1.1. Einführung
Die Kostenrechnung hat die Aufgabe, Informationen über die Leistungsfähigkeit des Unternehmens für Führungsentscheidungen bereitzustellen. Insbesondere zur Wirtschaftlichkeitskontrolle, Preiskalkulation, Erfolgsermittlung und zur Bereitstellung von Informationen sowie Zahlenmaterial ist die Kostenrechnung ein wirksames Mittel. Ganz besonders im Zusammenhang mit dem zunehmenden Kostendruck in den Unternehmen stellt die detaillierte Information über Kostenstrukturen durch die Kostenrechnung ein entscheidungsorientiertes Instrument dar.
In der Praxis stellen Industrieunternehmen gewöhnlich viele verschiedene Produkte her, deren verursachungsgemäße Gesamtkostenverteilung im Zu-ge der Zuschlagskalkulation gewährleistet werden soll. Im Unternehmen 4 des AKAD-Planspiels Planspiels „Topsim-Business Development Anlagenbau“ ist das nicht anders: das Unternehmen stellt als produzierender Logistikdienstleister Produkte wie Stapler und Regalsysteme her und bietet Dienstleistungen sowie Beratung für die komplette Intralogistik an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
1.1. Einführung
1.2. Problemstellung
1.3. Ziel der Arbeit und Vorgehensweise
2. Grundlagen
2.1. Allgemeiner Überblick über die Zuschlagskalkulation
2.2. Verfahren der Zuschlagkalkulation
2.2.1. Summarische oder kumulative Zuschlagskalkulation
2.2.2. Differenzierte Zuschlagskalkulation
2.3. Kritische Stellungnahme
3. Praxisteil
3.1. Struktur der Selbstkosten im Planspiel
3.2. Entwicklung der Selbstkosten im Planspiel:
3.3. Einflüsse auf die Selbstkosten
3.4. Veränderung der Selbstkosten während der Perioden und Analyse
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Verfahren der Zuschlagskalkulation theoretisch darzustellen, kritisch zu hinterfragen und deren Anwendung anhand einer Fallstudie im Rahmen eines Unternehmensplanspiels zu untersuchen, um die Entwicklung der Selbstkosten zu bewerten.
- Theoretische Grundlagen und Verfahren der Zuschlagskalkulation
- Kritische Analyse der Eignung und Grenzen von Zuschlagskalkulationsverfahren
- Struktur und Zusammensetzung der Selbstkosten in einem industriellen Planspiel
- Analyse der Kosteneinflussfaktoren und periodenspezifischen Kostenveränderungen
- Evaluierung von unternehmerischen Entscheidungen hinsichtlich ihrer Kostenwirkung
Auszug aus dem Buch
2.2.2. Differenzierte Zuschlagskalkulation
„Bei der differenzierten Zuschlagskalkulation werden die Gemeinkosten nicht mehr pauschal zugerechnet, sondern man verwendet Zuschlagbasen, die sich in ursächlichem Zusammenhang mit dem Entstehen der Gemeinkosten befinden, d.h. es wird eine Trennung der Gemeinkosten in die Bereiche Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb vorgenommen.“
Die Berechnung der Gemeinkosten erfolgt auf Basis der in den einzelnen Bereichen entstandenen Einzelkosten. Für die Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten werden die Herstellkosten als Basis verwendet.
Wie bereits in 2.2. erwähnt, werden die prozentualen Gemeinkostenzuschläge im Betriebsabrechnungsbogen ermittelt.
Kennzeichnend für das differenzierte Zuschlagskalkulationsverfahren ist eine Differenzierung der Kosten nach Einzelkosten (EK), Sondereinzelkosten (SEK) und Gemeinkosten (GK). Gleichzeitig wird eine Kostenstellenrechnung erforderlich. Die Einzel- und Sondereinzelkosten können den Aufträgen und Produkten und Dienstleistungen direkt und verursachungsgerecht zugeordnet werden. Die Selbstkosten (SK) sind die Summe aller Einzel- und Gemeinkosten, die im Zusammenhang mit der Herstellung oder dem Verkauf eines Produktes anfallen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Aufgaben der Kostenrechnung und Abgrenzung der Problemstellung sowie der Zielsetzung des Assignments.
2. Grundlagen: Erläuterung der verschiedenen Verfahren der Kostenträgerstückrechnung mit Fokus auf die summarische und differenzierte Zuschlagskalkulation inklusive einer kritischen Würdigung.
3. Praxisteil: Anwendung der theoretischen Konzepte auf ein spezifisches Unternehmen innerhalb eines Planspiels zur detaillierten Untersuchung der Selbstkostenentwicklung über mehrere Perioden.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Zuschlagskalkulation als Instrument für Führungsentscheidungen und Diskussion ihrer Grenzen bei zunehmender Automatisierung.
Schlüsselwörter
Zuschlagskalkulation, Kostenrechnung, Selbstkosten, Gemeinkosten, Einzelkosten, Herstellkosten, Planspiel, Kostenstellenrechnung, Betriebsabrechnungsbogen, Kostenträgerstückrechnung, Kostenstruktur, Unternehmenskennzahlen, Wirtschaftlichkeitskontrolle, Preisgestaltung, Prozesskostenrechnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Kostenrechnungssystem der Zuschlagskalkulation, dessen theoretischen Grundlagen, den verschiedenen methodischen Ansätzen und deren praktischer Anwendung in einem Unternehmensplanspiel.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Verfahren der summarischen und differenzierten Zuschlagskalkulation, deren kritische Reflexion in der modernen Industrie sowie die Analyse von Selbstkostenstrukturen in einem Simulationsumfeld.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Zuschlagskalkulation als Kalkulationsverfahren vorzustellen, deren Schwachstellen zu identifizieren und die Kostenentwicklung eines Unternehmens im „Topsim-Business Development Anlagenbau“ zu analysieren und zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Literaturrecherche zu den Grundlagen der Kostenrechnung mit einer praxisorientierten Fallstudienanalyse der Planspieldaten kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, kritische Stellungnahmen zu Kalkulationsmethoden sowie einen Praxisteil, der die Struktur und Entwicklung der Selbstkosten über acht Perioden untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zuschlagskalkulation, Selbstkosten, Gemeinkosten, Kostenrechnung, Betriebsabrechnungsbogen und Unternehmensplanspiel sind die zentralen Begriffe.
Welche Bedeutung hat das Planspiel für die Analyse?
Das Planspiel dient als Datenbasis, um theoretische Kostenverläufe in einem dynamischen Geschäftsumfeld mit verschiedenen Produkten und Dienstleistungen unter realen (simulierten) wirtschaftlichen Einflüssen nachzuvollziehen.
Warum wird die Prozesskostenrechnung in der Arbeit kurz erwähnt?
Sie wird als ein moderner Ansatz genannt, um die identifizierten Schwachstellen der Zuschlagskalkulation – insbesondere hinsichtlich der verursachungsgerechten Kostenzurechnung – zu beheben.
- Arbeit zitieren
- Sigrun Gindorff (Autor:in), 2011, Zuschlags-Kalkulation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181028