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Mobbing in der Schule

Psychische Gewalt zwischen Pausenbrot und Pythagoras

Titel: Mobbing in der Schule

Examensarbeit , 2010 , 77 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sarah Swienty (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details


„Jeder fünfte Hauptschüler hat schon einmal so hart zugeschlagen, dass sein Opfer zum Arzt musste. Einer neuen Bochumer Studie zufolge vermöbeln sich Schüler einander nicht öfter als früher - aber deutlich brutaler. Meist geht es um verletztes Ehrgefühl.“

Gewiss tragen auch Presse-, Funk- und Fernsehberichte dazu bei, ein besonders brutales und aggressives Bild der Gewalt auf die Schulen zu projektieren. So werden bevorzugt besonders schwere Einzelfälle herausgegriffen, die suggerieren, dass in deutschen Schulen die Gewalt nicht nur zugenommen, sondern auch eine neue Form der Brutalität erreicht hat. Physische Aggressionen bis hin zu dramatischen Ereignissen, wie den Amokläufen in Erfurt (2002) und Emsdetten (2006), seien zum Abbild der schulischen Alltäglichkeit geworden.
Es kamen Befürchtungen auf, dass die „Gewaltkultur“ der deutschen Jugendlichen amerikanische Verhältnisse annehmen könnte. In Amerika werden 3000 Kinder und Jugendliche im Jahr erschossen, davon 50 in der Schule, so dass mittlerweile ein großer Sicherheitsaufwand an amerikanischen Schulen betrieben wird.

Schulische Gewalt hat seit den 1990er Jahren in den öffentlichen Diskussionen in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen, trotzdem ist sie ein sehr altes Phänomen. Im Laufe der letzten Jahre sind zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zu diesem Thema erschienen. Es kann aktuell festgehalten werden, dass Gewalthandlungen an deutschen Schulen nicht zugenommen haben, wie Medienberichte es darstellen. Weiterhin bilden strafrechtlich relevante Vergehen, wie schwere Körperverletzungen und Erpressungen an deutschen Schulen, immer noch die Ausnahme, so dass nicht von „amerikanischen Verhältnissen“ gesprochen werden kann.
Hier stellt sich die Frage: Woher rührt dieses gewaltgeprägte Bild an deutschen Schulen?
Zur Beantwortung lässt sich eine Vielzahl von Gründen nennen, die hier zwar nicht in ihrer Vollständigkeit aufgeführt werden, jedoch den kritischen Blick für mediale Berichte schärfen sollen.
Das von den Massenmedien gezeichnete Bild der Gewaltrealität an Schulen in Deutschland ist systematisch verzerrt, da aus Platz-, Verständnis- und Zeitgründen Einzelaspekte entfallen oder verstärkt werden und damit die Berichtserstattung selektiv wird. Darüber hinaus führt oft der Konkurrenzdruck der Medien untereinander zu sensationsorientierten Darstellungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

1.1 Vorgehensweise der Arbeit

2. Definition

2.1 Mobbing und Gewalt – ein Differenzierungsversuch

2.2 Mobbing als spezielle Form von Gewalt

2.2.1 Etymologische Herkunft

2.2.2 Definitionsentwicklung

2.2.3 Verwandte Begriffstermini

3. Erscheinungsformen

4. Neue Dimensionen des Mobbings – Handy und Internet

5. Mobbing in Zahlen – die empirischen Daten

6. Akteure

6.1 Stabilität der Rollen

6.2 Mobber

6.4 Mitläufer

6.5 Zuschauer

6.6 Täter-Opfer

6.7 Lehrer

7. Ursachen

7.1 Schulinterne Ursachen

7.2 Schulexterne Ursachen

8. Der Teufelskreis – Mobbing als Prozess

9. Folgen

10. Vorbemerkungen zu interventiven und präventiven Maßnahmen

10.1 Juristische Betrachtung des Phänomens

10.2 Leitfaden zur Identifizierung der Hauptakteure

10.2.1 Anzeichen der Opfer

10.2.2 Anzeichen der Täter

10.2.3 Voraussetzungen zur Gewaltprävention und -intervention

10.2.4 Der Fragebogen – ein Analyseinstrument der Intervention

11. Maßnahmen gegen Mobbing

11.1.1 Maßnahmen auf Schulebene (Makroebene)

11.1.2 Maßnahmen auf Klassenebene (Mesoebene)

11.1.3 Maßnahmen auf individueller Ebene (Mikroebene)

12. Fazit

12.1 Wissenschaftliches Fazit

12.2 Persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das Phänomen „Mobbing in der Schule“ auf wissenschaftlicher Ebene, um die Dynamiken dieses Prozesses zu verstehen und Handlungsperspektiven für Lehrkräfte zur Prävention und Intervention aufzuzeigen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Abgrenzung von Gewaltbegriffen, der Analyse der Rollenverteilungen zwischen Täter und Opfer sowie der Einbeziehung neuer medialer Dimensionen wie Cyber-Mobbing.

  • Mobbing als spezielle Form psychischer Gewalt in Schulen
  • Die Rolle neuer Medien (Cyber-Mobbing) und deren spezifische Gefahren
  • Empirische Erkenntnisse zu Tätern, Opfern, Mitläufern und Lehrern
  • Strukturmodelle und Prozessverläufe des Mobbings
  • Präventions- und Interventionskonzepte für unterschiedliche Schulebenen

Auszug aus dem Buch

4. Neue Dimensionen des Mobbings – Handy und Internet

Die neuen Medien haben auch das Mobbing erreicht. Das so genannte „Cyber-Mobbing“, „Cyber-Bullying“ oder „Monitor-Mobbing“ „erfreute“ sich in den letzten Jahren unter den Jugendlichen immer größerer Popularität. Diese Variante des Mobbings teilt zwar mit der in dieser Arbeit beschriebenen „klassischen Form“ zahlreiche Gemeinsamkeiten, jedoch lassen sich auch eklatante Unterschiede erkennen, die an dieser Stelle eine separate Betrachtung verlangen.

Rack et al. definieren das Cyber-Mobbing wie folgt: „Unter Cyber-Mobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mithilfe moderner Kommunikationsmittel.“

Damit sind vor allem das Internet und das Handy gemeint. Da heute nahezu jeder Schüler ein Mobiltelefon und einen Internetzugang besitzt, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten der Drangsalierung. In Instant-Massengern, wie ICQ (gilt als Hauptmedium des Cyber-Mobbings), sozialen Netzwerken, wie Schüler-VZ, Facebook und Myspace, aber auch in Videoportalen, werden schikanierende Texte, Videos und Bilder hochgeladen, Fotos bösartig kommentiert oder Drohnachrichten verschickt. Weiterhin wird das Handy genutzt, um arglistige Textnachrichten zu verschicken oder lästige Anrufe zu tätigen.

Diese Erweiterung des Mobbing-Phänomens ist die logische Konsequenz unserer technologisierten Gesellschaft. Da das Leben junger Menschen heute vermehrt interaktiv stattfindet, sie ihre Beziehungen und Freundschaften online pflegen, neue Kontakte aufnehmen und sich selbst inszenieren, wird sich auch Mobbing vermehrt dort abspielen, wo die anderen Ereignisse des Lebens stattfinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die öffentliche Wahrnehmung von Gewalt an Schulen und stellt die zentralen Leitfragen zur Bedeutung neuer Medien und Präventionsmöglichkeiten vor.

2. Definition: Differenziert Mobbing vom allgemeinen Gewaltbegriff und beschreibt die etymologische sowie historische Entwicklung des Begriffs.

3. Erscheinungsformen: Unterteilt Mobbing-Formen in verbale, physische und psychische/soziale Kategorien.

4. Neue Dimensionen des Mobbings – Handy und Internet: Analysiert Cyber-Mobbing als logische Konsequenz der modernen, vernetzten Lebenswelt junger Menschen.

5. Mobbing in Zahlen – die empirischen Daten: Bietet einen Überblick über die historische Forschung, verwendete Instrumente und den aktuellen Forschungsstand.

6. Akteure: Untersucht die psychologischen Merkmale und Rollen von Tätern, Opfern, Mitläufern und Lehrkräften.

7. Ursachen: Identifiziert schulinterne und schulexterne Faktoren, wie das Schulklima und familiäre Erziehungsmuster, als Entstehungsbedingungen.

8. Der Teufelskreis – Mobbing als Prozess: Erläutert die zyklische Dynamik von Mobbing-Prozessen anhand theoretischer Modelle.

9. Folgen: Beschreibt die psychischen und psychosomatischen Auswirkungen für Opfer sowie kriminelle Langzeitfolgen für Täter.

10. Vorbemerkungen zu interventiven und präventiven Maßnahmen: Bietet eine juristische Einordnung und Leitfäden zur Erkennung von Mobbing.

11. Maßnahmen gegen Mobbing: Stellt konkrete Interventions- und Präventionskonzepte auf Schul-, Klassen- und individueller Ebene vor.

12. Fazit: Reflektiert wissenschaftliche Erkenntnisse und zieht eine persönliche Bilanz zur Notwendigkeit des Umdenkens an Schulen.

Schlüsselwörter

Mobbing, Cyber-Mobbing, Schulalltag, Gewaltprävention, Interventionsprogramme, Schüler, Lehrer, Opfer-Rolle, Täter-Profil, Klassenklima, Psychische Gewalt, soziale Dynamik, Erziehung, Jugendliche, Medienkonsum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Mobbing in der Schule, analysiert dessen Hintergründe, Erscheinungsformen und Ursachen und leitet daraus konkrete Ansätze für Prävention und Intervention ab.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Mobbing, die Bedeutung der Akteursrollen, den Einfluss der neuen Medien (Cyber-Mobbing) sowie wirksame Maßnahmen im schulischen Kontext.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?

Ziel ist es, Mobbing wissenschaftlich zu durchdringen und den Blick für adäquate Umgangsformen in der Lehrerpraxis zu schärfen, um die schulische Lebenswelt für Kinder sicherer zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung aktueller Forschungsergebnisse, Literaturstudien und juristischen Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Analyse von Täter- und Opferprofilen, die Ursachenforschung und die ausführliche Darstellung von Interventions- und Präventionsmaßnahmen auf unterschiedlichen Schulebenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mobbing, Cyber-Mobbing, Gewaltprävention, Interventionsprogramme, Täter-Opfer-Dynamik und Schulklima charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Cyber-Mobbing von herkömmlichem Mobbing laut der Autorin?

Cyber-Mobbing kennt keine räumlichen Grenzen, ist durch die Anonymität der Täter gekennzeichnet und kann eine hohe Reichweite durch die Verbreitung in sozialen Netzwerken oder per Handy erlangen.

Warum spielt der Lehrer eine entscheidende Rolle bei der Mobbing-Intervention?

Lehrkräfte sind Dreh- und Angelpunkt der Prävention, da sie durch ihr Eingreifen und ihre Funktion als Vorbilder entscheidend zur Auflösung oder Verfestigung von Mobbing-Situationen beitragen können.

Welche Rolle spielen die Eltern bei Mobbing-Fällen?

Eltern sollten eng in die Maßnahmen eingebunden werden, um einen ganzheitlichen Schutz für die betroffenen Kinder zu gewährleisten und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Schule zu agieren.

Was sind die Hauptmerkmale eines "passiven Opfers"?

Passive Opfer sind häufig ängstlicher, unsicherer und körperlich schwächer als der Durchschnitt, weisen kein aggressives Verhalten auf und sind oft sozial in ihrer Klassengemeinschaft isoliert.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mobbing in der Schule
Untertitel
Psychische Gewalt zwischen Pausenbrot und Pythagoras
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
ESL
Note
1,3
Autor
Sarah Swienty (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
77
Katalognummer
V181764
ISBN (eBook)
9783656050865
ISBN (Buch)
9783656051176
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobbing Schule Bullying cyber mobbing Gewalt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Swienty (Autor:in), 2010, Mobbing in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181764
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  77  Seiten
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