Die vorliegende Hausarbeit im Bereich „Naturgefahren und Naturrisiken“ beschäftigt sich mit
dem Themenschwerpunkt der Dürre. Vor allem in den letzten Dekaden haben
Dürrekatastrophen viel Aufmerksamkeit erregt. Naturkatastrophen allgemein fordern immer
wieder Todesopfer und zerstören die Umwelt. Sie stellen ein Risiko für den einzelnen wie für
die Gesellschaft dar. Sollen sie verhindert bzw. deren Auswirkungen verringert werden, stellt
sich die Frage nach den Ursachen und dem Katastrophenmanagement einer solchen
Naturgefahr. Aus diesem Grund ist es wichtig die Gefahrenquelle zu analysieren und zu
verstehen. Innerhalb dieser Arbeit geht es zuerst um eine allgemeine Klärung des Begriffs
Dürre. Im Anschluss daran werden die verschiedenen Dürretypen und deren Auswirkungen
vorgestellt. Der nächste Punkt beschäftigt sich dann mit dem Katastrophenmanagement und
dabei besonders mit den Bewältigungsstrategien, mit der Katastrophenanfälligkeit und deren
Bestimmungsfaktoren sowie den Frühwarnsystemen. Im letzten Kapitel werden anhand von 2
Beispielen die Auswirkungen einer Dürrekatastrophe dargestellt. Das Phänomen der Dürre wird in den meisten Fällen unterschätzt. In vielen Arbeiten über
Naturkatastrophen werden sie nicht erwähnt. Vielleicht, weil eine Dürre still und leise entsteht
und dabei der Aspekt des Sensationellen fehlt, wie dieser z.B. bei Vulkanausbrüchen gegeben
ist. Aber damit wird die Dürre sehr unterschätzt. Es handelt sich bei diesem Ereignis um eine
der schlimmsten Naturkatastrophen, da Millionen Menschen allein im 20. Jahrhundert
derartigen Phänomenen zum Opfer fielen. Diese Angabe und Bilder von verendeten Vieh,
Verteilungen von Lebensmitteln und flüchtenden Menschen sind nur einige Beispiele, die
zeigen, dass es sich bei einer Dürre ebenfalls um eine Naturkatastrophe handelt. Die
Aufstellung einer brauchbaren und allgemeingültigen Definition ist praktisch unmöglich. Eine
Dürre ist zeitlich nur unscharf abzugrenzen. Sie wird als schleichendes Phänomen bezeichnet
und ist in den meisten Fällen eher durch ihre Auswirkungen als durch ihre Entstehung zu
charakterisieren. Sie kann nie mit gleicher Eindeutigkeit sowie an genauen Zeitpunkten fixiert
werden (Nussbaumer 1996). Nach Spittler (1989) lässt sich eine Dürre nach 3 Dimensionen
bestimmen. Dies sind die Extremität, die Allgegenwärtigkeit sowie die Dauer. Die Extremität
spiegelt sich dabei in den verschiedenen Bereichen wieder. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Phänomen Dürre- eine allgemeine Begriffsdefinition
3. Typen der Dürre
3.1 Die klimatische Dürre
3.2 Die hydrologische Dürre
3.3 Die landwirtschaftliche Dürre
4. Auswirkungen einer Dürre
5. Katastrophenmanagement
5.1 Bewältigungsstrategien
5.2 Katastrophenanfälligkeit und deren Bestimmungsfaktoren
5.3 Frühwarnsysteme
6. Beispiele
6.1 Die nordamerikanische Dürre von 1988
6.2 Die Dürre im Sahel von 1968- 1973
7. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht das oft unterschätzte Phänomen der Dürre als Naturkatastrophe, analysiert deren Ursachen, Typologien und weitreichende Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Dürreereignisse zu schaffen und Strategien des Katastrophenmanagements sowie Frühwarnsysteme kritisch zu beleuchten.
- Allgemeine Begriffsdefinition und Klassifikation von Dürretypen
- Klimatische, hydrologische und landwirtschaftliche Dimensionen der Dürre
- Analyse der sozialen, ökonomischen und ökologischen Folgen
- Methoden des Katastrophenmanagements und der Verwundbarkeitsanalyse
- Fallstudien zur nordamerikanischen Dürre 1988 und Sahel-Dürre 1968-1973
Auszug aus dem Buch
3.1 Die klimatische Dürre
Die klimatischen Ursachen sind in physikalischen Prozessen der Atmosphäre begründet, die sehr kompliziert sind. Die wohl stärkste direkte Beziehung wird in der Verschiebung des Jetstreams gesehen. Die Abweichung von seiner „normalen Spur“ lenkt die regenbringenden Winde von den betroffenen Regionen weg. Die derzeitigen Untersuchungen konzentrieren sich auf die Suche nach so genannten „Teleconnections“, d.h. Fernverbindungen zwischen den verschiedenen klimatischen Anomalien, die weit entfernt von einander auftreten.
Z.B. wurden positive Verbindungen zwischen den auftretenden Regenfallmustern in Westafrika und der Häufigkeit von intensiven Hurrikans entlang der amerikanischen Atlantikküste angedeutet. Im Vergleich zu dem Zeitraum von 1947- 1969 waren während der Dürreperiode im Sahel von 1970- 1987 durchschnittlich nur etwa die Hälfte an Hurrikantagen zu verzeichnen. Die Wasseroberflächentemperaturen spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, da diese den sensiblen, d. h fühlbaren Wärmestrom, sowie die Feuchtigkeit im Übergangsbereich zwischen Ozean und Atmosphäre beeinflussen. Und somit auch die Menge des Niederschlags. Im Allgemeinen entstehen durch ungewöhnlich warme Wasseroberflächen unstabile Bedingungen, welche die Entwicklung von starken Winden und heftigen Regenfällen hervorrufen. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird eine Dürre durch das Gegenteil eingeleitet. Nämlich dann, wenn unbeständige atmosphärische Bedingungen zu einem „upwelling“, d.h. zu einem Auftrieb kalten Tiefenwassers führen. Gelangt dieses an die Wasseroberfläche wird die Atmosphäre durch eine negative Rückkopplung innerhalb des klimatischen Systems stabilisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Dürre als unterschätzte Naturkatastrophe und Definition des Untersuchungsrahmens der Hausarbeit.
2. Das Phänomen Dürre- eine allgemeine Begriffsdefinition: Erörterung der Schwierigkeiten einer allgemeingültigen Definition und Charakterisierung der Dürre als schleichendes Ereignis.
3. Typen der Dürre: Klassifizierung von Dürren in klimatische, hydrologische und landwirtschaftliche Kategorien basierend auf ihren Charakteristika.
4. Auswirkungen einer Dürre: Analyse der weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen auf verschiedenen Systemebenen sowie der Prozesse von Hungerkrisen.
5. Katastrophenmanagement: Darstellung von Strategien zur Bewältigung, Analyse der Katastrophenanfälligkeit durch das "Aktiva"-Konzept und Rolle von Frühwarnsystemen.
6. Beispiele: Konkrete Betrachtung der Auswirkungen anhand der nordamerikanischen Dürre von 1988 und der Sahel-Dürre 1968-1973.
7. Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über Ursachen, Auswirkungen und Managementansätze sowie Ausblick auf eine zukunftsorientierte Entwicklungspolitik.
Schlüsselwörter
Dürre, Naturkatastrophe, Katastrophenmanagement, Desertifikation, Hungersnot, Klimatische Dürre, Hydrologische Dürre, Landwirtschaftliche Dürre, Frühwarnsysteme, Verwundbarkeit, El Nino, Sahelzone, Wasserhaushalt, Resilienz, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Dürre als eine unterschätzte Naturkatastrophe, deren Ursachen, Entwicklung und Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft und Umwelt analysiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Klassifizierung von Dürretypen, die sozioökonomischen Auswirkungen von Dürrekatastrophen, das Katastrophenmanagement sowie die Rolle von Frühwarnsystemen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Entstehung von Dürren zu entwickeln und aufzuzeigen, wie durch angepasstes Katastrophenmanagement die Verwundbarkeit betroffener Regionen reduziert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, klimatologischen Daten und Fallstudien basiert, um Zusammenhänge zwischen Naturereignissen und gesellschaftlichen Strukturen zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung von Dürretypen, die Analyse der Auswirkungen auf Sozialsysteme, Strategien zur Krisenbewältigung sowie die Untersuchung spezifischer historischer Beispiele wie die Sahel-Dürre.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlüsselwörter sind Dürre, Katastrophenmanagement, Verwundbarkeit, Desertifikation, Hungerprozess, Frühwarnsysteme und Resilienz.
Welche Rolle spielen „Aktiva“ in der Katastrophenanfälligkeit?
„Aktiva“ bezeichnen Ressourcen (wirtschaftliche, soziopolitische, ökologische etc.), die einer Gesellschaft zur Bewältigung von Krisen zur Verfügung stehen; ihr Vorhandensein stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürrerisiken.
Warum ist die Unterscheidung zwischen klimatischen, hydrologischen und landwirtschaftlichen Dürren wichtig?
Diese Differenzierung ist entscheidend, da sie auf unterschiedliche Ursachen (Atmosphäre vs. Wasserspeicher vs. Bodenfeuchte) und Auswirkungen hinweist, was jeweils spezifische Anpassungsstrategien erforderlich macht.
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- Susann Kupke (Author), 2002, Die Dürre - eine meist unterschätzte Naturkatastrophe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18144