Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - 1848, Empire, Imperialism

Sicherheit und Innovationen im Bergbau Ende des 19. Jahrhunderts

Title: Sicherheit und Innovationen im Bergbau Ende des 19. Jahrhunderts

Bachelor Thesis , 2011 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexander Batzke (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet boomte im 19. Jahrhundert eminent und wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts radikal ausgeweitet, wobei die Förderleistung um ein Vielfaches gesteigert wurde. Dadurch stieg freilich das Unfallrisiko für die Bergleute ebenfalls erheblich und machte die Arbeit unter Tage zu einem der gefährlichsten Berufe des Jahrhunderts.
Das Spannungsverhältnis von Sicherheit der Arbeiter und Produktionsinteresse der Unternehmer ist dabei besonders bedeutsam. Dies und noch vieles mehr sind Gründe, warum die Betrachtung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Sicherheit im Bergbau von entscheidender Wichtigkeit ist.
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit diesen spezifischen Gefahren im Bergbau auseinander und zeigt auf, welche Innovationen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dazu beitrugen, die Sicherheit der Bergleute adäquat zu optimieren. Gerade im 19. Jahrhundert hat die Sicherheitstechnik unter Tage einige revolutionäre Innovationen erlebt. Fragen, die an die Thematik gestellt und im Zuge der Arbeit beantwortet werden sind:
- Was war der ausschlaggebende Grund, dass gerade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so viele Innovationen zur Sicherheit der Bergleute eingeführt wurden?
- Wieso traten in einigen Bereichen der Bergbautechnik sehr viele und in anderen Bereichen vergleichsweise wenig Innovationen auf?
- Wie stellt sich das Verhältnis von technischen Errungenschaften sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen auf der einen und gesetzlichen Verordnungen sowie behördlichen Anforderungen und sozialpolitischen Gesetzen auf der anderen Seite dar?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Absturz im Schacht

2.1.1. Innovationen bei der Fahrtechnik

2.1.2. Sicherheitsverordnungen

2.1.3. Fazit

2.2. Verschüttung

2.2.1. Abbautechnik

2.2.2. Sicherheitsverordnungen

2.2.3. Fazit

2.3. Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen

2.3.1. Ursachen

2.3.2. Innovationen bei der Bewetterung

2.3.3. Innovationen bei der Sprengarbeit

2.3.4. Innovationen bei dem Geleucht

2.3.5. Sicherheitsverordnungen

2.3.6. Fazit

2.4. Allgemeine Sicherheitsbestimmungen und Gesetze

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die spezifischen Gefahren im Bergbau der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und analysiert, inwiefern technische sowie rechtliche Innovationen zur Optimierung der Arbeitssicherheit der Bergleute beitrugen, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen Produktionsinteressen und dem Schutz der Arbeitnehmer im Fokus steht.

  • Technische Innovationen in der Schachtfahrt (Fahrkünste, Seilfahrt)
  • Entwicklung der Abbautechniken zur Vermeidung von Verschüttungen
  • Ursachen und Präventionsmaßnahmen bei Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen
  • Einfluss von Sicherheitsverordnungen und Gesetzen auf die Grubenarbeit
  • Sozialgeschichtliche Rahmenbedingungen und Arbeitskämpfe

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Innovationen bei der Bewetterung

Die Bewetterung ist eine der grundlegendsten Verfahren des Bergbaus. Ohne diese Methode wäre das Arbeiten unter Tage für Mensch und Tier überhaupt nicht möglich, denn sie dient folgenden vier Zwecken: 1. Der Zuführung der erforderlichen Atemluft für Mensch und Tier. 2. Der Sicherung der Verbrennungsluft für das Geleucht. 3. Der Verdünnung und Entfernung von explosiven, stickigen oder giftigen Gasen. 4. Der Abführung von Wärme und Zuleitung kühler Luft, um die Arbeit zu erleichtern.

Schon im 16. Jahrhundert hatte Georg Agricola im sechsten der De re metallica libri XII („Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen“) auf die Funktionsweise eines natürlichen Wetterzuges hingewiesen. Die Besonderheit dabei war, dass er Jahreszeitenspezifisch funktionierte. Im Sommer fiel die Luft durch einen Schacht in das Grubengebäude hinein und gelangte durch einen tiefer gelegenen Stollen wieder hinaus, im Winter war es genau umgekehrt. Dazu halfen technische Hilfsmittel wie Blasebälge, Wettertrommeln, Wetterlutten und Windfänge. Die physikalische Erklärung für dieses Phänomen war die des „spezifischen Gewichts“ von Luft. Im Vergleich zur Außenlufttemperatur blieb die Temperatur im Grubengebäude immer relativ konstant.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Gefährlichkeit des Bergbaus im 19. Jahrhundert und führt in die Thematik der technischen und gesetzlichen Innovationen zur Verbesserung der Sicherheit ein.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Gefahren Absturz im Schacht, Verschüttung sowie Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen und bewertet die dazu eingeführten technischen Neuerungen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

2.1. Absturz im Schacht: Dieses Kapitel behandelt den Übergang von Leitern zur Fahrkunst sowie zur Seilfahrt und diskutiert die behördlichen Erlasse, die den Prozess der technischen Umstellung begleiteten.

2.2. Verschüttung: Hier werden die Abbautechnik des „Streichenden Pfeilerrückbaus“ und deren Sicherheitsrisiken sowie die begrenzte Entwicklung an Schutzmaßnahmen in diesem Bereich thematisiert.

2.3. Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen: Dieses Kapitel widmet sich den Ursachen von Grubenexplosionen und den weitreichenden Innovationen bei Bewetterung, Sprengarbeit und Lampentechnik.

2.4. Allgemeine Sicherheitsbestimmungen und Gesetze: Der Abschnitt analysiert übergeordnete Gesetze, wie das preußische Berggesetz von 1865 und Unfallversicherungsgesetze, sowie deren Wirkung im Kontext der industriellen Arbeitsbeziehungen.

3. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Innovationstätigkeit vor allem durch den Wunsch nach Produktionssteigerung und die öffentliche Aufmerksamkeit bei Massenunglücken vorangetrieben wurde.

Schlüsselwörter

Bergbau, Arbeitssicherheit, Innovationen, 19. Jahrhundert, Steinkohle, Schlagwetter, Kohlenstaub, Fahrkunst, Seilfahrt, Bewetterung, Sicherheitslampe, Berggesetz, Knappschaft, Arbeitsschutz, Grubenunglücke.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche technischen und gesetzlichen Innovationen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ergriffen wurden, um die Sicherheit der Bergleute im Steinkohlenbergbau zu verbessern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Fahrtechnik, der Abbautechnik zur Vermeidung von Verschüttungen sowie der Prävention von Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Spannungsverhältnis zwischen dem unternehmerischen Interesse an Produktionssteigerung und der Notwendigkeit, das Unfallrisiko durch Innovationen zu senken, zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf zeitgenössischen Quellen wie der „Glückauf“-Zeitschrift sowie auf einschlägiger Fachliteratur zur Bergbaugeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach spezifischen Unfallkategorien und untersucht für jede Kategorie die technischen Lösungen sowie die korrespondierenden bergpolizeilichen Verordnungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Arbeitssicherheit, Innovation, Schlagwetter, Bergrecht und technischer Fortschritt im Bergbau des 19. Jahrhunderts charakterisiert.

Warum war die Einführung der Seilfahrt so bedeutsam?

Die Seilfahrt ersetzte die kräftezehrende und unfallträchtige Fahrung über Leitern und Fahrkünste und führte nach anfänglicher behördlicher Skepsis zu einer deutlichen Reduktion der Unfälle in den Schächten.

Welche Rolle spielten öffentliche Massenunglücke für den Fortschritt?

Explosionen, die viele Menschenleben forderten, erregten so großes öffentliches Aufsehen, dass sie den Druck auf die Unternehmen und Behörden erhöhten, aktiv in Sicherheitstechnologien wie moderne Ventilatoren und Sicherheitslampen zu investieren.

Excerpt out of 36 pages  - scroll top

Details

Title
Sicherheit und Innovationen im Bergbau Ende des 19. Jahrhunderts
College
Ruhr-University of Bochum  (Geschichtswissenschaft)
Grade
1,7
Author
Alexander Batzke (Author)
Publication Year
2011
Pages
36
Catalog Number
V180238
ISBN (eBook)
9783656029663
ISBN (Book)
9783656029939
Language
German
Tags
Sicherheit Innovation Schlagwetter; Kohlenstaub; Geleucht; Fahrkunst; Bewetterung; Glück auf; Ruhrgebiet; Sicherheitsverordnungen; Sprengarbeit; Verschüttung; Absturz;
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Batzke (Author), 2011, Sicherheit und Innovationen im Bergbau Ende des 19. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180238
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  36  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint