Prüfungsbestandteil BWL-Recht-Grundlagen zur Ausbildung zur Fachkraft für Vertrieb mit Klausurfragen zum 1. Prüfungsteil

BWL-Recht-Grundlagen


Skript, 2011
18 Seiten

Leseprobe

Inhalt

A. Aus den Grundlagen der Betriebswirtschaftlehre
I. Grundlagen der Wirtschaft
II. Die Wirtschaftsubjekte
a) Der Kaufmann
b) Die Gesellschaften
Zul.) Die wichtigsten Personengesellschaften
Zu2.) Kapitalgesellschaften
III. Klausurfragen zum l. Prüfungsteil der IHK- Prüfung für Vertrieb

B. Anhang : Lernhilfe zur Vertiefung

A. Aus den Grundlagen der Betriebswirtschaftlehre

I. Grundlagen der Wirtschaft

1. Wann spricht man von Bedarf und wann von Bedürfnis ?

a) Bedürfnis wird definiert als das Verlangen, einem tatsächlichen oder empfundenen Mangel Abhilfe zu schaffen. Bedürfnisse können sowohl materieller, als auch imma­terieller Natur sein.
b) Bedarf hingegen ist die Möglichkeit, den Mangel mit zur Verfügung stehenden Finanzmitteln befriedigen zu wollen oder zu können. Bedürfnisse werden also am Markt in Form der Nachfrage nur dann wirksam, wenn auch eine entsprechende Kauf­kraft zu ihrer Befriedigung bereitgestellt ist.

2. Warum besteht eine Notwendigkeit des wirtschaftlichen Umgangs mit Gütern ?

a) Weil Wirtschaftgüter und dies sind die hier allein interessierenden Güter im Gegen­satz zu den sog. freien Gütern ( Luft, Wasser ) nicht zujeder Zeit und anjedem ge­wünschten Ort in der gewünschten Qualität und Menge zur Verfügung stehen. Sie sind knapp.
b) Auf dem Markt treffen Angebot und Nachfrage zusammen. Das sog. ökonomische Prinzip geht davon aus, dass Wirtschaftssubjekte aufgrund der Knappheit der Güter bei ihrem wirtschaftlichen Handeln ein rationales Verhältnis der eingesetzten Mittel zum zu erzielenden Ergebnis sicherstellen.

In einem sog. vollkommenen Markt handeln alle Marktteilnehmer nach den sog. öko­nomischen Prinzipien. Die Einhaltung dieser Prinzipien soll den verantwortungs­vollen Umgang mit knappen Gütern sicherstellen. Das ökonomische Prinzip be­schreibt die Möglichkeit, die begrenzten Mittel den gesetzten Zwecken zuzuordnen. Es wird unterteilt in Minimalprinzip, mithin soll ein bestimmter Erfolg mit dem ge­ringsten möglichen Einsatz erzielt werden und dem Maximalprinzip, bei dem mit ge­setzten Mitteln ist ein höchstmöglicher Erfolg erzielt werden soll.

II. Die Wirtschaftsubjekte

a) Der Kaufmann

Kaufmann im Sinne des HGB ist eine natürliche oder juristische Person, in deren Na­men ein Gewerbe, mithin eine nach außen erkennbare, erlaubte und planmäßig auf eine gewisse Dauer und zum Zwecke der Gewinnerzielungsabsicht angelegte Tätigkeit ausgeübt wird, die nicht zu den freien Berufen gehört. Erlaubte Tätigkeit meint, dass Geschäfte zivilrechtlich einklagbar und gültig abgeschlossen werden können, es darf sich nicht um verbotene (§§ 134, 138 BGB ) Geschäfte handeln. Kein Betreiber ist, wer Geschäfte in fremden Namen oder als Verwalter fremden Vermögens abschließt, wie der Vorstand einer AG, der Geschäftsführer einer GmbH etc..

Sofern die Voraussetzungen zu bejahen sind, gilt das BGB im Verhältnis zum HGB nur noch subsidiär.

Das Handelsgewerbe wird grundsätzlich unterteilt in den Bereich der Grundhandels­gewerbe und Gewerbe, die nach Art und Umfang des Gewerbes ein in kaufmän­nischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erforderlich machen.

Zum Handelsgewerbe gehören dabei Geschäfte des Warenkaufmannes und der Waren­handwerker, mithin also Geschäfte, die auf Anschaffung von Waren oder Wertpapie­ren und deren Weiterveräußerung in veränderten oder unverarbeitetem Zustand ge­richtet sind. Bestandteil dieser Gruppe sind z.B. Bauträger und Bauunternehmer, die Bauwerke als Ganzes erstellen bzw. weiterveräußern. Sie handeln mit Grundstücken bzw. erbringen Leistungen am Grundstück. Des weiteren gehören Baustofflieferanten dazu, da sie bewegliche Sachen im Sinne des HGB veräußern. Letztlich sind auch Bauhandwerker dazu zu zählen, wenn die Lieferung und nicht der Einbau das Schwergewicht bilden.

Ein Handelsgewerbe betreiben auch Unternehmen der Lohnindustrie, deren Geschäft in der Übernahme der Be- oder Verarbeitung von Waren für andere besteht.

Kaufleute im Sinne des HGB sind weiterhin der Sollkaufmann, dessen gewerbliches Unternehmen einen nach Art und Umfang des Geschäftes in kaufmännischer Weise eingerichteten Gewerbebetrieb erforderlich macht. Die Eintragung begründet die Kaufmannseigenschaft.

Außerdem sind als Kaufleute der sog. Kannkaufmann und Formkaufleute zu nennen. Zur ersten Gruppe zählen land- und forstwirtschaftliche Betriebe oder die Neben­gewerbe eines land- und forstwirtschaftlichen Unternehmens. Zur zweiten Gruppe gehören die GmbH, die AG, die KG a.A. und die eingetragenen Genossenschaften. Auch hier wirkt allerdings die Eintragung ins Handelsregister konstituierend.

Die Einordnung als Kaufmann hat Konsequenzen. Beispielsweise besteht ein Schutz der Firma, mithin also des Namens, unter dem der Vollkaufmann im Handelsverkehr seine Geschäfte betreibt, gegen Missbrauch dergestalt, dass er bei Verletzung Scha­densersatzansprüche oder Unterlassungsansprüche geltend machen kann.

Andererseits bestehen besondere Regeln bei Handelsgeschäften. Handelsgeschäfte bzw. Verträge können z.B. auch zustande kommen durch Schweigen auf ein kaufmän­nisches Bestätigungsschreiben oder Gewohnheitsrecht auf der Grundlage eines Handelsbrauches oder durch Schweigen auf ein Angebot zur Geschäftsbesorgung. Gleichzeitig beeinflussen sie die Qualität der geschuldeten Leistung. Der Kaufmann schuldet nur die Leistung mittlerer Art und Güte usw..

b) Die Gesellschaften

aa) Gesellschaftsformen

Unablässig ist die Kenntnis der Unternehmensformen bzw. der Ausgestaltung der Gesellschaftsformen.

Die Unternehmen bzw. das unternehmerisches Tätigwerden wird durch die Rechts­form unterteilt.

bb) Die Gesellschaften lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

1. Personengesellschaften

2. Körperschaften

Zu 1. ) Zu den wichtigsten Personengesellschaften gehören :

aa) GbR bzw. BGB-Gesellschaft

Wenn sich mindestens zwei Parteien vertraglich zur Förderung eines gemeinsamen Zweckes zusammenschließen, der nicht im Betrieb eines vollkaufmännischen Han­delsgewerbes bestehen darf, entsteht bereits eine GbR. Parteien können sowohl natür­liche als auch juristische Personen sein. Weitere Entstehungsvoraussetzungen bei einer GbR gibt es nicht. Die GbR ist mithin eine einfach zu gründende Personen­gesellschaft, die keine Stellung von Mindestkapital vorsieht und keinerlei Eintragung ins Handelsregister bedarf, um am Wirtschaftsleben teilnehmen zu können. Der Grund liegt in der vollen Haftungjedes einzelnen Gesellschafters, er haftet auch mit seinem Privatvermögen uneingeschränkt, es sei denn, es liegt z.B. eine nach außen erkennbare Beschränkung der Vertretungsmacht vor. In solchen Fällen kommt es zu einer Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen. Der Abschluss des Gesellschaftsvertrages ist formlos möglich, es sei denn, es sind formbedürftige Leistungsversprechen in ihm enthalten.

Die BGB- Gesellschaft ist nicht rechtfähig; Träger von Rechten und Pflichten sind die Gesellschafter als Gesamthänder oder Gesamtschuldner. Pflichten der Gesellschafter im Innenverhältnis sind die Beitragpflicht, die Treuepflicht, das Recht und die Pflicht zur Führung und sonstige Mitverwaltungsrechte, wie Informations- und Kontroll- pflichten usw..

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Prüfungsbestandteil BWL-Recht-Grundlagen zur Ausbildung zur Fachkraft für Vertrieb mit Klausurfragen zum 1. Prüfungsteil
Untertitel
BWL-Recht-Grundlagen
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V182792
ISBN (eBook)
9783656082859
ISBN (Buch)
9783656082552
Dateigröße
362 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Ausildungsskripte zum Vertrieb und Personalwesen sowie zu Rechtwissenschaften
Anmerkungen
Dieses Skript enthält alles Wissensnotwendige zum 1. Teil der Fachkraftprüfung für Vertrieb nebst der üblichen Klausurfragen und vorschläge zur effektiven Einarbeitung in den Fachbereich Vertrieb
Schlagworte
Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Unternehmensformen, Klausurbeispiel, Einarbeitungsvorschlag in den Vertrieb, Klausur, Prüfungsrelevante Themenauswahl, Fachkraftprüfung Vertrieb, Fachraftprüfung Personalwesen, Fachkraftprüfung Rechnungswesen, Checkliste zum Aufbau eines Vertriebskonzeptes, Vertrieb, Rechnungswesen, Personalwesen
Arbeit zitieren
Claudia Figiel (Autor), 2011, Prüfungsbestandteil BWL-Recht-Grundlagen zur Ausbildung zur Fachkraft für Vertrieb mit Klausurfragen zum 1. Prüfungsteil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182792

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Prüfungsbestandteil BWL-Recht-Grundlagen zur Ausbildung zur Fachkraft für Vertrieb mit Klausurfragen zum 1. Prüfungsteil


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden