dem Autoren der Memoiren nie in Frage gestellt. Eine direkte Benennung der Tätigkeit des Folterns [‘aḍḍaba] erfolgt nur einmal, doch ist auch dort keine ablehnende Haltung zu erkennen. Diese vermeintlich „wertfreie“ und verharmlosende Darstellung der Verhöre soll hier aufgelöst werden. Von dem protestantischen Missionar George Wildon Pieritz ist folgende Aufstellung der Foltermethoden überliefert:

„1. Auspeitschen, 2. Tränken von angekleideten Personen in großen Becken mit kaltem Wasser, 3. Die Kopf-Maschine, durch welche die Augen aus ihren Höhlen gepresst wird, 4. Das Abbinden empfindlicher Teile des Körpers wobei Soldaten befohlen wird, diese zu winden und entsetzlicher Weise so zu verdrehen, dass der arme Leidende fast verrückt vor Schmerz wird, 5. Aufrechtstehen für drei Tage, ohne dass irgendeine Haltung erlaubt ist, nicht einmal sich gegen die Wand zu lehnen; und wenn sie niedergehen, werden sie durch die Bajonette der bereitstehenden Wachen aufgerichtet, 6. Das Ziehen an den Ohren über einen großen Hof bis Blut fließt, 7. Das Treiben von Dornen zwischen Nägel und Fleisch an Fingern und Zehen, 8. Das Anbrennen der Bärte bis ihre Gesichter versengt sind, 9. Das Halten von Kerzen unter ihre Nasen, so dass die Flammen bis zu den Nasenlöchern aufsteigen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Damaskusaffäre von 1840 als historisch bedeutendes Ereignis ein, das die interreligiösen Spannungen in Damaskus unter ägyptischer Besatzung verdeutlicht.

2. Mudhakkirāt Tārīkhiyya: In diesem Kapitel wird die zentrale Quelle, eine anonyme Chronik, eingeführt, die Ereignisse der Jahre 1832 bis 1840 aus einer spezifischen, lokal geprägten Perspektive wiedergibt.

3. Analyse des Auszugs: Die Analyse untersucht methodisch die judophoben Diskurse innerhalb der Chronik, wobei Gewalt, die Konstruktion jüdischer Identität, die Rolle der Konversion und religiöse Stereotype detailliert aufgearbeitet werden.

4. Konklusion: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, wie der Autor der Chronik durch die Konstruktion eines judophoben Feindbildes Machtansprüche stützte und religiöse Subjektivierung instrumentalisierte.

Schlüsselwörter

Damaskusaffäre, Mudhakkirāt Tārīkhiyya, Judophobie, Ritualmord, Gewalt, Machtwissen, Konversion, Jüdisches Kollektiv, Antijudaismus, Diskursanalyse, Ratti-Menton, Orientalismus, Ideologie, Repräsentation, 1840.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Damaskusaffäre des Jahres 1840 anhand einer spezifischen Quelle, der Mudhakkirāt Tārīkhiyya, und analysiert die dabei zutage tretenden judophoben Diskurse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Darstellung von körperlicher Gewalt und Folter, die Konstruktion jüdischer Identität als verschwörerisches Kollektiv sowie der Zusammenhang zwischen Macht, Religion und antijudaistischen Narrativen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es, das religiös-politische Weltbild des anonymen Autors der Mudhakkirāt Tārīkhiyya zu extrahieren und zu verstehen, wie judophobe Diskurse zur Legitimierung von Herrschaft und Gewalt genutzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin oder der Autor verwendet Ansätze der Diskursanalyse, maßgeblich inspiriert durch Michel Foucault, um die Machtverhältnisse und die Konstruktion von Wissen in den untersuchten Textpassagen zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Foltermethoden, die Untersuchung der Rolle der jüdischen Gemeinde und ihrer Rabbiner im Diskurs, die Bedeutung von Konversion als „Ausweg“ sowie eine kritische Betrachtung des Ritualmordmythos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Damaskusaffäre, Judophobie, Ritualmord, Diskursanalyse, Machtwissen und Antijudaismus.

Warum spielt die Person des französischen Konsuls Ratti-Menton eine Rolle für die Analyse?

Ratti-Menton wird als zentrale Figur identifiziert, die durch ihr Eingreifen und ihre spezifische Interessenlage die Dynamik der Ermittlungen und die Gewaltanwendung maßgeblich beeinflusst und gesteuert hat.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Konversion im damaligen Kontext?

Die Konversion wird als ein Zwangsinstrument und als „Nichtigkeit-Erklärung“ des jüdischen Subjekts gewertet; sie ist keine wirkliche Option zur Selbstbehauptung, sondern ein Weg, unter Aufgabe der eigenen Identität das Überleben zu sichern.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Damaskusaffäre. Judeophobie in einer anonymen Damszener Chronik
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Ernst Gabriel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V180046
ISBN (eBook)
9783656026525
ISBN (Buch)
9783656026105
Sprache
Deutsch
Schlagworte
damaskusaffäre judeophobie damszener chronik foucault antisemitismus antijudaismus syrien 1840 frankel zyklus der untersagung Damaskus Ratti_Menton Ali Pasha Mudhakkirāt Tārīkhiyya
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ernst Gabriel (Autor:in), 2011, Die Damaskusaffäre. Judeophobie in einer anonymen Damszener Chronik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180046
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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