Die interne Struktur der Nominalphrase in der Dependenzgrammatik, der Duden-Grammatik und der Schülerduden-Grammatik


Hausarbeit, 2010
30 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegendes
2.1 Zum Wesen der Nominalphrase
2.2 Valenz, Nomenergänzungen und Nomenangaben

3. Zur Abfolge der Satelliten innerhalb der Nominalphrase
3.1 Das linke Feld
3.1.1 Das Determinativ
3.1.2 Das Adjektiv
3.1.2.1 Das quantifikative Adjektiv
3.1.2.2 Das referentielle Adjektiv
3.1.2.3 Das qualifikative Adjektiv
3.1.2.4 Das Herkunftsadjektiv
3.1.2.5 Das klassifikative Adjektiv
3.1.3 Das Genitivattribut
3.1.4 Das Nomen invarians
3.1.5 Nomen varians
3.2 Das rechte Feld
3.2.1 Das Genitivattribut
3.2.1.1 Der Genitivus possessivus
3.2.1.2 Der Genitivus subiectivus
3.2.1.3 Der Genitivus obiectivus
3.2.1.4 Der Genitivus explicativus
3.2.2 Das Nomen invarians
3.2.3 Das Nomen varians
3.2.4 Das direktive Attribut
3.2.5 Das expansive Attribut
3.2.6 Das nominale Attribut
3.2.7 Das präpositive Attribut
3.2.8 Die qualitative Angabe
3.2.9 Die komitative Angabe
3.2.10 Die situative Angabe
3.2.11 Das verbative Attribut
3.2.12 Der attributive Relativsatz
3.2.13 Die Apposition

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Satz

Die vier von einem Handwerker mit Hilfe seines Lehrlings, ein junger Mann, der großes Talent hat, hübsch hergerichteten schönen süddeutschen Häuser des Vaters mit den schönen Gärten in Heidelberg, die sich bereits seit gewisser Zeit in seinem Besitz befinden, sind imposant.

wirkt zunächst erschlagend. Das liegt sicherlich an all den Attributen, die den Kopf der Nominalphrase umgeben und sehr viele Informationen liefern. Die Nominalphrase des genannten Satzes beginnt mit dessen erstem Wort und endet mit dem letzten Komma. Lässt man alle Attribute, die hier in variationsreicher Form realisiert sind, weg, bleibt folgender Satz übrig: Die Häuser sind imposant. – nun besteht die Nominalphrase nur noch aus dem Artikel die und dem nominalen Kopf Häuser. Nominalphrasen bieten also ein enormes Erweiterungspotenzial, das selbst im obigen Satz noch nicht völlig ausgeschöpft ist. Der Nominalphrase liegt eine relativ streng reglementierte innere Struktur zugrunde, welche die Abfolge der Attribute bestimmt.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich – wie der Titel bereits anklingen lässt – mit dieser inneren Struktur der Nominalphrase in der Dependenzgrammatik, der Duden-Grammatik und der Schülerduden-Grammatik. Hier geht es also um eine Betrachtung, die perspektivisch innerhalb der Nominalphrase liegt, was bedeutet, dass den syntaktischen Funktionen, welche die Nominalphrase im Rahmen des Satzes (hier läge die Betrachtungsperspektive außerhalb) übernehmen kann (Subjekt, Objekt usw.), in dieser Arbeit lediglich periphere Beachtung zukommt. Gleicherweise weitgehend unbeachtet bleibt die Tatsache, dass Attribute oftmals ihrerseits attribuiert sind.

In jedem Abschnitt dieser Arbeit werden zunächst die Darstellungen der internen Struktur der Nominalphrase in der Dependenzgrammatik Engels (2009) vorgestellt, sie bildet sozusagen die Basis für weitere Betrachtungen und dient ihnen als Maßstab. Anschließend werden – wo es erforderlich ist – diesen Darstellungen jene der Duden-Grammatik und der Schülerduden-Grammatik gegenüber gestellt und gegebenenfalls ergänzt. Dabei liegen die Foki auf den eventuell unterschiedlichen Darstellungen und Gewichtungen der Phänomene in den Grammatiken sowie der Verwendung der jeweiligen Terminologie. Dieses Vorgehen bietet sich insofern an, als dass die Dependenzgrammatik Engels die Attribute der Nominalphrase sehr detailliert und strukturiert bespricht. Ferner ist dies eine ökonomische Methode, die zudem die Möglichkeit eines direkten Vergleichs der besprochenen Inhalte offeriert. Ziel dieser Arbeit ist somit ein Hervorheben der Differenzen und Gemeinsamkeiten, die sich im Zuge des Vergleichs der Grammatiken auftun.

Im Anschluss an die Einleitung geht es zunächst ganz allgemein um die Klärung einiger Begrifflichkeiten wie Phrase, Dependenz, Valenz, Ergänzung oder Angabe, die für den Aufbau von Nominalphrasen relevant sind. Diesem Kapitel folgt eine Darstellung der Abfolge der Elemente innerhalb der Nominalphrase. In seinen Unterkapiteln werden diese Elemente dann im Einzelnen besprochen. Das letzte, vierte Kapitel, die Zusammenfassung, bietet Gelegenheit für eine abschließende Diskussion vor dem Hintergrund der zuvor gewonnenen Kenntnisse.

2. Grundlegendes

Im Folgenden sollen die elementaren Merkmale einer Phrase im Allgemeinen und der Nominalphrase im Speziellen kurz umrissen und die wichtigsten Termini eingeführt werden.

2.1 Zum Wesen der Nominalphrase

Wortgruppen, die als in sich geschlossene Einheiten isoliert auftreten können, werden als Phrasen bezeichnet. Sie weisen eine bestimmte, hierarchische Struktur auf. Phrasen können innerhalb eines Satzes oder eines Satzglieds verschiedene syntaktische Funktionen übernehmen. Beispielsweise kann eine Phrase ebenso als Objekt eines Satzes fungieren wie auch als Attribut innerhalb dieses Satzglieds.

Die Elemente innerhalb einer Phrase sind nicht bloß Ansammlungen einzelner Wörter, vielmehr sind diese durch ein nicht sichtbares Phänomen miteinander verknüpft: der Dependenzrelationen. Phrasen besitzen einen Kopf, es ist dieser ein Wort, welches der gesamten Phrase auch ihren Namen gibt. So ist der Kopf einer Nominalphrase ein Nomen, der Kopf einer Präpositionalphrase eine Präposition usw. Alle übrigen Wörter in der Phrase hängen von diesem Kopf ab: der Kopf regiert sie, er wird auch Regens genannt. Die anderen Wörter sind Dependentien des Kopfes. Nicht selten haben Dependentien ihrerseits Dependentien, dies ist insbesondere bei Nominalphrasen der Fall, die im Deutschen recht komplexe Ausmaße annehmen können. Allerdings kann ein Kopf einer Phrase die gesamte Phrase selbst sein, wenn diese nur aus einem einzigen Wort besteht (vgl. Engel 2009, 14 f.).

In der Duden-Grammatik wird die Phrase als Zusammenschluss unterschiedlich komplexer Wort-Einheiten innerhalb des Satzes beschrieben. Eine Phrase, die nur aus einem einzigen Wort besteht, wird als 1-Wort-Phrase bezeichnet (vgl. Duden. Die Grammatik 2009, 766). Es wird ferner darauf hingewiesen, dass der Terminus ‚Phrase‘ „[…] nicht mit den spezifischeren Begriffen des Satzglieds und des Gliedteils verwechselt werden [darf]“ (ebd., 767). In der Schülerduden-Grammatik taucht der Terminus Phrase lediglich im Register auf, wo er – ganz im Widerspruch zur Duden-Grammatik – als „Phrase = Satzglied oder Gliedteil“ (2006, 516) definiert wird. Zwar ist korrekt, dass Satzglied und Gliedteil immer in Form irgendeiner Phrase auftreten. Doch es wird unterschlagen, dass ein Gliedteil seinerseits Phrasen enthalten kann, und dass aus einer Phrase erst im externen Kontext ein syntaktisches Glied erwächst. Abgesehen vom Register wird der Phrasenbegriff in der Schülerduden-Grammatik nicht weiter verwendet. Auch eine äquivalente Bezeichnung findet sich an keiner anderen Stelle. Vermutlich wurde die Unterscheidung zwischen Satzglied, Gliedteil und Phrase als zu diffizil oder als überflüssig befunden.

Die Nominalphrase unterscheidet sich insofern vom Nomen, als dass sie einen realen Bezug zum Bezeichneten herstellt, während das Nomen lediglich eine Benennungsfunktion übernimmt; ergo: Nomen benennen, Nominalphrasen bezeichnen. Es gibt ein Element, das der Nominalphrase stets anhaftet: das Determinativ. Ein Determinativ in Verbindung mit einem Nomen ist immer eine Nominalphrase. Umgekehrt gilt indes nicht, dass ein ausbleibendes Determinativ auf ein benennendes Nomen hinweist, denn auch Nullartikel sind zulässig. So kommen Personennamen immer ohne Artikel vor, obwohl sie als Nominalphrasen angesehen werden. Dem Determinativ wird somit eine wichtige Rolle zugeschrieben. Dahingegen bestimmt das Nomen die gesamte Struktur der Nominalphrase und wird daher als bedeutender bemessen. Demnach kann die Nominalphrase definiert werden als determiniertes Nomen (vgl. Engel 2009, 286 f.).

In der Duden-Grammatik (vgl. 2009, 797) wie auch in der Schülerduden-Grammatik (vgl. 2006, 340) werden außerdem Pronomina wie Nominalphrasen[1] behandelt. In der Schülerduden-Grammatik wird zudem nicht klar zwischen Determinativ bzw. Artikel und Pronomen unterschieden (vgl. ebd. 380). Engel nennt dies ein „lästige[s] Gebrechen der traditionellen Grammatik […].“ (2009, 363). Er betont, Pronomina können als Wörter, die Größen bezeichnen, Nominalphrasen lediglich ersetzen, doch niemals Begleiter eines Nomens sein[2]. Alle Determinative hingegen können Nomen begleiten, und ein Großteil außerdem Stellvertreter von Nominalphrasen sein; man vergleiche:

Mein Auto steht an der Straße. Determinativ (Attribut zu Auto)

Meines steht in der Garage. Pronomen (autonom; stellvertretend für NP Mein Auto)

Im ersten Beispielsatz handelt es sich um ein Determinativ als Attribut zum Nomen Auto. Der zweite Satz zeigt, dass das Pronomen meines die Funktion (hier: Subjekt) einer Nominalphrase übernehmen kann – es tritt autonom auf und ersetzt Mein Auto (vgl. ebd., 363 f.).

Es ist wahrscheinlich, dass das Pronomen in den Duden-Grammatiken aus praktischen Gründen zur Nominalphrase gezählt wird, denn immerhin teilen sich beide Kategorien die syntaktische Eigenschaft, dass sie jeweils die gleichen Funktionen im Satz übernehmen können (Subjekt, Objekt). Insofern erscheint diese Vereinfachung plausibel. Weniger plausibel dagegen ist das Gleichsetzen des Determinativs mit dem Pronomen, da hier zwei Kategorien vermischt werden, die eigentlich völlig verschiedene syntaktische Eigenschaften aufweisen. Andererseits könnte es für Schüler ein zu hoher kognitiver Anspruch sein, zwischen den Begriffen Artikel bzw. Determinativ (denn dieser Terminus müsste dann auch noch eingeführt werden), Pronomen u.a. zu differenzieren.

Ein Beispiel für eine Nominalphrase ist der Satz Der Student aus Essen mit der braunen Tasche, im Diagramm sieht er wie folgt aus:

Aus der grafischen Darstellung wird die strenge hierarchische Struktur innerhalb der Nominalphrase deutlich. Jedes Einzelwort hat seinen eigenen Kopf. Betrachtet man nun den gesamten Strang, der von einem Kopf abhängt, nennt man diesen Satelliten des Kopfes. Student hat drei Dependentien: der, aus und mit. Gleichzeitig sind diese aber auch externe Regens, denn sie bestimmen jeweils die folgende Struktur der Wortgruppe. Demnach hat Student drei Satelliten: der, aus Essen und mit der braunen Tasche. Die gesamte hier beispielhaft dargestellte Phrase kann ihrerseits – sozusagen ‚von außen’ betrachtet – Satellit in einem Satz sein. Sie wäre dort Satellit eines Verbs und übernähme als solcher eine syntaktische Funktion, etwa die eines Subjekts oder Objekts (Verbergänzungen). Satelliten des Verbs nennt man auch Satzglieder, Satelliten zu allen übrigen Wortarten Attribute. Die Satelliten also, die vom Nomen Student abhängen, sind Attribute (in der Nominalphrase auch: Nomenglieder). Betrachtet man also die interne Struktur der Nominalphrase, so hat man es mit den Attributen zu tun (vgl. Engel 2009, 15).

In der Duden-Grammatik ist von Dependenz lediglich im Zusammenhang mit dem Verb (Verbvalenz) die Rede (vgl. Duden. Die Grammatik 2009, 775). Dass auch der Nominalphrase Abhängigkeitsstrukturen zugrunde liegen, wird dort allenfalls erwähnt (vgl. ebd., 151). Folglich findet auch die graphische Abbildung der Dependenzstrukturen von Nominalphrasen keine Anwendung. Stattdessen werden die einzelnen Glieder der Nominalphase per Klammerungen kenntlich gemacht, was spätestens dann unübersichtlich wird, wenn man es mit komplexeren Phrasen zu tun bekommt (daran ändert auch die farbliche Hervorhebung des Nomens nichts). Mit der Klammerung können zwar die Nomenglieder kenntlich gemacht werden. Auf diese Weise werden aber die Dependenzrelationen, welche die Phrase zusammenhalten, vernachlässigt.

Die Schülerduden-Grammatik hebt Nomenglieder hervor, indem diese verschiedenfarblich hinterlegt werden. Auch hier wird es bei steigender Gliedteil-Anzahl zunehmend unübersichtlich. Die Valenz des Nomens bleibt unerwähnt.

2.2 Valenz, Nomenergänzungen und Nomenangaben

Die Fähigkeit des externen Regens, die Struktur seiner dependenten Glieder zu bestimmen, nennt man Rektion. Betrifft diese Rektion nicht alle Vertreter einer Wortklasse des Regens, sondern lediglich einen Teil, benennt man dies mit dem von Tesnière geprägten Terminus Valenz (vgl. ebd., 16). Daher definiert Engel Valenz „[…] als subklassenspezifische Rektion“ (2009, 16). Anders gesagt: zwar teilen sich Wörter einer Klasse morphosyntaktische Eigenschaften, daher sind sie ja klassifiziert. Gleichwohl sind sie nicht alle dazu fähig, gleiche Glieder zu regieren – tritt dieser Fall ein, so spricht man von Valenz. Dies betrifft eben auch eine Subklasse der Nomina (vgl. Engel 2009, 16). Daher ist ein synonymer Terminus für Valenz auch Subkategorisierung (vgl. Duden. Die Grammatik 2009, 776).

Ist ein Gliedteil valenzabhängig vom externen Regens, so spricht man von einer Ergänzung zu selbigem. Nomina können, müssen aber nicht durch Attribute ergänzt sein, daher sind Nomenergänzungen ohne Ausnahme fakultativ[3]. Diese Regel trifft zu für Attribute, die nicht bei sämtlichen Nomina stehen können (einer Subklasse der Nomina); beispielsweise kann eine Präpositionalphrase mit der Präposition auf in der Funktion eines Attributs nicht bei allen Nomina stehen, demnach handelt es sich um eine Nomenergänzung. Attribute, die bei allen Nomina vorkommen können, nennt man Nomenangaben; dies betrifft etwa die situativen Bestimmungen (z. B. Präpositionalphrase mit der Präposition im) (vgl. ebd., 16).

Nomina werden in Valenzklassen unterteilt. Welche Klasse dies jeweils ist, hängt davon ab, welche Ergänzungen ein Nomen regieren kann (vgl. ebd.: 274). Die wichtigsten nominalen Valenzklassen seien hier kurz umrissen (nach Engel 2009, 274):

Nomina mit genitivus subiectivus: Annahme (des Verkäufers), (Antons) Vergehen,

Nomina mit genitivus obiectivus: die Beschriftung (der Tafel), die Zerstörung (Dresdens),

Nomina mit Präpositivergänzung: Freude (über die Geburt), Stolz (auf den Präsidenten)

Die jeweils eingeklammerten Attribute machen deutlich, dass es sich dabei um fakultative Ergänzungen handelt, welche weglassbar sind.

Die Duden-Grammatik unterscheidet ebenfalls zwischen Nomenergänzungen (attributive Ergänzungen) und Nomenangaben (attributive Angaben oder freie Attribute). Ergänzungen des Nomens liegen dann vor, „wenn sie in der Semantik des Substantivs vorangelegt sind […].“ (800). Zu den Attributen wird eine tabellarische Übersicht geliefert, aus der nicht immer explizit zu entnehmen ist, ob es sich beim jeweiligen Phänomen nun um eine Angabe oder Ergänzung handelt (vgl. ebd., 800-802).

Auch Die Schülerduden-Grammatik beinhaltet eine tabellarische Übersicht der Attribute (dort: Gliedteile), welche jedoch nicht nach Ergänzungen und Angaben unterschieden werden. Es wird dort jedoch einiger Wert auf Beispielsätze gelegt. Gleich in der ersten Spalte finden sich folgende (380 f.):

Einen Ausweis habe ich nicht.

Diese Frage kann ich kaum beantworten.

Gib mir mein Buch zurück.

Die fettgedruckten Ausdrücke werden als „Pronomen oder Artikel“ bezeichnet. Seit Kapitel 2.1 ist bekannt, dass es sich bei keinem dieser Wörter um Pronomen handelt, sondern ohne Ausnahme um Artikel.

3. Zur Abfolge der Satelliten innerhalb der Nominalphrase

Die Nominalphrase besitzt ein enormes Fassungsvermögen, sie kann mit zahlreichen Satelliten ‚vollgestopft‘ werden, wobei auch Häufungen (z. B. Adjektive oder aufeinanderfolgende Phrasen der gleichen Art; siehe Beispiel-Nominalphrasen unten) zulässig sind. Zusätzlich zum Determinativ sind noch folgende Satelliten möglich: Adjektive, genitivische Nominalphrasen, Präpositionalphrasen, Partizipien, Nebensätze und Infinitivkonstruktionen. Die Erweiterungsmöglichkeiten des Determinativs sind begrenzt, alle anderen Satelliten sind nahezu unbegrenzt erweiterbar. Eine Nominalphrase kann beispielsweise eine genitivische Nominalphrase enthalten, der wiederum dieselben Strukturmerkmale wie der übergeordneten Nominalphrase, in der sie steckt, zugrunde liegen; das Spiel ginge gewissermaßen von vorne los. Besondere Beachtung verdienen die attributiven Partizipien, weil diese besonders viele Erweiterungsmöglichkeiten bieten (vgl. ebd., 287-288); dazu mehr unter Punkt 3.1.2.Es werden nun zwei Nominalphrasen beispielhaft dargestellt (vgl. Engel 2009, 287):

(1) der einzige Grund für dieses sinnlose Verhalten
(2) mein Freund aus Weimar mit seinem Garten

Bei (1) handelt es sich um eine Nominalphrase mit einer Adjektivangabe und einer Präpositivergänzung. (2) ist eine Nominalphrase mit zwei Präpositivangaben.

[...]


[1] In der Schülerduden-Grammatik wird der Terminus ‚Nominalgruppe‘ verwendet (vgl. Schülerduden-Grammatik, 340).

[2] Eine Ausnahme nennt er dann aber doch: Von deren Plänen habe ich gehört. In diesem Satz kann das Pronomen deren nur deswegen attributiv zu Plänen verwendet werden, weil es sich auf eine andere Größe bezieht als Plänen (vgl. Engel 2009, 364). Inkonsequent erscheint indessen, dass Engel an anderer Stelle das Pronomen dessen als Determinativ bezeichnet (vgl. 393).

[3] Bei Verben wird zwischen fakultativen und obligatorischen Ergänzungen sowie Angaben unterschieden (vgl. Engel 2009, 16 sowie Duden. Die Grammatik 2009, 778).

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Die interne Struktur der Nominalphrase in der Dependenzgrammatik, der Duden-Grammatik und der Schülerduden-Grammatik
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
30
Katalognummer
V180257
ISBN (eBook)
9783656052876
ISBN (Buch)
9783656053491
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
struktur, nominalphrase, dependenzgrammatik, duden-grammatik, schülerduden-grammatik
Arbeit zitieren
Dennis Klimach (Autor), 2010, Die interne Struktur der Nominalphrase in der Dependenzgrammatik, der Duden-Grammatik und der Schülerduden-Grammatik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180257

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