Die Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS


Hausarbeit, 2009
40 Seiten, Note: 1,70

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition immaterieller Vermögenswerte

3. Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte
3.1 Abstrakte Aktivierbarkeit
3.2 Konkrete Aktivierbarkeit

4. Zugangsarten immaterieller Vermögenswerte
4.1 Einzelner käuflicher Erwerb
4.2 Erwerb durch Zuwendung der öffentlichen Hand
4.3 Erwerb durch Tausch
4.4 Erwerb im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses
4.5 Selbsterstellung

5. Folgebewertung
5.1 Anschaffungskosten-Modell
5.2 Neubewertungs-Modell

6. Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte
6.1 Mit begrenzter Nutzungsdauer
6.2 Mit unbegrenzter Nutzungsdauer

7. Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang Amtsblatt der Europäischen Union vom 29.11.2008

International Accounting Standard 38 - Immaterielle Vermögenswerte

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einteilung von Gütern nach dem Kriterium „physische Substanz“

Abbildung 2: Entscheidung über die abstrakte Aktivierbarkeit gemäß dem Rahmenkonzept des IASB (F.49a und F.85f)

Abbildung 3: Postenspezifische Ansatzkriterien für Entwicklungskosten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Der sichtbare Teil eines Baums ist die Rechnungslegung. Die Früchte des Baums geben die Ertragslage wieder. Um die zukünftigen Wachstumsmöglichkeiten zu bewerten, muss man das Wurzelwerk analysieren.“

Edvinsson und Malone [1]

Unternehmen benötigen zur Durchführung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeiten Kapital. Es kann als Eigenkapital (durch die Eigentümer) oder als Fremdkapital (durch die Gläubiger) bereitgestellt werden. Die Eigenfinanzierung ist für Aktiengesellschaften zweckmäßig, da Aktien als Teilhaberpapiere eine unbefristete Laufzeit und eine variable Verzinsung aufweisen.[2] Außerdem können Aktien an Börsen gehandelt werden. Das bietet die Möglichkeit einer breiten Streuung und die Aufbringung eines großen Kapitalbedarfs der durch viele Anleger leichter erbracht werden kann.

Für den Aktienkauf benötigen die Investoren Informationen über den Erfolg der Unternehmen. Wenn die Anleger weltweit investieren wollen und die Gewinne von börsennotierten Unternehmen nach nationalen Vorschriften ermittelt werden, ist ein direkter Vergleich sehr aufwendig oder nicht möglich.[3]

Um diesen Ansprüchen der Investoren gerecht zu werden wurde eine Standardisierung der Rechnungslegung durch einheitliche, international geltende Rechnungslegungsvorschriften vorgenommen. Die International Accounting Standards (IAS) und die weiterentwickelten International Financial Reporting Standards (IFRS) sind diese verlangten internationalen Rechnungslegungsvorschriften die vom International Accounting Standards Board (IASB) entworfen wurden.

Nach Verabschiedung der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 hat die Europäische Union festgelegt, dass für kapitalmarktorientierte Unternehmen die IFRS ab dem 01.01.2005 anzuwenden sind.[4] Der deutsche Gesetzgeber hat die Regelung in § 315a Abs.1 HGB übernommen.

Das Wirtschaftsgeschehen dominierten früher Industriekonzerne mit großen Produktionsanlagen. Der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Hochtechnologiegesellschaft geht mit einer zunehmenden Bedeutung immaterieller Werte einher. Grundstücke, Gebäude, Produktionsanlagen oder Vorräte stellen bei einer wachsenden Zahl von Unternehmen und Branchen nicht mehr die entscheidenden Werttreiber dar. An ihre Stelle rücken physisch nicht greifbare wirtschaftliche Vorteile wie Rechte, Patente, Lizenzen, Humankapital oder Marktpositionen.[5]

Diese Arbeit gibt einen Überblick über die Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften.

2. Definition immaterieller Vermögenswerte

Viele verschiedene Begriffe werden in der Literatur für den „immateriellen Vermögenswert“ synonym verwendet. Als Beispiele gelten hier „immaterieller Vermögensgegenstand“, „immaterielle Werte“, „immaterielle Güter“, „immaterielle Ressourcen“, „intangible assets“, „intellectual capital“, „intellectual property“, „Wissenskapital“. Diese Definitionen sind jeweils zweckgerichtet.

Als ein zweckentsprechendes Abgrenzungskriterium immaterieller Güter dient vielfach das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein einer physischen Substanz. Während „materiell“ im wörtlichen Sinne „körperlich“, „stofflich“, „sinnlich wahrnehmbar“ bedeutet, gilt „immateriell“ als „nichtkörperlich“, „stofflos“, „geistig“.[6]

Materielle Güter weisen demnach eine stoffliche Substanz auf, sind räumlich abgrenzbar und körperlich fassbar, wie z. B. Grundstücke, Gebäude oder Maschinen. Immaterielle Güter sind dagegen substanzlos und räumlich nicht abgrenzbar und daher schwer fassbar. Stewart beschreibt das Wesen immaterieller Güter als etwas, das man nicht greifen kann, aber Reichtum verschafft.[7]

Verallgemeinernd können materielle und immaterielle Güter mit Hilfe des Kriteriums der physischen Substanz unterteilt werden. Es existieren zum einen rein materielle Güter und rein immaterielle Güter; zum anderen gibt es materielle Güter, die zusätzlich aus immateriellen Komponenten bestehen und als Verbundgüter bezeichnet werden, sowie materialisierte immaterielle Güter, die überwiegend durch Immaterialität gekennzeichnet sind und nur mit untergeordneter Bedeutung materielle Bestandteile aufweisen. Nominalgüter sind durch Monetarität gekennzeichnet und in Geldeinheiten ausgedrückte Stellvertreter anderer realer Güter. Hierunter fallen Forderungen und Beteiligungen. Die Abgrenzung zwischen materiell und immateriell ist teilweise schwierig, da es nicht nur Güter gibt die nur materiell oder nur immateriell sind. Viele immaterielle Komponenten sind in materiellen Vermögenswerten enthalten. Zur Abgrenzung ist die Wertrelation wichtig. Falls die immaterielle Komponente ein integraler, unverzichtbarer Bestandteil eines materiellen Vermögenswertes ist wie z. B. eine Steuerungssoftware einer Maschine handelt es sich um eine Sachanlage. Außer die Softwarekomponente ist beliebig austauschbar, dann wäre sie ein rein immaterielles Gut. Wenn die materielle Komponente eine untergeordnete Rolle spielt, ist der Vermögensgegenstand den immateriellen Gütern zuzuordnen. Beispiel hierfür ist ein Datenträger für Computersoftware. In der Regel überwiegt der Wert der Software den Wert des Datenträgers, so dass es sich hierbei um ein immaterielles Gut handelt, obwohl der Datenträger physisch greifbar ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einteilung von Gütern nach dem Kriterium „physische Substanz“

Quelle: Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS von Inge Wulf (2008)

3. Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte

Ein Bilanzansatz i. V. wird nach der abstrakten und konkreten Aktivierbarkeit bestimmt. Während die abstrakte Aktivierbarkeit die theoretischen Voraussetzungen für das Vorliegen eines Vermögenswerts bestimmt, stellt die konkrete Aktivierbarkeit fest ob Spezialnormen gelten und allgemeine Regeln brechen, z. B. Aktivierungswahlrechte oder -verbote.[8]

3.1 Abstrakte Aktivierbarkeit

Mit dem Entscheidungsbaum in der unten gezeigten Abbildung werden alle Vermögenswerte einschließlich immaterieller Werte einheitlich erfasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entscheidung über die abstrakte Aktivierbarkeit gemäß dem Rahmenkonzept des IASB (F.49a und F.85f)

Quelle: Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS von Inge Wulf (2008)

Für die Frage der Aktivierbarkeit von immateriellen Werten finden sich spezielle Vorschriften in den Einzelstandards. Für immaterielle Werte sind es die Regelungen im IAS 38.

Danach liegt ein i. V. gemäß IAS 38.8 vor wenn die folgenden Kriterien erfüllt werden:

- identifizierbarer, nicht monetärer Vermögenswert ohne physische Substanz;
- Verfügungsmacht des Unternehmens über die Ressource aufgrund eines vergangenen Ereignisses;
- erwarteter zukünftiger Nutzenzufluss aus diesem Vermögenswert.

Die Identifizierbarkeit soll die Existenz des i. V. sicherstellen. In IAS 38.12 werden zwei Arten des Nachweises unterschieden. I. V. können auf einer vertraglichen oder rechtlichen Grundlage beruhen oder Sie müssen sich zumindest von anderen Posten trennen lassen (Separierbarkeit). Patenturkunden oder Verträge weisen die rechtliche Existenz nach. Ansonsten ist zu prüfen, ob der wirtschaftliche Nutzen des Vermögensgegenstandes für sich verkauft, vermietet oder auf sonstige Weise genutzt werden kann.[9] Wird kein Kriterium erfüllt, gehört es zum originären Firmenwert.

Die Beherrschung des i. V. ist gegeben, wenn ein Unternehmen die rechtliche Verfügungsmacht über einen Vermögensgegenstand hat und alle Rechte ausüben kann, um den Nutzen zu realisieren. Nach dem Rahmenkonzept der IASB (F.49a) muss zudem gegeben sein, dass die Verfügungsmacht über die Ressource aus einem vergangenen Ereignis resultiert. Dieses Kriterium soll eine Aktivierung zukünftiger Ereignisse in Form von Absichtserklärungen verhindern.

Der künftige wirtschaftliche Nutzen beinhaltet, dass z. B. Erlössteigerungen durch den i. V. erzielt werden.[10]

3.2 Konkrete Aktivierbarkeit

Für die konkrete Aktivierbarkeit gilt IAS 38.21. Nach diesem Standard ist der i. V. nur dann anzusetzen, wenn:

- es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen der erwartete künftige wirtschaftliche Nutzen aus dem Vermögenswert zufließen wird und
- die Anschaffungskosten- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes verlässlich bewertet werden können.

Die „Verlässlichkeit“ und „Wahrscheinlichkeit“ werden in IAS 38.22 näher erläutert. Dort wird vom Unternehmen eine vernünftige und begründete Beurteilung der Wahrscheinlichkeit sowie eine bestmögliche Schätzung vom Management verlangt.

Die zuverlässige Bewertbarkeit ist für die meisten i. V. das entscheidende Ansatzkriterium. Bei i. V., die von Dritten erworben wurden, gilt eine zuverlässige Bewertbarkeit regelmäßig als erfüllt. Dagegen ist die Bewertbarkeit von i. V., die im Rahmen von Unternehmensakquisitionen dem Unternehmen zugehen, schwieriger. Insbesondere die Entscheidung über den Ansatz von selbst geschaffenen i. V. bereitet Probleme, da hier der Nachweis des wahrscheinlichen Nutzenzuflusses wie auch die zuverlässige Bewertbarkeit in der Regel nicht immer objektiv möglich ist.[11]

Die konkrete Aktivierbarkeit ist erfüllt, wenn kein Ansatzverbot vorliegt und keine Ansatzwahlrechte gegeben sind. Explizite Ansatzwahlrechte bestehen für i. V. nicht, wohl aber Ansatzverbote.

Ein Ansatzverbot liegt immer dann vor, wenn den in Abbildung 2 genannten Ansatzkriterien nicht entsprochen wird. Darüber hinaus existiert ein uneingeschränktes Ansatzverbot für selbst erstellte i. V. gemäß IAS 38.63 für:

- Selbst erstellte Marken
- Drucktitel
- Verlagsrechte
- Kundenlisten sowie
- ihrem Wesen nach ähnliche Sachverhalte

Ebenso gilt laut IAS 38 eine sofortige Aufwandsverrechnung für folgende Ausgaben:

- Gründungs- und Anlaufkosten[12]
- Aus- und Weiterbildungsaktivitäten[13]
- Werbekampagnen und Maßnahmen der Verkaufsförderung[14]
- Verlegung oder Umorganisation von Unternehmensteilen oder des gesamten Unternehmens.[15]

4. Zugangsarten immaterieller Vermögenswerte

Grundsätzlich ist ein i. V. beim Zugang mit seinen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bewerten.[16] Ein i. V. kann einem Unternehmen durch einzelnen käuflichen Erwerb, durch Tausch, durch Zuwendung der öffentlichen Hand, im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses oder durch eigene Erstellung zugegangen sein. Durch die unterschiedlichen Zugangsarten kann es zu unterschiedlichen Zugangsbewertungen kommen.

4.1 Einzelner käuflicher Erwerb

Zu berücksichtigen sind bei der Erstbewertung von gesondert erworbenen i. V. der Kaufpreis einschließlich nicht erstattungsfähiger Umsatzsteuern nach Abzug von Rabatten, Boni und Skonti sowie die direkt zurechenbaren Kosten für die Vorbereitung des i. V. auf seine beabsichtigte Nutzung.[17] Zu den direkt zurechenbaren Kosten gehören z. B. die Leistung von Arbeitnehmern und Honorare sowie die Kosten für Testläufe.[18] Sofern sich der i. V. in dem vom Management gewünschten Zustand befindet, darf keine weitere Erfassung von Kosten im Buchwert des i. V. mehr erfolgen.[19] Die Kosten für die Einführung eines neuen Produktes oder einer neuen Dienstleistung[20], für die Geschäftsführung in einem neuen Standort oder mit einer neuen Kundengruppe[21] sowie die Verwaltungs- und andere Gemeinkosten[22] sind nicht als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten eines i. V. bei der Bilanzierung zu aktivieren.

4.2 Erwerb durch Zuwendung der öffentlichen Hand

Einem Unternehmen kann ein i. V. auch durch eine Zuwendung durch die öffentliche Hand zugehen. Diese Übertragungen oder Zuteilungen können sowohl kostenlos als auch zum Nominalwert der Gegenleistung erworben werden. Hierunter fallen z. B. Flughafenrechte, Lizenzen zum Betreiben von Rundfunk- und Fernsehanstalten, Importlizenzen oder -quoten sowie Zugangsrechte für sonstige begrenzt zugängliche Ressourcen. Gemäß IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand) hat das Unternehmen das Wahlrecht, sowohl den i. V. als auch die Zuwendung zunächst mit dem beizulegenden Zeitwert anzusetzen oder die Ansetzung zunächst zu einem Nominalwert zuzüglich aller direkt zurechenbaren Kosten für die Vorbereitung des Vermögenswertes auf seinen beabsichtigten Gebrauch vorzunehmen.[23]

4.3 Erwerb durch Tausch

I. V. können auch im Tausch gegen nicht monetäre Vermögenswerte oder einer Kombination von monetären und nicht monetären Vermögenswerten erworben werden. Sofern es sich um monetäre Vermögenswerte handelt, ist die Bewertung unproblematisch. Es erfolgt eine Bewertung in Höhe der Anschaffungskosten zum beizulegenden Zeitwert. Handelt es sich jedoch um den Tausch von einem nicht monetären Vermögenswert gegen einen anderen und fehlt es dem Tauschgeschäft an wirtschaftlicher Substanz oder der beizulegende Zeitwert des erhaltenen Vermögenswertes noch der des hingegebenen Vermögenswertes ist verlässlich bewertbar, treten häufig Probleme auf. Erfolgt hinsichtlich des erworbenen Vermögenswertes eine Nichtbewertung zum beizulegenden Zeitwert, so werden die Anschaffungskosten für diesen zum Buchwert des hingegebenen Vermögenswertes bewertet.[24] Die Feststellung eines Unternehmens, ob ein Tauschgeschäft wirtschaftliche Substanz hat, erfolgt durch die Prüfung, in welchem Umfang sich die künftigen Cashflows infolge der Transaktionen voraussichtlich ändern.[25]

4.4 Erwerb im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses

Sofern ein i. V. bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wird, entsprechen die Anschaffungskosten des i. V. seinem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Aus dem beizulegenden Zeitwert werden die Markterwartungen über die Wahrscheinlichkeit widergespiegelt, welcher künftige wirtschaftliche Nutzen aus dem i. V. dem Unternehmen zufließen wird und im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen das Ansatzkriterium aus IAS 38.21(a) als erfüllt angesehen.[26]

Unabhängig davon, ob das erworbene Unternehmen den i. V. vor dem Unternehmenszusammenschluss angesetzt hat, setzt der Erwerber den i. V. zum Erwerbszeitpunkt separat vom Geschäfts- oder Firmenwert an, sofern der beizulegende Zeitwert des i. V. verlässlich bewertet werden kann.[27] Unter diesem Gesichtspunkt wird das erwerbende Unternehmen ein aktives Forschungs- und Entwicklungsprojekt des erworbenen Unternehmens als einen vom Geschäfts- und Firmenwert getrennten Vermögenswert ansetzen wenn das Projekt der Definition eines i. V. gerecht wird und sein beizulegender Zeitwert verlässlich bewertet werden kann.[28] Die Definition eines i. V. erfüllt ein laufendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt, wenn es den Definitionen eines Vermögenswertes entspricht und separierbar ist oder aus vertraglichen oder gesetzlichen Rechten entsteht. Nachträgliche Ausgaben für ein erworbenes laufendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt werden genauso behandelt wie die selbst erstellten i. V. (siehe nächstes Kapitel). Die verlässlichste Schutzgrundlage für den beizulegenden Zeitwert eines i. V. bieten die auf einem aktiven Markt verwendeten Marktpreise. Sollten keine aktuellen Marktpreise zur Verfügung stehen, so kann der Preis des letzten vergleichbaren Geschäftsvorfalles als Grundlage für die Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dienen und zwar unter der Voraussetzung, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwischen dem Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles und dem Schätzungszeitpunkt des beizulegenden Zeitwertes des Vermögenswertes nicht wesentlich geändert haben.[29] Besteht jedoch kein aktiver Markt für einen i. V., so ist sein beizulegender Zeitwert der Betrag, den das Unternehmen in einem Geschäftsvorfall zwischen unabhängigen, vertragswilligen und sachverständigen Geschäftspartnern zum Erwerbszeitpunkt, auf der Basis der besten zur Verfügung stehenden Informationen für den Vermögenswert gezahlt hätte.[30]

4.5 Selbsterstellung

Nach IAS 38.52 werden bei selbst erstellten i. V. zwei Phasen unterschieden, die Forschung und die Entwicklung:

- Forschung ist Gewinnung neuen Wissens, welches noch keinen konkreten Produktbezug aufweist.
- Entwicklung ist die Anwendung von Wissen für die Produktion von neuen oder wesentlich verbesserten Produkten. Die Entwicklung schließt oft mit einer Patenterteilung ab.[31]

Aufwendungen in der Forschungsphase sind sofort als Aufwand zu erfassen. Für Forschungskosten besteht auf Grund Ihrer Produktferne ein Ansatzverbot nach den IFRS. Es kann in der Forschungsphase meist nicht festgestellt werden, inwieweit ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen entsteht.

[...]


[1] Vgl. Edvinsson, L./Malone, M. (1997).

[2] Vgl. Buchholz, R. (2008a), S.50.

[3] Vgl. Buchholz, R. (2008b), S.1.

[4] Vgl. EU-Verordnung (2002), S.1-4.

[5] Vgl. Schmalenbach-Gesellschaft (2001), S.989.

[6] Vgl. Heyd, R./Lutz-Ingold, M. (2005), S.1.

[7] Vgl. Stewart, T. A. (1994), S.68ff.

[8] Vgl. Kuhner, C. (2007), S.39

[9] Vgl. Schmidbauer, R. (2004), S.1443.

[10] Vgl. Buchholz, R. (2008b), S.67.

[11] Vgl. Wulf, I. (2009), S.110.

[12] Vgl. IAS 38.69 (a).

[13] Vgl. IAS 38.69 (b).

[14] Vgl. IAS 38.69 (c).

[15] Vgl. IAS 38.69 (d).

[16] Vgl. IAS 38.24.

[17] Vgl. IAS 38.27.

[18] Vgl. IAS 38.28.

[19] Vgl. IAS 38.30.

[20] Vgl. IAS 38.29 (a).

[21] Vgl. IAS 38.29 (b).

[22] Vgl. IAS 38.29 (c).

[23] Vgl. IAS 38.44.

[24] Vgl. IAS 38.45.

[25] Vgl. IAS 38.46.

[26] Vgl. IAS 38.33.

[27] Vgl. IAS 38.34.

[28] Vgl. IAS 38.34.

[29] Vgl. IAS 38.39.

[30] Vgl. IAS 38.40.

[31] Vgl. Buchholz, R. (2008b), S.70.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Die Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
1,70
Autor
Jahr
2009
Seiten
40
Katalognummer
V181250
ISBN (eBook)
9783656043362
ISBN (Buch)
9783656043133
Dateigröße
1487 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
IFRS, Intangible Assets, Immaterielle Vermögenswerte, Bilanzierung, Immateriell
Arbeit zitieren
Diplom-Kaufmann (FH) René Reuter (Autor), 2009, Die Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181250

Kommentare

  • Gast am 14.1.2012

    Schade nur das diese Arbeit zum größten Teil aus dem Anhang (welcher einfach nur der IAS38 ist) besteht.
    Nur 15 Seiten eigener Text (ohne Deckblatt, Verzeichnisse und Quellen)

  • 1.Das ist nur eine Hausarbeit - Vorgabe war auf nur 15 Seiten das Thema zu beleuchten. Das war hier der Knackpunkt.
    2.Man kann das auch in der Voransicht (Inhaltsverzeichnis) sehen wie lang der eigene Text ist. Falls Sie sich ärgern das Sie soviel bezahlt haben für sowenig Text.

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