Benotete Lehrprobe zum Thema: Die Gründung Roms, Klasse 6

Entstehung der Stadt Rom – Gründungssage und historische Wirklichkeit


Unterrichtsentwurf, 2011

24 Seiten, Note: 13 Punkte


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse der Lerngruppe und Schlussfolgerungen für die Gestaltung des Unterrichts

2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen (Ziel – Inhalt – Methode – Relation)
2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit
2.2 Auswahl und Begründung der Lernziele
2.2.1 Auswahl der Lernziele
2.2.2 Begründung der Lernziele
2.3 Begründung der didaktischen und methodischen Entscheidungen

3. Aussagen zu Schülerleistungen

4. Tabellarische Verlaufsplanung

5. Anhang

Lernlandkarte/ Plakat

Zusatzaufgaben

Folie 1: Bild der kapitolinischen Wölfin

Folie 2: Sicherungsfolie

6. Literaturverzeichnis

1. Bedingungsanalyse der Lerngruppe und Schlussfolgerungen für die Gestaltung des Unterrichts

Die Lerngruppe besteht aus 23 SchülerInnen (SuS), 14 Mädchen und 9 Jungen. Die Klasse ist in dem vorangegangen Schuljahr in der fünften Jahrgangsstufe neu zusammengekommen – z.T. aus verschiedenen Orten der Umgebung und damit auch aus verschiedenen Grundschulen. Der Einzugsbereich ist insgesamt trotzdem recht klein, die SuS treffen sich auch außerhalb der Schule und sind untereinander befreundet. Es gibt es weder Abgänger noch hinzugekommene SuS. Integrative oder kulturelle Besonderheiten sind hier nicht näher zu betrachten. Lernstörungen oder Teilleistungsstörungen sowie körperliche Einschränkungen in der Lerngruppe sind mir nicht bekannt.

Das Klassenklima ist insgesamt gut. Es gibt zwei Mädchengruppen, die Jungs verstehen sich gleichermaßen. Kleinere Konflikte können durch klärende Gespräche im Regelfall schnell gelöst werden.

Ich unterrichtete die Klasse von April bis zum Ende des Schuljahres 2010/2011 angeleitet und mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 übernahm ich die Lerngruppe im selbstständigen Unterricht. Die Klasse war, als ich in der fünften Klasse als neue Lehramtsanwärterin an sie herantrat, sehr aufgeschlossenen. Unsere gemeinsamen Geschichtsstunden finden seit August 2011 in der Regel montags in der zweiten (8.50 Uhr bis 9.35 Uhr) und mittwochs in der achten Stunde (14.45 Uhr bis 15.30 Uhr) statt. Zwischen diesen beiden Stunden gibt es einen großen Unterschied in der Qualität des Lehrens und Lernens. Dieser resultiert aus der Lage der Stunde eingebettet in den Unterrichtstag der SuS. Montags sind sie in der zweiten Stunde ausgeruht und konzentriert – die Erarbeitung des Unterrichtsstoffes fällt der Lerngruppe insgesamt leichter als mittwochs. Die Motivierung und Aktivierung der Klasse sowie das Erreichen der Unterrichtsziele können durch eine adäquate Auswahl der Methoden in Relation zum Inhalt regelmäßig erreicht werden. Die SuS sind vergleichsweise leicht zu motivieren, die Unterrichtsstörungen durch Einzelne fallen gering aus. Es bietet sich daher an, in diesen Montags-Stunden die Erarbeitung neuer Unterrichtsinhalte zu planen und umzusetzen. Demgegenüber fällt es der Lerngruppe mittwochs in der achten Stunde verständlicherweise außerordentlich schwer, sich zu konzentrieren und es ist hier im Besonderen seitens der Lehrperson darauf zu achten, die SuS zu motivieren und durch ausgewählte Methodenwechsel zu aktivieren. Die Lerngruppe muss in den Übergängen der Stundenphasen immer wieder aktiv in das Unterrichtsgeschehen zurückgeholt werden. Daraus ist abzuleiten, dass in diesen Stunden Wiederholungs-, Übungs- und Festigungseinheiten installiert werden und den Großteil der Unterrichtszeit ausfüllen sollten. Leistungskontrollen können natürlich ausschließlich in der Montags-Stunde umgesetzt werden.

Die Lehrprobenstunde findet aus planungsbedingten Gründen außerhalb dieser regelmäßigen Geschichtsstunden an einem Mittwoch in der dritten Stunde statt. In dieser Stunde hätten die SuS eigentlich Mathematik. Vermutlich wird die Lerngruppe keine großen Schwierigkeiten haben, sich auf diese irreguläre Geschichtsstunde einzulassen. Leichte Irritationen können jedoch nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Treten diese ein, werde ich mehr einleitende Worte finden, um sie auf die Geschichtsstunde einzustimmen. Vermutlich ist die Lerngruppe an diesem Tag in dieser dritten Stunde konzentrierter und aufmerksamer als sie es in der achten Unterrichtsstunde wäre – vergleichbar mit der Montags-Stunde (s.o.). Daher kann auch in dieser Stunde problemlos eine Erarbeitungsphase geplant und umgesetzt werden.

Die Klasse ist insgesamt sehr aktiv und nimmt im Grunde gern am Unterrichtsgeschehen teil. Durch Auswertung bisheriger Feedbackrunden kann konstatiert werden: Im Durchschnitt besteht ein positives und respektvolles Verhältnis zu mir als Lehrperson. Zudem existiert beim Großteil der SuS ein grundlegendes und bei drei SuS ein ausgeprägtes Interesse an dem Fach Geschichte. Kleinere Unruhen sind jedoch nicht selten. Diese liegen zum Einen am regen Mitteilungsbedürfnis der SuS, am Alter (11-12 Jahre) und dem (vor-)pubertärem Stadium, zum Anderen gibt es aber auch einige LernerInnen, die sich vor allem im letzten Drittel einer Unterrichtsstunde nur noch schwer konzentrieren können – auch in der Geschichtsstunde am Montag und wahrscheinlich auch in der Lehrprobenstunde. Hier gilt es, durch einen Methodenwechsel die SuS noch einmal aktiv in das Unterrichtsgeschehen zurückzuholen.

Anzumerken ist außerdem, dass die Klasse ein großes Leistungsgefälle aufweist. Neun SuS sind zu den Leistungsträgern der Klasse zu zählen, davon sind zwei Schüler und eine Schülern besonders leistungsstark. Acht LernerInnen sind im mittleren Feld des Leistungsniveaus einzuordnen und sechs SuS gehören zu den leistungsschwachen, davon sind zwei besonders schwach. Diese Heterogenität bedeutet, dass Differenzierung gerade in dieser Lerngruppe neben methodischer Abwechslung ein hohen Stellenwert einnehmen muss (siehe Punkt 2).

Die SuS haben am Beginn der fünften Klasse im Ethik-Unterricht einen Lerntypentest machen können. Die Kategorien der Lerntypen wurden im Ergebnis schülergerecht wie folgt benannt: Lerntyp LESEN, HÖREN, SCHREIBEN, SPRECHEN. Die Auswertungen des Tests lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: 12 SuS lernen durch Schreiben, sie sind demnach dem motorischen Lerntyp zuzuordnen. Dementgegen lernen fünf der SuS am besten durch Hören und verwirklichen daher den auditiven Lerntypen. Die restlichen sechs SuS sind Mischtypen zwischen Hören und Sehen oder zwischen Hören und Sprechen, also visuell-auditive bzw. auditiv-kommunikative LernerInnen. Daraus resultiert für die Lehrkraft, dass sowohl motorische, als auch visuelle, auditive und kommunikative Aspekte des Lehrens und Lernens im Unterricht in dieser Klasse und demnach auch in der Lehrprobenstunde zu beachten sind.

Wie bereits angesprochen, sind die SuS inzwischen zwischen elf und zwölf Jahre alt. Bei einigen beginnt so langsam die pubertäre Phase, andere hingegen verhalten sich noch sehr kindlich. Dementsprechend sind auch die Methoden- und Sozialkompetenzen der SuS ganz unterschiedlich ausgeprägt. Festzuhalten ist aber, dass auch hier ein Zusammenhang zwischen Leistungsstärke und Kompetenzausprägung besteht. Diese Heterogenität rückt v.a. bei der Zuteilung der SuS in Gruppen bzw. Teams in den Vordergrund (siehe Punkt 2).1 Die kooperative Kompetenz ist insgesamt noch zu trainieren, die SuS müssen angehalten werden, ihre Ergebnisse aus der Einzelarbeit auszutauschen. Die stärkeren SuS arbeiten, wenn sie die Wahl haben, lieber einzeln und sind nicht immer motiviert, ihre Erfolge anderen mitzuteilen oder den Schwächeren zu helfen. Die schwächeren SuS tauschen sich zwar lieber aus – auch um den Rückhalt bzw. die Bestätigung hinsichtlich ihrer Ausarbeitungen zu erhalten – haben aber Schwierigkeiten, sich adäquat auszudrücken. Daher wird auch in der Lehrprobenstunde darauf geachtet, dass sowohl die kooperative Kompetenz der Leistungsstärksten als auch der Schwächsten durch Partnerarbeit im Austausch trainiert wird. Die LernerInnen im mittleren Leistungsniveau nehmen die Teamarbeit grundsätzlich gerne an.

Hinsichtlich des Arbeits- und Schreibtempos besteht wiederum eine Heterogenität. Diese Fähigkeiten, worunter auch die Lesekompetenz fällt, korrelieren stark mit der Leistungsstärke der SuS. Die Leistungsstarken der Klasse arbeiten schneller, effektiver und besitzen eine schon gut ausgeprägte Lesekompetenz. Das Mittelfeld entspricht dem Durchschnitt und die Leistungsschwachen brauchen eben länger, Texte zu lesen, zu verstehen und Informationen aus diesen zu entnehmen. Die Differenzierungsangebote, die hier vorgenommen werden können, sind Hilfestellungen für die schwächeren SuS durch den Lehrer (z.B. Worterklärungen, strukturierende Aufgabenstellungen) und auch durch die Mitschüler (Austausch in Partner- oder Gruppenarbeit). Diese Hilfestellungen lassen sich in dieser Lehrprobenstunde integrieren (siehe Punkt 2). Die Leistungsstarken können oft durch Zusatzaufgaben, die sie, laut eigenen Aussagen als Geschichtsinteressierte, auch nicht als Belastung empfinden, gefördert werden.

Zu bedenken ist jedoch immer, dass die Lerngruppe je nach Tagesform auch insgesamt mal schneller und effektiver oder eben langsamer und unkonzentrierter arbeitet. Es sollten daher immer Alternativen für variable Unterrichtsausstiege bzw. Alternativen für übrig gebliebene Unterrichtsminuten eingeplant werden.

Nicht außer Acht zu lassen ist auch die besondere Situation, die die Lehrprobe für die SuS erstmalig darstellt. Daraus resultierendes abweichendes Verhalten muss einkalkuliert werden.

Die Lehrprobenstunde findet durch den Austausch mit der Mathematikstunde im Klassenraum der SuS statt. Dieser Raum bietet wenige bis keine Möglichkeiten, um beispielsweise Unterrichtsphasen des bewegten Lernens einzuschieben – er ist gemessen an der Klassenstärke einfach zu klein. Auch Geschichtskarten lassen sich nicht aufhängen. In der Montagsstunde findet der Unterricht immer im MNT-Raum der Schule (R 208) statt, dort bestehen dann die Möglichkeiten der Arbeit mit Geschichtskarten und die Umsetzung von Unterrichtsphasen des bewegten Lernens. Ansonsten können der Overhead-Projektor und die Tafel als Medien im Raum 209 genutzt werden.

2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen (Ziel – Inhalt – Methode – Relation)

2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit

In der folgenden Tabelle sind die Stoffeinheit und die Einbettung der Lehrprobenstunde als Übersicht dargestellt. Das Thema der übergeordneten Stoffeinheit lautet „Die Entstehung des Römischen Reiches“2. Die Stoffeinheit beginnt mit der Auseinandersetzung mit Rom und dem Römischen Reich und geht der Reihe „Rom in der Kaiserzeit“3 voraus.

Unterrichtsreihe: Die Entstehung des Römischen Reiches4

Die Lehrprobenstunde „Entstehung der Stadt Rom – Gründungssage und historische Wirklichkeit“ ist lehrplangemäß der erste Bezugspunkt der Reihe „Die Entstehung des Römischen Reiches“.5

Nachdem die SuS wissen, wie Rom entstanden ist, wird in den folgenden beiden Stunden die enorme Ausbreitung bis hin zum Weltreich thematisiert.

Anschließend werden die Römische Republik (Stunde 4/5) und die krisenhaften Veränderungen dieser durch die Expansion (Stunde 6) behandelt.

In den beiden Folgestunden rücken die Sklaven der Res Publica in den Vordergrund.

Die letzten drei Stunden thematisieren sodann den Zerfall der Römischen Republik und leiten zur anschließenden Stoffeinheit „Rom in der Kaiserzeit“ über.

In der abschließenden Stunde erfolgen eine Leistungskontrolle und eine Feedbackrunde zur Stoffeinheit.

2.2 Auswahl und Begründung der Lernziele

2.2.1 Auswahl der Lernziele

1. Die SuS kennen die Gründungssage und die historisch belegte Entstehung der Stadt Rom.
2. Die SuS verbessern ihre Lesekompetenz.
3. Die SuS trainieren ihre Kooperationsfähigkeit.

2.2.2 Begründung der Lernziele

Die inhaltliche Behandlung und Vermittlung der Gründungssage über die Entstehung der Stadt Rom ist der erste Verweis im Lehrplan unter dem Lehrplanabschnitt 5 „Entstehung des Römischen Reiches“.6

Da, der Textsorte entsprechend, auch diese Sage trotz des historischen Kerns nicht der historisch belegten Wirklichkeit entspricht, muss diese ebenfalls thematisiert werden. Die SuS bekommen Darstellungstexte (Sage/ Wirklichkeit) mit konkreten Aufgabenstellungen sowie ein Arbeitsblatt für die Sicherung der Ergebnisse, um dieses Unterrichtsziel zu erreichen (siehe Punkt 2.3).

Die Entwicklung und Ausformung einer angemessenen Lesekompetenz ist Grundlage für ein solides Textverständnis. Textquellen und Darstellungstexte nehmen einen großen Raum im Geschichtsunterricht ein.

In der Doppeljahrgangsstufe 5/6 gehört laut Lehrplan zum Erreichen der inhaltlichen Ziele die Arbeitstechnik „Historische Sachverhalte unter Anleitung lesen und zielgerichtet Informationen entnehmen“7.

Daher sollte es ein Anliegen in jeder Stunde sein, die Texte als Erarbeitungsgrundlage involviert, jene Lesekompetenz der SuS zu fördern, denn diese ist Grundvoraussetzung, um sachgerecht Informationen aus Texten entnehmen zu können. Durch die Aufgabenstellungen unter den zu lesenden Texten trainieren die SuS ihre eigene Lesekompetenz (siehe Punkt 2.3) und damit wird diese gefördert.

[...]


1 Vgl. auch Meyer, Hilbert: Unterrichts-Methoden II. Praxisband. Berlin 122007, S. 285ff.

2 Thüringer Kultusministerium (Hg.): Lehrplan für das Gymnasium, Geschichte. Erfurt 1999, S. 19.

3 ebenda, S. 19.

4 Die Reihenplanung orientiert sich neben dem Lehrplan auch am Lehrerband Geschichte plus 5/6, S. 108f.

5 Vgl. Thüringer Kultusministerium (Hg.): Lehrplan für das Gymnasium, Geschichte. Erfurt 1999, S. 19.

6 Thüringer Kultusministerium (Hg.): Lehrplan für das Gymnasium, Geschichte. Erfurt 1999, S. 19.

7 Thüringer Kultusministerium (Hg.): Lehrplan für das Gymnasium, Geschichte. Erfurt 1999, S. 17.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Benotete Lehrprobe zum Thema: Die Gründung Roms, Klasse 6
Untertitel
Entstehung der Stadt Rom – Gründungssage und historische Wirklichkeit
Hochschule
Staatliches Studienseminar für Lehrerausbildung Erfurt
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V180148
ISBN (eBook)
9783656049746
ISBN (Buch)
9783656049777
Dateigröße
2649 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gründung Roms - Klasse 6 - Gymnasium
Arbeit zitieren
Cora Wenzel (Autor), 2011, Benotete Lehrprobe zum Thema: Die Gründung Roms, Klasse 6, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180148

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