David LaChapelle - Die Libido de Gesellschaft

Lachapelle - Kunst oder Pornografie?


Zwischenprüfungsarbeit, 2010

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

David LaChapelle

Die Libido der Gesellschaft

In Zeiten, in denen Silikon-Brüste unsere Bushaltestellen zieren und Britney Spears Gruppensex besingt1, kann nackte Haut kaum noch schocken. Auch der amerikanische Starfotograf David LaChapelle ist ein Freund der Provokation. Ab wann wird Kunst eigentlich zu Pornografie?

Frühlingsgefühle: Angelina Joli sitzt nackt vor einer leuchtenden Blumenwiese, die Kamera ist auf ihr Gesicht fokussiert.2 Sie hat die Augen geschlossen, den Mund weit geöffnet und den Kopf gen Himmel geneigt - man hört sie förmlich stöhnen. Das Rezept für ein Menü à la LaChapelle: Eine Prise Celebrity, ein Esslöffel Farbe und eine große Portion Lust.

1963 in Conneticut geboren, zog David LaChapelle mit 15 Jahren nach New York. Er lebte in einem kleinen Zimmer und jobbte im Amüsiertempel „Studio 54“. Nacht für Nacht beobachtete er die exzentrische Gesellschaft auf der damaligen Bühne des hedonistischen Lebensstils: Drogen, Orgien, Selbstbestimmung. Unter ihnen keine Geringeren als Andy Warhol und Keith Haring. Die Glitzerwelt faszinierte den kleinen Jungen. Jahre später sollten Ikonen wie Muhammad Ali, Michael Jackson oder Madonna nur eine kleine Auswahl derer sein, die es vor sein Objektiv trieb.

A ls einer der bekanntesten Mode- und Starfotografen der Neuzeit, hat David LaChapelle es geschafft, selbst in den Star-Olymp aufzusteigen. Doch er ist keineswegs eine Eintagsfliege und seine Fotos sind mehr als nur schön. Vor seiner Linse wirkt nicht mal die Inszenierung eines It-Girls wie Paris Hilton sinnentleert - obwohl sie nackt und mit dem Kabel ihres Mikrofons geknebelt ist.3 „Das blödeste Bild, das es gibt, ist ein schönes Mädchen an einem schönen Strand in einem schönen Badeanzug, schön ausgeleuchtet.“4 David LaChapelle liebt es, zu inszenieren. Und zwar mit Köpfchen. „Ich mache Fotos, die ein Konzept haben“5, sagt er selbst. Elton John, David Beckham und Leonardo Di Caprio müssen sich damit abfinden, nur Teil dieser Inszenierung zu sein. Im Gegensatz zu den Promi-Porträtisten Helmut Newton, Peter Lindbergh oder Horst P. Horst, hatte er nie die Intention, Berühmtheiten zum Mittelpunkt seiner Fotos zu machen. Das unterscheidet ihn auch heute noch von Kollegen wie Mario Testino. LaChapelle: „Die bekannten Menschen treten nur in meinen Bildern auf. Es geht aber nicht um sie. In Wahrheit geht es um mich und meine Art, die Welt zu sehen.“ Die klügsten Stars wären demnach jene, „die begreifen, dass die Bedeutung der Fotografie darin liegt, die eigene Person in einen kulturellen Kontext zur Gegenwart zu stellen.“6 So muss sich selbst Naomi Campbell ohne Vetorecht in ein Meer aus Obst einfügen.7

[...]


1 Britney Spears: Der Song „3“ aus dem Album „The Singles Collection“ („Three is a charm / Two is not the same / I don’t see the harm / So are you game?)

2 Angelina Joli: „Lusty Spring“ (2001)

3 Paris Hilton: „Class Struggle“ (2004)

4 „Kulturspiegel“ 12/2006: „Oh du Fröhliche - die phantastische Welt des David LaChapelle“

5 „Stern Fotografie“, 51. Ausgabe, „Der Bildhauer des Pop“, 3.04.2008

6 Zitat aus seinem autobiografischen Text „Wie alles begann“ (2004)

7 Naomi Campbell: „Fruit Passion“ (1999)

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
David LaChapelle - Die Libido de Gesellschaft
Untertitel
Lachapelle - Kunst oder Pornografie?
Hochschule
AMD Akademie Mode & Design GmbH
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
10
Katalognummer
V183491
ISBN (eBook)
9783656078241
ISBN (Buch)
9783656078562
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
LaChapelle, Kunst, Pornografie, Amanda Lepore, Andy Warhol, Starfotograf, Salvador Dalí, Hedonismus, Surrealismus, Sigmund Freud
Arbeit zitieren
Jessica Labbadia (Autor), 2010, David LaChapelle - Die Libido de Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183491

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