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Kommt es zwischen Iwein und Laudine zum Bruch, weil ihrer Ehe von Anfang an auf einem fundamentalen Missverständnis geschlossen wurde?

Title: Kommt es zwischen Iwein und Laudine zum Bruch, weil ihrer Ehe von Anfang an auf einem fundamentalen Missverständnis geschlossen wurde?

Seminar Paper , 2009 , 12 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Babsi Li (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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1. Einleitung

Ein rîter, der gelêrt was
unde ez an den buochen las,
swenner sîne stunde
niht baz bewenden kunde,
daz er ouch tihtennes pflac
(daz man gerne hœren mac,
dâ kêrt er sînen vlîz an)

Diese Begründung für das Entstehen seines höfischen Epos „Iwein“ nennt der
Verfasser selbst, Hartmann von Aue, ein Ministeriale aus alemannisch-schwäbischen Adel. Doch steht außer Frage, dass wir es hier mit Auftragsliteratur zu tun haben.
Bei „Iwein“ von Hartmann von Aue handelt es sich um einen Artus -Roman aus dem frühen 13. Jahrhundert. Er hat die französische Version „Yvain“ von Chretien zum Vorbild. Über vielerlei mögliche textanalytische und sprachwissenschaftliche Ansätze zur Betrachtung hinaus, führt uns dieser Text auch in die höfische Welt des Mittelalters ein.
Manch Einer mag den Roman als melodramatisches Charakterstück lesen, mit dem edlen Ritter im Zentrum. Auf ihn warten viele unbestrittene Abenteuer und natürlich darf auch zum Beweis seiner Mannhaftigkeit die Herzensdame nicht fehlen. Nur bei näherer Betrachtung des Werkes erkennt man die wirklich wichtigen Themen und deren gesellschaftspolitische Bedeutung, als da wären êre, triuwe und minne.
Für meine Arbeit habe ich mich mit dem hervortretenden Motiv der Minne befasst. Dieser Begriff beinhaltet erstaunlich verschiedene Bedeutungsebenen. Im Roman stellt die Minne eine treibende Kraft der Handlung dar und bestimmt deren Tempo.
Meine Hausarbeit behandelt die „Liebesbeziehung“ zwischen den beiden Hauptfiguren Iwein und Laudine. Besonders hervorheben will ich dabei die Motivationsgründe ihrer Heirat und den baldigen Bruch in ihrer Beziehung. Es soll erörtert werden, ob Missverständnisse zwischen ihnen und/oder aber auch das damalige Verständnis von Ehe und Liebe in der Sicht und Denkweise des Mittelalters zum Ehe-Aus führten.
Auf die Wiedergabe des Inhaltes möchte ich nur im Kurzen eingehen. Auch die durchaus interessante Geschichte des Romans habe ich bewusst ausgeklammert. Die verwendeten Quellentexte sind im Literaturverzeichnis aufgeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Liebe im Mittelalter

2.1 Die Minne

2.2 Die Ehe

3. Die Eheschließung zwischen Iwein und Laudine

3.1 Iweins Beweggründe

3.2 Laudines Beweggründe

4. Der Bruch zwischen Iwein und Laudine

4.1 Eheproblematik

5. Resumée

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Liebesbeziehung zwischen Iwein und Laudine im gleichnamigen Artusroman von Hartmann von Aue. Das primäre Ziel ist die Analyse der unterschiedlichen Motivationsgründe für ihre Heirat sowie die Ergründung der Ursachen für das Scheitern ihrer Ehebeziehung unter Berücksichtigung mittelalterlicher gesellschaftlicher Vorstellungen.

  • Mittelalterliche Konzepte von Minne und Ehe
  • Die Rolle der höfischen Liebe im Iwein-Epos
  • Motivanalyse: Subjektive Liebe vs. politische Notwendigkeit
  • Soziokulturelles Rollenverständnis von Mann und Frau im Mittelalter
  • Die Bedeutung von Treue, Ehre und Pflicht im Kontext des Ehe-Aus

Auszug aus dem Buch

3.2 Laudines Beweggründe

Laudine ist nach dem Tod ihres Mannes die alleinige Herrscherin über ihr Land. Lunete macht sie darauf aufmerksam, dass ihr Land ohne Beschützer dasteht und somit leicht Beute für Angreifer ist und sie deswegen einen Ehemann zur Unterstützung der Herrschaft und der Verteidigung ihres Landes braucht. Somit ist Laudine, aus rein praktischen Gründen, zu einer erneuten Heirat gezwungen. Da kommt Iwein gerade recht, denn wer ist besser geeignet als Herrscher und Verteidiger, als der, der ihren Mann besiegt hat? Aus der Ermordung Askalons folgert sie nüchtern und neutral, dass Iwein wohl am besten dafür geeignet ist, ihr Land, ihre Quelle und sie zu beschützen. Iwein stellt einen durchweg standesgemäßen Partner dar: Er ist Ritter, sogar König und durch sein jugent und tugent für Laudine als Herrscher neben ihr gut geeignet.

Diese Beweggründe der Heirat macht sie Iwein auch sofort klar. Sie stellt fest, dass sie ihn nicht aus Liebe heiratet sondern einzig und allein aus Verteidigungsgründen. Obwohl Iwein beteuert sie zu lieben, zweifelt Laudine an Iweins wahren Gefühlen und fragt sich, ob es ihm nur um die neuerrungene Macht geht. (V. 2340 – 2347) Erst als Iwein Kaie besiegt ist Laudine von ihm überzeugt und ist zufrieden mit der eingegangenen Ehe, denn alle guten und ehrenwerten Eigenschaften werden nun auch auf sie übertragen. Doch davon, dass Laudine Iwein liebt kann man nicht sprechen. Vor allem wenn man in diesem Fall „Liebe“ mit unserem heutigen Verständnis definiert. Diese „romantische Liebe“ die Iwein für Laudine empfindet, kann man bei Laudine nicht entdecken. Dies würde auch komplett der Realität widersprechen. Dass Laudine Iwein heiratet ist keine Entscheidung des Herzens sondern eine des Verstandes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Werks „Iwein“ von Hartmann von Aue und Erläuterung der Fragestellung bezüglich der Motivationsgründe der Ehe zwischen Iwein und Laudine.

2. Liebe im Mittelalter: Erläuterung der zentralen Begriffe „Minne“ als emotionales und höfisches Konzept sowie der verschiedenen Eheformen wie Muntehe, Friedelehe und Kebsehe.

3. Die Eheschließung zwischen Iwein und Laudine: Darstellung des Kennenlernens und der Heirat unter den Aspekten der impulsiven Zuneigung Iweins und der pragmatischen Notwendigkeit Laudines.

4. Der Bruch zwischen Iwein und Laudine: Analyse der Trennung infolge der versäumten Frist für die Rückkehr vom aventiure-Ritt und des daraus resultierenden Vertrauensverlustes.

5. Resumée: Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass die Ehe aufgrund fundamental unterschiedlicher Motive (Liebe vs. Pflicht) zum Scheitern verurteilt war und eine Versöhnung erst durch individuelle Entwicklung möglich wurde.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Minne, Ehe, Mittelalter, Laudine, Artusroman, aventiure, höfische Literatur, Eheproblematik, Pflicht, Liebe, Herrschaft, Rollenverständnis, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Liebes- und Ehebeziehung der Hauptfiguren Iwein und Laudine im mittelhochdeutschen Artusroman von Hartmann von Aue.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die gegensätzlichen Heiratsmotive, das mittelalterliche Verständnis von Ehe und Minne sowie die gesellschaftlichen Rollenbilder von Mann und Frau.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll erörtert werden, ob Missverständnisse oder das damalige Verständnis von Ehe und Liebe zu dem Ehe-Aus zwischen den beiden Protagonisten führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zur höfischen Kultur des Mittelalters.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis zu Minne und Ehe, die Analyse der Heiratsgründe beider Figuren und die anschließende Untersuchung der Ursachen für den Bruch der ehelichen Bindung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Iwein, Hartmann von Aue, Minne, Ehe, Mittelalter, aventiure, Pflicht und höfisches Rollenverständnis.

Warum heiratet Laudine Iwein laut der Analyse nicht aus Liebe?

Laudine handelt nach der Analyse aus rein praktischen und politischen Gründen, da ihr Land nach dem Tod ihres Mannes einen Verteidiger benötigt und Iwein diese Funktion ideal erfüllen kann.

Wie unterscheidet sich Iweins Verständnis von der Heirat von dem seiner Gattin?

Während Iwein impulsiv und emotional aus „Minne“ handelt, agiert Laudine rational und verstandesorientiert mit dem Fokus auf Herrschaftssicherung und Schutz des Landes.

Welche Bedeutung kommt der „Frist“ für den Bruch der Beziehung zu?

Die Frist ist der vertragliche Rahmen, bei dessen Überschreitung Iwein seine Rolle als Ehemann und Verteidiger verletzt, was zur öffentlichen Entwürdigung durch den Entzug des Rings führt.

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Details

Title
Kommt es zwischen Iwein und Laudine zum Bruch, weil ihrer Ehe von Anfang an auf einem fundamentalen Missverständnis geschlossen wurde?
College
University of Bayreuth
Grade
2,3
Author
Babsi Li (Author)
Publication Year
2009
Pages
12
Catalog Number
V181467
ISBN (eBook)
9783656045199
ISBN (Book)
9783656044710
Language
German
Tags
Iwein Minne Liebe Eheschließung im Mittelalter Hartmann von Aue
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Babsi Li (Author), 2009, Kommt es zwischen Iwein und Laudine zum Bruch, weil ihrer Ehe von Anfang an auf einem fundamentalen Missverständnis geschlossen wurde?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181467
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