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Die Glocksee-Schule - Ein Überblick

Title: Die Glocksee-Schule - Ein Überblick

Term Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Kristin Kunert (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Die Glocksee-Schule gehört zu einem der radikalsten Erziehungsversuche der Nachkriegszeit. Entstanden aus der Unzufriedenheit mit dem bestehenden Schulsystem, verbunden mit der Forderung nach einem anderen Aufwachsen der Kinder, wurde sie im Laufe ihrer Geschichte, begleitet durch vielfache Kritik von außen und interne Schwierigkeiten, schließlich als eine pädagogische Institution anerkannt und hat heute in der hannoverschen Schullandschaft einen festen Platz eingenommen. Welche Anlässe im Einzelnen zur Gründung dieser Schule geführt haben, soll im ersten Kapitel thematisiert werden.

Obwohl dem Schulversuch bei seiner Arbeitsaufnahme kein theoretisch ausgefeiltes Konzept zugrunde lag, hatten die GründerInnen klare Ansichten über die Erziehung und das Lernen ihrer Kinder, die mithilfe der Glocksee-Pädagogik verwirklicht werden sollten. Begriffe wie Selbstregulierung und ‚Entschulung‘ der Schule sowie die Vorstellung vom Lernen ohne Angst und Zwang sind in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung. Diese und weitere pädagogische Grundgedanken bildeten den Ausgangspunkt für das Schulprojekt und werden daher ausführlich im zweiten Kapitel dargestellt.

Besonders der Begriff der Selbstregulierung unterlag im Laufe der Glocksee-Schulgeschichte einem stetigen Wandel und soll deshalb noch einmal in einem eigenen Kapitel umfassend erörtert werden. Wie die Schule und das Lernen gegenwärtig organisiert sind, zeigen die nachfolgenden Ausführungen, bevor im Anschluss die Vorstellung des Lernens in der Unterstufe erfolgt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Anlässe, die zur Gründung der Glocksee-Schule führten

3 Gründungsgedanken

4 Der Begriff der ‚Selbstregulierung‘ im Wandel

5 Die Glocksee-Schule in der Gegenwart

5.1 Schulorganisation

5.2 Lernorganisation

5.3 Das Lernen in der Unterstufe

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle pädagogische Ausrichtung der Glocksee-Schule, um zu beleuchten, wie sich das Konzept des antiautoritären Lernens von der Gründung in den 1970er Jahren bis heute gewandelt hat.

  • Entstehungsgeschichte und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der 60er und 70er Jahre
  • Wandel des Begriffs der Selbstregulierung über mehrere Jahrzehnte
  • Strukturelle Organisation des Schulalltags und Verzicht auf klassische Notengebung
  • Besonderheiten des Lernens in der Unterstufe und altersgemischte Gruppen

Auszug aus dem Buch

3 Gründungsgedanken

Die „Herrschaft der Erwachsenen über die Kinder“ (Köhler / Krammling-Jöhrens, S. 45) und damit einhergehend die Abhängigkeit des Kindes vom Erwachsenen in pädagogischen Situationen abzuschaffen, stellt einen wichtigen Gründungsgedanken dar. Schriften von kommunistischen und sozialistischen Pädagogen, wie Otto Rühle und Siegfried Bernfeld, lieferten neben den Theorien der Psychoanalyse bedeutende Aspekte, die als Grundlage für die Realisierung der von den Glocksee-GründerInnen hervorgebrachten Ideen zur künftigen Erziehung der Kinder dienten.

Selbstregulierung, gekennzeichnet durch die Möglichkeit der freien Bedürfnisäußerung und -regulierung sowie der kollektiven und individuellen Vertretung eigener Interessen, kann hierbei gleichermaßen als der zentrale Begriff und das primäre Ziel der Glocksee-Pädagogik angesehen werden. Man war sich darüber einig, dass zunächst einmal die Schule ‚entschult‘ werden musste, um Kindern ein selbstreguliertes Verhalten ermöglichen zu können. Zu diesem Zweck sollten traditionelle Elemente bestehender Regelschulen, wie Unterrichtsstunden im herkömmlichen Sinne, keine Berücksichtigung mehr finden, sodass für die SchülerInnen genügend Raum und Zeit für die selbstständige Lösung ihrer Konflikte zur Verfügung stehen konnte. Das Thematisieren und Austragen sowohl schulischer als auch außerschulischer Probleme sollte in der Schule als Lernprozess anerkannt werden und aufgrund dessen jederzeit durchführbar sein. (Köhler / Krammling-Jöhrens, S. 31-39)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung der Glocksee-Schule ein und benennt die zentralen pädagogischen Konzepte sowie die Fragestellung der Arbeit.

2 Anlässe, die zur Gründung der Glocksee-Schule führten: Dieses Kapitel analysiert die gesellschaftlichen und pädagogischen Umstände der 1960er und 1970er Jahre, die den Wunsch nach antiautoritären Schulformen begründeten.

3 Gründungsgedanken: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Projekts, insbesondere der Begriff der Selbstregulierung und der Verzicht auf herkömmliche Hierarchien, erläutert.

4 Der Begriff der ‚Selbstregulierung‘ im Wandel: Das Kapitel zeichnet nach, wie sich das Verständnis von Selbstregulierung über die Jahrzehnte hinweg verändert und an neue pädagogische Anforderungen angepasst hat.

5 Die Glocksee-Schule in der Gegenwart: Es erfolgt eine Darstellung der aktuellen schulischen und lernorganisatorischen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der heutigen Schulpraxis.

6 Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass das ursprüngliche radikale Experiment einer stetigen Reflexion und Anpassung unterlag und heute als offener Prozess verstanden wird.

Schlüsselwörter

Glocksee-Schule, Selbstregulierung, Antiautoritäre Erziehung, Reformpädagogik, Schulentwicklung, Lernorganisation, Unterstufe, Schülerautonomie, Elternmitwirkung, Pädagogisches Konzept, Psychoanalyse, Erziehungswissenschaft, Alternativschule, Schulversuch, Sozialpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, der pädagogischen Philosophie und der heutigen Organisationsstruktur der Glocksee-Schule in Hannover.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die antiautoritäre Pädagogik, die Geschichte des Projekts, der Begriff der Selbstregulierung sowie die praktische Umsetzung von Lernorganisation und Schulleben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Wandel von der ursprünglichen radikalen Reformidee hin zu einer gefestigten, aber sich stets weiterentwickelnden Institution zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um die historischen Hintergründe und die theoretischen Fundamente der Glocksee-Pädagogik aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Gründungsmotive, die theoretische Herleitung der Selbstregulierung und die aktuelle Gestaltung von Schule und Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Glocksee-Schule, Selbstregulierung, antiautoritäre Erziehung und Reformpädagogik charakterisiert.

Wie hat sich das Mitbestimmungsrecht der Eltern über die Zeit entwickelt?

Eltern nehmen an der Glocksee-Schule eine aktive Rolle ein, von der Mitgestaltung der Klassenzusammensetzung bis hin zur Mitarbeit im Unterrichtsalltag.

Warum wurde in der Unterstufe ein spezielles Modell der Gruppenzusammensetzung eingeführt?

Die jährliche Veränderung der Gruppe durch den Wechsel von Älteren und Jüngeren soll Heterogenität fördern und den sozialen Austausch sowie das gegenseitige Lernen stärken.

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Details

Title
Die Glocksee-Schule - Ein Überblick
College
University of Würzburg  (Pädagogik - Grundschulpädagogik und -didaktik)
Course
Grundschulen mit pädagogischem Profil
Grade
3,0
Author
Kristin Kunert (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V181183
ISBN (eBook)
9783656041955
ISBN (Book)
9783656041726
Language
German
Tags
Grundschuldidaktik Grundschulpädagogik Selbstregulierung Entschulung Schulversuch Glocksee-Pädagogik Unterstufe Grundschule Protestbewegung antiautoritär
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Kunert (Author), 2009, Die Glocksee-Schule - Ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181183
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